Punkte geangelt - Fischer verloren
Handball: TVG Großsachsen gewinnt ein Schlüsselspiel im Abstiegskampf gegen Drittliga-Schlusslicht Münster 29:25 (15:13) / Kreuzbandriss-Verdacht bei Andreas Fischer
Grosssachsen. Es hätte ein ausgelassener Abend werden können für die Handballer des TVG Großsachsen. Hypernervös und emotionsgeladen waren sie ins Schlüsselspiel im Kampf um den Verbleib in der 3. Handball-Bundesliga gegen Schlusslicht TSG Münster gestartet. Nach einer durchwachsenen spielerischen, dafür aber kämpferisch guten Mannschaftsleistung setzten sich die "Saasemer" mit 29:25 (15:13) durch.
Alles gut also, wäre da nicht die 54. Minute gewesen, als TVG-Torwart Andreas Fischer in einer Abwehrbewegung beim Gegenstoßtor von Daniel Will zum 26:22 das rechte Knie wegrutschte. "Ich weiß, wie sich ein Kreuzbandriss anfühlt", sagte der Mann, der diese Verletzung schon zweimal durchgestanden hat. "Vielleicht hätte ich doch mit 32 aufhören sollen", erwartet Fischer ziemlich desillusioniert heute keine positive Diagnose bei der Kernspintomografie.
"Natürlich muss man im Verlauf einer Saison mal mit so etwas rechnen. Aber das trifft uns jetzt schon hart", sagte TVG-Trainer Uwe Rahn in seinem ersten Spiel als Verantwortlicher nach dem Rücktritt von Trainer Uli Schuppler. Neben der Suche nach dem Selbstvertrauen, das die Mannschaft nach zittrigen 60 Minuten noch nicht gefunden hat, muss sich der TVG nun auch nach einem neuen Torwart umsehen. Ein adäquater Ersatz käme da allerdings einem Sechster im Lotto gleich.
Zum Glück verfügt der TVG aber über einen zweiten starken Schlussmann, der mit seinen vier Paraden in den letzten sechs Minuten noch Schlimmeres verhinderte. Nach dem 26:22 und Fischers Verletzung witterten die Gäste nämlich wieder Morgenluft. "Wir haben es dann aber nicht geschafft, die deutliche Verunsicherung von Großsachsen für uns zu nutzen", sagte Münsters Trainer Thomas Gölzenleuchter, der vor allem mit ansehen musste, wie sich sein Rückraum immer wieder an der starken TVG-Defensive festbiss.
17 Ballverluste waren ein bisschen zu viel für einen Sieg in der Sachsenhalle, die wieder geschlossen hinter ihren Saasemer Jungs stand. Mehr als einmal glückte TVG-Kapitän Tobias Kohl ein "Steal" gegen den erst 19-jährigen TSG-Mittelmann Jonas Ulshöfer. Im Innenblock überzeugte zudem Peter Masica. Simon Reisig steckte mit seiner gesunden Aggressivität auch seine Nebenleute an und Patrick Zweigner nutzte die Chance mit der Spezialaufgabe gegen Münsters Halblinken Vilius Juozaitis. Mihailo Djurdjevic auf der rechten Seite war bis zur schwarzen 54. Minute bei Andreas Fischer gut aufgehoben.
Der TVG konnte also ein wenig durchatmen. "Die Mannschaft wusste, dass sie in der Verantwortung steht und war extrem aufgeregt. Deshalb wurde es auch noch spannend, weil unglaubliche Fehler passieren", sagte Rahn. Und hätte der Aufsteiger nicht diesen sensationell guten Saisonstart hingelegt, würden die Erwartungen - auch der Mannschaft an sich selbst - wohl nicht so hoch hängen. Die Partie am Samstag war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung - auf einem allerdings noch langen Weg. AT
Weinheimer Nachrichten Artikel vom: 04.03.2013
Für Gölzenleuchters Team war mehr drin – Neuzugang Goran Djuricin erneut stark
Die TSG Münster verspielt in der 3. Handball-Liga Süd bei Germania Großsachsen weitere wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib.
Münster. Mit 25:29 (13:15) verlor die Mannschaft von Trainer Thomas Gölzenleuchter beim Aufsteiger ein Spiel wegen einer zu schlechten Angriffsleistung und bleibt damit abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.
Der Beginn der Partie war schwach. Nach neun Minuten lag Münster mit 1:6 zurück, weil die von Gölzenleuchter gewählte Anfangsformation nicht ins Spiel fand. Nachdem der Trainer umgestellt hatte, wurde es besser. Münster glich zum 8:8 aus und war wieder im Spiel. "Wir haben zu viele Fehler gemacht", musste Trainer Thomas Gölzenleuchter feststellen, "uns sind zu viele Ballverluste und Fehlwürfe unterlaufen". In der Schlussphase der ersten Halbzeit musste er auch die Abwehr offensiver stellen, denn die Münsterer bekamen die Wechsel, die über das Zentrum liefen, nicht in den Griff. Durch die Einwechselung von Torhüter Fabian Lieb und die offensivere Deckung kam Münster nach einem zwischenzeitlichen 10:15-Rückstand mit drei Toren in Folge wieder heran und war noch im Spiel.
Hoffen beim 25:27
In der zweiten Hälfte setzten sich die Angriffsschwächen bei den Gästen fort, sie ließen beste Möglichkeiten ungenutzt. Germania Großsachsen nutzte dies, um bis zur 46. Minute auf 24:18 wegzuziehen. Die Münsterer kämpften aber verbissen weiter und standen gut in der Abwehr. Beim Stand von 26:22 (54.) verletzte sich Großsachsens Torhüter Patrick Jahnke, was sein Team aus dem Konzept brachte. Beim 25:27 durch den Treffer von Mihailo Djurdjevic waren die Gäste noch einmal dran, ließen aber anschließend ihre Chancen aus und kassierten die erneute Niederlage. "Mit der Abwehr war ich zufrieden, aber im Angriff hat es bei uns erheblich gehapert. Mit so vielen Fehlern kannst du nicht gewinnen", resümierte Gölzenleuchter. Überzeugend war bei den Münsterern einzig Goran Djuricin, der bei seinen sieben Treffern ohne Fehlwurf blieb.
Großsachsen: Jahnke (1. bis 53.), Fischer (ab 54.); Masica, Zahn je 7, Jörres, Kohl je 3, Zweigner, Reisig je 2, Knierim 2/1, Gans, Wallenwein je 1, Florian Sauer 1/1, Dominic Sauer, Braun. Münster: Biermann (1. bis 20.), Lieb (ab 21.); Djuricin 7, Juozaitis, Frieman, Kunz, Djurdjevic je 3, Bardenheier 2, Will 2/1, Bacik, Ulshöfer je 1, von Rekowski, Dautermann.
Schiedsrichter: Fähnle/Schulle (Königsbronn/Oberkochen). (vho)
Höchster Kreiszeitung Artikel vom 04. März 2013