20 Herren wollen regelmäßig zusammen kochen und backen - Clubgründung in Neuenhaßlau
Frauen haben beim "Ersten Männer Koch- und Backclub Hasselroth-Alzenau" in der Küche nichts zu suchen. Die rund zwanzig Mannsbilder "50 plus" wollen sich nicht länger von ihren Frauen abhängig
machen; sie wollen ihre Gattinnen auch 'mal am Herd ablösen und sie mit selbst gekochten Leckereien beglücken. Darin waren sich die Mitglieder bei der Gründungsversammlung einig. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr - mit diesem Vorurteil will der maskuline Koch- und Backclub ebenfalls ganz schnell aufräumen - denn den Weg ins Deutsche Haus fanden am Freitag nicht nur Männer, die schon lange Kochen zu ihrem Hobby erklärt haben wie die Initiatoren Helmut Müller, Jürgen Scharf und Thomas Amrhein, sondern auch solche, die sich bisher noch vom eigenen Herd ferngehalten haben. Deshalb soll bei den künftigen Treffen neben dem Austausch von Rezepten und kulinarischen Kniffen vor allem das Kochen oder Backen selbst im Vordergrund stehen: "Learning by doing!" Und der erste Termin steht schon: Brot- und Pizzabacken im alten Steinofen auf dem Bauernhof von Thomas Amrhein in Albstadt, einem Stadtteil von Alzenau. Nachmittags sind dann die Ehefrauen zum Probieren eingeladen.
Erst einmal aber begrüßte Helmut Müller eine illustre Runde von Interessenten im Deutschen Haus, darunter einige Bekannte und einige, die von der Gründung durch die Zeitung erfahren hatten. Jeder hatte seine eigenen Gründe, dem Club beitreten zu wollen: die einen wollen ihre Fähigkeiten ausbauen, die anderen sind bekennende Laien, andere wollen ihr Wissen an andere weiter geben. Eines aber verband sie alle: die Vorliebe für gutes Essen in gemütlicher Runde. Eigentlich soll hauptsächlich die regionale Küche ausprobiert werden, doch hat der Club bereits jetzt auch jede Menge "exotische Inputs": ein gebürtiger Schwabe, ein Sachse, ein Berliner und ein Oberpfälzer haben ihre Mitgliedschaft angemeldet. Pino Piscapo, ein Neuenhaßlauer aus Neapel, ist gelernter Pizzabäcker und seinerseits gespannt auf die hessische Küche.
Helmut Müller hat schon so seine Vorstellungen, was zu dieser hessischen Küche gehört: "Eine schöne Rindfleischsuppe mit Markklößchen und dann Tafelspitz mit Meerrettich oder alternativ eine gute Erbsensuppe aus der Gulaschkanone." Die heimische Küche soll bewahrt, aber auch ergänzt und verbessert werden, beispielsweise durch eine fettärmere Kochweise.
Im Herbst stehen schon mal Hefekuchen mit Obst belegt, Apfelbrei und Gelee einkochen auf dem Programm, vor Weihnachten darf das Plätzchenbacken natürlich nicht fehlen. Die Mitglieder durften Wünsche äußern und sollten ihre Spezialitäten bekannt geben.
Die Zutaten sollen laut Helmut Müller alle frisch auf dem Markt gekauft werden oder sogar aus dem eigenen Garten sein. Nichts wollen die Hobbyköche fertig kaufen. Geplant ist, sich etwa alle vier Wochen zum Kochen, Backen oder zumindest zum Austausch zu treffen. "Auch ein Kochbuch zu lesen will erst mal gelernt sein", mahnte Müller. Später ein eigenes Kochbuch heraus zu geben, das wäre natürlich das I-Tüpfelchen für den Club. Nach einiger Übung wollen die Männer auch für größere Veranstaltungen ihre Kochdienste anbieten. Alle öffentlichen Auftritte sollen für einen guten Zweck bestimmt sein. Momentan sind die Initiatoren noch auf der Suche nach geeigneten Lokalitäten zum Kochen. Anfragen wollen sie bei Schulen und den Küchen in den gemeindeeigenen Hallen.