Beiträge von Jenny

    Damit verbleiben Noka Serdarusic mit Dominikovic, Przybecki, Preiß, Petersen, Olsson und Pettersson nur sechs gesunde Feldspieler. Frustration macht sich breit. Wer beim Derby Favorit ist - diese Frage stellt sich damit nicht mehr. "Selbst wenn alle fit gewesen sind, haben wir in Flensburg, Magdeburg oder Wetzlar" - den kommenden Gegnern - "nicht oft gepunktet", so Noka Serdarusic. THW-Manager Uwe Schwenker stößt ins gleiche Horn: "Wir fahren da sicher nicht als Favorit hin. Wenn drei, vier der besten Spieler fehlen - Jacobsen, Lozano, Lövgren - die anderen angeschlagen sind, dann kann man nicht davon ausgehen, in Flensburg zu punkten. Es ist schon ein wenig frustrierend."

    Quelle >> thw homepage

    Bis zu dem Spiel wollen die Nordlichter auch eine wichtige Personalie klären. Der Kampf um Lars Christiansen geht in die entscheidende Phase.

    Zum Saisonende läuft der Kontrakt des dänischen Weltklasse-Linksaußens in Flensburg aus. Neben spanischen Spitzenklubs buhlt vor allem der FC Kopenhagen um den Nationalspieler.

    Der Klub aus der Hauptstadt, dem Fußballverein mittlerweile angegliedert, will neue Zugpferde verpflichten, und ist bereit, dafür große Summen zu bieten. Summen, die auch Christiansen ins Grübeln bringen.


    "Noch ist nichts entschieden", sagt Christiansen gegenüber Sport1. Jedoch soll es noch vor dem Schleswig-Holstein-Derby erneut Gespräche mit der SG Flensburg geben. Deren Geschäftsführer Thorsten Storm will den 30-Jährigen möglichst noch zwei Jahre an den Verein binden, jedoch nicht um jeden Preis.

    "Lars weiß, dass wir gut zusammen passen. Handball ist aber ein Mannschaftssport, und ein Gehaltsgefüge kann man nicht sprengen. Wir bemühen uns, ihn zu halten. Ich bin optimistisch, dass wir zu einer guten Lösung kommen", sagt Storm. "Aber sollten große Vereine ihren Geldsack aufmachen, wird es schwierig. Doch das Geld allein ist für Lars nicht ausschlaggebend."

    "Ich fühle mich in Flensburg sehr wohl", sagt Christiansen. Er macht den Fans Hoffnung auf ein Bleiben: "Wenn wir uns einigen, werde ich auch unterschreiben."

    Gemeinsame Vermarktung gescheitert

    Die Pläne der Deutschen Städte-Medien (DSM), die Handball-Bundesliga und das Nationalteam gemeinsam zu vermarkten, sind gescheitert. Die DSM konzentriert sich jetzt allein auf die Vermarktung der Liga.

    Grund für die Probleme ist die ungeklärte Vermarktungssituation im DHB. Bis 2003 heißt der Partner des Verbands Handball-Marketing-Gesellschaft (HMG) - und dieser darf auch langfristige Sponsoren-Verträge abschließen.

    "Es ist nicht erbaulich, dass der DHB das nicht geregelt bekommt", kritisiert Heinz Jacobsen, Vorsitzender des Liga-Ausschusses, gegenüber "Horizort Sport Business" den DHB

    http://www.sport1.de

    Herr Leukefeld, Sie haben sowohl Männer- als auch Frauenhandballmannschaften trainiert. Worin besteht der wesentliche Unterschied?
    Leukefeld: Bei Männermannschaften ist man der Cheftrainer, und die Spieler sind die Angestellten. Das ist bei Frauen völlig anders. Die meisten von ihnen haben normale Jobs, sie leben nicht vom Handball. Von meinen Spielerinnen könnten 80 Prozent morgen aufhören. Hinzu kommt, dass die gesellschaftliche Situation der Frauen völlig anders ist. Manche haben Familien, die von ihnen erwarten, versorgt zu werden. Ihren männlichen Kollegen dagegen halten meist Partnerinnen den Rücken frei. Ich sage immer: Die Männer kriegen das Geld, das die Frauen verdienen würden.

    Werden wir konkret: Was machen Sie bei den Miezen anders als sie es als Trainer einer Männermannschaft tun würden?
    Leukefeld: Der Ton zum Beispiel ist völlig anders. Lassen Sie es mich krass sagen: Wenn ich als Trainer bei einem Mann das Gefühl habe, dass er nicht Vollgas gibt, gehe ich zu ihm und sage: Du Arsch, streng Dich an, oder ich spring Dir ins Genick! Bei einer Frau muss man das in fünf Sätze packen, und diese Ausdrücke dürfen auf keinen Fall darin vorkommen.

    Frauen sind also empfindlicher?
    Leukefeld: Männer haben ein dickeres Fell. Für Frauen ist es viel wichtiger, dass das Umfeld stimmt. Ist das der Fall, sind sie unglaublich belastbar. Dann zerreißen sie sich, während Männer nur ihren Job machen. Man muss als Trainer einer Frauenmannschaft vorsichtiger sein und viel mehr analysieren. Ich bestehe darauf, dass mich beim Training alle Spielerinnen per Handschlag begrüßen. Da merke ich schon, wie sie drauf sind. Männer schalten ab, wenn sie zum Training kommen, Frauen nehmen viel mehr Probleme mit in die Halle. Emotional liegen Welten zwischen den Geschlechtern.

    Wie motivieren Sie Ihre Spielerinnen? Gibt es auch in diesem Punkt Unterschiede?
    Leukefeld: Bei Frauen ist es viel wichtiger, dass der Trainer ein guter Motivator ist. Sie wollen positiv verstärkt werden, hören: "Du bist wichtig! Du! Du! Du!" Männern ist das eher lästig. "Geht's raus, spielt's Fußball", hat Franz Beckenbauer 1990 nur gesagt. Das könnte man bei Frauen nicht machen.

    Was sagen Sie zu dem Vorurteil, in reinen Frauengruppen herrschten Zickigkeit und Stutenbissigkeit?
    Leukefeld: Das ist kein Vorurteil. Das Innenleben einer Frauenmannschaft ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Es gibt Neid, Grüppchenbildung, überemotionale Reaktionen, man ist nachtragend. Es ist viel schwieriger, Probleme zu lösen, als in einer Männermannschaft. Die schließt sich mit einer Kiste Bier ein, und hinterher ist wieder alles in Ordnung. Bei den Frauen macht man eine Mannschaftssitzung. Dann redet eine, und danach reden die zehn anderen. Das liegt am Rollenverhalten: Frauen haben meist nicht gelernt, Kritik offen anzubringen.

    Was unterscheidet Frauen- und Männerhandball in technischer Hinsicht?
    Leukefeld: Bei Frauen geht es um Finesse, bei Männern um Kraft. Frauenhandball ist deshalb viel attraktiver. Wer behauptet, man könne sich das nicht angucken, ist ein handballerischer Analphabet.

    Warum spielt Frauenhandball dennoch nur eine untergeordnete Rolle?
    Leukefeld: Das ist nicht überall so. In Skandinavien etwa steht der Frauenhandball deutlich über dem der Männer. Die Rolle der Frauen ist dort aber auch weiter entwickelt. Bei uns sitzen in den Positionen, in denen Entscheidungen getroffen werden ­ etwa was Fernsehübertragungen oder Sponsorengelder betrifft ­zu 98 Prozent Männer. Es gibt hier einfach zu wenig Frauen, die positiv Einfluss nehmen könnten.

    "Sport ist Sex" ­- dieses Schlagwort trifft auf den Frauensport viel stärker zu als auf den der Männer. Wie ist das bei den Miezen?
    Leukefeld: Bei unseren Zuschauern beträgt das Verhältnis von Männern zu Frauen 3:1. Von den Dreien kommt vielleicht einer, um die Frauen zu sehen.

    Wie gehen Ihre Spielerinnen damit um?
    Leukefeld: Sie wissen das, aber das ist kein Problem. Vielleicht ist es sogar so, dass sie gut aussehen und sich darstellen wollen, dass sie es genießen, eine Bühne zu haben. Das ist ja auch eine Art, sich Anerkennung zu holen. Für manche ist das nicht unwichtig.

    Immer wieder ist zu hören, dass Homosexualität unter Profi-Handballerinnen besonders ausgeprägt ist. Stimmt das?
    Leukefeld: Nun, Handballerinnen sind zwangsläufig viel unter Frauen, sie haben ähnliche Interessen und bringen sich viel Verständnis entgegen. Daraus entstehen manchmal eben mehr als Freundschaften. Vielleicht kommt hinzu, dass es für Frauen schwer ist, einen Partner zu finden, der ihr sportliches Engagement mitträgt. Männer haben es da einfacher. Ich kenne keinen homosexuellen Mann im Handball. Die sexuelle Ausrichtung ist Sache jeder einzelnen, und ich sehe kein Problem, solange dadurch keins in in der Mannschaft entsteht. Oft finden sich Lesben in bestimmten Vereinen zusammen. Aber man kann das nicht generalisieren: In manchen Mannschaften liegt der Anteil homosexueller Spielerinnen bei null, in anderen beträgt er mehr als 50 Prozent.

    Ein Ehepaar ist zu Bett gegangen und nach einer Weile deutet er an, daß er Sex haben will. Sie lehnt ab:
    "Ich habe morgen einen Termin beim Gynäkologen und deshalb mag ich jetzt nicht."
    Er dreht sich weg und versucht zu schlafen. Nach ein paar Minuten jedoch sagt er zu ihr:
    "Hast Du morgen auch einen Termin beim Zahnarzt?"

    Handball-Magazin
    Das Paket soll jährlich 3,5 Millionen Euro kosten.
    Uwe Schwenker
    Wir erreichen Regionen, die in Konkurrenz zum Fußball stehen. Selbst einige Vereine wie Werder Bremen haben Probleme, die Trikotbrust für ähnliche Summen zu verkaufen. Potenzielle Interessenten fragen sich allerdings, wo sie besser aufgehoben sind. Beim Fußball oder beim Handball? Es geht also wieder um Einschaltquoten. Wir versuchen, das Konzept zur Saison 2003/04 umzusetzen. Wir hängen noch in der Warteschleife, weil im November die WM 2005 vergeben wird. Davon erhofft man sich einigen Schub. In St. Petersburg wird zwischen Russland und Deutschland entschieden.

    Handball-Magazin
    Der Fußball hat sich diesen Antrieb mit der WM 2006 in Deutschlandlängst verschafft...
    Michael Meier
    Das ist schon richtig, aber was mich nachdenklich stimmt, ist die Situation der Vereine, die mit ihren Interessen bei den internationalen Verbänden unterrepräsentiert sind. Das hat der Fußball auch mitgemacht. Wenn sich da nicht eine Vertretung der Klubs gebildet hätte, wäre nichts passiert; und wir hätten weder einen einheitlichen Kalender noch einheitliche Spielzeiten. Es kann nicht sein, dass eine Liga wochenlang pausiert, weil eine Nationalmannschaft irgendwo spielen muss. So kann man keinen Vermarkter locken. Man ist ja abhängig von äußeren Einflüssen, von einem Verband, der nur die Interessen seiner Auswahl im Sinn hat. Die Vereine müssen sich stärker positionieren und international ihre Stimme erheben.
    Uwe Schwenker
    Von den anderen Nationen sind höchstens die Spanier noch so weit wie wir. Der Rest fällt hinten rüber. Man hat mal versucht, international etwas zu bewegen, aber vielleicht fehlte da die Energie.

    Handball-Magazin
    Erreichen Sie denn einen nationalen Konsens?
    Uwe Schwenker
    Sie kennen das bestimmt auch aus dem Fußball, Herr Meier. Man sitzt zusammen, redet über neue Ideen, alle nicken, vier, fünf Vertreter der Spitzenvereine haben sich konkrete Gedanken gemacht, und der Rest geht nach Hause und fragt sich, worüber haben wir eigentlich gesprochen? Wenn es nach mir ginge, wären wir deutlich weiter. Aber wir in Kiel leben auch nicht auf einer Insel und müssen die ganze Liga mitziehen. Handball-Magazin:
    In beiden Ligen tut sich ein immer größerer Graben zwischen Spitzenklubs und Mitläufern auf. Eine Gefahr? Michael Meier
    Das ist schon ernst zu nehmen, aber darüber diskutieren wir seit 25 Jahren. Man hat beklagt, dass einige Vereine aus der WM 1974 mit einem großen Stadion Honig gesaugt hätten, aber wo ist zum Beispiel Fortuna Düsseldorf? Wenn das alles so zementiert wäre, wäre das langweilig. Das würde unser eigenes Produkt konterkarieren. Vor zehn Jahren hätte Borussia Dortmund niemand auf der Liste gehabt. In dem Verein waren aber entsprechende Voraussetzungen, so wie in Schalke. Es gibt jedoch natürliche Grenzen. Mit Cottbus könnte man das nicht machen.
    Uwe Schwenker
    Man weiß bei uns von vornherein, dass sich fünf bis sieben Mannschaften aufgrund der finanziellen Möglichkeiten und der Klasse der Spieler durchsetzen werden. Trotzdem können die jederzeit gegen einen potenziellen Abstiegskandidaten verlieren. Das hat sich in den vergangenen Jahren zum Wohl des Handballs entwickelt. Michael Meier
    Jeder muss im Rahmen seiner Möglichkeiten spielen können. Es geht ja auch. Elf Spieler, die weniger verdienen als ihre Kollegen in Dortmund, München, Leverkusen oder Schalke, spielen manchmal nicht schlechter und schlagen ihre besser bezahlten Kollegen. Gerade der Mannschaftssport bietet so viele Möglichkeiten der Kompensation. Letztlich setzt sich immer Klasse durch, aber es ist doch nicht in einer Satzung verankert, dass die mit den größten Etats vorn landen müssen.
    Uwe Schwenker
    Das liegt an der Struktur des Fußballs. Da hat auch Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren leidvolle Erfahrungen gemacht und scheiterte trotz eines großen Etats im Pokal an Regionalligisten. Das könnte im Handball nicht passieren. Unsere Erstligisten haben alle eine kleine Weltauswahl, aber wir haben Probleme mit dem Unterbau. Die 2. Liga ist völlig zerfleddert, zwischen dem Ersten und dem Letzten liegt ein Riesenschritt. Da bräuchten wir endlich eine eingleisige Staffel
    .
    Handball-Magazin
    Es gibt also viel zu tun. Warum packt das keiner an?
    Uwe Schwenker
    Mein Trainer Noka Serdarusic hat mal zu mir gesagt, kauf dir eine Angelausrüstung, und wenn du wieder so einen Anflug hast, lass uns Angeln gehen. Nach drei Stunden ist das Thema vorbei. Wenn man es nicht versucht, wird man auch nichts erreichen. Ich habe immer noch Hoffnung, obwohl das manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen ist. Es tut sich schon etwas. Gummersbach in Köln, Schwartau als HSV Handball nach Hamburg. Das kann für unsere Sportart gut sein.

    Handball-Magazin:
    Allerdings muss die Handball-Bundesliga immer mit der Sorge leben, dass nicht alle Vereine bis zum Saisonende finanziell überleben...
    Uwe Schwenker
    Das ist ein riesiges Problem, wenn man Sponsoren für die Liga begeistern möchte. Die sagen oft, bringt erstmal euren Stall in Ordnung. Diese negativen Schlagzeilen sind unheimlich kontraproduktiv. Jede einzelne Person im Fußball und Handball hat eine riesige Verantwortung für sich und die Sportart und darf da nicht nur ihre persönlichen Eitelkeiten sehen.

    Michael Meier steuert die Geschäfte des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, sein Kollege Uwe Schwenker die des THW Kiel. Das hm brachte die Manager der deutschen Meister an einen Tisch und erlebte ein erstaunliches Gipfeltreffen

    Handball-Magazin
    Herr Schwenker, möchten Sie gern mit Ihrem Kollegen tauschen?
    Uwe Schwenker
    Jein. Ich bin von Herzen Handballer, aber wenn man von einem Fahrrad auf eine Luxuslimousine umsteigen kann, muss man schon mal neidisch zum Fußball schauen.

    Handball-Magazin
    Herr Meier, kann die traditionelle Sportart Handball irgendwann am Thron von König Fußball kratzen?
    Michael Meier
    Das widerspräche allen Statistiken. In Deutschland kommt außer Fußball doch keine andere Sportart im Schnitt auf mehr als 15000 Zuschauer. Außerdem sind die Umfragen eindeutig: Fußball ist absolut Volkssport Nummer eins. Es macht allerdings Spaß zu erfahren, dass der VfL Gummersbach die Kölnarena füllt und die Sportart Handball so wieder ins Rampenlicht kommt.
    Uwe Schwenker
    Für den Fußball werden wir niemals eine Konkurrenz. Wir müssen uns an Basketball und Eishockey orientieren. Aus unserer Sicht haben wir ein gutes Produkt. Die besten Spieler der Welt sind in Deutschland. Die Bundesliga ist die NBA des Handballs - im Vergleich besser als die Konkurrenz in Basketball und Eishockey. Aber uns fehlt die große Öffentlichkeit.

    Handball-Magazin
    Wie stellen Sie es an, mehr in den Fokus der Medien zu kommen?
    Uwe Schwenker
    Früher ist das ganze Geld in die Schokolade gegangen, also Spieler und Trainer, aber der Anteil dieser Personalkosten in den Etats wird langsam zugunsten des Umfelds zurückgefahren. Trotzdem habe ich als Verantwortlicher eines Bundesligisten noch immer eine Menge zu tun. Hier in Dortmund ist es schön: Es gibt Geld, es ist alles gut organisiert und strukturiert. In vielen Bundesligavereinen sind die Manager gleichzeitig der eigene Pressesprecher und manchmal sogar die Schreibdame. Die machen letzlich alles - nur die Eintrittskarten müssen sie nicht abreißen. Der THW ist da ein Verein, der weit vor vielen anderen liegt. Wir brauchen Profis, die sich für die Liga engagieren. Nebenbei geht das nicht.

    Handball-Magazin
    Im Streben nach mehr Professionalität orientiert sich der Handball immer wieder am großen Bruder Fußball, zum Beispiel mit dem Aufbau eines eigenen Ligaverbandes... Uwe Schwenker
    Man muss das Rad doch nicht neu erfinden. Warum sollen wir gute Ideen nicht übernehmen? Wir sind nicht so visionär, dass wir uns völlig neu aufstellen müssen.

    Handball-Magazin
    Sie haben seit einem Jahr die Deutsche Fußball-Liga - können Sie den Handballern etwas Ähnliches empfehlen? Michael Meier
    So ein Schritt ist folgerichtig. Die Interessen des Profisports sind andere als die eines stark von Amateuren geprägten Verbandes. Eine eigene Vereinigung ist wichtig für das Selbstverständnis einer Liga. Wenn ich höre, dass die Handballer mit der Bundesliga eine Weltmarke geschaffen haben, dann muss man die auch entsprechend behandeln. Aber da gibt es beim Deutschen Handball-Bund einige Probleme im Umgang mit den professionellen Ligen, die auch uns nicht verborgen geblieben sind. Gemeinsam könnte sich die Handball-Bundesliga auch erfolgreicher auf den umkämpften Märkten der Sponsoren- und TV-Gelder bewegen...
    Uwe Schwenker
    Wir haben zu wenig Lobbyisten und bekommen unser Produkt gar nicht ins Fernsehen. Nehmen wir doch mal den Regionalliga-Fußball, der in fast allen Dritten Programmen eine halbstündige Sendung hat. Drittklassiger Fußball bekommt acht Mal so viel Fernsehgelder wie Weltklasse-Handball. Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht. Uns würde schon ein fester Platz in den Dritten Programmen reichen, aber Handball findet nicht statt, bekommt deshalb keine höheren Marktanteile und keine besseren Einschaltquoten.

    Handball-Magazin
    Wie groß ist Ihr Frust, wenn Ihnen die Fernsehanstalten nur die kalte Schulter zeigen?
    Uwe Schwenker
    Damit kämpfen wir schon seit Jahren und versuchen, die Tür einen Spalt zu öffnen. Vier Vereine sind richtig interessant, aber um die Sportart insgesamt nach vorn zu bekommen, müssen wir den ganzen Rattenschwanz mitziehen. Um etwas auf den Weg zu bringen, muss man allerdings alte Strukturen aufbrechen, aber da gibt es etliche, die an ihren Pöstchen hängen und gar nicht gewillt sind, etwas Neues zu schaffen, obwohl sie sich den Anschein geben.

    Handball-Magazin
    Zuletzt gab es allerdings bemerkenswerte sportliche Erfolge.
    Uwe Schwenker
    Richtig. Die Silbermedaille bei der Europameisterschaft, der Champions-League-Sieg des SC Magdeburg und der EHF-Cup für den THW Kiel. Wir haben jedoch niemand, der sich um die Liga und deren Potenzial kümmert. Personal kostet, und deshalb ist die Zentralvermarktung ein riesiges Thema, um frisches Geld für eine ordentliche Infrastruktur mit guten Leuten zu generieren.

    Handball-Magazin
    Die Fußball-Bundesligisten bekommen bei den TV-Geldern einen Sockelbetrag von zehn Millionen Euro, ein Handball-Bundesligist dagegen 50000 Euro per anno. Ist das Wehklagen der Kicker nicht übertrieben?
    Michael Meier
    Man muss immer die Relationen sehen. Hinter Borussia Dortmund steht ein ganz anderer Kostenapparat. Wenn man mit fünf Millionen Euro plant und die plötzlich fehlen, müssen Sie sehen, wie Sie das Geld wieder reinkriegen. Auch wir sind aufgerufen, etwas zu tun. Aber mich wundert etwas anderes: Da spielt im Handball eine Weltliga, die, unabhängig von den begrenzten Hallenkapazitäten, von den Zuschauerzahlen nie an Größenordnungen herankommt, dass man sagt, die werden ernst genommen. So etwas gäbe es in den USA nicht.

    Handball-Magazin
    Was ist das Problem?
    Michael Meier
    Der Handball hat riesiges Geld investiert und die Stars nach Deutschland geholt, aber diese Sportart hat eine Eigenart: In Großstädten findet man sie nicht. Es war geschickt von Gummersbach, mal nach Köln in die große Stadt zu gehen.

    Handball-Magazin
    Dortmund war übrigens mal eine Hochburg...
    Michael Meier
    Es gibt hier unsere Bundesliga- Handballerinnen. Zurzeit haben wir in Dortmund zwei Bundesligisten, die beide unter schwarz-gelber Flagge segeln. Wir kennen auch die Problematik: Wenn man vor Ort einen erfolgreichen Fußballverein hat, ist es immer schwer, sich zu positionieren - bei den Frauen ist das alles noch extremer.

    Handball-Magazin
    Der BVB könnte sich für relativ kleines Geld locker einen Männer-Bundesligisten leisten und damit die Westfalenhalle füllen, die immerhin als Kultstätte des deutschen Handballs gilt.
    Michael Meier
    Das haben wir alles schon hinter uns. Wir sind mit unserer Frauen-Mannschaft der größte Sponsor in Sachen Handball, den es gibt. Aber noch mal so einen Klotz am Bein?
    Uwe Schwenker
    Dafür müssten Sie doch nur einen Spieler verkaufen! Michael Meier
    Aber dauerhaft. Und der Transfermarkt floriert zurzeit nicht. Wir waren ja mit unseren Handballerinnen in der Westfalenhalle. Das hatten wir denen 1997 zum EHF-Cup-Finale versprochen. Das Risiko sind wir eingegangen, aber da kamen auch 9000 Zuschauer.

    Handball-Magazin
    Haben Sie überlegt, die Weltmarke Handball nach den legendären Zeiten des OSC wieder in Dortmund zu etablieren?
    Michael Meier
    Nein. Wir haben unsere eigene Abteilung, wo auch Männer spielen. Allerdings auf ganz niedrigem Niveau. Das reicht uns. Die Frauen spielen in der Bundesliga und international, das jedoch teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und wie will man das finanzieren? Das ist auch ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb und muss jedem im Verein erklärt werden.

    Handball-Magazin
    Wie erklären Sie sich das Nischendasein des Handballs? Michael Meier
    Es gibt einfach Grenzen, die man erkennen muss. Beim Volleyball haben wir nach den Olympischen Spielen 1972 in München an einen Boom geglaubt, aber der war nur kurz. Danach hat sich wieder alles auf die traditionellen Sportarten kapriziert. Und dazu gehört eindeutig Handball. Ich habe übrigens noch Feldhandball gesehen. Uwe Schwenker
    Das ist ja schon ganz lange her.
    Michael Meier
    Da passierte nichts. Ein langweiliges Spiel. Das änderte sich erst, als einer auf die Idee kam: Wir machen das in der Halle. Da ist gut an dem Produkt Handball gearbeitet worden.
    Uwe Schwenker
    Unsere Sportart hat auch ihre Berechtigung. Limits für die Etats sind natürlich vorgegeben durch die Kapazitäten der Hallen. Die Grenzen, die ich uns setze, haben wir allerdings noch nicht erreicht. Das hängt von unserem öffentlichen Auftritt ab und wie wir wahrgenommen werden.

    Handball-Magazin
    Dazu erhalten Sie im Vergleich zum Fußball selten Gelegenheit...
    Uwe Schwenker
    Sie kommen samstags aus dem Stadion und sehen dann ran, Sportstudio, DSF und am Sonntagabend im Dritten noch einmal die gleichen Tore. Da muss es eine Möglichkeit geben, auch andere Sportarten zu ihrem Recht kommen zu lassen.

    Handball-Magazin
    Wie wollen Sie das denn anstellen?
    Uwe Schwenker
    Die Quoten sind bei Öffentlich-Rechtlichen und Privaten der entscheidende Gradmesser. Ich hätte gern die Chance, ein Jahr lang ein ganzheitliches Konzept mit festen Sendeplätzen und passenden Printangeboten zu präsentieren. Dann könnten wir unsere Marktanteile erhöhen und hätten auch fürs Fernsehen eine Daseinsberechtigung.

    Handball-Magazin
    Woran fehlt es?
    Uwe Schwenker
    An elementaren Dingen. Viele Hallen werden kommerziell betrieben und sind langfristig belegt. Zu guten Sendezeiten können wir oft nicht spielen, weil gerade Joe Cocker oder Britney Spears auftreten. Da haben wir von vornherein Schwierigkeiten, einen einheitlichen Spielplan zu gestalten, sodass der Hörfunk wie in der Bundesliga-Konferenz der Fußballer parallel von mehreren Spielen berichten könnte. Daran scheitert der Handball momentan.

    Handball-Magazin
    Wie realistisch ist die Umsetzung solcher Pläne?
    Uwe Schwenker
    Man kann auf dem Papier schnell etwas entwerfen. Herr Meier für den Fußball, ich für den Handball. Man muss es jedoch umsetzen können.
    Michael Meier
    Man muss eine gemeinsame Vermarktungsform finden und sagen, um 20 Uhr ist Anwurf. Das ist eine Grundvoraussetzung, sonst kann ich den Kunden gar nicht ansprechen. Eine ähnliche Diskussion hatten wir auch im Fußball mit Spielen am Freitag, Samstag und Sonntag. Der Fan plant weit im Voraus. Die Entscheidung, zu einem Spiel zu gehen, fällt zwölf Wochen vorher. Und mit lediglich fünf Wochen Vorlauf haben auch wir unsere Probleme.

    Handball-Magazin
    Im Fußball gab es in diesem Sommer eine geringe Transferaktivität. Zieht eine neue Bescheidenheit ein? Michael Meier
    Wir haben uns immer nach den Gegebenheiten gerichtet. Wenn wir ein Signal bekommen, dass der Fernsehvertrag, der für die Liga sehr bedeutsam ist, reduziert wird, muss man sich darauf einstellen. Bescheidenheit ist eine Tugend, die man permanent pflegen muss. Auch wir spüren, dass die werbetreibende Industrie ihre Etats gekürzt hat. Das geht am großen Sport nicht vorbei.

    Handball-Magazin
    Ist auch der Handball an einer Wachstumsgrenze angekommen?
    Uwe Schwenker
    Ich glaube nicht, so bescheiden bin ich nun doch nicht. Der ganze Weltklassemarkt findet nach wie vor in Deutschland statt. Sehr wenige interessante Spieler sind noch nicht in der Bundesliga, aber es gibt noch Potenzial im Handball. Man muss mal gucken, wohin wir wollen. Mit einer Zentralvermarktung von Bundesliga und Nationalmannschaft werden wir uns in der Größenordnung eines Trikot-Sponsorings eines mittleren Fußball-Bundesligisten bewegen.

    Handball-Magazin
    Was heißt Zentralvermarktung?
    Uwe Schwenker
    Wir wollen unsere Sportart komplett vermarkten: mit Namensrechten an der Bundesliga, entsprechenden Werbemitteln und gleichzeitig als Presenter der Nationalmannschaft. Damit könnte ein Sponsor ganzjährig präsent sein. Unsere Bundesliga spielt acht Monate, während der Saison tritt die Nationalmannschaft mittlerweile im Wechsel bei Europa- und Weltmeisterschaften an. Diese Ballung von Großereignissen können wir nicht ändern, weil der Deutsche Handball-Bund in den Gremien der internationalen Verbände EHF und IHF wie jede andere Nation nur eine Stimme hat.

    Das Handball-Magazin führte nach dem Spiel gegen Lemgo ein Kurz-Interview mit Klaus-Dieter Petersen

    Handball-Magazin:
    Herr Petersen, steckt der THW Kiel in einer Krise?
    Klaus-Dieter Petersen:
    Nein. Wir haben noch nicht genug Punkte, aber deshalb befinden wir uns noch nicht in einer Krise.

    Handball-Magazin:
    Wie kommt der Erfolg zurück?
    Klaus-Dieter Petersen:
    Wir müssen aufhören zu jammern und die Ärmel hoch krempeln.

    Handball-Magazin:
    Was war das Problem gegen den TBV Lemgo? Klaus-Dieter Petersen:
    Wir haben zu viel verschmissen. Die haben ja nur von unseren Fehlern gelebt.

    Handball-Magazin:
    Ganz wie der THW früher mit vielen Gegenstößen... Klaus-Dieter Petersen:
    Ja, die anderen machen im Moment das mit uns, was wir früher mit denen getan haben.

    Handball-Magazin:
    Und nun?
    Klaus-Dieter Petersen:
    Wir freuen uns auf Flensburg. Dort fangen wir an, Punkte zu sammeln.

    TV Zofingen - Kadetten Schaffhausen 22:35
    Grasshopper-Club Zürich - Pfadi Winterthur 34:30
    TV Suhr Handball - Wacker Thun 23:28 29.09.02
    St.Otmar St.Gallen - TV Endingen 33:28

    Und hier die Tabelle :

    Verein / Spiele / Punkte

    1. Wacker Thun 6 10
    2. St.Otmar St.Gallen 6 9
    3. Kadetten Schaffhausen 6 8
    4. Grasshopper-Club Zürich 6 8
    5. TV Suhr Handball 6 6
    6. Pfadi Winterthur 6 4
    7. TV Endingen 6 3
    8. TV Zofingen 6 0

    Zitat

    Original von Nordlicht

    Wirst Du am Mittwoch bei uns stehen oder sitzen????
    Hoffe Du hast einen guten Platz um das Derby zu verfolgen......

    Also ich werde stehen, wo weiß ich selbst noch gar nicht so genau :rolleyes:, bekomme die Karte erst Mittwoch ( Danke Panic :Hail: ) aber wir werden früh sein so dass ich hoffentlich vorne am Gitter stehe weil so groß bin ich ja nicht, dass ich mich nach hinten stellen kann :D

    Zitat

    Original von Fulica
    @matz:Is der typische Sound von denen, müsste dir dann also auch gefallen! ;)
    Hast du alte Alben von denen ??

    Ich hab ein Album von denen, weiß net wie es heißt, ist Scar Tissue ( bin mir jetzt net ganz sicher ob es so heißt :rolleyes: ) drauf. Das Album ist echt der Hit !