21.12.2006 - Daniel Narcisse spielt in diesem Jahr nicht mehr
Auch über die Festtage wird in der Handball-Bundesliga der Ball nicht ruhen. Drei Mal spielt der VfL bis zum Jahresende noch um Punkte, bevor für die Nationalspieler nach Sylvester der Countdown der Weltmeisterschaft mit den üblichen Vorbereitungslehrgängen eingeläutet wird. Drei Tage nach dem dramatischen und Kräfte zehrenden Kölnarena-Hit gegen den HSV Hamburg geht es in der Eugen-Haas-Halle am Samstag weiter mit dem Duell gegen GWD Minden (18.30 Uhr). An diesem Tag und in den beiden restlichen Auswärtsspielen bei der HSG Düsseldorf (27.12.) und Eintracht Hildesheim (30.12.) werden die Gummersbacher wie schon zuletzt bei HBW Balingen-Weilstetten Daniel Narcisse nicht einsetzen. Der französische Weltklassespieler muss den Bruch eines kleinen Zehs auskurieren.
GWD Minden zählt in der laufenden wie in der letzten Saison zu den Mannschaften, die in der unteren Tabellenhälfte nur um den Klassenerhalt kämpfen. Die Ostwestfalen, die auch wegen der bescheidenen finanziellen Ausstattung in diese Kategorie der Eliteliga fallen, hatten in den letzten Monaten zudem mit massiven personellen Problemen zu kämpfen. Drei Leistungsträger fielen mit schweren Verletzungen aus: Dimitri Kuzilev (Innenbandriss), der inzwischen der Rekord-Bundesligaspieler des Klubs ist, Spielmacher Snorri Gudjonsson (Knie) und vor allem der Haupttorschütze Arne Niemeyer, der wegen eines Knochenschwunds am MIttelfuß erst am 3. Dezember sein erstes Saisonspiel machte. So rückte zum Beispiel Stefan Just, der 2005 von Post Schwerin gekommen war, als Kreisläufer in den Rückraum. Trainer Richrad Ratka stehen elf Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung, vier Neuzugänge mussten integriert werden. Der Bosnier Mirza Cehajik hat jetzt das Vertrauen im linken Rückraum, der Tscheche Jiri Hynek soll vor allem die Abwehr stabilisieren und Einar Örn Jonsson auf Rechtsaußen Tore werfen. Der Isländer, der vom spanischen Club CBM Torrevieja verpflichtet wurde, ist mit seinen 120 Länderspielen der erfahrenste Akteur im Team, dann folgt mit seinen internationalen Berufungen sein Landsmann Snorri Gudjonsson (69 LS). Aushängeschild der Mindener ist noch immer die intensive Nachwuchsarbeit, die immer wieder Spieler aus der Region in die Bundesliga führte. Aktuell kommen fünf Spieler aus der Talentschmiede, die zuletzt im Jahr 2000 die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft und 2003 die Finalteilnahme ermöglichte.
Alfred Gislason (VfL Gummersbach):
Ich habe mich nach einem Gespräch mit Daniel Narcisse am Donnerstagmorgen entschlossen, auf ihn in den restlichen drei Spielen definitiv zu verzichten. Daniel hat sich lange genug für die Mannschaft gequält und uns vor allem in den beiden Champions-League-Spielen gegen Moskau sehr geholfen. Er hat die letzten Wochen nach seinem Zehbruch nicht mehr trainieren können, das machte sich jetzt auch am Bein bemerkbar. Ich habe Verständnis dafür, dass Daniel Angst um sein Knie hat, denn er hatte schon mal einen Kreuzbandriss. Er braucht jetzt mindestens zwei Wochen absolute Ruhe zur Regeneration, erst danach wird sich wohl entscheiden, ob ihn sein Nationaltrainer für die WM noch nominiert.
Quelle: vfl-gummersbach.de