Von der VfL HP:
27.12.2005 - VfL Gummersbach – THW Kiel 32:34 (14:16)
Das 1000. Bundesligaspiel des VfL war ein Riesenspektakel, doch die Rekordkulisse in der ausverkauften Kölnarena konnte in diesem Handballkrimi kein Happy-End feiern. Der Favorit gewann, doch zwei
Minuten vor dem Ende schien an diesem Abend alles plötzlich alles möglich. Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Der VfL hatte sich nach einem fast uneinholbaren Vorsprung der Kieler mit sieben Toren Differenz auf 31:32 herangekämpft. Kim Andersson warf über das Tor, doch die Schiedsrichter entschieden auf Siebenmeter. Mit dem 31:33 durch Stefan Lövgren war die Luft raus, als im Gegenstoß nach einem Schlag ins Gesicht verzog. 19250 Fans waren geschockt, der Traum vom Sieg über den Tabellenführer wurde nicht wahr. Die Gummersbacher hatten sich in jeder Halbzeit eine Auszeit von fünf Minuten genommen, das kann man sich gegen das Kieler Starensemble nicht leisten.
In der ersten Halbzeit war der VfL zunächst in die Kieler Falle gelaufen. Immer wenn die Gäste den gefürchteten Turbo einlegten und ihren High-Speed-Handball zelebrierten, geriet der VfL ins Hintertreffen. Die beiden Führungen durch Kyung-Shin Yoon (1:0) und Daniel Narcisse (2:1) waren schnell vergessen, denn die Blau-Weißen wurden mit Tempo ungenau, während Kiel gnadenlos und clever die Gegenstöße mit extremer Effizienz lief. Nach dem 3:3 (7.) folgte der erste Blackout, fünf Minuten gelang dem VfL kein Tor, so dass es nach dem (12.) düster aussah für die gut gelaunte Rekordkulisse. Doch nachdem die Gummersbacher das Tempo aus dem Spiel nahmen, kämpften sie sich Tor um Tor heran. Über 8:10 (19.) und 11:12 (25.) wurde es wieder spannend, weil vor allem Daniel Narcisse einen starken Tag hatte und die Abwehr des THW ständig auswackelte. Nach dem ersten Tor des Abends durch Gudjon Sigurdsson per Siebenmeter zum 12:13 gab es wieder Hoffnung, doch es reichte nur zur Pause zum 14:16.
Irgendwie kam der VfL unkonzentriert aus der Kabine, wieder wurden fünf Minuten völlig verschlafen. Mit dem 15:22 durch Viktor Szilagyi schien eine Vorentscheidung gefallen, aber der VfL kam noch einmal zurück. Nach dem 25:28 (49.) durch Zouzou Houlet hielt VfL-Torwart Steinar Ege einen Siebenmeter, der VfL blies damit zur Schlussoffensive. Zehn Tore vom überragenden Daniel Narcisse reichten am Ende nicht, da auf der anderen Seite ein glückloser Kyung-Shin Yoon mit vier Toren unter seinen Möglichkeiten blieb. So gewann Kiel am Ende, weil die erste Sechs von allen Positionen brandgefährlich war. Den Unterschied an diesem Abend dokumentierte die Wurfquote.
Stimmen:
Noka Serdarusic (Trainer THW Kiel):
Wir haben gewusst, was uns erwartet. Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute in Führung. Nach 15 Minuten hatten wir einen komfortblen Vorsprung, doch zur Pause wurde es wieder spannend. Mit der zweiten Welle haben wir uns zu Beginn der zweiten Hälfte auf sieben Tore abgesetzt. Dann haben wir in sieben Minuten fünf Fehler gemacht und sind selbst ins Messer gelaufen. Die letzten zehn Minuten waren spannend. Ich bin der Meinung, der Sieg ist verdient. Meister sind wir noch nicht, es war ein wichtiger Sieg, aber in siebzehn Spielen kann viel passieren.
Velimir Kljaic (VfL Gummersbach):
Es war ein verdienter Sieg für Kiel, sie haben bis in die letzten Minuten immer geführt. Wir hatten heute nicht den Mut. Nur die Mutigen werden belohnt. Aber wen nur drei Spieler diese Eigenschaft an diesem Abend haben, kannst du nicht gewinnen. Der Rest hatte heute einfach zu großen Respekt. Ich weiß nicht warum, wir haben auch nicht gespielt, was wir vorbereitet hatten. Wir haben Fortschritte gemacht, aber es reichte nicht. Wir brauchen Zeit und wir bekommen in Zukunft zwei bis drei Typen mit anderem Charakter. Schiedsrichter Bernd Andler hat die Kieler in den letzten fünfzehn Minuten beschützt.
Na wenn der eigene Trainer schon so anfängt, müssen ja von den Fans solche Sprüche kommen 
Interessant auch mal wieder der Schrei nach Typen mit Charakter auf Seiten des VfL *g*