Zum Spiel FAG - HSG Wetzlar selbst ist ja eigentlich schon alles gesagt.
Noch vier Ergänzungen im Umfeld:
Wetzlar ist das Spiel kampfbetont angegangen, aus deren Situation heraus verständlich und nachvollziehbar. Was sich aber ein Caillat über weite Strecken geleistet hat war gelinde gesagt traurig. Ein beeindruckender Spieler der diesen Stil eigentlich nicht nötig haben sollte. Die Fouls waren teilweise rotverdächtig, mehr will ich nicht sagen, denn ich habe kein Video, dafür aber eine Vereinsbrille.
Es gab eine Aktion zwischen Golic und Struck, die heute auch in der Göppinger Presse Erwähnung findet. Danach habe Golic mit einem Schlag ins Gesicht von Struck diesen zu Fall gebracht, Struck hatte eine offene Wunde, die sofort mit acht Stichen genäht wurde. Nach Aussage eines Fans, der direkt am Geschehen saß, war es aber keine Absicht oder Aktion von Golic, vielmehr ist Struck hinter Golic durch und über dessen Beine gestolpert.
Sehr positiv viel mir dei SR-Leistung auf. Ich bin bestimmt kein Fan der beiden Damen, aber die Leistung am Samstag war souverän. Sie haben Wetzlar die Grenzen eines kampfbetonten Spiels gezeigt ohne das Spiel, bzw. die Taktiken kaputt zu machen. Die Linie war klar erkennbar und konsequent. Einzelne fragwürdige Aktionen sind nebensächlich und hake ich unter "Vereinsbrille" und fehlender Übersicht meinerseits ab. Solche SR-Leistungen würde ich gern öfter sehen.
Und zum guten Schluß noch der Bericht aus der heutigen Stuttgarter Zeitung, auch sehr informativ:
ZitatAlles anzeigenOriginal aus der Stuttgarter Zeitung vom 09.05.2005
Aufwärts mit Frisch Auf
Der Handballtrainer Petkovic bleibt in Göppingen - bangt aber weiter mit seinem Exklub Wetzlar
GÖPPINGEN. Die Göppinger Bundesliga-Handballer haben Wetzlar mit 32:29 besiegt. Was noch wichtiger ist: sie haben Planungssicherheit gewonnen. Velimir Petkovic hat seinen Vertrag bis 2008 verlängert - und auch das Team für die nächsten Jahre steht schon.
Von Jonas Friedrich
Die Darbietung nach der Darbietung ist den Göppingern gelungen. Im obligatorischen Pressegespräch nach dem Spiel war eigentlich schon alles gesagt, da legte Göppingens Finanzmanager Gerd Hofele dem Trainer Velimir Petkovic ein mehrseitiges Schreiben auf den Tisch - und einen silbernen Tintenfüller dazu. Der Handballtrainer Velimir Petkovic grinste verlegen in die Runde und schraubte schön langsam und bedeutungsschwanger den Deckel vom Füller. Ein gekonnter Schwung unters Vertragswerk - und schwupp - waren sie besiegelt, die nächsten Jahre beim Göppinger Handballklub.
Aufwärts mit Frisch Auf: Velimir Petkovic setzt also fort, womit er vor knapp einem Jahr begonnen hat. Sein bisheriger Zweijahresvertrag ist nichtig, von nun gilt der frisch unterschriebene bis 2008. "Wir sind überglücklich, mit diesem Mann weiterarbeiten zu können", sagte Göppingens Manager Andreas Schweickert, der stolz war auf das Erreichte und stolz auf seine gelungene Inszenierung. Die Vertragsverlängerung vor Publikum passte dramaturgisch bestens zum vorangegangenen 32:29-Heimsieg - und ein bisschen sarkastisch war sie auch noch. Denn während Petkovic elegant den Füller führte, saß keine zwei Meter entfernt das Elend: Rainer Dotzauer, Manager der HSG Wetzlar, und der Trainer Holger Schneider. Mit kläglichen 19 Punkten kämpft die HSG ums Überleben, es droht die Relegation, und der Trainer Schneider ist augenscheinlich am Ende.
Zuerst hatten sich die Gäste eine sportliche Niederlage abgeholt - das 32:29 war keine Göppinger Galavorstellung, aber trotzdem eine klare Angelegenheit - und hinterher gab"s die moralische. Velimir Petkovic war jahrelang Mister Wetzlar, er hat den Verein unter widrigen Umständen in der Liga gehalten. Jetzt ist Petkovic Mister Frisch Auf - und dem Exklub geht es dreckig. Noch vor wenigen Tagen hatte der HSG-Manager Dotzauer versucht, seinen alten Trainer wieder für sich zu gewinnen. Vergeblich, wie er spätestens am Samstagabend erfuhr.
Für Velimir Petkovic wiederum war die Geschichte am Samstagabend doch sehr heikel und vielleicht sogar ein Stück weit unangenehm. Sein Gemütszustand jedenfalls war eher wolkig als heiter. "So richtig freuen kann ich mich nicht", bekannte der 48-jährige Trainer. Schon während des Spiels war der Coach für seine Verhältnisse erstaunlich emotionslos am Spielfeldrand gestanden.
"Für mich war das eine sehr schwere Partie", sagte Velimir Petkovic, denn jetzt muss Wetzlar wahrscheinlich in die Relegation. Die Pleite bei Frisch Auf könnte der HSG womöglich den Rest geben. Die Ironie der Geschichte: vor gut einem Jahr ging es Petkovic schon mal so, nur anders herum. Damals hätte er mit den Wetzlarern den Göppingern den letzten Rest geben können, das inzwischen schon zur Legende gewordene Spiel endete damals unentschieden.
Doch Vergangenheit hin, Wetzlar her: die Zukunft des Göppinger Traditionsklubs ist seit Samstag beschlossene Sache. Velimir Petkovic will versuchen, den Aufwärtstrend fortzusetzen und mit Frisch Auf in der nächsten Saison weiter nach vorne zu stoßen. Die Mannschaft dafür steht schon. Göppingen hat den serbischen Nationalspieler Nikola Manojlovic verpflichtet. "Er ist auf der Mittelposition mindestens so stark wie Michael Kraus, damit sind wir gerüstet", sagt Velimir Petkovic. Marc Amargant dagegen wird Göppingen verlassen, und der Rechtsaußen Matthias Struck will sich in Kürze entscheiden, ob er ein weiteres Jahr bleibt.