Nun, beim Spiel in Nordhorn hat Zeitz mit seinen beiden harten Aktionen durchaus das Image des "bösen Jungen" bestätigt. Vor allem das Foul zur roten Karte war schon heftig und muss wohl nicht sein.
Beiträge von vr316
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Aber gerade Elfmeter sind doch strittig. Wenn ein Spieler geschickt fällt (oder sich einhakt/einfädelt) und man sieht das im Video, würde ich sagen "selbst schuld" und keinen Elfer geben. Aber man kann auch sagen "wenn die Abwehr/der Torwart so dumm hingeht" dann muss ich das auch pfeifen. Wer will da die absolute Wahrheit sprechen ???
Und wenn erst mal der Videobeweis eingeführt ist, dann wird irgendwann jedes Foul, jeder Bestrafung und vielleicht irgendwann ein strittiger Einwurf verhandelt. Am strittigsten ist doch "Abseits" und da ist erwiesen, dass der Assistent nicht richtig entscheiden kann, da er nicht alle spielrelevanten Infos aufnehmen und verarbeiten kann. Also gar nicht mehr mit der Fahne winken und erst nachher klären, ob abseits oder nicht ? Warum nicht einfach mit Fehlentscheidungen leben.
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Vielleicht müssen die SR mal Hetzkampagnen gegen Spieler starten, die (bestimmt absichtlich) Strafstöße verschießen, Großchancen auslassen und schwere Abwehrfehler begehen oder den Gegner mit Fouls verletzen.

Gestern beim Spiel zwischen 1860 und Frankfurt war es ja auch clever, den Gegner taktisch zu foulen und dafür gelb-rot zu kassieren. Wo ist da der Aufschrei von wegen "Fair-play", warum wird da nicht auf einen Spieler von den Medien "eingeprügelt", der absichtlich foult und das auch zugibt. Nein, das ist (ganz hart gesprochen) gesellschaftlich akzeptierte Gewalt, die wohl dazugehört. Das sagt keiner was, und einem SR "Betrug" vorzuwerfen ist auch normal. Kein Wunder das da manch ein "Fan" (was ja eigentlich Fanatiker heißt [und sind Selbstmordattentäter nicht auch oftmals Fanatiker]) durchdreht und im SR ein Opfer sieht.
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Wir basteln die selbst, einfach ein Stück Holz im Baumarkt gekauft und ein Rundholz drunter geschraubt, kostet keine 5 Euro und ist top.
Ansonsten hatte die Metro vor kurzem Koordinationskreisel für 9 Euro.
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Aus der FNP:
Zahlen die Griechen, geht Schwalb
Wetzlar. Ein Freudentänzchen mit einem Schuss Galgenhumor war ihnen gestattet. Die Handballer der SG Wallau/Massenheim hatten schon die dritte furiose Aufholjagd in der Bundesliga innerhalb eines Monats erfolgreich abgeschlossen. Dieses Mal mit einem 28:27-Derbysieg bei der HSG D/ M Wetzlar, während deren pompöser Einweihung der 16 Millionen Euro teuren Mittelhessen-Arena. «Wer nicht hüpft, der ist aus Wetzlar», riefen die Spieler und sprangen im Kreis. «Es ist so schade, dass diese Mannschaft nicht zusammenbleibt», kommentierte der mitfeiernde, aber verletzte Wallauer Jan Immel, der wohl erst im April wieder eingesetzt werden kann. Der 29-Jährige schreibt die Erfolgsserie von 12:2 Punkten in den finanziell sorgenvollen Zeiten allein dem tollen Teamgeist zu.
Unter dem Dach der Arena konnte es Martin Schwalb kaum fassen. «Haben wir das schon wieder gewonnen», fragte der Wallauer Trainer die heimischen Pressevertreter ungläubig. «Ich brech’ zusammen». Nach dem umkämpften Derby, das ein «paar Prozentpunkte über der normalen Härte» von den Abwehrreihen geführt worden sei, interessierte aber vielmehr, ob sich der 41-Jährige nach 15 Jahren einer weiteren Runde in Wallau stellt. «Die Entscheidung ist so schwer, ich muss wenigstens wissen, wie viel Geld die SG für die nächste Saison zur Verfügung hat», meinte Schwalb. Gesellschafter-Sprecher Ralf Jahnke hat nach einem weiteren Gespräch mit seinem Wunschkandidaten eine zeitnahe Entscheidung gefordert. Dem möchte «Schwalbe» in diesen Tagen nachkommen. Normalerweise dürfte er bei seinem Ex-Club TuSEM Essen unterschreiben, von dem ihm ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegt. Normalerweise. Doch der TuSEM hat ebenfalls finanzielle Sorgen. Auf eine große Summe des Hauptsponsors, der griechischen Entwicklungsgesellschaft «Weinerplan Hellas» (die Firma plante einige Projekte für Olympia in Athen), wird fieberhaft gewartet. Wenn das Geld fließt, dürfte Schwalbs Wechsel besiegelt sein.
Das klingt doch sehr danach, als ob die Zeichen bei Schwalb auf Abschied stehen. Und gerüchteweise will er Djodjic als TW zu Essen mitnehmen für einen letzten Vertrag, besonders da Essen noch einen TW braucht. Wer würde dann noch in Wallau bleiben?
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Ich fand die Übertragung im HR auch recht gelungen. Ich weiß das der Reporter Marcus Augustin selbst aktiver Handballer ist und bis mind. Oberliga gespielt hat. Beim Kommentator Florian Nass bin ich mir nicht so sicher und Werner Damm ist halt HR-Urgestein. Wenn jetzt noch die Quoten stimmen (hat jemand Zahlen) kann mit drei Vereinen in Hessen (Wallau, Wetzlar, G´wallstadt) sicher mehr gemacht werden.
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Ich habe 3 Vorschläge, mit denen einem SR die Arbeit erleichtert würde:
1. Zuschauer sollen Spielszenen erstmal in Echtzeit sehen und eine Entscheidung treffen. So nach dem Motto "Jetzt kommt eine knifflige Szene, was meinen sie ?". Wenn der Zuschauer dann spontan auf Foul entscheidet, aber sich die Szene als Schwalbe erweist (oder umgekehrt), bekommt der Zuschauer mehr Gefühl für die Probleme der SR. Durch viele Zeitlupen scheint alles immer so klar, aber man sollte den Leuten mal die reale Perspektive liefern. Also mehr Echtzeit statt 5 Zeitlupen aus allen Perspektiven, die ein SR nicht haben kann. Und vom Videobeweis halte ich nichts. Denn im Sport gilt "gleiches Recht für alle" und warum soll es in der BuLi einen Videobeweis geben, aber in der Kreisliga nicht? Nur weil die Medien das fordern??? Dann aber auch mit der Konsequenz: Sperre für jede Schwalbe und Schauspielerei. Und ist im TV wirklich alles immer eindeutig?
2. Kritik an SR ist ok, so lange sie sachlich bleibt und sich an nachvollziehbaren Szenen festmachen lässt. SR sind nicht unfehlbar, genausowenig wie Trainer, Spieler oder Manager. Aber wird dem SR "Schiebung" unterstellt oder zu Gewalt aufgerufen oder provoziert, muss von Seiten der Verbände (DFB, UEFA, FIFA) ein Zeichen gesetzt werden und konsequent bestraft werden (vor allem lange Sperren, keine Geldstrafen, die zahlt der Verein aus der Portokasse).
3. Gute Leistungen der SR müssen besser hervorgehoben werden. Lest doch mal die Kritiken über SR oder vergleicht die Durchschnittsnoten der SR mit denen der Spieler. Ich empfinde die Noten immer als extrem schlecht, anscheinend sind unsere SR deutlich schlechter als die Spieler. Aber in fast allen Beiträgen scheinen selbst die schlechtesten Spiele noch "großer Sport" gewesen zu sein und eine Fehlentscheidung des SR ist immer spielentscheidend. Hier muss mehr Objektivität in den Medien einkehren. Das Image der SR muss sich vom "Depp der Nation" in ein "unverzichtbarer Bestandteil des Spiels" wandeln. Hier sind auch vernünftige Imagekampagnen gefordert, mit Spielern, Trainern und Managern als Werbeträgern, die mal ein (Freundschafts-)Spiel pfeifen und von den Erfahrungen berichten.
Wer hat sonst noch gute Ideen, wie man SR besser darstellen kann. Denn eins ist klar. Wenn einer der weltbesten SR aufhört, weil er bedroht wird, ist der Punkt erreicht, an dem gehandelt werden muss.
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Wiesbadener Kurier:Termin-Rätselraten mit einem Handballtrainer
Martin Schwalb will sich "zeitnah entscheiden"
Vom 14.03.2005
Von Henning KunzMartin Schwalb wird ständig gefragt, was er nun gedenkt zu tun. Wie und wo sich sein Leben nach dem 30. Juni 2005 abspielen wird. Der Handballtrainer sagt dann meistens, er wisse es selbst nicht, und wenn er dazu diesen unschuldigen, etwas treudoof ausschauenden Hundeblick auflegt, die Achseln bis über beide Ohren hochschraubt, nimmt man ihm die Ahnungslosigkeit glatt ab. Obwohl es Mitte März ist, mit dem 28:27 (16:16) der SG Wallau/Massenheim im gestrigen Hessenderby bei der HSG D/M Wetzlar vor 4544 Zuschauer in der neuen Mittelhessen-Arena mehr als zwei Drittel der aktuellen Spielzeit absolviert sind, und die Grobplanungen der meisten Handball-Bundesligisten für die kommende Saison normalerweise abgeschlossen sein dürften.
Was ist normal?
Schwalb, 41, hat sich noch nicht zu einer Entscheidung bekannt, ob er bei der SG bleibt, längerfristig den Übungsleiter und Sportdirektor in Personalunion gibt, oder den Verein wechselt. Schwalb sagt: "Och, Leute, bitte. Lasst mir ein bisschen Zeit." Im Sportlerjargon heißt das: Macht halb lang. Er wisse, dass es schwierig sei, wenn es sich so lang hinziehe. Dabei dürfe man nicht vergessen: "Es sind gerade mal ein paar Stunden seit der letzten Pressekonferenz vergangen" (Schwalb am Freitag). In der wurde angedeutet, dass die SG wohl gerettet ist. Er werde jedoch einen Teufel tun und sofort nachziehen, sagt Schwalb, der außerdem viel lieber über die ausgesprochen gute Rückrundenbilanz sprechen würde. Sechs Mal hat die SG in der zweiten Halbserie gewonnen, einmal verloren - gegen den SC Magdeburg (3.). Allerdings wird das Team, das zu den besten der Rückrunde gehört, in der nächsten Spielzeit anders aussehen. Vier Abgänge (Immel, Grimm, Behrends, Tiedtke) stehen fest, Nenad Perunicic erzielte beim 29:26 gegen Wilhelmshaven seine vorerst letzten drei Bundesliga-Heimspieltore vor seinem Trip nach Katar. Und es erscheint nicht unwahrscheinlich, dass der Ausverkauf fortgesetzt wird. Auf der Skala der begehrten Wallauer dürfte Dominik Klein ganz oben liegen. Der 21 Jahre alte Linksaußen ist seit Wochen der beständigste und beste Werfer, gehört zu den Tempogegenstoß-Spezialisten der Liga. "Der Junge", sagt Heiko Grimm, "hat eine Riesenzukunft vor sich." Bis 2007 läuft sein Vertrag. Ob er bleibt? "Versprechen kann ich nichts", sagt Klein.Nichts versprechen, nichts sagen wird sein Trainer. Er werde zeitnah eine Entscheidung fällen, erwähnt Martin Schwalb - und muss sofort erklären, was er mit zeitnah meint. "Zeitnah heißt für mich, dass wir keinen Termin rausgeben und auch keinen konkreten Termin haben. Da könnten noch ein paar Tagen dazwischen kommen, eine oder zwei Wochen." Pause. "Ihr wollt einen Termin, ich gebe euch keinen. Und wenn ihr Ostern hören wollt, dann sage ich Weihnachten." Kurzer Einwand: "Der andere Klub, von dem du einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen hast, muss ja geduldig sein." Schwalbs Konter: "Ja, so ein Kreisligist..." Er lässt sich nichts entlocken.
Die Führungsriege weiß, dass dieser Mann, der bislang in 238 Bundesligaspiele bei der SG die sportliche Verantwortung getragen hat, unverzichtbar ist. Nach dem Weggang von Immel ist Schwalb neben Keeper Djordjic, dessen Zukunft auch ungeklärt ist, die letzte Identifikationsfigur. Gesellschafter Ralf Jahncke bemüht sich zusehends um die Gunst des Trainers, hat nach stundenlangen Gesprächen festgestellt: "Wir liegen voll auf einer Wellenlänge." Fragt sich, wie lange noch.
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Tja, und beim Hessischen Rundfunk wird gespart und bei den Namen werden einfach irgendwelche aus dem Archiv geholt. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass der Gesellschaftssprecher der SG Wallau-Massenheim (Ralf Jahncke) auf einmal zu Ralf Jancker wurde.
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Aus dem Wiesbadener Tagblatt:
Wallau will Vertrauen zurückgewinnen
Von Volker Eckhardt
Vom 12.03.2005
So viele Fernseh-Kameras und Reporter wie bei der Verkündung des Sanierungs-Erfolges hätte der Handball-Bundesligist SG Wallau/Massenheim auch gern bei seinen Spielen. Wäre dort das Medien-Interesse größer, wäre gewiss auch die Zahl der mittelgroßen Sponsoren stattlicher. Fast alle Bundesligisten haben drei, vier potente Förderer, die pro Jahr um die 200000 Euro auf den Tisch blättern. Bei den Wallauern ist "Der Club", dessen Mitglieder mindestens 5000 Euro für Sitzschale und Vip-Raum-Dinner bezahlen, der Hauptsponsor. Damit alle in angemessenem Rahmen tafeln können, ist die SG auf die Höchster Ballsporthalle angewiesen. In der Rüsselsheimer Köbel-Halle ist dafür kein Raum, so dass die SG-Macher durchaus in der Klemme sitzen, wissen sie doch, dass die Stimmungswogen in der engen Köbel-Halle weitaus höher schlagen können. Die Partie gegen Hamburg lieferte gerade erst den Beweis. Ob ein Vip-Zelt vor der Halle bei Hitze und Kälte den Ansprüchen genügt, können die Wallauer bei den Bundesliga-Fußballern von Mainz 05 in Erfahrung bringen. Dort mussten die Vips in der Umbau-Phase des Bruchweg-Stadions sogar durch den Matsch marschieren.Der Schleier über die vergangenen Sonntag geführten Verhandlungen mit dem fristlos entlassenen Geschäftsführer Bülent Aksen und Gesellschafter Volkmar Rohr konnte noch nicht vollends gelüftet werden, da ein weiterer Kontakt zu den handelnden Gesellschaftern nicht herzustellen war. Aksens und Rohrs Potsdamer Rechtsberater Dieter Graefe teilte jedoch mit, die SG könne getrost davon ausgehen, dass sowohl der Vermarktungs-Vertrag als auch der Pokalrechte-Kontrakt nichtig sind. Die Original-Verträge sind bisher nicht aufgetaucht. Es ist nicht mal sicher, ob sie sowohl von Rohr als auch von der SG unterschrieben worden sind.
Ralf Jahncke, der Sprecher der Gesellschafter und Sanierungs-Koordinator, war über die Entwicklung des Wallauer Freundeskreises sehr erfreut, auch weil die Grabenkämpfe offenkundig der Vergangenheit angehören.
"Wir rudern alle indie gleiche Richtung"
Zwar wollen die Mitglieder dieser Runde namentlich nicht genannt werden, doch die von ihnen zusammengekratzten 130000 Euro könnnen sich sehen lassen. "Wir sitzen nicht nur in einem Boot, sondern rudern auch in die gleiche Richtung", stellt Jahncke überaus zufrieden fest.
Sorgen macht der SG noch das Finanzamt Hofheim, weil es die ausstehende Lohnsteuer-Forderung in Höhe von 232000 Euro per InsolvenzAntrag an das Amtsgericht Frankfurt weitergeleitet hat und die Wallauer nun zusehen müssen, dass dieser Antrag auf gar keinen Fall vollstreckt wird, wären doch sonst alle Bemühungen umsonst gewesen. Ralf Jahncke hat bereits angekündigt: "Dann packe ich meine Sachen und gehe nach Hause." Gesellschafter Timm Reichold, für die Pflege alter und die Gewinnung neuer Sponsoren zuständig, denkt keinen Deut anders. Die Spielbetriebs-Gesellschafter und ihre Mitstreiter haben einen Zahlungsplan vorgelegt und einen seriösen Sanierungskurs eingeschlagen, dennoch wittert Jahncke Gefahr: "Wenn das Fianzamt die 232000 Euro auf einen Schlag will, kann alles aus sein. Das Verhalten und die Sprache des Finanzamtes machen mich unsicher." Er sollte aber auch Verständnis dafür aufbringen, dass sich das Finanzamt eine Unzahl von Anträgen Not leidender Unternehmen und viele Gerichtsverfahren einhandelt, wenn es Wallau nachgibt.
Stefan Kretzschmarerfreut die Fans
Jahncke lässt aufgrund der zusammengetragen Zahlen keinen Zweifel daran, dass der DHB den Wallauern die Lizenz für die nächste Bundesliga-Saison erteilt. Andreas Rastner, Marcus Rominger, Joachim Venino, Marc Gramm und Hendrik Ziegler haben ein 17-seitiges Papier entwickelt, das einen Weg aufzeigt, den man einschlagen kann, um verlorenes Vertrauen bei Zuschauern und Sponsoren möglichst rasch zurückzugewinnen. Darin ist auch die teilweise Nutzung der Rüsselsheimer Köbel-Halle enthalten. Der Stadt Frankfurt, die die Höchster Ballsporthalle derzeit kostenlos zur Verfügung stellt, will die SG jedoch auf gar keinen Fall in den Rücken fallen, zumal nur in der Ballsporthalle genügend Raum vorhanden ist, um die Vip-Mitglieder auf ihre Kosten kommen zu lassen. Um dies zu erreichen, hat für das Benefizspiel gegen den THW Kiel am 20. März der Magdeburger Stefan Kretzschmar zugesagt, kräftig Autogramme zu schreiben.
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Frag doch mal einen Spieler, wo er beim 7-Meter hinwirft, wenn er unbedingt treffen muss. Fast alle werden dann am Kopf vorbeiwerfen. Beim 7-Meter-Werfen gegen Spanien bei Olympia war das so, und jeder akzeptiert das. Und wenn das mal daneben geht...
Ist das dann clever vom Spieler oder unsportlich ?
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Meiner Meinung nach ist das Verhalten vom TVG ok, denn bei Grimm war es nahe liegend, es kommt ja von da und Immel wollte wegen seines Lehrerjobs in der Gegend bleiben, da bleiben nur Kronau, Wetzlar und Großwallstadt übrig. Und ich hätte gern den Aufschrei gehört, wenn die Spieler nach Kiel gewechselt wären, so nach dem Motto "Ah, deswegen das Benefizspiel".
Die Rettung glaube ich erst, wenn es in der nächsten Saison weitergeht. Schließlich sind in den nächsten Monaten noch einige Schulden mehr zu tilgen, war nicht von insgesamt 1 Mio die Rede, dann ist erst die Hälfte gepackt. Vom Geld kommt mal wieder ein Großteil von den Gesellschaftern, also nicht durch Sponsoren und mehr Zuschauern. Und ob der neue Etat von 1,8 Mio dann durch Zuschauer und Sponsoren gedeckt wird ???
Achso, hier die tägliche Presseschau aus der Region:
ZitatAlles anzeigenWiesbadener Tagblatt:
Die ganze Handball-Region atmet auf
Wallau/Massenheim hat sich selbst geholfen und beantragt Lizenz für nächste SaisonVom 11.03.2005
Der Handball-Bundesligist SG Wallau/Massenheim ist aus dem Schneider. Aber nach Tiedtke wechseln auch Immel und Grimm zu Großwallstadt, Behrends nach Wilhelmshaven. Perunicic wird nach Arabien ausgeliehen. Die Lizenz für die nächste Saison wurde beantragt.
Von Volker EckhardtDie Gesellschafter-Versammlung der Wallauer Spielbetriebs-GmbH hat die mit Volkmar Rohr vereinbarte Kapitalerhöhung um 400000 Euro aufgehoben und den ehrenamtlich tätigen Finanz-Geschäftsführer Rohr von seinen Aufgaben entbunden. Als neuer Geschäftsführer wurde Volker Haase eingesetzt, die Gesellschafter Marc Gramm und Daniel Deckers wurden zu Prokuristen bestellt. Gesellschafter Volkmar Rohr will zudem weiterhin mithelfen, "den Bundesliga-Handball in der Region zu erhalten."
Mit dem Wallauer Freundeskreis führten Team-Sprecher Marcus Rominger und Marc Gramm Gespräche. Aus dieser Runde kamen immerhin stolze 130000 Euro. Die Personalkosten konnten um 250000, Forderungen der Gläubiger um 70000 Euro gesenkt werden. Insgesamt sind Einsparungen von 370000 Euro zu erwarten. Sieben neue Sponsorenverträge bringen 165000 Euro in die Kasse, die ersten 1000 Lizenzgeber-T-Shirts brachten 15000 Euro ein. Bis Montag sind 350000 Einnahmen zu erwarten. "Die sind nicht alle schriftlich fixiert, aber fest zugesagt", hegt Gesellschafter-Sprecher Ralf Jahncke keinerlei Zweifel an der Seriosität der Vereinbarungen. 250000 Euro bringen die Gesellschafter zusätzlich auf. Aus der Werbung wird mit weiteren 250000 Euro gerechnet, auch wenn noch kein Großsponsor aufgetaucht ist. Die erwartete Einnahmeerhöhung beträgt 880000 Euro. Bis nächsten Freitag wird eine Liquidität von 532000 Euro benötigt. Davon sind 430000 schon gesichert. Die Dezember-Gehälter für die Spieler sind vollständig bezahlt, die Feinplanung, um große und kleine Gläubiger mit 17 Vollstreckungsbescheiden sowie das Personal zu befriedigen, ist angelaufen.
Zum 30. September stellten die Wirtschaftsprüfer 606000 Euro Verlust fest, der sich nach dem Sanierungskurs auf 150000 verringern soll. Ralf Jahncke erwartet noch Zuflüsse von 280000 Euro aus Zuschauer- und Sponsoren-Einnahmen, so dass mit den insgesamt 870000 Einnahmen das laufende Ergebnis als auch die die 606000 auf Null zu stellen ist und sogar noch ein Teil der Alt-Lasten zurückgefahren werden kann.
Sorgen macht der SG allerdings noch das Finanzamt Hofheim. Trotz der Unterstützung der Wiesbadener Rechts- und Wirtschaftsberater Xander und Prof. Bauer ließ die Finanzbehörde nicht mit sich reden. Jahncke: " Ich habe kein Verständnis dafür, dass das Finanzamt sich nicht seiner Sorgfaltspflicht erinnert hat, um ein Unternehmen zu erhalten, weil es sonst gar nix mehr kriegt. Das Finanzamt hat die 232000 Euro hohe Lohnsteuer-Forderung per Insolvenzantrag ans Amtsgericht Frankfurt weitergeleitet." Nun kommt es darauf an, dass das Amtsgericht diesen Antrag nicht vollstreckt. Jahncke hat angeboten, umgehend 82000 Euro und dann drei Monatsraten von je 50000 Euro folgen zu lassen, erkennt aber auch: "Wenn das Finanzamt die 232000 Euro auf einen Schlag kassieren will, kann es die Sanierung zu Fall bringen."
Jahncke will, dass Schwalbweiter an Bord bleibt
Für Ralf Jahncke steht fest: "Die SG ist gerettet, wenn alle ihre Zusagen einhalten. Dann kriegen wir auch die Lizenz für die nächste Runde." Der Etat für die kommende Saison - in den Lizenz-Unterlagen hat die SG sowohl die Ballsporthalle als auch die Rüsselsheimer Köbel-Halle angegeben - beträgt 1,5 bis 1,6 Millionen. Da die abgehenden Spieler nicht gerade die billigsten waren, bleibt den Wallauern sogar noch Luft, den verbleibenden Kader auf 14 Spieler aufzustocken. "Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft haben, die sich in der Bundesliga sehen lassen kann", prophezeit Ralf Jahncke. Trainer Martin Schwalb schränkt ein: "Es wird keine Truppe sein, die die Sterne vom Himmel holt, aber wenn sie zusammensteht und kämpft, muss sie mit der Abstiegszone nichts tun haben."
Ob Schwalb den unterschriftsreifen Vertrag aus Essen gegenzeichnet oder Jahncke es auch noch schafft, Martin Schwalb als Trainer und künftigen Sportdirektor an Bord zu halten, wird sich in den nächsten Tagen weisen. Der Coach stellt seine Person nicht in den Mittelpunkt: "Wichtig ist, dass das SG-Schiff kein Leck mehr hat. Unwichtig ist, wie dann die Besatzung aussieht und ob der Trainer Schwalb heißt oder nicht." Ralf Jahncke intervenierte sofort: "Das sehe ich anders, aber zunächst musste Martin Schwalb ja mal wissen, dass er in Wallau einen Arbeitgeber hat, den es nächste Saison auch noch gibt. Jetzt weiß er es und hat Planungssicherheit." Der SG fehlt sie aber noch.
ZitatAlles anzeigenWiesbadener Kurier
Europameister Immel wird zum Berufspendler
Auch Grimm wechselt nach Großwallstadt/Behrends künftig beim heutigen Wallau-Gegner WilhelmshavenVom 11.03.2005
hku. Gut zwei Stunden seines Arbeitstages wird Jan-Olaf Immel in den nächsten zwei (optional drei) Jahren auf der Autobahn verbringen. Auf der A3, zwischen dem Wiesbadener Kreuz und Aschaffenburg-West, um genau zu sein.
Der 28 Jahre alte Handball-Europameister aus Wiesbaden mischt sich ab Juli unter die Berufspendler. 74 Kilometer muss er bis zu seinem neuen Arbeitsplatz zurücklegen. Immel spielt in der kommenden Bundesliga-Spielzeit gemeinsam mit seinen Wallauer Kollegen Jens Tiedtke und Heiko Grimm für den TV Großwallstadt.
Es sei gewiss keine leichte Entscheidung gewesen, sagt Immel, wenn nicht sogar die schwierigste seiner Laufbahn. Ein innerer Kampf habe sich in seinem Kopf abgespielt, weil er nicht wusste, was er tun soll. Der Nationalspieler hatte in der Vergangenheit einige Angebote (darunter Kiel und Lemgo) ausgeschlagen, ist stets der SG Wallau/Massenheim treu geblieben. Immel hängt an diesem Klub. "Irgendwann", sagt er, "ist auch mal der Zeitpunkt für eine Veränderung. Ich wollte was Neues machen, gerade weil ich nie etwas Neues gemacht habe." 1996 kam Immel vom TuS Dotzheim nach Wallau. Anfang dieser Woche hat er bis 2007 (plus Option für ein weiteres Jahr) beim TVG unterschrieben. Familienmensch Immel wählte gemeinsam mit Ehefrau Sabine die Ideallösung: Einen Klub mit solidem Management und sportlicher Perspektive, der in der nächsten Saison einen einstelligen Rang anstrebt und von Wiesbaden in einer Stunde zu erreichen ist. Der gewährleistet, dass er seinen Job in der Elly-Heuss-Schule geregelt kriegt. Immel: "Ich will´s einfach mal versuchen."
Heiko Grimm wollte nach sieben Jahren in Großwallstadt auch etwas Neues versuchen. Er wählte Wallau. Und fuhr Achterbahn. "Es macht Bock, in dieser geilen Mannschaft zu spielen". Gleichwohl hat er es satt, ständig um sein Geld zu betteln, von einem "katastrophalen Management" vertröstet und belogen zu werden. "Ich bereue den Wechsel nicht", sagt der Nationalspieler, "so eine schwere Zeit prägt auch fürs Leben." Demnächst spielt sich dieses wieder in Mainfranken ab, 30 Kilometer von seiner Heimat Kirchzell entfernt. Am Dienstag einigte sich Grimm mit TVG-Vorstandschef Ballmann, der vor vier Wochen erstmals angefragt hat, auf einen Kontrakt bis 2008. "Die Halle ist voll, da tut sich was, die Entwicklung hat mich beeindruckt", betont Grimm, "und selbst in schweren Zeiten hast du zuverlässig dein Gehalt bekommen." Außerdem: "Es wäre doch naiv zu sagen, ab jetzt wird es in Wallau nie mehr Probleme geben."
Jan-Henrik Behrends wechselt nach Rundenende zum heutigen Gegner Wilhelmshaven. Nenad Perunicic wird vom 1.April bis 30. Juni nach Katar ausgeliehen, in dieser Phase nicht auf der Gehaltsliste stehen. Darüber hinaus liegt dem ehemaligen Weltstar ein Angebot für ein längeres Engagement in Doha vor. Vielleicht hat auch "Peru" Lust auf eine - zugegeben etwas krassere - Veränderung.
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Wiesbadener Kurier
Wallau klärt die Zukunftsfrage
Ende oder Fortsetzung - heute fällt beim Bundesligisten die EntscheidungVom 10.03.2005
Die Führungsriege von Handball-Bundesligist SG Wallau/Massenheim meldet sich heute um 11 Uhr zu Wort, um die Z-Frage zu klären. Die Frage nach der Zukunft. Im Grunde kann es nur zwei Antworten geben. Zwei Extreme: Der Laden wird dicht gemacht. Oder es geht irgendwie weiter.
Von Henning Kunz
Wenn am Tag der Entscheidung alles nach Plan läuft, liest sich die Geschichte so: Um 11 Uhr wird Ralf Jahncke im Sportlerheim des TV Wallau Platz nehmen und seine Zuhörer mit aktuellen Zahlen, Fakten, Ergebnissen füttern. Hat er das erledigt, wird der Gesellschafter-Vertreter der Spielbetriebs-GmbH eine Entscheidung verkünden. Die beiden Varianten: "Das war´s" oder "Wir machen weiter". Mehr Alternativen bieten sich der SG Wallau/Massenheim nicht.
Heute müssen die Unterlagen für die Bundesliga-Lizenz 2005/06 bei der Ligaleitung in Dortmund eintreffen, bis zum Montag müssen 545000 Euro Schulden getilgt werden, um die Insolvenz zu verhindern. Marcus Rominger, der Sprecher des Wallauer Bundesliga-Handballteams, geht davon aus: "Wenn einer sich hinsetzt und was sagt, dann müsste er einen Plan haben, wie es bis zum 30. Juni und über den 1. Juli hinaus weitergeht." Aber: "Es darf ja nicht nur weitergehen - es muss mit Hirn und Verstand weitergehen." Rominger ist gespannt, was an diesem Tag verkündet wird. Eine Prognose wagt er nicht abzugeben ("Wenn ich Wahrsager wäre, würde ich pünktlich mein Gehalt kriegen"). Er persönlich erwartet "Absichtserklärungen, die allerdings mit Leben gefüllt werden müssen".
Marcus Rominger kann eine gewisse Anspannung vor dem Tag X nicht leugnen. Mitspieler Jan-Olaf Immel sagt: "Das ist schwierig, das ist alles so traurig. Wenn man neun Jahre in einem Verein spielt und der könnte von heute auf morgen geschlossen werden, dann braucht das seine Zeit, um so etwas zu verarbeiten." Aber man könne momentan nichts tun, außer abwarten, was passiert. Heiko Grimm und Jan-Henrik Behrends sind vorher lieber auf Nummer sicher gegangen, haben ihre Verträge gekündigt. Den Beiden könne man nicht böse sein, findet Trainer Martin Schwalb, sie wollten eine bereinigte Situation und das sei ihr gutes Recht.
Die Nachricht als solche könne einen Wallauer ohnehin nicht mehr vom Hocker hauen. Sie sind längst unsanft auf dem knallharten Boden der Tatsachen aufgekommen. Und das unruhige Gefühl sei seit Wochen ein steter Begleiter, sagt der Trainer. "Du sitzt fünf Minuten in der Kabine und dann kommst du automatisch wieder auf das Thema." Schon rückt das nächste Spiel in weite Ferne, obwohl es in 48 Stunden angepfiffen wird. Die Konzentration, weiß Schwalb, leide enorm. Dass Wilhelmshaven morgen (19.30 Uhr) in der Ballsporthalle vorbeischaut - absolute Nebensache. Die Wallauer sind mit anderen Baustellen beschäftigt. Davon gibt es unzählige.
Dazu gehört das Verhältnis der verantwortlichen Leute der Spielbetriebs-GmbH zum umstrittenen Gesellschafter Volkmar Rohr, ohne dessen finanzielle Unterstützung die SG wohl verloren ist. Rohr sollte sich gestern erklären. Jahncke hatte ihn am Vortag an die 30 Mal angerufen, ohne den Gesellschafter ans Telefon zu kriegen. Jahncke hat vermutlich bei Rohr gar nichts erreicht, anders ist sein knappes Statement ("Mehr dazu Donnerstag, 11 Uhr) nicht zu deuten. Seit Tagen lassen die Verantwortlichen die Öffentlichkeit rätseln.
Die Zeit läuft ab, von Optimismus keine Spur. "Ich war guter Hoffnung bis zum Heimspiel gegen Nettelstedt", sagt Marcus Rominger. Bis er die nur zur Hälfte gefüllten Ränge der Ballsporthalle sah. "Es hätten schon ein paar mehr Leute über ihren Schatten springen können. Man kann das auch so deuten, dass die Region nicht 100-prozentig hinter der Mannschaft steht. Ich weiß nicht, wer nun noch kommen und Geld locker machen soll."
Auf das "Retterkonto" seien etwas mehr als 10000 Euro überwiesen worden, berichtet Pressesprecher Hendrik Ziegler. Täglich melden sich neue "Retter". Eintracht-Legende Karl-Heinz Körbel ("Es wäre schlimm, wenn solch ein Traditionsverein von der Bildfläche verschwinden würde") versucht die Anhänger des Fußball-Zweitligisten für einen Besuch in der Ballsporthalle zu begeistern. Die Skyliners und die Galaxy haben sich der Aktion angeschlossen. Wer im Trikot seines Lieblingsvereins kommt, zahlt sieben Euro.
Die Stunden werden heruntergezählt. Die Entscheidung naht. "Das zerrt gehörig an den Nerven", sagt Immel. Schlaflose Nächte seien keine Seltenheit. Trainer Martin Schwalb hat seine ganz eigene Methode entwickelt, wie er die Schlaflosigkeit besiegt. "Erst schaue ich mir die Bayern an, dann gehe ich ins Bett und lese ein gutes Buch." 1200 Seiten habe der Wälzer und es sei bereits sein dritter in diesem Jahr. "Ich kämpfe mich durch und irgendwann nicke ich ein." Und am nächsten Tag wird er schlauer sein.
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Aus meiner Sicht kann niemand Zeitz Absicht unterstellen. Aber er verkauft sich öfters unglücklich und aus meiner Sicht kann ein Bundesligaspieler in einer solchen Situation etwas anderes machen, als mit voller Kraft so zu werfen.
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Hamburg (sid) Handball-Bundesligist HSV Hamburg hat Torhüter
Henning Wiechers vom deutschen Rekordmeister VfL Gummersbach
verpflichtet. Der 30-Jährige unterschrieb bei den Hanseaten einen
Vertrag bis zum 30. Juni 2007 und soll den schwedischen
Nationalkeeper Tomas Svensson ersetzen, der den Klub zum Ende der
laufenden Spielzeit verlässt. Wiechers bestritt bisher 18
Länderspiele für Deutschland. -
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Aus dem Wiesbadener Tagblatt:
Zwei Spieler haben gekündigt
Wallauer Grimm und Behrends ziehen Konsequenz / Finanzamt blocktVom 09.03.2005
Gesellschafter und Freunde der SG Wallau/Massenheim arbeiten fieberhaft hinter den Kulissen, um bis Donnerstag zu retten, was zu retten ist. Kostensenkung und Einnahmeverbesserung heißt die Parole. Gleichzeitig gilt es jedoch auch, die Spieler bei der Stange zu halten.
VonVolker Eckhardt
Ralf Jahncke, im Finanz-Chaos Sprecher der Wallauer Spielbetriebs-, Vermarktungs- und Sanierungs-GmbH, hat von Anfang an niemandem Sand in die Augen gestreut und darauf verwiesen, dass nicht alle Spieler zu halten sind, so denn die Existenz des Teams in der Handball-Bundesliga überhaupt gesichert werden kann. Trotz tiefgreifender Krise und ausstehender Gehaltszahlungen hält die Mannschaft zusammen wie Pech und Schwefel. Trainer Martin Schwalb zieht vor ihr den Hut. Dies ändert aber nichts daran, dass jeder einzelne Spieler für sich entscheiden muss, wie es weitergeht. Team-Sprecher Marcus Rominger lässt keinen Zweifel daran, dass das Bündnis auf Zeit spätestens zum Saisonschluss endet, falls die SG so lange durchhält. Danach ist jeder seines Glückes Schmied.
Auf der anderen Seite ist der SG Wallau/Massenheim klar, dass sie nicht alle Hochkaräter halten kann, selbst wenn diese mit ihrem Salär dem Arbeitgeber entgegenkommen. Man will mit den Spielern, die unbedingt an Bord bleiben sollen, auf einen Nenner kommen. Derzeit haben aber Verhandlungen mit Sponsoren und Gläubigern Vorrang.
Spielerberater Wolfgang Gütschow (Pirmasens) vertritt die Interessen von Heiko Grimm, Jan-Henrik Behrends, Einar-Örn Jonsson, Jan-Olaf Immel, Igor Lavrov und Jens Tiedtke, dessen Wechsel nach Großwallstadt bereits ausgemachte Sache ist. Gekündigt haben ihren Kontrakt jetzt Grimm und Behrends, deren Verträge zwar bis 2006 laufen, die aber wie alle Akteure reichlich Gründe für eine außerordentliche Kündigung haben. Gehaltsrückstand ist darunter der gewichtigste. Grimm liegen konkrete Angebote aus der Bundesliga vor, bei Behrends und Jonsson haben Vereine angefragt. Lavrov fühlt sich wohl in Wallau und will bleiben, Immel wird mit Großwallstadt und Kronau/Östringen in Verbindung gebracht. Eigentlich ist "Eike", wie sie ihn im Ländchen rufen, eng mit der SG verbunden. Zudem, hat er eine Lehrerstelle an der Wiesbadener Elly-Heuss-Schule und plant, in Delkenheim Wohneigentum zu erwerben. Nachdem Ex-Geschäftsführer Bülent Aksen die Option gezogen und Immels Vertrag ein Jahr früher als geplant aufgekündigt hat, fühlte sich der Dotzheimer nicht gerade wohlwollend behandelt. Zumal er in den vergangenen Jahren lukrative Angebote der Bundesliga-Konkurrenz ausgeschlagen hat und stets bereit war, als einziger Spieler aus der Region für Wallau sein letztes Hemd zu geben. Seine Enttäuschung ist groß, so dass es niemanden wundern darf, wenn er mit Großwallstadt handelseinig würde.
Ob Grimm und Behrends ihre Verträge jetzt vorsichtshalber gekündigt haben, um dann letztlich doch zu bleiben, wenn die SG aus dem Gröbsten raus ist, bleibt abzuwarten. Spielerberater Wolfgang Gütschow will zu Vertragsgesprächen und Vertragsinhalten keine Stellung nehmen, bis bei der SG die Fronten geklärt sind. Für den Fall, dass die Wallauer finanziell in letzter Sekunde noch die Kurve kriegen, dann aber vielleicht keine Mannschaft mehr haben, beruhigt Gütschow die Gemüter: "Es ist kein Problem, ein Team zusammenzustellen. Der Spielermarkt ist voll."
Dem Finanzamt Hofheim schuldet die SG nicht mehr 292000, sondern nur noch 230000 Euro Lohnsteuer, weil vor zwei Monaten bereits 60000 Euro gezahlt worden waren. Auf ein Stillhalte-Abkommen hat sich das Finanzamt in der gestrigen Verhandlung nicht eingelassen. "Wir haben trotz bestem Rechtsbeistand nichts erreicht, denn das Finanzamt hat nicht mit sich reden lassen, sondern den Vorgang ans Amtsgericht weitergereicht", ist Ralf Jahncke enttäuscht über die unnachgiebige Haltung des Hofheimer Fiskus.
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Gut, hier hat wohl der SR Pulchinger sich falsch verhalten, aber er steht dafür ein und bittet um Entschuldigung. Ich kenne Martin von vielen SR-Sitzungen und halte ihn für absolut in der Lage, das Spiel neutral und souverän zu leiten, egal welcher Verein spielt. Aus meiner Sicht ist immer mehr der Trend zu erkennen, die Gründe für Punktverluste an externen Faktoren festzumachen, z. B Schiedsrichter, aber auch Anwurfzeit, Harzverbot (in der RL),... Hier werden die SR selbst nach einem Sieg niedergeschrieben, obwohl sie in den Situationen im Spiel bestimmt nach bestem Wissen und Gewissen entschieden haben. Das Mittelalter mit dem Pranger auf dem Marktplatz lässt grüßen...
Erstaunlicherweise steht in den Berichten aus SGL-nahen Zeitungen nichts über den Löhr-Vorfall, aber es wird gefragt, ob der letzte Freiwurf regulär ausgeführt wurde oder ob der Schütze sich nicht bewegt hat, also abgesprungen oder übergetreten ist. Da hier die SR auch nicht so gut wegkommen, scheinen sie zumindest neutral gewesen zu sein, aber hatten wohl nicht den besten Tag. Aber damit ist die Sache auch irgendwann erledigt, welcher Spieler wird nach einem wichtigen Fehlwurf noch tagelang durch die Presse gejagt und nach wie vielen roten Karten wird die "Cleverness" der Spieler gelobt, anstatt sie deswegen zu Sperren, weil hier nicht das "Fair Play" siegt. Also, gleiches Recht für alle.
Anbei zwei Zeitungsberichte aus anderer Sicht:
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Lampertheimer Zeitung:Schritt gemacht oder nicht gemacht?
2. Handball-Bundesliga: Bei Kronaus Sieg gegen Leutershausen müssen Sicherheitskräfte die Referees schützenVom 07.03.2005
ws. EPPELHEIM Mit dem letzten Wurf ist der SG Kronau/Östringen ein weiterer Rückschlag im Aufstiegsrennen der zweiten Handball-Bundesliga der Männer erspart geblieben. Die Mannschaft von Trainer Rolf Bechtold siegte am Samstag in Eppelheim im Derby vor 2500 Zuschauern gegen die SG Leutershausen mit 34:33. Der Siegtreffer von Youngster Uwe Gensheimer per Freiwurf wurde mit dem allerletzten Wurf erzielt, als die Uhr schon abgelaufen war. Lediglich den Freiwurf ließen die ganz schwachen Schiedsrichter Knapp/Puchinger (Birke-nau / Fürth/Odw.) noch ausführen. Anschließend mussten gar Sicherheitskräfte die beiden Referees aus der Nachbarschaft schützen. Gleich beide Lager waren mit den Herren an den Pfeifen nicht zufrieden. Das Duo wirkte überfordert.Vor der Pause gab es beim Gast gleich lange Gesichter, denn Oliver Glock (3.) musste mit einem Riss der Patellasehne vom Feld. Für den 34-Jährigen dürfte die Laufbahn als Handballer damit beendet sein. Dennoch führten die Gäste mit 4:7 und später mit 9:11. Erst langsam kamen die Gastgeber auf Touren und hatten zur Pause knapp die Nase mit 15:13 vorn. Dank Uwe Gensheimer, Mariusz Jurasik und Grigoris Sanikis als Haupttorschützen führten die Hausherren dann (18:16, 24:22, 26:24, 28:26, 31:28 ) fast immer mit zwei Toren, doch mit dem 33:30 (57.) bahnte sich die Überraschung an. Denn Abwehrrecke Ahrens sah zwei Mal zwei Minuten, Leutershausen traf zum 33:33. Danach beging Philipp Schulz ein angebliches Stürmerfoul, so dass die Hausherren in Ballbesitz kamen. Den nutzte der erst 18 Jare alte Jugend-Europameister Uwe Gensheimer mit dem letzten Wurf des Abends zum Sieg. Ob der Freiwurf regulär oder mit einem Schritt ausgeführt worden war, darüber gingen die Meinungen weit auseinander. Nicht aber darüber, dass ein Remis gerechter gewesen wäre. Damit kommt die SG Kronau/Östringen dem TSV Bayer Dormagen (36:10) näher, denn die Rheinländer büßten durch ein Remis bei der SG Werratal einen Zähler ein. Mit 34:10 Punkten sind die Kronauer wieder im Rennen um Platz zwei dabei, zumal Dormagen am Freitag auf Friesenheim trifft. Sulc (SGL) und Uwe Gensheimer beim Sieger verdienten sich Bestnoten.
SG Kronau/Östringen: Kolpak, Hrafnkelsson; Gensheimer (10/5), Jurasik (7), Sanikis (7), Löhr (3), Bechtold (2), Werum (2), Meiser (1), Polifka (1), Hauk (1), Ahrens.
SG Leutershausen: Lenz/ Pfeiffer; Sulc (13/5), Zahn (5), Volk (5), Hrachovec (4), Wilbrandt (3), Schulz (2), Schmitt (1), Ober, Glock, Gunst.
Zeitstrafen: 16/12 Min. - Rote Karte: Ahrens (3 Zeitstrafen). - Siebenmeter: 5/5 - 5/5. Zuschauer: 2400 (zahlende)
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Echo-Online.de:Oliver Glock: Sehnenabriss
SG LEUTERSHAUSEN. Mehr als die 33:34 (13:15)-Niederlage im Derby bei der SG Kronau/Östringen, durch einen Freiwurf von Uwe Gensheimer nach dem Abpfiff per Freiwurf erzielt, schmerzte Handball-Zweitligist SG Leutershausen die frühe Verletzung von Kapitän Oliver Glock (3.), der nach einem Partellasehnenabriß wohl seine Laufbahn beenden muss.
Ein Remis wäre vor 2500 Zuschauern gerecht gewesen, aber Leutershausen, das in Überzahl ein 30:33 (58.) aufholte, vergab die Möglichkeit zum Siegtreffer, den dann der erst 18 Jahre alte Uwe Gensheimer warf. Dabei machte dieser aus SGL-Sicht ohl einen Schritt zuviel, was die Schiedsrichter Matthias Knapp/Martin Puchinger (Birkenau/ Fürth) übersahen. Vor der Pause war der Gast bis zum 11:9 mehrfach vorne, während im zweiten Abschnitt der Bundesligaabsteiger fast immer führte.SG Leutershausen: Lenz, Pfeiffer (Tor); Sulc (13/5), Zahn (5), Volk (5), Hrachovec (4), Wilbrandt (3), Schulz (2), Schmitt (1), Glock, Ober, Gunst
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SG W/M am Scheideweg
Rückkehr nach Rüsselsheim oder InsolvenzVom 08.03.2005
WALLAU (jo) - Von einem "Friedensgipfel" konnte kaum die Rede sein. Am Sonntagnachmittag trafen sich in einem Frankfurter Hotel die beiden "Parteien" des finanziell am Abgrund stehenden Handball-Bundesligisten SG Wallau/Massenheim. Gegenseitige Schuldzuweisungen bestimmten vor dem Treff die Szene. Nach dem stundenlangen Warten gab es von beiden Seiten nur den Kommentar: "Keinen Kommentar, wir haben absolutes Stillschweigen vereinbart". Immerhin ein Fortschritt gegenüber den letzten Tagen, als man sich sogar via Fernsehen eine regelrechte Schlammschlacht geliefert hatte. Auf der einen Seite wiederholten dabei Ralf Jahncke, Sprecher der SG-Gesellschafter und seine Mitstreiter Tim Reichold sowie Marc Gramm, die Vorwürfe gegen das "Geschäftsgebaren" des entlassenen Managers Bülent Aksen und von Hauptgesellschafter (?) Volkmar Rohr. Primär Aksen steht offensichtlich mit dem Rücken zur Wand, wirkte am Sonntagmorgen merklich angeschlagen. "Ich fühle mich total falsch dargestellt, fürchte nach diesen unberechtigten Negativ-Schlagzeilen um meine berufliche Zukunft. Da werden von einem Bodo Ströhmann Hasstiraden gegen mich ausgeschüttet, der will mich praktisch des Landes verweisen. Dabei hat doch der Ehrenpräsident nach meinen Recherchen eine nicht unerhebliche Schuldenlast von über einer Million Euro vor einigen Jahren hinterlassen, an denen die SG noch heute zu knappern hat".Unabhängig von dem erst einmal auf Eis gelegten "Grabenkrieg" gehen die Rettungsversuche für den zuletzt sportlich auftrumpfenden zweifachen Deutschen Meister (23:21-Punkte, mit Chancen auf einen Europacupplatz) weiter. "Wer die Aufholjagd gegen Nettelstedt am Freitagabend gesehen hat, kann diese Mannschaft einfach nicht streben lassen. Die Jungs haben seit Monaten kein Geld mehr gesehen und holen trotzdem in 25 Minuten einen Acht-Tore-Rückstand auf", sprach SG-Coach Martin Schwalb von dem für die Außendarstellung der Panther "wichtigste Sieg in der Vereinsgeschichte."
Bisher konnte der Schuldenstand "nur" auf 400000 Euro gesenkt werden, außerdem hat der THW Kiel die Zusage mit einem noch verstärkten Team zu einem Benefizspiel am 20. März in der Höchster Ballsporthalle gegeben.
Der "alte Leitwolf" Bodo Ströhmann, von Aksen als der eigentliche Schuldenmacher hingestellt, befand sich am Freitag unter den von mehreren Seiten bestätigten 2800 Zuschauern. "Wir sind für jeden Euro dankbar, der für die SG gespendet wird", meinte Jahncke, der sich von einer Mitschuld im "Falle Aksen" nicht freisprechen kann und will. "Natürlich hätten wir unsere Kontrollfunktion als Gesellschafter eher wahrnehmen müssen, Herrn Aksen nicht so lange gewähren lassen dürfen", meinte Jahncke., der den Spielern für die nächsten Tage die Auszahlung des Dezember-Gehaltes ankündigte.
Der von der Insolvenz bedrohte Verein aus dem Main-Taunus-Kreis hat wenigstens Zeit gewonnen. Bis vor kurzem war von zwei Wochen Meldefrist für eine eventuelle Insolvenzanmeldung die Rede, nach der neuen Rechtsprechung wurde dieser Rahmen auf drei Wochen erweitert. Stichtag für die SG ist nun der 14. März, nun können wenigstens die Gespräche mit dem Finanzamt Hofheim am morgigen Dienstag geführt werden. Alleine dort stehen die Panther mit 292000 Euro in der Kreide". Für den Mittwoch hat Jahncke eine Pressekonferenz angekündigt, zumindest die beiden nächsten Bundesligaspiele zuhause gegen den HV Wilhelmshaven (Freitag, 19.30 Uhr) und zwei Tage später das Hessenderby in Wetzlar gehen mit Sicherheit über die Bühne. Sollte die ganze Rettungsaktion nicht klappen, werden die eingezahlten Spenden je zur Hälfte an die SG-Amateurabteilung und an die Kinderkrebsstation der Uni Frankfurt weitergeleitet. Für den Fall der Insolvenz gäbe es wenigstens ein Trostpflaster für die Panther, die in der drittklassigen Regionalliga spielende zweite Mannschaft würde die Rolle der Profis übernehmen. Vielleicht sogar in der zweiten Liga, falls der DHB-Verband die Panther die Erstliga-Saison zu Ende spielen lassen würde und die Panther danach freiwillig in die Zweitklassigkeit zurückkehren. Die Rückkehr in die Rüsselsheimer Walter-Köbel-Halle wird inzwischen von den verschiedenen SG-Lagern, unabhängig von der zukünftigen Ligenzugehörigkeit, favorisiert. Wenigstens hier herrscht Einigkeit, sogar Volkmar Rohr hat sich für die Opelstadt ausgesprochen und bereits erfolgreich nach einer "Möglichkeit für die Unterbringung der VIP's" umgesehen. Noch hofft man auf den Erhalt des Erstligastandortes, wenn auch mit einem laut Jahncke "deutlich eingeschränkten Etat" von höchstens 1,5 Millionen (bisher rund 2,2 Millionen) Euro.
ZitatAlles anzeigenAlle Reizfiguren ziehen jetzt an einem Strang
Am Donnerstag weiß Wallau, ob es weitergehtVom 08.03.2005
(V.E.) "Bis Donnerstag um 11 Uhr weiß ich definitiv, ob und wie es bei uns weitergeht." Ralf Jahncke, Gesellschafter-Sprecher des Handball-Bundesligisten SG Wallau/Massenheim, sieht Licht im Tunnel, auch wenn er darüber enttäuscht ist, dass sich die Aufbruchstimmung im Spiel gegen Nettelstedt nicht in satten Zuschauerzahlen niedergeschlagen hat. "Am Freitag gegen Wilhelmshaven dürfen es ruhig mehr sein, die Flagge zeigen und uns den Rücken stärken."Am Donnerstag will die Handball-Liga die Unterlagen zur Lizenzerteilung für die neue Saison haben. Da sind unterschriebene Sponsoren-Verträge gefragt. Fristverlängerung ist aufgrund der misslichen Wallauer Lage nicht ausgeschlossen. Die will die SG auch mit dem Finanzamt Hofheim erreichen, steht sie doch dort mit 292000 Euro in der Kreide. "Lohnsteuer ist eigentlich nicht stundbar und nicht verhandelbar, aber das Mindeste, was wir brauchen, ist ein Stillhalte-Abkommen", weiß Ralf Jahncke um die Verhandlungs-Schwierigkeiten mit den Finanzbehörden, die aber die Leistungsfähigkeit eines Schuldners erhalten müssen, weil sie sonst gar kein Geld mehr von ihm sehen.
Gesellschafter Marc Gramm ist im Gespräch mit Bodo Ströhmann und Harald Scholl, den Weichenstellern früherer Tage, keineswegs auf eisiges Schweigen gestoßen. Wer Scholl und Ströhmann kennt, weiß, das beiden das Herz blutet. Und auch Ralf Jahncke, mit dem sich beide überworfen hatten, ist guten Mutes: "Ich habe den Eindruck, dass alle an einem Strang ziehen. Da geht es nicht mehr um Befindlichkeiten und Reizfiguren, sondern nur noch um die Rettung der SG. Das ist eine schöne Entwicklung, die mich sehr freut, denn es geht vorwärts."
Zugeknöpft gibt sich die SG immer noch über das Sonntags-Gespräch mit Volkmar Rohr und Bülent Aksen, weil man kein Porzellan zerschlagen und die Kuh möglichst elegant vom Eis bringen will.
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Gehütet wie ein Staatsgeheimnis
Wallauer lassen Öffentlichkeit nach Rohr-Gespräch im Dunkeln tappenVom 07.03.2005
Kein Wort, keine Aussage, Stillschweigen. Darauf haben sich die Gesellschafter der SG Wallau/Massenheim geeinigt. Das Gespräch mit Gesellschafter Volkmar Rohr hat gestern stattgefunden, über Inhalte wollen jene, die vor kurzem noch Klarheit verlangt haben, nicht reden.
Von Henning Kunz
Manchmal kommen sich die verantwortlichen Menschen bei der SG Wallau/Massenheim in diesen Tagen vor wie in einem Hochwassermeldezentrum. Fast stündlich werden die verantwortlichen Leute des Handball-Bundesligisten nach einer neuen Wasserstandsmeldung gefragt. So ist das, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht. Doch wie hoch steht es wirklich und was tut sich, um den Pegel zu senken?
Ertrunken sind sie offenbar noch nicht, obwohl es gestern schier unmöglich war, einen der Gesellschafter der Spielbetriebs-GmbH zu erreichen. Ihr Vertreter, Ralf Jahncke, drückte den Anrufer bei mehreren Versuchen dezent weg. Der Kollege Timm Reichold hatte zunächst die Mailbox an, dann das Telefon ausgeschaltet. Marc Gramm, der Dritte im Bunde, nahm das Gespräch an, gab sich jedoch, angesprochen auf das am Nachmittag in einem Frankfurter Hotel geplante Treffen mit dem umstrittenen Gesellschafter Volkmar Rohr, auffällig wortkarg: "Nur so viel sagen wir heute dazu: Kein Kommentar."
Das war nicht viel und hätte auch ein Zeichen dafür sein können, dass das Gespräch mit Rohr möglicherweise gescheitert ist, vielleicht gar erst nicht zustande gekommen ist. Verwunderlich, dass die SG-Gesellschafter die Öffentlichkeit im Dunkeln tappen lassen, obwohl Jahncke in der vergangenen Woche noch ausdrücklich betont hatte, "dass Klarheit uns wichtig ist". Nun aber hüten sie das Gespräch mit Rohr wie ein Staatsgeheimnis.
Knallharte, realistische und ehrliche Fakten schätzt der Trainer. "Alles muss auf den Tisch", sagt Martin Schwalb, "wir reden von tollen Ansätzen, davon dass alles toll wird und nachher wird nichts daraus." Und: "Nur von Wasserstandsmeldungen überlebt man nicht." Gewiss nicht. Bis Montag, 14. März, müssen 545000 Euro beschafft werden. Bei der Kostensenkung verkündete Jahncke nach dem Bundesligaspiel gegen Nettelstedt (34:32) Fortschritte. Das Einsparziel (350000 Euro) werde wohl übertroffen, prognostizierte Jahncke. Die Spieler bestätigten derweil, dass ein Teil der Dezember-Gehälter mittlerweile überwiesen worden sei. Etwa die Hälfte (Stand gestern). In Kürze jedoch stehen wieder drei Monatsgehälter aus.
Der Balanceakt am Abgrund geistert den Wallauer Handballspielern pausenlos durch die Köpfe. Es ist fast so, als habe jemand ihre Gefühle in eine Waschmaschine geworfen, in der sie kräftig durchgewirbelt werden. Und am Ende wissen sie nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Nach der sensationellen Aufholjagd gegen Nettelstedt stand Nationalspieler Heiko Grimm vor der Fernsehkamera und musste nach Worten ringen. Die Emotionen hatten ihn, der eigentlich nicht auf den Mund gefallen ist, umgehauen: "Das war ganz komisch - ich habe mich fast selbst nicht wiedererkannt." Nachdem er sich gesammelt hatte, brach die Freude über einen "emotionalen Sieg" vulkanartig aus ihm heraus. Für einen Augenblick hatte er die tonnenschwere Last der Krise abgelegt: "Das war richtig geil." Dasselbe, nur nebenbei bemerkt, dachten einige Spieler nicht über die Kulisse. Sie hatten sich schon ein paar mehr erhofft als die offiziell von Jahncke bestätigten 2800. Mehr als 3000 - das wäre ein Signal gewesen.
Gleichwohl gehen die Spieler davon aus, dass es nach dem 14. März weitergehen wird. Diese Zukunft soll nur an einem Ort gestaltet werden. Höchst oder Rüsselsheim, das ist die Standortfrage, zu der Gesellschafter Gramm sagt: "Wir planen nicht doppelgleisig, werden aber keinen gegeneinander ausspielen." Momentan dürfte die Ballsporthalle die besseren Karten besitzen. Die Stadt Frankfurt stellt den Wallauern die Spielstätte für das Benefizspiel gegen Kiel (20. März/15 Uhr) kostenlos zur Verfügung. Heißt: Die Wallauer können das Spiel selbstständig vermarkten.
Das mag eines von den unzähligen positiven Signalen sein, von denen die Gesellschafter sprechen. Konkreter werden die vorsichtigen Herren allerdings nicht. Aber die nächste Wasserstandsmeldung kommt bestimmt.
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Wallauer Wunder dauern für gewöhnlich länger
Von Volker EckhardtVom 05.03.2005
Bodo Ströhmann und Harald Scholl waren bis vor zwei Jahren Lenker und Antreiber der Wallau/Massenheimer Handballer. Sie verließen sich im operativen Geschäft auch stets auf die wechselnden Geschäftsführer der Spielbetriebs- und Vermarktungs-Gesellschaft des Bundesligisten, doch sie trauten dem Manager Bülent Aksen schon nach kurzer Bewährungszeit nicht über den Weg. Es kam zum großen Knall, Ströhmann und Scholl fühlten sich gedemütigt, beide kehrten mit blutendem Herzen der SG den Rücken. Weil das Vertrauensverhältnis stark gestört ist, fällt es ihnen jetzt naturgemäß enorm schwer, sich einen Ruck zu geben und den gegenwärtigen Steuermännern auf der Kommandobrücke mit Rat und Tat zur Seite zu springen.Bestärkt wurden sie in ihrer Aversion gegen Aksen durch die Skandale und Skandälchen, die in diesen schweren Tagen scheibchenweise ans Licht kommen. Angefangen hatte das Durcheinander mit der unbeachtet gebliebenen Nachricht des Deutschen Handball-Bundes, dass im Pokalspiel in Köndringen nur zwölf statt 14 Spieler eingesetzt werden dürfen. Der Pokal-Rattenschwanz vor den Handball-Gerichten ging zwar gut aus, doch Kopfschütteln wohin man auch blickte, dass einem Bundesligisten solch wichtige Vorschriften durch die Lappen gehen.
Nun machte mittlerweile Geschäftsstellen-Leiter Hendrik Ziegler, der genau wie Trainer Martin Schwalb lange Zeit auf Bülent Aksen Stein und Bein geschworen hatte, bekannt, dass der Geschäftsführer seinen Mitarbeitern verboten hatte, Briefe zu öffnen. 50 von ihnen blieben gar fest verschlossen bis zur fristlosen Kündigung Aksens. Was lag da näher, als danach zu forschen, ob auch die DHB-Botschaft noch ungeöffnet vor sich hin schlummerte. Dies war nicht der Fall, so dass wenigstens die Pokal-Pleite nicht auf dieses Konto gebucht werden musste.
Ein mehr als teurer Ausritt auf Schalke
Überhaupt nicht gebucht worden war der Ausritt einer Wallauer Delegation zum Bundesliga-Hit in der Schalke-Arena zwischen Lemgo und Kiel zu Saisonbeginn. Die bestellten Tickets kosteten 795 Euro, doch bezahlt wurden sie nie, obwohl die Mitfahrer den Preis entrichtet hatten. Nicht schlecht staunte daher Gesellschafter-Sprecher Ralf Jahncke, als bei den Aufräumungsarbeiten in der Geschäftsstelle festgestellt wurde, dass die Forderung für die Eintrittskarten inklusive aller Vollstreckungskosten bis auf 1600 Euro nach oben geschnellt war.
Was Wunder, dass angesichts solcher "Kleinigkeiten" auch die Endsummen nicht gestimmt haben, die Bülent Aksen seinen Gesellschaftern meldete, zumal er auch der Buchhalterin zuletzt den Einblick in die Bilanz verwehrte. So lag der von Aksen ausgewiesene Verlust am 30. Juni 2004 nicht bei 180000, sondern, wie jetzt errechnet worden ist, bei satten 592000 Euro. Die Miesen sanken dann zwar bis zum 31. Dezember 2004 leicht auf 584000 Euro, Aksen hatte seinen Arbeitgebern aber ein ausgeglichenes Ergebnis gemeldet. Da fällt manch einer schon mal leicht vom Stuhl. Mit einem Aufschrei verbunden war solch ein Sturz in dieser Woche, als in der Geschäftsstelle plötzlich der Vertrag vom 8. Februar über die verscherbelten Pokalrechte der SG an die Lebensgefährtin des Haupt-Gesellschafters Volkmar Rohr entdeckt worden war. Bis zum Jahr 2008 sollten dafür 120000 Euro fällig werden, obwohl die SG allein in der Saison 2002/2003 mit 121840 Euro schon mehr Pokal-Einnahmen hatte. Da verschlug es allen die Sprache. An Bülent Aksen lässt seitdem niemand mehr ein gutes Haar, zumal er bereits zwei Abmahnungen mit der Androhung der fristlosen Kündigung Ende letzten Jahres über sich ergehen lassen musste. Und da wussten die Gesellschafter noch nichts von dem dicken Ende, das jetzt mit der drohenden Insolvenz vor der Tür steht. Aksen musste es wissen, es sei denn, er leidet an Realitätsverlust, was ihm aus seinem bisherigen Umfeld durch die Bank bescheinigt wird. Nur so ist auch zu erklären, dass er sich gemeinsam mit Volkmar Rohr noch vor die Fernsehkameras traut, um seine Position zu rechtfertigen und den jetzt in der Klemme sitzenden Gesellschaftern vorwirft, sie hätten die "Revolution" ausgerufen.
Der Rubel muss bis 14. März rollen
Die so genannten Revolutionäre kamen mit ihren Spürnasen dem Manager auf die Schliche. Von einer ordentlichen Geschäftsführung war schon lange keine Rede mehr, auch nicht davon, weshalb die hohen Schulden überhaupt aufgelaufen sind. Dafür um so mehr von neuen Struktur-Maßnahmen. Doch von Strukturen allein kann niemand leben, wenn kein Geld in die Kasse kommt.
Der Blick zurück bringt jetzt nichts mehr. Bis zum 14. März muss der Rubel gerollt sein, wenn nicht das Ende aller SG-Tage erreicht sein soll. Das einzige, worüber man sich im Wallauer Lager am Donnerstag freute, war die Nachricht dieser Zeitung, dass nicht schon am 7. März, sondern erst eine Woche später der Gong schlägt. Eine Änderung des Insolvenz-Rechts macht´s möglich. Vielleicht schaffen es die Gesellschafter und die ganze SG-Familie bis dahin, doch noch zu überleben. Wunder dauern zwar für gewöhnlich länger, doch die Hoffnung stirbt zuletzt.
ZitatAlles anzeigenFans lassen Wallau im Stich
Nur dürftige 1900 Zuschauer erleben gegen Nettelstedt 34:32-SiegVom 05.03.2005
Die Region reagierte nicht, das Signal blieb aus, 3200 Sitze unbesetzt. Nur 1900 Menschen wollten das Handball-Bundesligaspiel der SG Wallau/Massenheim gegen Nettelstedt sehen. Der Rest verpasste eine spektakuläre Aufholjagd mit unglaublichem Ende - 34:32 (10:23).
Von Henning Kunz
Ob und wie viel Überwindung ihn die Rückkehr gekostet hat, ist Bodo Ströhmann nicht zu entlocken. Er ist anwesend, das zählt. Ströhmann gibt im Eingangsbereich das Ein-Mann-Empfangskomitee. Er begrüßt die Gäste, scherzt und schüttelt Hände. Zu wenige Hände. 1900 sind gekommen, weit weniger als erhofft. Trister Alltag, dazu passt die sportliche Vorstellung der SG in der zweiten Halbzeit gegen die "graue Maus" Nettelstedt so gar nicht. Ein Acht-Tore-Rückstand wird aufgeholt.
Trotzdem ist den Verantwortlichen die Enttäuschung anzumerken. Größte Zweifel. Auch Verzweiflung? Gesellschafter Marc Gramm sagt: "Wenn jetzt schon keiner kommt, liegt den Leuten wohl nichts daran."
Immerhin ist Ströhmann gekommen. Der Ehrenpräsident im Tiefschlaf, wie sich die Wallauer Instutition selbst bezeichnet, hat sich aufgerafft, setzt erstmals nach einem Jahr wieder einen Fuß in die Ballsporthalle. Im Schlepptau: Sein Spezi Harald Scholl, ohne dessen Unterstützung die SG vor Jahren in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht wäre.
Geld werden die beiden diesmal nicht locker machen. Ströhmann sagt, er wolle sich anders engagieren, und betont: "Nicht ich möchte im Rampenlicht stehen, sondern die Mannschaft, die so viel Charakter hat wie noch nie." Gramm erwähnt, beflügelt durch die Nachricht, dass die 1000 ",Lizenzgeber"-Shirts fast vergriffen sind: "Die Hoffnung lebt." Und keiner weiß, woher das Martin-Schwalb-Team in der zweiten Halbzeit die Kraft holte, nachdem es zuvor so niedergeschlagen gewirkt hatte. So, als raubte ihm jeder leere Sitz die Kraft. Die Aufholjagd war erstaunlich. Erste Führung nach 56 Minuten durch Dominik Klein. Und die gaben sie nicht mehr her.
Letzte Nachricht: Ralf Jahncke, Vertreter der Gesellschafter, trifft sich am Samstag um 15 Uhr mit Gesellschafter Volkmar Rohr. Das bestätigte Rohrs Anwalt Dieter Graefe.
SG Wallau/Massenheim: Djordjic, Rominger (n.e.); Klein (8/1), Makowka, Perunicic (3), Tiedtke (3), Jonsson (2), Grimm (6), Lawrow (6/4), Behrends (4), Rastner (2).
TuS Nettelstedt-Lübbecke: Fazekas; Grote, Fölser (4), Hammarstrand, van Olphen (6), Bertow (1), Kubes (1), Hermann (6), Hartmann (3), Sprem (4/2), Schröder (7/4).
Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ost-Fildern/Denkendorf).- Zeitstrafen: 8:4 Minuten.- Siebenmeter: 7/5:6/4.- Zuschauer: 1900.- Spielfilm: 2:4, 7:5, 7:7, 8:10, 13:16, 13:20 - 16:24, 19:25, 23:25, 25:26, 27:28, 29:30, 29:32, 30:32, 32:32, 34:32