Beiträge von exilberliner

    Ja, so sehe ich das auch. Man kann sicherlich einiges bemängeln, entscheidend waren die Fehler im Abschluss.
    Daneben stimmt natürlich, dass Heinevetter zu Beginn der zweiten Halbzeit ins Tor gehört hätte. Wenn Dagur in einer Sache ausrechenbar ist, dann darin, dass er zu Beginn der zweiten Halbzeit gerne die Startformation bringt, die er im Kopf hatte, unabhängig davon, wie die erste Halbzeit gelaufen ist. Das kam heute erschwerend hinzu, entscheidend waren für mich aber die Fehlwürfe.
    Trotzdem: Insgesamt hat die Truppe ihre Sache gut gemacht. Beeindruckend gut. Der französischen Mannschaft gehört die ausklingende Gegenwart, der deutschen Mannschaft die Zukunft. Kühn, Drux, Wiede, die haben alle noch mehr als 10 Jahre vor sich. Viel Zeit noch für diverse Medaillen.

    ....und ich freue mich auf den Füchse-Rückraum in der kommenden Saison.


    Wiede, nach der EM, weiß aber nicht mehr genau wann - auf jeden Fall ein Spiel im TV. Aber ich muss zugeben, es hat mich gewundert

    Wiede ist in den letzten Spielen, in denen Zachrisson, Lindberg und Weyhrauch verletzt waren, durchaus mit Erfolg auf RA im Einsatz gewesen. Häfner auf der RA-Position ist mir zumindest nicht fremd, auch wenn ich dir nicht mehr sagen kann, wann das zuletzt der Fall - ich meine es aber in dieser Saison in Hannover gesehen zu haben. Hat er nicht so sogar mal angefangen, ähnlich wie Petersson? Auch für Weinhold kann ich dir kein bestimmtes Spiel nennen, aber liege ich da ganz falsch? Ich glaube nicht.

    Ich finde die Torwartdiskussion ziemlich spekulativ. Dagur wird nach Leistung aufstellen, Kriterium zwei bei ihm ist die Perspektive. Also bei Leistungsgleichstand der entwicklungsfähigere Spieler. Nach den letzten Bundesligaeindrücken müsste er als TWs meiner Meinung nach Wolff und Heinevetter nominieren, aber auch jetzt sind schon wieder einige Wochen ins Land gezogen. Es wird ganz auf den gegenwärtigen Eindruck ankommen.
    Bei den Außen glaube ich, dass er auf RA nur einen Außen nominieren wird. Wiede, Weinhold, Häfner, alle könnten zur Not auch Außen spielen und haben das nach meiner Wahrnehmung öfter und vor allem überzeugender getan als Strobel oder andere auf LA. Außerdem sind sie auch noch auf RM einzusetzen. Es wäre also sinnvoll, mehrere Linkshänder zu nominieren.

    Laut Bob Hanning auf der Pressekonferenz sagte Kozina zu ihm: "Mir egal, ob du mir erst mal nur für ein Jahr einen Vertrag gebt, hinterher wollt ihr mich sowieso für länger".
    Ich halte beides für möglich, man möchte sicher Nacho Plaza die Chance zum Durchbruch geben, Hanning hielt ja sehr viel von ihm, so schnell gibt er da nicht auf.

    Souveräner Füchsesieg, der in der ersten Halbzeit herausgespielt und in der zweiten Halbzeit verwaltet wurde. Und das vor einem gut gefüllten grün-weißen Fanblock in bester Stimmung - der Fanclub war auf Saisonabschlussfahrt. Ansonsten eine halb gefüllte Kreissporthalle, waren da mehr als 1000 Zuschauer? Einer Bundesligapartie jedenfalls nicht würdig.
    Erkenntnisse für die Füchse: Fabian Wiede etabliert sich als sicherer 7m-Schütze (jetzt sogar mit Trickwürfen), Heinevetter will unbedingt zu Olympia, Paul Drux kommt langsam wieder - immerhin drei Tore und einige 7m geholt, auch wenn die Rückraumfackel noch nicht dabei war. Nachwuchstalent Kevin Struck tritt abermals mehrmals und zeigt, dass er es in der nächsten Saison vielleicht packen kann.
    Bei Lübbecke passte in der ersten Halbzeit, bis auf wenige Minuten, nichts. Ich fand, dass klar zu erkennen war, dass man sich mit dieser Mannschaft total verzettelt hat.

    Naja, "Hammer" ist eben nicht ganz die treffende Wortwahl. Es ist aus meiner Sicht eine sehr kluge Verpflichtung, von der sowohl Eisenach als auch Willy profitieren werden. Willy hat jetzt schon ein solides Können, großes Talent und hohes Identifikationspotenzial (ich gehe, davon aus, das es in Eisenach auch weibliche Handballfans gibt :)). Er muss sich vor allem freischwimmen, das ist ihm in den ersten beiden Profijahren bei den Füchsen noch nicht so recht gelungen. Dafür ist ein Vereinswechsel zu diesem Zeitpunkt sicherlich gut. Ich sehe da Parallelen zum Fall Jojo Sellin, auch wenn der natürlich deutlich weiter war.

    Hykkeruds Vertrag läuft am Ende der Saison allerdings aus, zu einer Verlängerung gibt es noch keine Aussage. Leider ...

    Ich habe den Eindruck, er ist gerade in der Form seines Lebens. Gerade auch bei der EM hat er mir gut gefallen, die letzten Jahre in Hannover war das oft nicht so der Fall. Er und Schmidt bilden ein starkes Duo. Warum sollte man nicht mit ihm verlängern, wenn er will?

    Hykkerud ist weitaus besser und bei Burgdorf unter Vertrag. Da sollte für die Füchse schon mehr drin sein.

    Bei dieser Personalien wird bei den Füchsen sicherlich noch mehr die Deckungs- als auf die Angriffsleistung gesehen, allerdings muss auch beides stimmen. Das macht die Personalien so schwierig.

    Warum haben wenige Spitzenhandballer Migrationshintergrund?

    Eine interessante Frage. Ich hätte viele Thesen und sicher auch Antworten. Jedenfalls mehr als zu Christians so treffend gestellter impliziter Gegenfrage: Warum haben so wenige Spitzenjournalisten in Deutschland Migratioshintergrund? Aber das möchte ich alles an dieser Stelle gar nicht diskutiert wissen.

    Denn: Ich bin ein weltoffener, toleranter Mensch. Und ich bin Handballer. An meinem Sport schätze ich gerade das gute und faire Miteinander, das ich immer als höchst integrativ empfunden habe - sei es auf dem Feld, sei es auf der Tribüne. Ich würde sogar sagen, dass ich stolz darauf bin, dass wir das in unserer Sportart so hinbekommen, meiner bescheidenen Beobachtung nach oft besser als in anderen Sportarten. Was nun Herr Eilenberger gerade am Handball festmachen will, ist mir nicht begreiflich, ich vermute sehr stark, dass er sich nie mit Handball beschäftigt hat. Eigentlich sollte man den Artikel ignorieren, weil hier einer keine Ahnung hat, wovon er spricht, und sich Beachtung nicht lohnt. Das gelingt aber nicht so richtig, weil der Text beleidigend ist. Deshalb trifft er mich doch. Aber gerade deshalb stellt er auch nicht im Ansatz eine Basis dafür da, irgendeine sachliche Diskussion zu führen. Nicht auf dieser Grundlage. Deshalb wäre es meiner Meinung schade, wenn wir Eilenberger diesen Gefallen jetzt tun würden.

    Eigentlich wollten wir bei handball-world.com diesen Text aus ZEIT ONLINE ja nicht noch mit Beachtung aufwerten, da er aber eh schon überall ein Thema ist, hier die Gegenrede. Weltanschauung: Versenkt im Sehnsuchtsloch oder Kabinenpredigt für Eilenberger

    Und zum Thema Vornamen ein kleiner Ausschnitt:

    Vielen Dank, der Text spricht jedenfalls mir persönlich aus dem Herzen!


    Sehr gut der Verweis auf die kartoffeldeutsche Zeit-Redaktion, denn was besonders traurig ist: Dass jemand mal einfach Mist schreibt oder sich im Ton vergreift, kommt vor. Wie aber, in aller Welt, konnte so ein schlechter Text in das Angebot von Zeit-online gelangen? Da sind wahrscheinlich ne Menge Kartoffeln ziemlich blind gewesen.

    Beim ersten Lesen war mein Gedanke: Selten so etwas unsympathisch-großkotziges gelesen. Hier treffen ja wirklich Überheblichkeit, Größenwahn und Eitelkeit aufeinander.
    Beim zweiten Lesen entdeckt man Perlen wie:

    Zitat

    Das Ganze verbinden wir in Großarenen mit Kunst und Kultur, ländertypischem Kolorit, niveauvollem Ambiente, Food & Beverage.

    Darauf freue ich mich wirklich, das hat die Welt gebraucht!
    Und dann ein Spiel der Hamburg Captains gegen die Amsterdam Quietscheentchens!

    Ich liege als Nicht-Marketingexperte vermutlich völlig falsch, aber ich glaube nicht, dass das in Deutschland dauerhaft jemand sehen will.
    Sicherlich besteht das Problem, dass Mannschaften wie Paris oder Barcelona auf nationaler Ebene die Gegner abhanden gekommen sind. Ich frage mich aber, ob man dort und anderswo die Arenen voll bekommt, wenn die Captains zu Besuch kommen. Ist nicht eher das Problem, dass auch dieses Produkt vor allem auf dem deutschen Markt angenommen werden muss? Das sehe ich irgendwie nicht. Andererseits dürfen die deutschen Spitzenteams sich nicht unter den Zugzwang begeben , sich jedem Quatsch unterordnen zu müssen. Bob, übernehmen Sie, das könnte ihre größte diplomatische Mission werden1

    Nein, ich war noch nicht in Dankersen beim Drittligahandball, weil die Region zwar seit einigen Jahren wohnorttechnisch, aber nicht handballerisch meine Heimat ist. Um die Diskussion darüber zu beenden: Es geht mir nicht um die Kapazität der Halle. Es geht mir darum, das der Besuch eines Erstligaspiels aus meiner Sicht eines Außenstehenden an anderen Orten ein größerer Genuss ist, als in Lübbecke. Das werden eingefleischte Lübbecker Handballfans sicherlich anders sehen, aber das bin ich nun mal nicht. Und das äußere Erscheinungsbild prägt eben auch meinen Eindruck vom TuS als allgemeiner Handballbegeisterter. Das hat auch mit der Halle zu tun (nicht mit ihrer Kapazität), aber eben nicht nur.

    Weiß gar nicht, was hier alle haben - die Kreissporthalle in Lübbecke hat einen sehr guten Innenraum - man kann wirklich von allen Plätzen sehr gut sehen und ist nah dran.

    Ich habe noch keine Halle gesehen, in der man besser sehen kann.

    Natürlich kann man von allen Plätzen aus gut sehen, keine Frage - aus einem einfachen Grund: weil die Halle sehr klein ist! Wäre ja auch noch schöner, wenn man im dritten Oberrang der O2-Arena näher dran wäre als in einer der vier Sitzreihen der Lübbecker Kreissporthalle (ok, ich übertreibe etwas). Das ist nicht das Argument. Es geht vielmehr darum, dass das Ambiente eines Spiel in Lübbecke in seiner Gesamtheit eher das eines Regionalligaspiels (bei dem man auch seeehr nahe am Geschehen sein kann) als das eines Erstbundesligaspiels ist und sich für mich die Frage stellt, ob die äußere Anmutung eines TuS-Spiels vielleicht nicht auch mit der inneren Haltung der Verantwortlichen einhergeht, mit der Bundesliga-Handball in Lübbecke aufgezogen wird.

    Naja, ich verstehe, dass man die Halle des eigenen Vereins derjenigen der Nachbarschaft vorzieht, aber aus (meiner) recht neutralen lippischen Sicht spricht dann doch mehr für die Halle in Minden als für die in Lübbecke. Wie viele Sitzplatzschalenfarben ( schönes Wort für Scrabble ... ) gibt es doch gleich in der Halle? ;)

    Sportlich muss der TuS einen guten Start hinlegen. Zwei Heimspiele hat man ja, von daher, mit entsprechender Aufbruchstimmung ( also z. B. einer vollen Halle, in der die Sitzplatzschalenfarben nicht mehr auffalen ), kann schon noch was möglich sein.

    Aus meiner noch neutraleren Sicht als im Nachbarkreis und -bundesland Gestrandeter spricht wenig für die Halle in Minden und gar nichts für die Halle in Lübbecke. "Das stärkste Dorf" etc, ist schön und gut, man darf auch gerne weiter damit kokettieren, aber jedes Mal, wenn ich in Lübbecke den Inhalt meiner Barre-Flasche in den Plastikbecher umgefüllt, die Flasche zurück in den bereitstehenden Kasten gestellt und mich auf den Ausguck dieser staubigen Turnhalle begeben habe, die mich an Sportunterricht in den 80ern erinnert, beschleicht mich doch das Gefühl, dass dieses Ambiente herzlich wenig mit zeitgemäßen Erstligahandball zu tun hat. Und das ist nicht nur eine Frage der Größe, denn das in Lübbecke alles in etwas kleineren Dimensionen Ablauf muss, ist schon klar. Es ist neben den völlig inadäquaten baulichen Gegebenheiten eine Frage der Art und Weise, wie man es aufzieht, und da bekommt man eben auch das Gefühl vermittelt, dass sich da niemand groß Gedanken macht - im Gegenteil, man bekommt den Eindruck, dass auch der Verein so geführt wird. Ob das wirklich so ist, vermag ich gar nicht im Detail zu beurteilen. Aber Aufenthaltsqualität herrscht hier nicht, weder im wörtlichen Sinne in der Halle noch im übertragenen Sinne, also in Form einer emotionalen Bindung zum Geschehen. Grundsätzlich beschleicht mich das Gefühl auch in Minden, dort ist es aber etwas besser. Einen ganz anderen Eindruck gewinne ich in Lemgo, und ich finde, bei den Lippen könnten sich die Ostwestfalen schon mal etwas abgucken.

    Nein. Die Lehre aus dem Titel ist dieser unfassbare Teamspirit und da muss auch der Bundestrainer sehr genau gucken, welche Spieler er aus diesem Team entfernt im Zweifelsfall.

    Da sind wir komplett verschiedener Meinung. Heuberger hatte beispielsweise Theuerkauf wegen der guten Laune und des Teamspirits nominiert. Zweifelhaftes Unterfangen, meiner Meinung nach. Der "Spirit" fällt nicht vom Himmel, auch wenn man das glauben möchte, sondern er wird entscheidend durch einen Faktor erzeugt: Den Erfolg. Dagur wird die zum Zeitpunkt besten Spieler nominieren uns sich um spirituelle Fragen einen feuchten Kericht scheren. Der gemeinsame Erfolg macht den Spirit, nicht anders herum.

    Allerdings sehe ich jetzt nicht wie Lichtlein momentan nicht nominiert würde. Sein Turnier war nicht das allerbeste, aber ist in diesem Team drin. Es hat einen Grund warum er die Schale hochreißt. Dieser Status verschwindet in sechs Monaten kaum.

    Einer der Grundlagen des Erfolgs ist doch, dass genau diese Argumente unter Dagur für die Nominierung nicht zählen.
    Angesichts der Personalsituation bei der EM finde ich es reichlich überflüssig, darüber zu spekulieren, wer nach Rio fährt. Es kann doch nur weiterhin heißen: die besten Verfügbaren. Ist das nicht die Lehre aus dem Titel?