Beiträge von MiniMe

    Ja, ein paar 2min waren wenig eingänglich. Insgesamt aber unauffällig und unparteiisch, kann man gut mit leben.

    Das Spiel natürlich so ein Muster ohne Wert, ab der 2. Hälfte ein Trainingsspiel. Roschek fällt nicht negativ auf, und man erkennt was Prokop sich bei ihm vorstellt (schnellere Rotation, offensives Angreifen auf 9-12m, wenig passiver Block). Janke als Numero Uno auf RL macht mir Sorgen ...

    Mal sehen wie das gegen stärkere Gegner aussieht.

    Kohlbacher deshalb "opfern", weil er der VIERTE Kreisläufer ist, und offensiv sicher nicht Welten besser als Pekeler oder Wienczek. Und die sind in der Abwehrarbeit nunmal deutlich wichtiger und stärker als Kohlbacher. Wir können auch 8 Kreisläufer mitnehmen, da wird es sicher viele geben die besondere Stärken mitbringen. Nur auf Wolff würde ich im Tor bestehen wollen, da möchte ich nicht den 13. Kreisläufer sehen.

    Personalentscheidungen sollten vom Ergebnis bei der EM schon abhängen, aber eben Entscheidungen bezüglich der Spieler. Wenn irgendjemand sich bei der EM als nicht tauglich für diese Mannschaft herausstellt, und Alternativen aus der Vergangenheit oder Zukunft mehr versprechen, dann sollte da halt keine Nibelungentreue und Cliquenwirtschaft im Wege stehen. Das weiss man aber auch erst hinterher.

    In einem 12-Feldspieler-Kader für ein Turnier erscheinen mir trotzdem 4 Kreis als zuviel. Insbesondere wenn man dabei schon 2 ausgewiesene Abwehrspezialisten in Pekeler und Wiencek hat die dort spielen müssen. Solange Lemke offensiv nicht gut zu gebrauchen ist kann man diskutieren dass man ihn lieber zuhause lässt, aber einen RL oder RR mehr hätte ich gerade weil die Shooter gerne umgenietet werden schon dabei gehabt. Da braucht nur jemand bei Weinhold burschikos zu Werke zu gehen, und man muss mit Häfner durchspielen. Auch von der Belastung her wäre Wiede eine Hilfe gewesen. Ich frage mich was die Idee ist Kohlbacher statt Wiede mitzunehmen, wenn man eh schon 3 Spieler am Kreis hat. Will Prokop mal mit 4 Kreis spielen bei Überzahl ?

    Die EM 2016 war eine Überraschung, und man ist auch jetzt nur im erweiterten Favoritenkreis und kein Topfavorit ala Frankreich über die Jahre. Um ins HF zu kommen müssen alle Rückraumspieler gute Tage erwischen, und die Torhüter das Tor wie 2016 vernageln. Sowas ist nicht planbar, und man hat leider keine 2 Rückraumgranaten ala Karabatic und Narcisse die immer wieder einfache Tore ohne grosse Vorbereitung werfen. Verstecken muss man sich aber auch nicht. Ärgern würde mich nur, wenn man an sich super spielt, und von Schiedsrichtern aus dem Turnier gepfiffen wird.

    Warten wir's mal ab. Natürlich ist das ein ganz schönes Vabanque-Spiel, einen nicht eingespielten Spieler in zentraler Funktion in der Abwehrformation aufzubieten, und einen eingespielten Mittelblock und einen eingespielten RR zuhause zu lassen. So kurz vor dem Turnier und ohne Testspiele.

    Jetzt muss man trotzdem mal abwarten wie Roschek da aussieht WENN er überhaupt viel spielt, und ob man neben Häfner und Weinhold doch noch Wiede braucht. Wenn Roschek aussieht wie ein Jugendlicher beim Männerspiel, weggeschoben wird wie ein Pylon, und vorne rechts nichts läuft, UND Prokop weder Lemke noch Wiede nachholt sondern lieber mit fliegenden Fahnen untergeht wie die Nibelungen, DANN kann man meckern. Was ich dann auch tun werde. :O)

    Ich würde jetzt mal die beiden Spiele gegen Montenegro und Slowenien abwarten. Wenn Roschek dann schlecht aussieht und vorne ein Rückraumspieler fehlt kann man meckern. Ich bin trotzdem der Meinung dass man nie genug Shooter haben kann, wobei ich nicht primär Lemke derzeit als einen sehe. Der sollte aber dahin entwickelt werden, denn so viele bewegliche, dynamische 2,11-Leute die werfen können gibt es im deutschen Handball nicht. Das ist aber kein Thema für die nächsten 6 Wochen. Wiede könnte noch wesentlich wichtiger werden, aber dann kann man ihn ja zurückholen, und würde das hoffentlich auch tun. Das ist aber ein ungelegtes Ei.

    Ich habe auch höchstes Vertrauen in alle Kreisläufer, aber ich brauche in einem Spiel keine 4 davon. Und wenn es im Rückraum nicht läuft braucht man da auch mal den 4. Shooter der nen guten Tag erwischt, siehe EM2016.

    Dahmke hat 2016 nun nicht wirklich überzeugt, so schlecht wie er da geworfen hat wäre ich nicht traurig ihn nicht mehr in der NM zu sehen. Ob er inzwischen besser ist, keine Ahnung, aber auf Aussen braucht man Vollstrecker die hochprozentig treffen. Wenn er das nicht ist braucht man ihn auch nicht.

    Ich würde erstmal abwarten wollen wie Roschek funktioniert, wenn er denn spielt. Komisch ist, 4 Kreisläufer mitzunehmen, davon einen unerprobten "Abwehrspezialisten" mit der Begründung man wolle keine Spezialistenwechsel (???). Aber das würde ich mir in einem Spiel wo es zählt ansehen und dann entscheiden ob die Idee doof war. Ich hoffe dass dann die Grösse da ist ihn noch zu tauschen wenn er erkennbar nicht funktioniert.

    Meta finde ich gar nicht so schlecht. :D

    [Blockierte Grafik: https://www.petite-box.ch/lifestylegossip/wp-content/uploads/2016/09/Meta3.jpg]

    Mal ganz nebenbei, insbesondere bei den Frauen die aus dem Stand nicht so doll hart werfen können gilt, 7m != freier Wurf aus dem vollen Lauf und Absprung bei 6,50. Da hat man ganz andere Möglichkeiten sich den Torhüter zu stellen, und der hat auch nicht ewig Zeit sich auf den Wurf vorzubereiten. Auch bei den Männern gibt es starke 7m-Torhüter und häufige Fehlwürfe, aber selten dass aus dem vollen Lauf 90% Fahrkarten geschossen werden. Das hat - meiner Meinung nach - nichts mit "Nerven" sondern schlicht mit nicht ausgebildeter Wurfvariation zu tun. Die können nur Karo einfach, geradeaus draufhalten.

    Also durch wöchentliche Spiele gegen gute Gegner wird man besser, durch gezieltes Training gegen starke Torhüter und schlicht an den athletischen Grundlagen ist das völlig unmöglich ? Da möchte man lieber das Ligasystem durcheinander würfeln und darauf hoffen, dass die Spielerinnen sich halt im Spiel ohne Coaching von alleine verbessern ?

    Und was soll dann die Lösung des "Problems" sein ? 100 freie Würfe von 6m generieren, durch noch krasseres Spiel ? 14 neue Spielerinnen mit Nerven aus Stahl ? Eine Mannschaft wie Dänemark bei 16 Toren halten ?

    Entweder man formuliert ein Problem mit der aktuellen Situation, oder nicht. Wenn man der Meinung ist, dieses Ergebnis wäre nicht akzeptabel für die aktuelle Situation des Frauenhandballs 2017 in Deutschland, dann muss man auch eine Ursache formulieren und einen Lösungsansatz. Um 5 Tore mehr zu erzielen reichen 20 vollkommen freie Würfe aus einfachster Position normalerweise aus, und mit einem neuen Spielsystem generiert man weder signifikant mehr Würfe, noch freiere. Dazu müsste man ein Spielsystem erfinden wo keine Torfrau mehr im Tor steht.

    Ich halte beides für Bullsh*t. Zitternde Mädchenhände bei Frauen Mitte 20 die nicht mehr in der Lage sind einen Handball Grösse II aus vollem Lauf von 6m wenigstens mit 30% im Tor unterzubringen. Oder ein Spielsystem das statt 20 dann halt 40 völlig freie TGs und 6m-Würfe erlaubt. Wenn das hier "normal" war, dann ist das halt das Ergebnis das man erreichen kann, und dann hat man auch kein Problem sondern nur Pech keine wie auch immer stärkeren Frauen im Land zu haben. Das ist dann halt so, und dann sollte man auch aufhören zu jammern.

    Und wie erreicht man "Qualität" ? Doch nicht etwa durch Training ??? Und damit meine ich nicht abends mal ne halbe Stunde, sondern konzentriert jede Woche über Monate, so viel Zeit hat man nämlich zwischen Großereignissen. Wenn man da mal statt der gewohnten Torfrau die man in- und auswendig kennt einen starken Torhüter von den Männern hinstellt, dann werden die mit der Zeit lernen wie man Würfe nicht einfach nur ablegt sondern mal mit mehr "Qualität" plaziert.

    Alternativ könnten wir natürlich auch Bootcamps für Mädchen > 1,80 aufmachen wo die Damen sich nicht aussuchen dürfen ob sie wollen, ein paar Ostblock-Damen einbürgern, oder Angel Heredia oder Victor Conte als "Berater" einkaufen.

    Das hat mit Träumen nichts zu tun, sondern mit Laberei aufhören. Wie viele 100%ige Torchancen sollen die Frauen denn noch rausspielen um als "gut" durchzugehen, 50 ? 100 ? Dürfen es auch 200 sein, wegen der erbärmlichen Trefferquote ? Mit ganz normaler Chancenverwertung ist man im Viertelfinale.

    Wenn man in einer Weltmeisterschaft unter den besten 8 ist, dann ist man Weltklasse. Nicht Weltspitze, das sind eh immer nur zwei, bestenfalls drei Mannschaften, oft für Jahre auch nur eine. Alles andere hängt von zufälligen Talenten ab, Spielerinnen die besonders gross, athletisch, wurfstark, clever sind. Die kann man weder backen noch erzwingen, sonst hätte man nicht bei den Herren so lange gebraucht um wieder ganz oben mitzuspielen.

    Wenn man einer Mischung aus Athletik-, Wurfgestaltungstraining (Wurfkraft, -auswahl, -technik), Abwehrtraining und Spielaufbautraining (Spielsysteme, -variationen) nicht vertraut, und stattdessen irgendwelche Wunderdinge und ständig "neue Spieler" verlangt, hat man in einer Trainerposition nichts zu suchen. Der Spieler bzw. dessen körperliche Möglichkeiten und sein Bewegungstalent setzt den Ceiling, der Trainer und das Training reizt diesen aus. Am Ende kommt was raus das unter den gegebenen Voraussetzungen, Spielern und Mitteln nahe ans Optimum kommt, und damit muss man leben. Sonst kann man wieder mit "Sportförderung" ala DDR anfangen, wo in der Grundschule schon gesiebt wird wer was machen MUSS, und ab der Adoleszenz wird dann mit IGF, Testo und EPO nachgeholfen bis man aussieht wie gewisse Spitzenspieler bei den Herren. Darauf kann man sich dann einen einbilden weil man geiwnnt ja.

    Der geneigte Leser liest das so:

    Man hat Dänemark trotz deren physischer Überlegenheit bei 21 Toren gehalten.
    Man hat selbst 17 Tore erzielt.
    Man hatte herausgespielte Chancen für 20 weitere Tore.
    Mit fünf davon verwertet steht man bei 22 Toren.
    Mit 22 Toren gewinnt man dieses Achtelfinale.
    Und schon steht man im Viertelfinale, mit den gleichen Spielerinnen, der gleichen Spielweise, dem gleichen Trainer, der gleichen Unterwäsche, und dem gleichen Haarshampoo.
    Und kann zufrieden sein.

    Ohne alle Spielerinnen rauszuwerfen, alle Jugendtrainer, komplett neuer Spielweise, und neuen noch nie dagewesenen Spielzügen. Einfahc indem man einen beknackten Wurf aus vollem Lauf von 6,50 abgesprungen mal an der Torfrau vorbeibekommt.

    Nochmal, man braucht keine "andere Spielweise". Man hatte auf die Tore obendrauf noch mehr als 20 freie Würfe aus einfachsten Positionen, die hat man nur alle verballert. Ne 50%-Quote bei freien Würfen vom Kreis oder mit 5m Anlauf von Aussen sollte machbar sein, egal mit welcher Spielweise.

    Ich sehe drei Punkte, neben der Nominierung der besten statt der gefälligsten Spieler:
    - Kraft/Athletik: hier kann man einiges tun im Bereich funktionale Kraft, muss das aber langsam angehen damit man den Körper nicht überstrapaziert
    - Wurfgestaltung: wurde bereits diskutiert, mittelfristig angehen, viel Coaching, viel Wurfarbeit gegen starke Torhüter (zur Not aus dem Männerbereich)
    - Abwehrarbeit: hier kann man eher punktuell noch verbessern, einige Basisfehler ausmerzen, bessere Mechanik / Strategie im 1vs1 und im Verband

    Weder das Spiel an sich noch die Abwehr waren ein Riesenproblem, sondern allein die Chancenverwertung. Wenn man mit 22 Toren ein WM-Viertelfinale erreicht, ist das völlig ok und im Rahmen der Möglichkeiten. Alles andere dann wenn es sich ergibt, es ist aber keine Schande "nur" unter den besten 8 Mannschaften der Welt zu sein.

    An sich ist das Arbeit die in der B- und A-Jugend geleistet wird, wenn das erst in der Bundesliga passiert ist es eh zu spät. Da kommt nur noch der Feinschliff, gegen starke Gegner. Richtig ist, dass man gegen schwache Torhüter diesen Feinschliff nicht richtig bekommt. Sowas wie Wurfkraft und allgemein Körperkraft kann man aber auch ganz ohne guten Gegner trainieren und erarbeiten. Das ist sowieso etwas das man vernünftig nur zuhause trainieren kann, dafür ist die Trainingszeit in der Halle zu schade. Kettlebells und 4 Quadratmeter Platz für Spezialübungen.

    Das Spielergebnis hatte doch überhaupt nichts mit zu langsam oder zu wenig Ideen etc. pp. zu tun. Man hatte zig Chancen rausgespielt, und 20 völlig freie Würfe verballert, von denen man nur 5 hätte treffen müssen. Ich habe schon so viele Spiele unserer Vereinsmannschaft gesehen wo wir völlig überlegen waren, und den Torhüter zu Klump geworfen haben aus jeder Lage um dann mit 2 zu verlieren. Da rede ich auch nicht über Taktik wenn ich 20 TGs über's Tor oder auf den Körper ballere. Das Problem hatten wir bei den NM-Männern nach 2007 auch schon, und da wurde es leider erst besser als neue Spieler aus der Jugend hochkamen die einfach besser werfen konnten. Inzwischen haben wir ja 6 Shooter statt anderthalb in Hens und Glandorf.

    Was dafür verantwortlich sein kann wäre z.B. dass man bei den Frauen in der Breite eher schwache Torhüter hätte, und die Spielerinnen so mit wenig Skill den Ball ins Tor bekommen. Wenn da auf einmal ein weiblicher Wolff steht klappt es dann halt nicht mehr. Gegen starke Torhüter treffen ist eine intuitive Sache, die muss spielerisch vom Unterbewusstsein bzw. Instinkt kommen. Täuschen, Verzögern, mit dem Handgelenk im letzten Moment die Richtung ändern, nicht hinsehen, etc. Vermutlich wäre ein erster Schritt, das mal anzusprechen, und die Damen vor den Fernseher zu setzen um zu sehen wie das die Schweden oder Holländer machen bei ihren Würfen, oder die guten Männermannschaften. Im Jugendbereich ist es eigentlich normal dass sich die guten Spieler ihre Tricks eher vom Anschauen der Profis abkucken, als von minutiösen Erklärungen wie ein Dreher oder Roller genau geht. Man sieht es die Topleute auf der eigenen Position in der Bundesliga oder NM machen, oder im eigenen Verein wenn der ne starke erste Mannschaft hat, und macht es nach. Die Zeit dafür muss man jetzt wohl einfach mal investieren, mit irgendwelchen "Systemänderungen" kommt man da nicht weiter. Der Ball muss ins Tor, und da steht nunmal ein Torhüter zwischen. Manchmal leider ein guter.