Hoer noch ein kleiner Bericht zu der Sache von Oberberg-Aktuell.de:
VfL erwägt Protest - Hasanefendic: "Dilettantisches und lächerliches Verhalten"
Von Björn LangeGummersbach - Nach dem nicht gegebenen Treffer von Kyung-Shin Yoon erwägt der VfL Gummersbach einen Protest gegen die Entscheidung - VfL-Trainer Sead Hasanefendic platzte in der Pressekonferenz der Kragen.
Tor oder nicht Tor? Das war die große Frage in der Eugen-Haas-Sporthalle nach dem dramatischen Spiel des VfL Gummersbach gegen den TV Großwallstadt am heutigen Abend. Zwei Sekunden zeigte die Hallenuhr noch an, der VfL hatte einen Freiwurf. Andreas Rastner spielt den Ball auf Yoon, der zimmert das Leder ins Toreck. Die VfL-Spieler liegen sich in den Armen, die Zuschauer sind aus dem Häuschen.
Aber nur einige Sekunden später schlägt plötzlich die Stimmung um. Und die Euphorie weicht plötzlich kollektiver Ungewissheit. Zählt der Siegtreffer des VfL wirklich? Heftige Diskussionen zwischen Spieler, Schiedsrichtern, Zeitnehmern, Offiziellen und Trainer sind in vollem Gange. Der Großwallstädter Trainer Peter Meisinger verschwindet in der Kabine. Nur Sekunden später taucht er wieder auf, und plötzlich jubeln die Gäste über den Punktgewinn.
Offensichtlich hatten Schiedsrichter und die Zeitnehmer den Treffer doch nicht mehr anerkannt. Aber war das wirklich das letzte Wort? Und würde der VfL versuchen, gegen diese Entscheidung vorzugehen? Die Diskussionen vor der Pressekonferenz hielten an. Erst knapp eine Stunde nach dem Spielende konnte die Geschichte endlich geklärt werden, als auch die Gummersbacher Trainer Sead Hasanefendic und Geschäftsführer Carsten Sauer auftauchten.
Carsten Sauer gab bekannt, dass der VfL Gummersbach vorsorglich Protest gegen die Entscheidung eingelegt habe. "Wir werden uns die Videoaufzeichnung angucken und dann entscheiden, ob wir auch einen formellen Protest nachreichen werden." Anhand der Videoaufzeichnungen wolle man versuchen festzustellen, ob die Zeit beim Torerfolg Yoons abgelaufen war oder nicht.
Aber wer hat die Entscheidung gefällt, die Schiedsrichter oder die Zeitnehmer? "Es war eine einhellige Entscheidung hat man mir gesagt", erklärt Sauer weiter. Es bleibt also abzuwarten, wie die Geschichte weitergeht. Aber damit noch nicht genug, denn nun folgte der große Auftritt von Trainer Sead Hasanefendic.
Nach seinem Resümee des Spiels folgte die kollektive Schiedsrichter- und Zeitnehmerschelte des Gummersbacher Trainers. Und die Rede erinnerte schon fast an die legendäre Gardinenpredigt des ehemaligen Trainers des FC Bayern München, Giovanni Trapatoni. Der Coach bemängelte die fehlende Professionalität der Beteiligten: "Es ist einfach dilettantisch und lächerlich, wie sich diese Leute präsentieren. Und das in der angeblich stärksten Liga der Welt", polterte Hasanefendic los.
Er verwies auf seine jahrelange Trainererfahrung, in der er solche knappen Situation schon zahlreich erlebt habe: "Im Handball geht es nun einmal um Sekunden, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Und da dürfen solchen Sachen einfach nicht passieren. Und das war nicht das erste Mal."
Stein seines Anstoßes war am heutigen Abend die Situation vor dem entscheidenden Freiwurf Yoons. "Es war noch sieben Sekunden zu spielen, aber die Schiedsrichter haben erst zwei Sekunden vor Schluss die Zeit angehalten. In fünf Sekunden kann so viel passieren", wetterte er weiter.
Und derartige Situationen habe er in den letzten Wochen und Monaten schon des öfteren in der Bundesliga erlebt. In der Ansprache von Hasanefendic merkt man, dass auch einen solch erfahrenen Trainer einmal der Kragen platzen kann und er sich voll und ganz mit dem Sport identifiziert. Und dementsprechend wird dieser Gefühlsausbruch auch hoffentlich keine Konsequenzen für ihn haben.