Tja, das ist das schwere Los des Bundestrainers. Wechselt man bei halbwegs klarem Vorsprung und die Jungs verdaddeln den: Idiot! Wechselt man gar nicht und die auf der Platte fangen an, Fehler zu machen: Idiot! Wechselt man oder nicht und gewinnt das Spiel, ohne zu glänzen: Idiot, weil man mit jeweils der gegenteiligen Entscheidung viel höher gewonnen hätte. Gewinnt man ein Spiel souverän: Trotzdem Idiot, weil man gegen so einen schwachen Gegner noch souveräner hätte gewinnen müssen. Spielt man 45 Minuten sehr ordentlich, hat dann einen Durchhänger und der Trainer fordert die Spieler in der Auszeit auf, sich auf die Tugenden eben jener ersten 45 Minuten zu besinnen: s.o., weil kein taktischer Impuls kommt. Begegnet man einer extrem offensiven Abwehr zeitweilig mit vier Rückraumspielern und ohne Kreisläufer, holt damit fünf freie Torchancen heraus: Lassen wir das, aber ein anderer Trainer hätte bestimmt verhindert, dass zwei von diesen Freien verworfen wurden.
Man muss nicht jede Entscheidung von Heuberger gut heißen, man muss ihn auch nicht für die Idealbesetzung als Bundestrainer halten, aber ein guter Teil der Kritiker hier scheint wieder mal nicht gewillt, die vorgefasste Meinung durch Fakten irgendwie in Frage zu stellen 