b) Nachwuchsförderung
Bei den Vereinen abseits der Europapokalplätze böte sich die Gelgeneheit für zusätzliche Nachwuchsspieler einen Platz im Bundesligakader zu bekommen, aber wieviele Spiele haben diese Vereine in denen sie den jungen, unerfahrenen Spielern, die es nicht in einen 14er Kader schaffen würden, nenneswert Spielzeit einräumen können?
Eine sehr valide Aussage. Ich finde, man kann über die Belastung schon argumentieren, zumindest für die Spitzenteams. Aber über die bessere Anschlussförderung für die Jugend? Eher nicht. Aus den von dir genannten Gründen.
Das passt auch ganz gut zu dem Einwand von Handballer 2105:
Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass keiner der 16 Spieler verletzt ist? So ziemlich nahe Null! 
Relativ gering, auch wenn der BHC jetzt wirklich nicht zu viel Belastung haben sollte, ohne Europapokal und übermäßig viele Nationalspieler. 
Aber stellen wir uns ruhig mal vor, von 16 Spielern wären 6 längerfristig verletzt (was ja schon einen GAU darstellt, das habe ich bei Clubs abseits der CL noch nicht bewusst gesehen und auch da war Kiel ein krasses Beispiel in der abgelaufenen Saison.) Dann hat man noch 10 Profis und kann den Rest der Bankplätze mit Jugendspielern auffüllen, entweder 4 oder 6, je nach Regelung. Trotzdem glaube ich kaum. dass diese nennenswerte Spielzeit bekämen.
Warum? Entweder sind sie so gut, dass sie dem Club auch in engeren Spielen sofort helfen können, dann müssten sie eigentlich sowieso im Kader sein (wären vielleicht sogar billiger als ein vergleichbarer Profi) oder sie können es eben nicht und dann würden auch in diesem Szenario wohl die 10 verbliebenen Profis ran müssen. Denn für Abstiegskandidaten geht es ja in der Regel immer um was, da kann man nicht einfach so experimentieren. Ok, in Spielen gegen Topteams könnte man sie einsetzen, wenn es durch den direkten Vergleich egal wird, ob man mit 5 oder 15 Tore Differenz verliert. Aber ob das der Sinn ist? Ist für die jungen Spieler ja auch kein schönes Erlebnis....
Zitat von Handballer2105
der Trainer muss eine Entscheidung treffen, die auf das ganze Spiel Auswirkungen hat. Erwischt die Mannschaft ohne Duvnjak einen schlechten Tag verliert sie vielleicht. Also wird es druch den 14er Kader zu mehr engen Partien bei den Spitzenmannschaften kommen; natürlich nur unter der Voraussetzung, dass man auch ab und zu einige Spieler schont und nicht einsetzt.
Genau dieser Aspekt ist meines Erachtens nach Fluch und Segen zugleich. Die Stärke der Bundesliga ist eine tolle Sache, sowohl sportlich für die Fans als auch marketingtechnisch ("stärkste Liga der Welt" klingt einfach gut). Sie führt aber auch dazu, dass die Spitzenteams immer auf der Hut sein müssen und eben auch gegen Balingen Probleme kriegen können, wenn man nur 40% gibt. Für die Teams abseits der Spitzenmannschaften ist das natürlich wünschenswert, denn man kann seinen Fans tolle Gegner präsentieren, gegen die man unter Umständen sogar punkten kann. Diese Chance zu punkten würde durch 16 Spieler theoretisch kleiner (vermutlich auch praktisch, aber dazu müsste man das Ganze erstmal einige Jahre beobachten und dann auswerten). Daher kommt für mich ein nicht unerheblicher Teil des Widerstandes aus dieser Ecke. Die bisherige Regelung hindert die finanziell enteilten Vereine bis zu einem gewissen Grad, ihre Überlegenheit auf den Platz zu bringen. Flensburg und Kiel müssen komplett fitter Mannschaft 3 Spieler draußen lassen momentan, und so wird die Liga "künstlich" spannend gehalten.
In anderen Ligen sind 16 Spieler erlaubt, das ist Fakt. Aber die sportliche Situation ist eine ganz andere. Die ASOBAL war selbst zu ihren besten Zeiten (Barca, Ciudad Real, Léon, Valladolid, Pamplona) in der Breite nie so ausgeglichen wie die Bundesliga. Dasselbe gilt für Ungarn und Polen. Die Scheren dort sind so groß, dass es eigentlich unerheblich ist, ob Barcelona gegen Puerto Sagunto 14 oder 16 Leute einsetzen darf. Oder ob Veszprém nach 18:4 - Pausenführung gegen Váci KSE in der zweiten Halbzeit einige A- Jugendspieler durchspielen lässt. Das hat dann theoretisch auch was mit Nachwuchsförderung zu tun. Ist in der Bundesliga nicht wirklich so möglich. Ich denke die 16er-Regelung würde schon dazu führen, dass auch bei uns die Abstände größer werden, denn wie ja bereits angesprochen, werden die Spieler 15 und 16 in Kiel eben Brozovic und Nilsson heißen und in Gummersbach eben Marcel Timm oder Daniel Mestrum.
Dementgegen steht aber die Solidarität, die eine Liga ihren Zugpferden vielleicht einfach schuldig ist. Wenn Kiel und Flensburg durch Belastungen und Verletzungen die nächsten 10 Jahre in keinem CL-Finale mehr stehen sind auch viele nicht zufrieden vermutlich.
Echt schwierig zu lösen das Ganze...