Hier mal die Stimmen von der Pressekonferenz :
VfL-Trainer Dr. Rolf Brack:
Wir haben mit elf Toren verloren, da kann man nicht zufrieden sein. Im Angriff sind wir unter unseren Möglichkeiten geblieben, die Außen und die Konter waren nicht Bundesliga-würdig.
Wir wollten ein besseres Ergebnis erzielen, haben versucht, aus dem Lemgo-Spiel unsere Lehren zu ziehen, weniger Tore zu kassieren. Das ist uns gelungen. Aber unsere Fehler wurden gnadenlos bestraft.
Kiel hat in der ersten Halbzeit einen perfekten taktischen Angriff gegen unsere 3:2:1-Deckung gespielt. Kein Trainer der Bundesliga versteht es wohl so gut, eine solche Deckung zu analysieren, wie Noka Serdarusic. In der ersten Halbzeit hatte Setlik eine andere Philosophie der 3:2:1-Deckung als ich, das haben wir dann in der Pause geklärt, in der zweiten Halbzeit ging es dann besser, wir hatten unsere Chancen nach vorne.
Wir hatten nicht den Anspruch, hier zu punkten, wollten aber aus dem TBV-Spiel unsere Lehren ziehen. Aber das war nicht genug. Kiel stand besser in der Deckung, Navarin schloß schlecht ab. In dieser Verfassung sind wir zu Recht als Abstiegskandidat abgestempelt.
Keine Mannschaft hat in den letzten drei Jahren gegen unsere 3:2:1 so gespielt wie heute der THW. Lemgo hat zwar 20 Tore aus Kontern erzielt, aber das war kein Vergleich mit der taktischen Angriffsleistung des THW. Der THW hat die 3:2:1 fast perfekt und lehrbuchmäßig ausgespielt.
[Frage: Hatte Ihr Team Respekt vor der Kulisse?]
Richtige Vollbluthandballer müssen sowas geniessen, davon erzählen sie später noch ihren Enkeln.
Die THW-Deckung hatte sich sehr gut auf Navarin, der zuvor unser Haupttorschütze war, eingestellt. Er traf fast nichts, konnte sein Schußverhalten nicht umstellen. Unsere Leistung resultierte aus der Stärke des THW. Wie stark der THW ist, hat man schon in Magdeburg gesehen, als sie dort auch ohne Lövgren fast gewannen.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Wir sind in einer Lage, in der man mit wenig zufrieden sein muß. Ich war überrascht, daß wir in der ersten Halbzeit keinen einzigen technischen Fehler gemacht haben. Daß das in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr so läuft, war klar. Diese Phase dauerte dann aber ziemlich lange dauerte. Da haben wir dem Gegner die Chance gegeben, das Ergebnis zu verbessern. Vielleicht habe ich da auch zu lange mit einigen Spielern gespielt.
Letztendlich haben wir mit elf Toren gewonnen, hoffentlich werden wir auch das nächste Spiel gewinnen.
VfL-Manager Rolf:
Wir kennen Kiel sehr gut, wir wußten, daß es sehr schwer wird, gerade wo Kiel im Keller steht. Es war für Kiel ein Muß, diese zwei Punkte zu holen. Kiel hat eben eine tolle Mannschaft mit einem fantastischem Publikum.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Ein Riesenkompliment an das Publikum für den Empfang der Mannschaft. Das zeigt, daß es kritisch aber auch sehr fachkundig ist und die Situation richtig einschätzt.
In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, in der zweiten dann nicht mehr ganz so gut.
Ich hoffe, daß wir am Samstag die nächsten zwei Punkte einfahren, obwohl ich glaube, daß es gegen Göppingen schwieriger wird. Wir dürfen uns nicht vom Tabellenplatz der Göppinger blenden lassen, sie können besser spielen. Gegen Göppingen müssen wir an die Leistung aus der ersten Halbzeit anknüpfen.
Für gilt es nun, weiter Punkte zu sammeln.
Gefreut habe ich mich, daß Nikolaj Jacobsen eine einigermaßen gute Leistung gezeigt hat, wenngleich er noch nicht lange nicht so spielt, wie man ihn kennt. Das ich für seine Psyche ganz wichtig gewesen.