Ullrich will Karriere mit Tour-Sieg beenden
Radprofi Jan Ullrich hat alle Dopingvorwürfe zurückgewiesen und will im nächsten Jahr bei der Tour de France noch einmal um den Sieg kämpfen. "Ich habe immer gesagt: Ich höre mit einem Tour-Sieg auf", sagte der 32-Jährige im Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick". "Dieses Jahr wurde er mir leider verwehrt. Deswegen bin ich bestrebt, noch ein Jahr dran zu hängen."
Niemals betrogen
Der Wahl-Schweizer wirft der "Bild"-Zeitung eine skandalöse Berichterstattung über seine Person vor. "Es ist eine Frechheit, wie die deutschen Medien mit mir umgehen. Vor zwei Jahren erhielt ich von der 'Bild' noch das Trikot für den fairsten Sportler, das goldene Trikot der Herzen. Jetzt stellt man mich als Deutschlands größten Verlierer hin", beschwert sich Ullrich und kündigt im Stile von Lothar Matthäus an: "Jan Ullrich wird nicht aufgeben. In deutschen Zeitungen stand, ich würde nie mehr aufs Rad steigen. Das stimmt nicht."
Seine Kündigung durch den Bonner Radstall T-Mobile akzeptiert der Tour-Sieger von 1997 nicht, "weil es aus meiner Sicht keinen Grund für diesen Rauswurf gibt". Er habe niemals in seiner ganzen Karriere "einen anderen Rennfahrer betrogen. Das ist Fakt", sagte Ullrich auf die Frage, ob er gedopt habe. Er habe sich im laufenden Jahr bereits elf Trainingskontrollen unterziehen müssen: "Ich bewies damit ja praktisch meine Unschuld, denn die Tests waren alle negativ."
Bin kein Mörder
Einen DNA-Test werde er jedenfalls nicht leisten: "Ich bin ja nicht einmal angeklagt. Es liegt ja nichts gegen mich vor", so Ullrich. "Ich muss doch nicht meine Unschuld beweisen. Es ist menschenunwürdig, wenn ich einen Gentest abgeben muss. Ich bin ein Radprofi und doch kein Mörder oder Verbrecher."
Ullrich ist derweil wieder ins Training eingestiegen und fährt "mit Leidenschaft" Rad. Er geht fest davon aus, im kommenden Jahr für ein Topteam an den Start zu gehen. "Wie gesagt, ich bin für alles offen und suche ein gutes Team für 2007. Ich will nicht einfach noch ein Jahr fahren, ich will den ganz großen Sieg." Geld, so Ullrich, spiele keine Rolle.
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