Wie? Indem er beispielsweise nachweist, dass er Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente zu sich genommen hat, die einer verunreinigten / kontaminierten Charge entspringen.
Das ist überhaupt nicht unterirdisch: Ihm wurde nachgewiesen, dass er eine unerlaubte Substanz im Körper hatte, das ist nicht erlaubt. Jetzt hat er die Chance "Rechtfertigungsgründe" vorzutragen, wie Du es selbst beschreibst. Wenn er das dann so macht wie Sun Yang und absoluten Quatsch erzählt, d.h. keine glaubhafte Geschichte zu erzählen hat, hat er ein Problem, aber dieses Prozedere ist nicht zur Wahrung eines "Scheins", sondern hat reale Effekte. Es hat ja auch schön Fälle gegeben, in denen der Ausgang der Probe erklärt werden konnte, bspw. Katerina Nash. Das hat mit Staatlichkeit im Übrigen gar nichts zu tun.
Deine Vergleiche scheinen mir, ohne dass du sie beschreibst, etwas wirr. Es geht bei Portner nicht um Verbrechen oder eine staatliche Sanktion, sondern lediglich um die Zulassung zu Sportwettbewerben. Gegen ihn wird bspw. nicht wegen Verstoßes gegen das AntiDopG ermittelt.
Ich habe geschrieben was ich unterirdisch finde und das ist Deine Feststellung, dass er höchstwahrscheinlich gedopt hat.
Das kannst du schlichtweg nicht wissen. Daran ändert auch das "höchstwahrscheinlich" nichts.
Genauso gut oder eben nicht gut kann man das Gegenteil behaupten.
Seit dem Phantom von Heilbronn ist auch das abstruseste Szenario nicht unwahrscheinlicher als der einfache Schluss "Zeug im Körper=Doping."
Ich habe auch ausdrücklich gesagt, dass der Vergleich mit Schwerstverbrechern hier nix zur Sache tut.
Trotzdem empfinde ich die Beweislastumkehr in Dopingverfahren nicht unbedingt als fair.
In dubio pro reo gibt es hier nicht und damit nimmt man in Kauf, dass auch Unschuldige unter die Räder kommen (können).