Beiträge von orange

    Ich verstehe, was du meinst, aber Ich glaube, dann müssen hier eine ganze Menge Posts gelöscht werden.

    Jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er die DVD kaufen möchte. Letztendlich sind Dinge wie der Preis und der Ort, wo man die DVD kaufen kann, aber relevante Informationen für jemanden, der Material für sein Training sucht.

    Oder was stört dich? Ich kann den Text gerne etwas "salopper" formulieren.

    Hallo zusammen,

    Axel Kromer hat letzten Mai eine Trainerfortbildung zum Thema Individualtraining in Bayern gehalten. Der ganze Tag wurde mit mehreren Kameras begleitet und auf zwei DVDs mit über drei Stunden Inhalt zusammengefasst.

    Darunter der theoretische Vortrag zum Thema, ein Interview mit Axel Kromer und natürlich die Praxis zur positionsspezifischen Angriffsschulung im Rückraum, am Kreis und auf Außen.
    Ergänzend hat Dr. Achenbach, ärztlicher Leiter des FIFA Medical Centre of Excellence zum Thema Präventions- und Rehabilitationstraining aus Sicht eines Arztes und früheren Zweitliga-Handballers referiert.

    Erwerben kann man die DVD unter https://www.weplayhandball.de/details/DV01/336663 für 24,95 Euro.
    Weitere Informationen zum Lehrgang/Veranstalter finden sich unter weplayacademy - HOME | WePlayAcademy.de

    Bitte sagt mir Eure Meinung!

    Ist ein bisschen unkonventionell, klappt aber gut gegen 4-2:Ball von Rückraum an den Kreis spielen, Kreis bietet sich dafür mit ein, zwei schnellen Schritten an. Dann Kreuzbewegung von Kreis mit Außen. Außen kommt mit möglichst viel Tempo rum, Kreis versucht entweder eine Sperre nach innen an dem eigenen Gegenspieler zu stellen oder - falls das nicht möglich ist - am mitlaufenden AR/AL.

    Bei Variante 1 dürfte LA/RA freie Bahn haben - oder die Möglichkeit für den Parallelstoß ist da
    Bei Variante 2 hat entweder der LA/RA freie Bahn oder die Möglichkeit zum Rückpass zum Kreis, der die Sperre gegen den meistens körperlich unterlegenen Außenverteidiger leicht halten sollte. Parallelstoß kommt natürlich trotzdem in Frage.

    Aber wie NordlichtSH schon meinte: Das kommt in erster Linie auf deine Spieler und den Willen zur Bewegung ohne Ball an. Kann sein, dass meine Lösung auf deine Mannschaft überhaupt nicht passt.

    Ich hatte deinen Text falsch im Kopf als ich den ersten Teil geschrieben habe :)

    Deswegen noch den Teil an dich ergänzt.

    Ich meinte aber tatsächlich keine körperliche Anpassung, sondern eine mentale Einstellung:

    Eine (sehr gute) Spielerin, die über einen sehr guten ersten Schritt verfügt, hat mir auf die Frage "worin aus ihrer Sicht der Fehler der meisten Spielerinnen läge" geantwortet: Die meisten sind vom Kopf her gar nicht bereit aus der Landung sofort maximal schnell zu werden. Das fand ich eine recht interessante Aussage und deswegen habe ich das angemerkt :)

    Kurze Frage zu dem Thema:

    Der "erste schnelle Schritt" im 1-1 ist für mich idR eine Seitwärtsbewegung. Ich frage mich, ob Übungen wie Kniebeugen und Reaktivsprünge, deren Beitrag zur Verbesserung ich gar nicht in Frage stellen möchte, da nicht verhältnismäßig unspezifisch und deshalb ineffizient sind, weil dabei die hauptbeanspruchten Muskelgruppen auf Vorder- und Rückseite des Körpers liegen (ich weiß, dass sie dennoch zur seitlichen Bewegung beitragen) und beim schnellen ersten Schritt in völlig anderen Winkelverhältnissen arbeiten müssen.

    Ich habe keine Lösung, aber vielleicht hat sich da ja schon jemand mehr Gedanken gemacht?

    talentschmiede: Ich habe gerade noch einmal nachgelesen und gesehen, dass du die Reaktiv-/Niedsprünge mit der Bewegung kombinierst. Damit habe ich auch schon recht gute Erfahrungen gemacht und gute Erfolge erzielt. Ich weiß aber nicht, ob das tatsächlich eine körperliche oder aber eine mentale Anpassung war?!

    Allgemein ist mir noch nicht eingefallen: Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der "erste Schritt" keine isolierte Bewegung darstellt, sondern direkt danach meist ein zweiter schneller Schritt folgt. Wär der langsam, wäre die Täuschung insgesamt selten erfolgreich. Für die Gesamtbewegung darf man deshalb die Stabilität im Rumpf nicht vernachlässigen. Ich habe viele Spieler und Spielerinnen gesehen, die bei der Täuschung den Körperschwerpunkt seitlich über die Füße hinaus verlagern (ein Folge der "so weit wie möglich seitlich springen"-Korrektur oder eines zu engen Nullschritts) und sich in der Folge mit dem ersten gesetzten Fuß abfangen müssen - statt direkt in die weitere Bewegung übergehen zu können.
    Außerdem ist das Ganze keine rein körperliche, sondern auch eine technische Anforderung.

    Für mich hat sich der folgende Ablauf heraus kristallisiert (ich hoffe, dass ich damit auch den ersten schnellen Schritt inhaltlich treffe):
    (1) Der Spieler fängt den Ball in paralleler Grundstellung. Die Füße etwa schulterbreit und leicht nach außen rotiert. Schwerpunkt zwischen den Beinen (wo er auch die ganze Zeit bleibt) und tief, weil die Beine leicht gebeugt sind. Gewicht über dem Mittelfuß und gleichmäßig auf beiden Füßen verteilt um eine schnelle Bewegung in beide Richtungen zu ermöglichen. Der Rumpf ist angespannt. Hauptsächlich beobachtete Fehler:
    > sehr breites Einspringen: Seitliche Bewegung sehr eingeschränkt, weil Beine bereits fast gestreckt sind.
    > sehr enges Einspringen: Seitliche Bewegung eher möglich, aber nur, wenn zuvor der Körperschwerpunkt durch ein Kippen des Körpers zur Seite verlagert wird, was im Endeffekt einem kurzzeitigen Verlust des Gleichgewichts und damit der Kontrolle entspricht.
    > Einsacken im Oberkörper: Keine Stabilität im Rumpf
    > versetztes Einspringen: Verrät im Voraus in welche Richtung die Bewegung wahrscheinlich ausgeführt wird.
    (2) Der Spieler bewegt einen Fuß in einer schnellen, flachen, seitlichen Bewegung in etwa 90° zur Seite. Der Fuß wird nicht weit vom Boden abgehoben, es ist kein "Sprung" notwendig. Der Schwerpunkt des Körpers bleibt zwischen den Beinen und wandert nicht über den neu aufgesetzten Fuß hinaus. Sonst wäre kein nächster schneller Schritt in die tiefe möglich. Die Körperfront bleibt in Richtung Tor/Gegenspieler geöffnet und dreht sich nicht in Bewegungsrichtung (sonst käme das Knie des abdrückenden Beines in eine Position, die für Schäden am Kreuzband sehr förderlich ist - schwer zu beschreiben, muss man sehen). Der neue Fuß wird wieder leicht nach außen rotiert aufgesetzt. Das Gewicht wird in der Regel v.a. auf dem Vorderfuß liegen.
    Beobachtete Fehler hierbei:
    > Schrittrichtung falsch (nach hinten oder nach vorne)
    > Unnötiger Versuch möglichst viel Raum zu überbrücken, was die Bewegung verlangsamt und meistens einen Gleichgewichtsverlust bedeutet
    > Einsacken im Rumpf, weil während der Bewegung die Spannung verloren wird --> Zweiter Schneller Schritt nicht mehr möglich.
    (3) usw...

    Gerne würde ich eure Meinung dazu hören und vielleicht hat es ja auch ein bisschen bei dem Thema geholfen.

    Ich hab nichts gegen Kniebeugen. Ich denke, dass sie super für Handballer sind. Bin völlig bei dir. Aber auf die Frage ist das einfach eine völlig unspezifische Antwort. Du hast dich aus meiner Sicht nicht damit beschäftigt, was überhaupt gefragt war.


    Wenn wir mal ganz allgemein bleiben, dann ignorierst du einfach alle anderen Wege schneller zu werden. Etwa Lauftechnik... oder Neuronale Ansteuerung... oder Beweglichkeit/Mobilität... oder oder...! Mal davon abgesehen, dass die Frage nicht nur darauf abgezielt hat wie man schneller läuft...


    Übrigens wird in deiner Studie von Half-Squats gesprochen, also nicht vollständigen Kniebeugen. Außerdem haben die untersuchten Spieler Kniebeugen bereits vor der Studie durchgeführt, womit die Studie deine Aussage "Du erreichst als jemand, der bisher noch keine Kniebeuge gemacht hat, eine schnelle Steigerung deiner Schnelligkeit besonders durch Kniebeugen." eigentlich nicht stützt... Darüber wird gar keine Aussage getroffen.


    Aber wie gesagt... Kniebeugen sind aus meiner Sicht auf jeden Fall eine der Möglichkeiten, die man nutzen kann, um Spieler schneller zu machen... Ich bin deiner Meinung...

    Im Süden (und Bayern ist so:)

    Quali 1 (bayernintern) Ismaning, Haunstetten, Erlangen u. Würm. 3 von 4 kommen weiter

    Quali 2 (übergreifend): Zwei Gruppen mit voraussichtlich jeweils 5 Teams: Die ersten 2 kommen weiter

    Quali 3 (übergreifend: Zwei Gruppen (Zahl abhängig von DM). Platz 1 beider Gruppen qualifiziert, Platz 2 spielt den dritten qualifizierten Platz aus. Verlierer aus diesem Spiel geht zusammen aus dem Gewinner des Spiels der beiden Gruppendritten in die nationale Quali.

    Verlagern, freilaufen, leeres kreuzen, Übergänge, einlaufen, sperren, usw. wären aus meiner Sicht solche Möglichkeiten.

    Wie man das Trainieren kann: einerseits praktisch mit technikübungen ohne ball z.b. In der erwärmungsphase, in komplexen Übungensformen, aber ganz generell kann man sowas fast immer in irgendeiner Form einbauen, z.b. In einer Wurfübung als vorbereitende Bewegung - andererseits theoretisch am taktikboard um das Bewusstsein bei den Spielern zu schaffen.

    Schon n großes Thema irgendwie^^

    Findest Du, dass das eine Revolution wäre LagoTrainer?


    Bei Bewegungen gegen die Wurfhand ist das aus meiner Sicht die einzig sinnvolle Variante für die ersten ein-zwei Schritte. Das der Ball mit dem letzten Schritt in die Wurfhand muss ist klar. Man muss nur mal folgende Überlegungen anstellen:

    1) Wie würdet Ihr gegenüber einem Spieler argumentieren, wenn er mit links abspielen möchte, ihr das aber nicht für richtig haltet?
    2) Wie argumentiert ihr pro linke Hand?

    Für 1) fällt mir nur ein, dass Spieler mit der schwachen Hand eventuell nicht gut genug sind.
    Für 2) fallen mir einige Gründe ein.

    Ich schule das seit mehreren Jahren so und bisher konnte das jede Spielerin und jeder Spieler umsetzen. Es geht in der Regel ja um Pässe über kurze oder sehr kurze Strecken. Das ist überhaupt kein Problem.

    Hey,

    Zu 1) Ohne die Ursache zu kennen, kann man da wenig Übungen empfehlen. Grundsätzlich würde ich einerseits überlegen, ob sie technische Probleme hat und andererseits, ob vielleicht kraftmäßige Probleme im Rumpf vorliegen.
    Wie ist die denn technisch sonst so drauf? Verwringt sie richtig, etc.? Und wie stellt sie sich bei den typischen Rumpf-Stabiübungen, also z.b. Unterarmstütz, an?
    Zu 2) Könnte das unter Umständen am Sprung liegen? Zu frühes Drehen Richtung Tor z.B.? Hört sich auf jeden Fall eher nach einem technischen Problem an.

    Zu 4) und 5) Meiner Einsicht nach ist das größte Problem für viele Spieler eine abstrakte und sichere Übungsumgebung mit klaren Aufgaben in das eigentliche Spiel zu übertragen. Häufig wissen alle Spielerinnen, was zu tun wäre, aber setzen es nicht ein, weil entweder das Bewusstsein nicht da ist, oder aber die Fähigkeit zur Umsetzung in unsicherem Umfeld fehlt. Deswegen unbedingt im Training nach der Einführung in immer komplexeren Situationen und mit vielfältigen Entscheidungsmöglichkeiten arbeiten.

    LG  :hi:

    Bei so breiten Kreis stehen RL und RR vermutlich eher eng, damit die Passwege nicht zu weit werden. Dein Problem ist also einerseits der lange Weg für HM und andererseits die Möglichkeit der Rückraumspieler schnell zu passen. Ich hab mehrere Ideen, die eventuell helfen könnten, aber du müsstest selbst schauen, ob deine Mannschaft das umsetzen kann, bzw. die Gegner damit vor Probleme gestellt werden.

    1. der VM wird von seiner Aufgabe die Diagonalpässe abzudecken etwas entlastet und bekommt die zusätzliche Aufgabe die Passgeschwindigkeit von RL nach RR möglichst zu verlangsamen, beziehungsweise den Ball auf einer Seite zu halten. Wie gesagt, das Problem ist die schnelle Ballverlagerung. Bei einer Bewegung von RL oder RR nach außen sinkt VM ab um unter Umständen eine Hilfsaufgabe gegen den nach innen laufenden Kreis bei einer Hilfsaufgabe des Liberos HM gegen RL oder RR, die das 1-1 nach außen gewinnen, wahrnehmen zu können.

    2. AL und AR verteidigen den Kreisspielern auf der ballfernen Seite, der ja eh nah bei ihm steht. Der Außsen wird frei gelassen aber beobachtet (Achtung Einlauf von LA/RA in die Mitte Richtung 7m-Linie könnte ein Problem werden, auch wenn es ungewöhnlich ist zusätzlich zu 2 Kreisspielern noch einen Außen einlaufen zu lassen.

    3. HR und HL bekommen auf diese Weise die Möglichkeit ihr Absinken auf der ballfernen Seite ein wenig (eventuell ein Meter oder so) zu reduzieren und deshalb eine bessere Ausgangsposition um RL bzw. RR schneller zu attackieren, was wieder die Ballgeschwindigkeit reduziert. Zu offensiv darf er nicht stehen, weil KR oder KL sonst auf die Idee kommen könnten nach innen zu laufen und AL/AR mitzuziehen. Dann muss eine Übergabe AL-HL / AR-AL möglich sein. Passiert das tatsächlich muss HR bzw HL Absinken. AR und AL könnte in eine Offensive Position übergehen und ballfernen außen und halb verteidigen. HL und HR sollten immer versuchen die Rückraumspieler nach Außen abzudrängen. Das würde eine Gleichzahl (3-3), eventuell sogar Überzahlsituation(4-3) der Abwehr auf einem Drittel der Spielfläche ermöglichen. Außerdem ist der Pass auf die Gegenseite aus der Bewegung nach Außen sehr kompliziert.

    4. der HM bekommt eine wichtige Beobachtungsaufgabe. Bei einer Bewegung des Rückraumhalbspielers auf Ballseite nach innen Richtung Mitte wird der Pass gegen die Laufrichtung nach außen bzw. zum Kreis äußerst unwahrscheinlich und vor allem schwierig. Deshalb würde die Regelung "wenn der RL nach innen zieht, übernimmt AR bereits den Kreis und HM kann sich Lösen und Richtung Mitte bewegen" wohl funktionieren.

    Auf diese Weise hätten wir für den HM ein bisschen was erleichtert. Er muss seltener die Strecke laufen. Unter Umständen wird die Strecke sogar etwas kürzer und der HM kann vor allem früher los laufen! Dennoch bleibt der Vorteil der 3-2-1, dass es jederzeit klare Zuordnungen gibt aufrecht. Auch die Liberofunktion wird nicht angetastet. Die schwierigste Situation wird wohl sein, ab wann HM sich bei einer Bewegung des RL / RR nach innen vom Kreis lösen darf. Aber das ist sonst auch nicht anders. Die außen erhalten deutlich erschwerte Aufgaben. Unter Umständen gibt es hier eine Missmatch-Problematik Außen-Kreis. Muss man schauen ob das gelöst werden kann. HL und HR bekommen eher leichtere Aufgaben. Ihnen muss aber klar sein, dass der Ballfluss verlangsamt und gestört werden muss. Nach Möglichkeit drängen sie den Halbspieler Richtung außen.

    Hab sicher was vergessen... ^^

    Edit: Hab ich tatsächlich... Bei sehr breiten Rückraumspielern sollten die Außen immer den langen Pass bedrohen. So können wir es schaffen den Gegner auf einer Seite zu isolieren und HM zu entlasten. Insgesamt ein bisschen leichter als anders herum. Große,Gefahr droht von nach innen laufenden Rückraumspielern, die den Ball mit hohem Tempo annehmen. Da müssen VM und HR/HL die Gefahr früh erkennen und gemeinsam Auffangen. HR und HL haben dazu die Möglichkeit, weil sie von den außen beim Kreis unterstützt werden.

    Edit2: Gerade erste gesehen, dass Kreis2 auf Position 3/4 steht und nicht 5/6. Hab jetzt zu wenig Zeit um zu überdenken, ob das Ganze dann noch funktioniert. Wahrscheinlich ja, wobei man darauf achten, dass der Außen am 3/4er-Kreis nicht zu lange gebunden ist und der HL/HR am 3/4er-Kreis wohl mehr Sicherungsaufgaben übernehmen muss. Aber das nur durch kurzes Überlegen. Vielleicht kann jemand anderes was dazu sagen.

    Du kannst auch mit Kasten o.Ä. trainieren um die grundlegenden Bewegungen zu üben. Irgendwann kommst du aber nicht drum herum das Ganze mit aktivem Gegenspieler zu machen. Sonst wirst du es nicht ins Spiel übertragen können.

    Außerdem brauchst du jemanden der dich korrigiert oder alternativ eine Videokamera / einen Laptop, die /der dir deine Aktionen mit Zeitverzögerung wiedergibt, sodass du dich selbst verbessern kannst.

    Aber Spielzüge sind ja keine Auslösehandlungen.

    Ich habe mal eine lange Zeit drüber nachgedacht inwiefern ein komplett freies Spiel möglich ist. Und aus theoretischer Sicht ist das sicher zu bejahen. Dann muss aber jeder Spieler zu jeder Zeit die richtige Entscheidung treffen. Wie oft passiert das in der Realität, wenn man bedenkt, dass Abwehrspieler keine idiotischen Puppen sind, sondern aktive Spieler, die täuschen können und intelligent Fehler provozieren?

    Aus meiner Sicht ist das nur unter einer Voraussetzung tatsächlich möglich (und hier bin ich ganz anderer Meinung als Handballfan70): Wenn meine Spieler individuell deutlich stärker sind als die Spieler der Gegners. Mal als Beispiel der THW Kiel: Spielen dort Jicha, Palmarsson und Vujin, dann sieht man kaum Auslösehandlungen o.Ä., die Spieler lösen das meiste individuell. Spielt statt Jicha ein Jallouz, dann sieht man, dass er allergrößte Probleme mit dieser Art zu spielen hat. Ihm würde es äußert gut tun, wenn die anderen "für ihn" spielen würden, denn aus dem freien Spiel heraus trifft er sehr häufig falsche Entscheidungen. Anderes Beispiel: Pascal Hens. Bei dem liegt es aber weniger daran, dass er falsche Entscheidungen trifft..

    Warum sollte man solchen Spielern keine Hilfsmittel an die Hand geben und Dinge spielen, die ihren Stärken entgegen kommen? Aus meiner Sicht ist dabei am wichtigsten, dass man den Spielern im Zuge von Auslösehandlungen wenn-dann-Entscheidungsstrukturen an die Hand geben kann. Man kann ihnen sagen "Beobachte diesen Abwehrspieler, was tut er und richte deine Handlung danach aus. Das hat nichts mit vorprogrammierten Handlungsweisen zu tun und schränkt noch nicht einmal die Handlungsalternativen ein.

    Wieder zum Beispiel Jallouz: Warum sollte man ihm nicht eine Auslösehandlung bieten, bei der er einen bogenförmigen Anlauf Richtung Mitte hat und dort hochsteigen kann. Man stellt ihm den Kreisläufer zwischen IR und IL und sagt ihm, dass er beobachten muss, welcher Abwehrspieler auf ihn heraustritt. Keiner --> Wurf / IR --> Sperre vom Kreis / IL --> Sperre vom Kreis oder Parallelstoß oder Pass zu RA (je nach Verhalten HL und AL).

    Zu deinem Beispiel:

    Der Spieler kann aus dem 2-2 auch zum nächsten Rückraumspieler weiterspielen und dieser dann verschiedene Folgehandlungen ausführen. Dadurch kommt man aus der Auslösehandlung ja ins freie Spiel. Es ist ja gerade ein Kennzeichen der Auslösehandlungen, dass sie kein festgelegtes Ende haben.

    Mal davon abgesehen sind für mich Auslösehandlungen durchaus vom Ablauf her nicht vorgeschrieben. Spieler dürfen davon natürlich abweichen, wenn es sinnvoll ist. Der Kreisspieler könnte z.B. mit einer Scheinsperre agieren. Insofern kehrt sich das Wissen der Gegner um eine bestimmte Auslösehandlung auch schnell ins Gegenteil um.

    Ja, du hast Recht. Ich muss auch im Seniorenbereich meine Spieler entwickeln. Aber während eines Spieles werde ich bei den Erwachsenen viel mehr am Ergebnis gemessen als im Jugendbereich. Ich verzichte bei den Junioren gezielt auf solche unterstützende Mittel wie Auslösehandlungen - auch, wenn sie mich dem Sieg näher bringen würden -, weil es für die Förderung sinnvoller ist. Im Erwachsenenbereich muss ich in der Regel gewinnen und werde dafür auch alles tun. Man muss sicher die Zielsetzung bei dem Ganzen im Auge behalten.

    Zitat

    die räume bekomme ich auch durch das 1gg1 verhalten oder kleingruppenspiel ohne vorher einen bestimmten ablauf zu haben.

    Wenn deine Spieler gut genug sind, dann ja ;-). Da bin ich ja völlig bei dir.
    Aber 1):
    Was wenn nicht?
    und 2):
    Warum sollte ich ihnen das Leben nicht leichter machen indem ich Auslösehandlungen nutze, die ihre Stärken unterstützen und die Schwächen des Gegners ausnutzen?


    Du hast jetzt plötzlich den Aspekt der Entwicklung von Spielern ins Gespräch gebracht. Da sind wir irgendwie plötzlich bei einem ganz anderen Thema. Natürlich versuche ich meine Spieler ganzheitlich zu entwickeln und ihnen einen vollständigen "Werkzeugkoffer" zu geben. Ich bin gerade gedanklich die ganze Zeit im Seniorenbereich.

    Und wegen der Gefahr aneinander vorbeizureden:
    Für mich ist eine Auslösehandlung eine bestimmte Auftaktbewegung oder eine Kombination davon (z.B. Kreuzen, Positionswechsel, Übergang, Einlauf, Sperre-Absetzen, etc.) an die sich beliebige Folgehandlungen anschließen.