Nach 30 Minuten den Turbo abgeschaltet
Von Klaus Apitz
Handball - Diejenigen, die sich vor dem Horkheimer Auftritt das EM-Halbfinale der Deutschen angeschaut hatten, hatten das Prickelndste schon hinter sich. Denn danach, im Oberligaspiel des TSB gegen den Tabellenletzten HG Königshofen-Sachsenflur, war schon früh die Luft raus. Horkheim siegte am Samstagabend in der Stauwehrhalle mit 33:23, und das Berichtenswerteste sind die beiden Punkte. Sie verhalfen Horkheim auf Rang zwei.
Die Horkheimer standen vor der Pause, wie schon zuletzt, in der Abwehr sehr sicher. Torhüter Ergin Toskic hielt, was zu halten war. Und nach abgefangenen Bällen wurde blitzschnell auf Angriff umgeschaltet, so dass mehr als die Hälfte der Treffer bis zum Pausen-20:11 nach Kontern fiel. Kreisläufer Stefan Fähnle hatte nach 15 Minuten schon fünf Tore erzielt. Und auch das Spiel aus dem Rückraum heraus klappte, hier traf Markus Schumacher in den ersten 30 Minuten sechs Mal.
Die im ersten Abschnitt fast abwesend wirkenden Gäste waren mit dem Neun-Tore-Rückstand sogar noch gut bedient. Denn von den Außenpositionen schossen Alexander Huber, Kai Herrmann und auch Huber-Ersatz Henning Tittel etliche Fahrkarten. „Wir haben bis zur Pause gut gespielt, die erste Welle hat geklappt“, sagte Fähnle, der aber genau dies nach dem Wechsel vermisste. „Da haben wir nicht konsequent weitergespielt und das Ergebnis verwaltet.“ Gästetrainer Ralf Spengler hatte seine Jungs zu mehr Initiative ermahnt, und die kamen jetzt besser zum Zug.
Zehn Minuten lang ging beim TSB kaum noch etwas, und plötzlich war der potenzielle Absteiger auf 18:22 heran. Erst gegen Ende aber gaben die Horkheimer noch einmal Gas und machten aus dem 29:23 mit vier Toren in Folge ein hohes Ergebnis.
„Wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht präsent, haben vorne laufend die Bälle weggeworfen“, verstand dies Gästetrainer Spengler nach dem vorangegangenen 44:35 gegen Helmlingen überhaupt nicht. So erging es seinem Gegenpart Volker Blumenschein mit seiner Truppe in Durchgang zwei: „Mir ist fast der Kragen geplatzt, in der Abwehr haben wir uns überhaupt nicht mehr bewegt.“ Dies kostete die Ersatzspieler längere Einsatzzeiten, weil vorsichtshalber doch weitestgehend die Besten auf dem Feld blieben.
Auch der eingewechselte Timo Hirschmann, dem in der zweiten Halbzeit zunächst die Bälle nur so um die Ohren flogen, war nicht zufrieden. „In der Abwehr waren wir zu lasch.“ Auch die jetzt bevorstehende dreiwöchige Pause gefällt ihm und den Mitspielern nicht: „Die passt gar nicht rein, weil wir jetzt gut im Rhythmus drin sind.“
TSB Horkheim: Toskic, Hirschmann (zweite Halbzeit), Goertz (nicht eingesetzt) – Altmann, Baum, Jerkovic, Knoll (4), Huber (1), Fähnle (6), Schumacher (10), Schreider. Herrmann (7/1), Titel (2), Hau (3).
Beste Werfer der HG Königshofen-Sachsenflur: Deiss (8/2),Nixdorf (5),
Torfolge: 2:0, 2:2, 6:2, 12:5, 16:7, 19:9, 21:11 - 21:16, 22:18, 25:20, 29:21, 29:23., 33:23.
Siebenmeter: Horkheim 1– Königshofen 4.
Zeitstrafen: Horkheim 1 – Königshofen 4.