Beiträge von BigRick

    Variante 3:
    Lieber EIgentümer, ich bin aufgestiegen. Sobald die Halle Bundesligastandard hat, bin ich wieder da, solange spiele ich in XY.


    Leider ist das mein Abschied, da ich 120 km in eine völlig fremde Region ohne Bindung oder Handballinteresse ziehe und dadurch wirtschaftlich so eingehe, dass ich nach einer Saison in Insolvenz gehe.

    Es funktioniert einfach nicht überall, get used to it! Den ThSV will in Hessen keiner sehen, da man da sofort kündigt, wenn einer aus dem WAK ein Autohaus aufkauft (tatsächlich passiert), In Erfurt will den ThSV und der THC keiner sehen, weil dort nur Fussball, Eisschnelllauf und RIngelpietz gespielt wird, in Coburg will ihn keiner sehen, weil es da einen HSC gibt und in Sachsen.... verdammt, das Ding heisst Th SV: Thüringen, Rennsteiglied, beste Bratwurst der Liga. Warum will hier jeder einen Verein mit den wohl reisefreudigsten und treuesten Fans der 2. HBL wegverpflanzen, nur um einer schlecht umgesetzten Sport1 Vorgabe genüge zu tun?

    Wenn ich mal zwei Situationen gegenüber stelle:

    1. Verein 2. Liga, guter Kader aber 1 unter 7: "Achtung, ich könnte aufsteigen! Lieber Eigentümer, baue die Halle aus, sonst kann ich mit viel Glück versuchen, erst ein Jahr später nochmal aufzusteigen..."

    oder

    2. Aufsteiger 1. Liga: "Ich bin jetzt oben, nächstes Jahr muss die Halle den Standard haben, sonst fliege ich wieder raus oder spiele halt woanders. Wenn ich weiß, dass Du investierst, lieber EIgentümer, dann kann ich mit den Sponsoren ganz anders reden. Willst Du Erstligahandball halten, oder nicht?"

    Wo wird ein vernünftiger Mensch eher investieren? Hinkt im Fall vom ThSV, weil Kommune und Land in anderen Sternsystemen unterwegs waren, aber das Jahr Übergangsfrist erscheint mir im Grunde sinnvoll.

    Mit dieser Argumentation kannst Du jede Halle eines Aufsteigers als eine für eine Übergangszeit taugliche 1.Liga Halle darstellen....dann kannst auch gleich sagen das jeder Aufsteiger 1 Saison in einer den Vorgaben nicht entsprechenden Halle spielen darf...


    Warum .....nicht?


    ...
    Aber Kronau und Östringen sind aber auch nicht in ihren Orten geblieben und haben rumgejammert, dass sie keine erstligataugliche Halle hatten (und immer noch nicht haben), sondern sie sind da hin gegangen, wo eine gebaut wurde. Sie sind auch nicht den bequemen Weg gegangen, denn Östringen und Kronau verbindet keine ausgeprägte Liebe mit Mannheim und zu Karlsruhe haben sie eine größere Affinität. Dort steht eine Messehalle (jetzt auch dm-arena), die man auch hätte nutzen können.

    Sie haben alte Zöpfe abgeschnitten, sind über ihren Schatten gesprungen und haben eine Spielgemeinschaft gegründet, haben einen konsequenten Schritt getan - und zwar in die Region Mannheim, die die besten Perspektiven für sie geboten hat.

    Ja, sie hatten auch Glück, dass die SAP-Arena (auch für sie) gebaut wurde - aber das wirst selbst du ihnen nicht vorwerfen wollen.
    Ja, die Situation in Eisenach ist anders - aber auch das kannst du keinem anderen Verein vorwerfen.

    Ich gönne jedem Verein das Glück, eine solche Situation wie in Monnem vorzufinden. Was ich mir wünsche ist, dass man nicht die ausgrenzt, die nicht das Glück hatten. Kronau und Östringen liegen keine 40 km von der SAP Arena entfernt. Glaube mir, die Strecke hätte der ThSV im Fluge genommen, man wäre noch im selben Kreis. Es war in Rede mit dem THC eine Halle zu bauen, auch das ist an der Politik gescheitert, weil dann die WAH leer stünde...

    Wenn ich Deinen Post falsch gedeutet habe, dann wünsche ich mir das sehr und reiche DIr gern die Hand. Aber aus 400 km Entfernung zu behaupten, man hätte in Eisenach die Hände in den Schoss gelegt, solltest Du lassen. Das entspricht einfach nicht der Wahrheit.

    Zitat von »BigRick«

    Die Liste könnte ich unendlich in die Länge ziehen...

    Ich habe ein Gegenbeispiel aus dem Osten von einer viel ärmeren Stadt als Eisenach, zwar eine andere Sportart, doch die Basketballer von Hagebau Weißenfels hatten die erste Bundesligasaison mit einer Ausnahmegenehmigung in der Sporthalle West (Kapazität 750 Zuschauer) absolviert. Dann musste der Verein in die Jahrhunderthalle nach Spergau umziehen. Die Stadt wollte sie - unter anderem aus Werbegründen - zurückhaben und stellte ihnen die neue Stadthalle hin, da passen bei Handballspielen 2500 Leute rein, doch dafür wurden alle bestehenden Paragraphen "good will" ausgereizt und Fördergelder aquiriert, wo eigentlich nichts ging. Frage mal TuSEM Essen zur Geschichte der Sporthalle am Hallo in Verbindung mit einer Fe.....hr. Die Voraussetzung für solche Geschichten ist immer das Miteinander und Geben und Nehmen in einer Stadt. Ich hatte es bereits an einer anderen Stelle geschrieben: Da fehlt mir der Glaube, dass die Verantwortlichen des ThSV Eisenach in dieser Beziehung immer das Richtige taten!


    Und das ist ein Gegenbeispiel weil? Hat Hagebau Weißenfels die Halle bezahlt? Verstehe den Punkt nicht. Eine 1.000 Seelen Gemeinde baut eine 2.000 Zuschauerhalle. Jawoll, daran sollte sich Eisenach unbedingt ein Bespiel nehmen. Das Ding wird so krachen gehen...

    Ihr habt keine Ahnung, wie das Miteinander ist. Da gibts ne Stadt, die seit 3 Jahren rosarot regiert ist und da gibts ein Land, was bis vor ein paar Monaten schwarz regiert war. DAS war die Verstimmung. Die Verantwortlichen konnten machen, was sie wollen. Der Treppenwitz ist, der Ramelow wird das Problem lösen und Präsi und Vizepräsi vom ThSV schäumen innerlich. Denn beide sind sowas von nichtrot, das könnt Ihr Euch nicht vorstellen.

    Das heißt also dass in Eisenach die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um Bundesliga in einer bundesligatauglichen Halle zu spielen, nicht vorhanden sind? Dann also nicht aufsteigen.

    Das ist genau der Punkt, es fehlt nur eine Kleinigkeit: Die Rahmenbedigungen werden nur deshalb unwirtschaftlich, weil die HBL eine nicht zum Tragen kommende und in der Konsequenz bereits ersetzte Voraussetzung dergestelt zum Problem macht, dass ein wirtschaftlich gesunder und sportlich qualifizierter Verein unwirtschaftlich wird.
    Im Ergebnis heißt dies, die HBL entscheidet mit Mehrheitsentscheid, welcher Verein wirtschaftlich gesund ist.

    Ein ganzes Bundesland? Erfurt müsste man doch mit relativ wenig Aufwand bundesligatauglich bekommen...


    Kennst Du Zahlen? Kannst Du wirklich ermessen, was es heißt, eine ganze Saison in einer Halle zu spielen, deren Konditionen der neue Messebetreiber nach Gutdünken festlegt, weil er nicht ganz zu unrecht einwirft, dass er nie eine Messe länger als 7 Tage planen kann, wenn eine Mannschaft das ganze Jahr dort spielen soll? Glaubst Du, die Verantwortlichen wären 60 km weiter nach Coburg gefahren, wenn Erfurt wirklich eine Alternative gewesen wäre? Das waren knallharte wirtschaftliche Gründe und die halten an. 17 Heimspiele in Erfurt und der Etat beträgt nicht mal 800.000 EUR. Das Todesurteil für den Verein. Ist das Euer Wunsch?

    Wenn du das "wirtschaftlich" streichst gehen wir vollkommen d'Accord. Es müssen Rahmenbedingungen erfüllt sein. Das sind sie hier nicht. Rimpar und Bittenfeld haben auch keine Bundesligatauglichen Hallen und stehen auch vor der Entscheidung, woanders zu spielen oder nicht Bundesliga zu spielen. Rimpar und Bittenfeld haben sich für die Bundesliga entschieden, Eisenach dagegen.

    Gegen was haben sich die Verantwortlichen entschieden? Sag mir genau, wogegen haben sie sich entschieden? Welche Wahl hatten sie? Es geht hier nur um zwei Varianten: Sich finanziell übernehmen und den Weg von Delitzsch, Dessau oder jetzt Großwallstadt zu gehen, oder eine Lösung zu Hause zu suchen. Es gibt und gab nie eine andere Wahl.

    Ich gehe stark davon aus, das Baden68 mit seinen Aussagen zu den Schulden von Eisenach und Thüringen darauf hinweisen will, dass diese sicherlich nicht einfach so eine neue Halle bauen oder die bestehende umbauen können.


    Ich hoffe es inständig. Aber wenn innerhalb von 3 Zeilen einfach mal eine ganze Region in Verbindung mit "da muss man mal was tun", "kann sich nicht nur auf den Arsch setzen", "rumheulen" und "alle anderen gemein, geizig und doof sind" denken. Nicht ohne im selben Post noch die teuren Preise in seiner ach so erfolgreichen Region darzulegen, weil man ja keine Ahnung hat, was das Leben kostet und froh sein soll...

    Ich habe ne ziemliche Ahnung, woher der Wind weht. Ich will diesen Scheiss nicht mehr hören. Keine Verallgemeinerung, keine Mauern im Kopf und vor allem keine Beurteilung die aus der Ferne nicht den Ansatz einer Realitätsnähe andeutet. Ich weiß sehr genau, dass die Verantwortlichen beim ThSV seit einem guten Jahrzehnt einen wahnsinnig erfolgreichen und hingebungsvollen Job leisten. Das lass ich von keinem besudeln!

    Faktencheck:

    Wieviel Geld haben die RNL für den Bau der SAP Arena ausgegeben?
    Wieviel Geld hat der VfL für den Bau seiner neuen Arena ausgegeben?
    Wieviel Geld haben die Füchse für den Bau ausgegeben?

    Die Liste könnte ich unendlich in die Länge ziehen. Kein Verein hat seine Halle bezahlt, außer Kiel könnte das auch keiner. Ist es der Wille, dass man mit zusätzlichen, teilweise strittigen Regeln entscheidet, ob ein ganzes Bundesland irgendwann mal Erstligahandball bieten darf?

    Und wo steht das von den zahlenden Zuschauern?

    Nicht in den Hallenstandards - da steht:

    Zu deinen restlichen "Argumenten": klar, dafür müsste man was tun. Ist eben schwieriger, als sich auf dem Arsch zu setzen und rumzuheulen, dass alle Regeln blöd, die HBL gemein, das Land (Entschuldigung: Freistaat) und die Stadt geizig und alle anderen sowieso doof sind.
    Eisenach hat 30 Millionen Schulden, Thüringen 18 Milliarden. Und einem nackten Mann ...

    Übrigens: ich würde mir auch gern ein Haus bauen. Das würde auch klappen, wenn mir mein Arbeitgeber deutlich mehr Gehalt und die Bank einen Kredit über 300.000€ zu 0% eff. Jahreszins gäbe (Raum Mannheim ist teuer!!!). Tun sie aber beide leider nicht. Jetzt könnte ich natürlich rumheulen, mich diskriminiert fühlen und es nach 2 Jahren nochmal probieren. Mache ich aber nicht - irgendwie hab ich das Gefühl, das wird auch dann nicht klappen.
    Das ist auch gut so, denn beide wären blöd, wenn sie es täten - mein Arbeitgeber, weil er mich bereits fair bezahlt und eine Bank, die mir für mein Vorhaben einen zinslosen Baukredit gibt, hat nicht alle Gurken im Glas!!!

    Lies nochmal, Zuschauer (ich nannte sie zahlende Zuschauer) beinhaltet nicht die, die beruflich da sind. Sonst macht die Regel keinen Sinn.

    Under der Rest: Was für ein arroganter Post. Ganz ehrlich, sowas von unterster Schublade, ... :pillepalle:

    Was willst Du sagen? Die Thüringer sind faul, bettelarm und können nix? Sprich doch Deine Vorurteile klar aus! Laß es raus, Du Gewinner! Bevor Du Dich vertuhst:

    Präsident: aus Hessen
    Vizepräsident: aus Nordrhein-Westfalen

    Ich hoffe inständig, dass Du hier nicht auf dieser Welle reitest, sonst ignore!

    BigRick:
    Innerhalb kürzester Zeit? Spätestens seit 2013 weiß der ThSV Eisenach, dass er vor Ort über keine erstligataugliche Halle verfügt. Aber in der Saison 2013/14 war man mit der Ausnahmegenehmigung ja bereits zufrieden und hat sich keine großen Gedanken gemacht was eigentlich im Falle eines Klassenerhalts hätte passieren sollen.


    Hä? Eines stimmt, erst seit 2013 hat man sich entschieden, Vereinen wie Gummersbach keine Übergangsregelung zu gewähren. Thats it.

    Du willst mir jetzt nicht weiß machen, man hätte Rotenburg retten können: Die kürzeste Zeit ist immer. Da war der Aufstieg 2013 - ein "Unfall". Reaktionszeit keine 3 Monate. Ein Verbleib in Liga war bis zum Schluss unsicher, wieder Reaktionszeit allenfalls 3 Monate. Wiederaufstieg, wenn er denn kommt, wieder keine 3 Monate.

    Sollen jetzt alle potentiell zum Aufstieg befähigten Zweitligisten mit Hallenproblemen (da gibts n paar) schon mal pro forma ein Genehmigungsverfahren für eine Halle in der Nachbarschaft anregen? Wohl gemerkt, der Halleneigner muss das wollen und das wird der erst in Betracht ziehen, wenn der Aufstieg steht. Versetz Dich in die Lage eines wirtschaftlich denkenden Verwalters, der zeigt Dir bei der Unsicherheit immer nen Vogel. Lebt damit, Rotenburg ist und war keine Alternative.

    Kriegt Ihr eigentlich n Tropfen in der Hose, wenn Ihr Euch an den Problemen der anderen weidet? Keine Gedanken gemacht, paah. Ich bin sehr nah dran an den Verantwortlichen. Die Leute rühren seit Jahren die Trommel und machen sich teilweise mehr Gedanken darüber, als über ihre Hauptjobs. Leb damit, es gibt Dinge, da kann man machen, was man will, man kann sie allein nicht lösen. Es lag zu keiner Zeit an den Verantwortlichen beim ThSV, da lege ich meine Hand für ins Feuer.

    Nur eines ist sicher, der Klugschiss und der Spott!

    Da seh ich nichts von "polizeilich maximal möglich". Fakt ist dass die Halle bei Handballspielen immer mit 2400 Plätzen angegeben ist. Wenn die Halle nicht tauglich sein sollte scheitert es hieran wohl nicht.

    Meinst Du, die schreiben die Zahl da aus Jux und Dollerei rein? Was die Presse manchmal als Zuschauerzahl feiert, sollte tunlichst nicht dem Bauamt unter die Augen kommen.

    Du hast das Lizenzierungsverfahren nicht verstanden. Ach stimmt, da bekommt man bestimmt ne Ausnahmegenehmigung.

    @ Baden68

    Meines Wissens hat man das diskutiert, aber sofort verworfen. Man darf nicht vergessen, 6 reichen nicht. Denn die Zuschauer nach Hallenstandard sind die zahlenden Zuschauer. Medienvertreter usw sind da nicht mit drin. Die müssen aber auch sitzen. Ich sag jetzt mal, da hätte es knapp 100 Plätze mehr gebraucht, aber spielen wir es mal durch:
    Die Halle ist Privateigentum. Hier müssen 3 (eigentlich 4) Parteien perfekt in Windeseile zusammenarbeiten.

    1. Der Eigentümer muss den Antrag stellen. Dieser ist weder abhängig noch verpflichtet, hier irgendetwas zu machen. Wir gehen mal davon aus, er hat ein Interesse. Hat er eine schon länger gültige Genehmigung, die noch Bestandsregelungen beinhaltet, öffnet er die Büchse der Pandora. Ein Änderungsantrag kann dann wie ein Boomerang zurückkommen und plötzlich bekommt er eine Änderung, die mal schnell 100.000 EUR und mehr kostet. Und das für einen Verein, der nicht mal im gleichen Bundesland sitzt? Für 3 (damals) oder 17 (jetzt) Tage?

    2. Die zuständige Behörde muss innerhalb kürzester Zeit alle Genehmigungen und Stellungnahmen der beteiligten Behörden einholen. So ein Verfahren kann Ruck Zuck 6-9 Monate dauern. Klar, machen hier Behörden gern Speed, aber für einen Verein aus dem Nachbarbundesland? Das verstehe ich sogar. Man kann da nur Fehler machen und löst nur die Probleme der anderen. Mal abgesehen von den Folgekosten. Wenn ich der Landkreis wär, würde ich jeden Knüppel werfen, den ich hätte. Ich schmeisse Geld und Kapas raus, damit ein Ortsfremder am Ende ein paar Mal kommt und dann darf ich noch die Kosten für die Polizei usw. tragen.

    3. Die HBL: Die muss das Ding am Ende abnehmen und überhaupt erst einmal damit einverstanden sein, eine Halle ein paar Monate im Voraus zu planen, für die die Genehmigungen noch in der Schwebe sind. EIn teuflisches Unterfangen. Geht das schief, schütteln alle nur den Kopf.

    4. Der Verein selbst. Irgendeiner muss den Scheiss bezahlen. Der Eigentümer wird sagen: wenn Du ne andere Nutzungsgenehmigung brauchst, ich zahle für die 100 Plätze nicht das Verfahren. Dazu eine Miete, die sich gewaschen haben wird. Das Ganze mit dem Wissen, dass 800 Zuschauer weniger in die Halle passen, als zu Hause. Das Gegenteil braucht man. Wenn ich schon raus muss aus meiner Halle, muss ich wenigstens mehr unterbekommen, damit ich überhaupt mit Zuschauereinnahmen kalkulieren kann. Es ist nicht wie im Fussball, die Zuschauereinnahmen sind elementarer Bestandteil des Etats.

    Selbst wenn der ThSV das hätte stemmen können, es wäre ein Himmelfahrtskommando gewesen.

    Das Problem bei Hamburg war ja dass sie die Lizenz verweigert bekamen, obwohl eig. eine Lizenz unter Bedingungen gerechtfertigt gewesen wäre. Hieraus hat die HBL gelernt und dem TVG Bedingungen gestellt. Die hat er nicht erfüllt. Das Schiedsgericht wird hier wohl auch nichts ändern.
    Im Falle von Eisenach dürfte der HBL auch keine Fehlentscheidung nachzuweisen sein. Der Gang vor das Schiedsgericht dürfte somit für beide vergebliche Liebesmüh sein.


    Nein, das Problem bei Hamburg war, dass man formal eben keine aufschiebend bedingte Lizenz, wie bei Großwallstadt, erteilt und den Eintritt der Bedingung erlaubt hat. Damit war dieser Bescheid falsch. Man hätte Hamburg sagen müssen, wenn Du das erfüllst, kannste bleiben. Die Lizenzierungskommission ist keine Strafkommission. Sie hat das Delta zwischen Ist und SOll zu benennen und dann den Weg aufzuzeigen. Die HSV-Lizenzverweigerung ist an einem formalen Fehler gescheitert.

    Eisenach wird hier sicher vor Gericht gehen und die Frage aufwerfen: Darf eine Liga etwas vorschreiben, ohne dass es am Ende irgendwo zum Tragen kommt. Wenn eine Regelung einzig für die Fernsehtauglichkeit von Relevanz ist, dann kann die Folge nur sein, dass es dort einfach keine Übertragung gibt. Da dies bei 80 % aller Spiele ohnehin der Fall ist und jede Saison 2-3 Vereine nicht ein Heimspiel übertragen bekommen, hat diese Rechtsfolge nicht mal Einfluß auf die Liga.

    Je mehr ich durch den Lizenzierungskram durchsteige, verstehe ich die Entscheidung. Die Lizenzierungskommission hat klare Vorgaben, wann sie eine Lizenz erteilen darf. Und nach dem Desaster des letzten Jahres war die Kommission peinlichst bemüht keinen Fehler zu machen und ihre Kompetenzen zu überschreiten. Die Regelung steht, wenn man eine Abweichung möchte, dann entweder politisch, Beschluss durch HBL, oder gerichtlich. Das ganze ist mit ein wenig juristischer Begeisterung ein Paradebeispiel für die gelebte Gewaltenteilung in der Gesellschaft.

    Doch, doch, doch, es spielt alles eine Rolle. Es ist sehr wohl wichtig, wofür es eine Regelung gibt und ob diese mit aller Macht anzuwenden ist. Denn entgegen landläufiger Meinung gibt es im deutschen Rechtssystem keine Regel die der Regel selbst willen zu beachten ist. Nennt sich Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Über Recht brauchen wir hier nicht zu reden, da dominiert leider Halbwissen.

    Und wenn ich hier nochmal lese, der ThSV war bockig wie ein Kind und ist überhaupt nicht auf die HBL zugegangen... Der ThSV hat der Stadt eine Gymnastikhalle, die sonst für Schul- und Breitensport genutzt wird, abgerungen, damit dort ne schöde Kamera steht, die die HBL nie in Anspruch genommen hat. Dahinter ist nämlich noch eine weitere kleinere Turnhalle, die durch diese Maßnahme so gut wie nicht mehr nutzbar ist. Dazu hat der ThSV die Halle aus eigenen Mitteln mit einem mittleren fünfstelligen Betrag fit gemacht. Wenn ich lese, dass andere Vereine viel mehr Geld in ihre Hallen gesteckt haben, könnte ich ausflippen. Von den Vereinen hat KEINER seine Halle auf eigene Kosten umgebaut. Das sind alles Nutznießer liquider Städte oder Mäzene gewesen, die das mal eben gestemmt haben. Erzähl mir doch einer, dass die MT die Messehalle in Kassel ausgebaut oder Gummersbach unter Nutzung einer Ausnahmegenehmigung für die Bauzeit eine neue Halle auf eigene Kosten errichtet hat?! Selten so einen Mist gelesen. Sich jetzt großkotzig hinzustellen: "Warum macht ihr das nicht auch?" macht mich kollossal wütend.

    Und Ihr Baumeister, dort, wo ach so einfach eine Gegentribüne hin soll, ist eine tragende Wand, die das ganze Dach hält. Mal eben ein paar Sitzreihen hinzuzaubern, heißt das Dach abnehmen: Kosten von 5 Mio EUR. Sorry, hab letzte Woche etwas viel Reisekosten gehabt, sonst.... Genau das soll jetzt passieren, aber das ist keine ambulante Behandlung!

    Zum Schluss nochmal an die Rotenburg- Verfechter: Die Halle ist NICHT BUNDESLIGATAUGLICH!!! Polizeilich maximal mögliche Kapazität 2244 Zuschauer, genau 6 zu wenig. Wenn mir jetzt einer kommt mit, da hätten wir ja ne Ausnahme machen können,... :wall:

    Und zum Ende nochmal: Die HBL war nicht unglücklich, dass das dritte Spiel nicht auswärts gespielt wurde. Bob Hanning hat in der WAH verloren, ich wette nen Hunderter, dass hier die Erkenntnis einer Wettbewerbsverzerrung gereift ist. Nicht auszudenken, wenn sich Eisenach stabilisiert hätte, und 1 Verein im Meisterschaftskampf, nur ein solcher bringt am Ende die Zuschauerzahlen, kann am Ende die Punkte einfacher mit nach Hause nehmen.

    Da kommen wir der Sache näher. Wenn man meint, eine Lizenz ist unter allen Umständen an nicht erfüllbare Vorgaben zu knüpfen, dann kann man das so sehen. Ich habe mehr als ernste Zweifel, ob es dem Sport nützt. Das Ergebnis diese Vorgehensweise hat man an Delitzsch und Stralsund gesehen. Obwohl sportlich alles im grünen Bereich war, hat man die Vereine mit Vorgaben erdrosselt. Mal abgesehen davon, dass das Sportgericht letztes Jahr ganz klare Vorgaben gemacht hat, was eine Lizenzierung angeht. Da geht nicht einfach alles. Kernaussage, man muss den Verein mit den sanftesten Mitteln zu richtigem Verhalten anhalten.

    Wie die Hallenstandards entstanden sind, ist übrigens auch nicht frei von Zweifeln, das hat Lothar schon mal sehr schön erklärt. Und wenn die Lizenzvorgaben nur einen Zweck erfüllen sollen, der dann gar nicht zum Tragen kommt, dann frage nicht nur ich mich, was das soll.

    Kurzum, ich hoffe nach der Aussage von HK in Eisenach, dass die HBL hier eine anständige Lösung findet. "Wir sind keine Verhinderer, wir wollen dabei unterstützden, dass sich etwas ändert, und das scheinen wir in Eisenach geschafft zu haben."

    Mein Vorschlag, und den würde jeder in EIsenach unterschreiben: Eisenach zahlt als Ablass 50.000 EUR an die HBL, die damit zweckgebunden umzugehen hat, in dem kleine Vereine, die wegen Baufälligkeit der Halle gar nicht mehr spielen können, etwas Geld für eine Reparatur bekommen. Oder wegen mir die Jugendligen etwas besser unterstützt. Is mir alles wurscht, nur nicht für den Haushalt der HBL. Und wegen mir kann sich der Betrag jede Saison verdoppeln.
    Vorteil, es gibt keine Wettbewerbsverzerrung und der Druck bleibt hoch.