Schmidt bekommt keine neue Chance]
Vorstand des VfL Fredenbeck gibt Manager endgültig den Laufpass
Fredenbeck (uhp). Das Tischtuch zwischen Gunnar Schmidt, Manager des Handball-Zweitligisten VfL Fredenbeck, und den Verantwortlichen des Fredenbecker Gesamtvereins ist seit Mittwochabend unwiderruflich zerrissen.
Schmidt wird für die kommende Saison keine Bundesliga-Lizenz beantragen können, weil der Vorstand den Namen des Klubs nicht mehr bereitstellen will. Jedenfalls nicht für Schmidt und seine Handball-Marketing, mit der der Manager den Zweitligisten vermarktet.
Zudem überlegen die Macher des Gesamtvereins, ob der VfL trotz des Schuldenbergs der Marketing weiter in der Bundesliga spielen könnte. „Dann müsste ein anderer Träger her, und das dürfte dann der Gesamtverein oder ein neues Wirtschaftsunternehmen sein“, sagte Hans Müller, 1. Vorsitzender des VfL, während der Pressekonferenz. Doch, um den Konjunktiv weiter zu bemühen – Manager Schmidt müsste hierbei mitziehen: Nur wenn er die aktuelle Saison zu Ende spielen ließe, seine Mannschaft sportlich nicht abstiege, außerdem Schmidt zum richtigen Zeitpunkt die Insolvenz beantragte, bestünde die Chance, dass Fredenbeck in Liga zwei verweilen darf.
Aber warum sollte Schmidt dies tun? Auf den laufenden Verbindlichkeiten von rund 300000 Euro bliebe er – zumindest teilweise – sitzen, und die „200000 Euro, die ich selbst in die Mannschaft gesteckt habe (Schmidt)“, bekäme der frühere VfL-Kreisläufer ebenfalls nicht wieder.
Auch reagierte Schmidt überrascht und verärgert zugleich, als Vorsitzender Müller und sein Stellvertreter Wolfgang Tetzlaff ihm den Laufpass gegeben hatten. „Ich werde Konsequenzen ziehen, mir Schritte, auch juristische, überlegen müssen.“ Anscheinend war der Manager bis zuletzt guter Hoffnung, dass er das fehlende Geld doch auftreiben kann. Nur zwölf Tage Zeit wären ihm dafür geblieben, denn am 1. Februar müssen die Lizenzunterlagen für die kommende Saison beim Deutschen Handball-Bund eingegangen sein.
Allein der Glaube daran fehlt dem Vorstand des Gesamtvereins. „Jetzt ist Schluss, denn wir sehen nicht einmal den kleinsten Silberstreif am Horizont. Das Ganze ist wirtschaftlich nicht rentabel“, sagte Tetzlaff, der Bedenken vorgetragen hatte, dass der Zweitligist immer tiefer in den Sumpf geraten könnte. Landrat Gunter Armonat, Moderator der VfL-Rettergruppe, führte in den vergangenen Wochen viele Gespräche, hauptsächlich mit den größeren Sponsoren, aber in die bestehenden Strukturen, also in einen VfL mit Schmidt am Ruder, mochte niemand mehr investieren.