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"Wir müssen mehr Konstanz zeigen"
IM GESPRÄCH: Jens Pfänder, Trainer und Sportlicher Leiter des TuS N-Lübbecke
Lübbecke. Der TuS N-Lübbecke kämpft mit aller Macht gegen den Abstieg aus der Handball-Bundesliga. Nach internen Turbulenzen wurde Trainer Jens Pfänder im Dezember des vergangenen Jahres auch zum Sportlichen Leiter befördert, nachdem sich der Verein vom bisherigen Manager Siegfried Roch getrennt hatte. Über den bisherigen Saisonverlauf sowie die bevorstehende Rückrunde und die Doppelbelastung als Trainer und Sportlicher Leiter unterhielten sich die NW-Sportredakteure Wilfried Brase und Rainer Placke mit Jens Pfänder.
Haben Sie es zwischenzeitlich schon bereut, die Doppelfunktion beim TuS N-Lübbecke übernommen zu haben?
JENS PFÄNDER: Ganz klare Antwort: Absolut nein.
Wie lange wollen oder sollen Sie diese Doppelfunktion ausüben?
PFÄNDER: Wir sind da noch nicht konkreter geworden. Zuerst muss man sehen, wie groß die Belastung ist und die Entlastung durch die handelnden Personen. Und dann muss man das alle paar Monate überdenken. Es ist jetzt noch nicht 100-prozentig abzuschätzen, wie groß der Arbeitsaufwand sein wird.
Könnte es also sein, dass Sie auch über das Saisonende hinaus in dieser Doppelfunktion arbeiten werden - oder schließen Sie das von vornherein aus?
PFÄNDER: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht ausschließen. Darüber muss ich mir meine Gedanken machen. In einem Gespräch mit Herrn Gauselmann werde ich zu gegebenem Zeitpunkt das Für und Wider erörtern.
Wie fällt denn in ihrer Funktion als Trainer das Fazit der Hinrunde aus?
PFÄNDER: Wir sind sicherlich nicht so optimal in die Saison gestartet wie wir uns das erhofft hatten. Durch das verlorene erste Spiel gegen Wilhelmshaven sind wir von Beginn an in eine Situation geraten, die wir uns so nicht vorgestellt hatten. Wir wollten mit der neu zusammengestellten Mannschaft relativ schnell Tritt fassen, doch das haben wir einfach nicht geschafft. Es hat sehr lange gedauert, bis die Mannschaft in sich gefestigt war, um auch in kritischen Situationen bestehen zu können. Wir haben dann ganz gute Ansätze in den Heimspielen gezeigt. Abgesehen vom ersten Spiel gegen Wilhelmshaven und der ersten Halbzeit gegen Flensburg haben wir in den meisten Heimspielen überzeugen können. In den wirklich wichtigen Heimspielen gegen die unmittelbaren Konkurrenten haben wir gewonnen. Auch die Auftritte gegen Nordhorn und Lemgo waren gut, sind aber nicht belohnt worden. Das Ziel für die Rückrunde muss sein, die Heimspiele gegen die Teams aus dem Mittelfeld siegreich zu gestalten.
Gab es aus Ihrer Sicht positive oder negative Überraschungen innerhalb des Kaders?
PFÄNDER: Im Großen und Ganzen ist sicherlich alles im Rahmen geblieben. Bei Sandu Iacob war es sehr extrem. Am Anfang hat es lange gedauert, bis er Tritt gefasst hat - zum Schluss hat er dann sehr gute Leistungen abgeliefert. Wenn sich das auf einem mittleren Level einpendelt und er konstanter spielt, wäre mir das sicherlich am allerliebsten. Mangelnde Konstanz war auf unserer linken Rückraumposition auch ein Merkmal. Alois Mraz war gegen Lemgo sehr stark, Branko Kokir gegen Düsseldorf. Gerade auf dieser Position müssen wir in der Rückrunde mehr Konstanz zeigen.
Hat sich der gegen Ende der Hinrunde im Innenblock eingesetzte Nico Greiner als fester Bestandteil der Defensive etabliert?
PFÄNDER: Nico ist jemand, der sehr gut Emotionen in ein Spiel tragen kann. Er hat im taktischen Bereich zwar noch Defizite, die es zu beheben gilt und an denen wir noch hart arbeiten müssen. Doch sein großer Vorteil ist, dass er mit seiner Einsatzbereitschaft und Emotionalität ein wichtiger Faktor für die Mannschaft sein kann. Das hat er in den wichtigen Spielen gezeigt, und darauf kann man sicherlich aufbauen. Das haben seine Mitspieler auch registriert, was vorher nicht der Fall war. Er hat gezeigt, dass er neben einem technisch-taktisch guten Jakub Szymanski in der Lage ist, einen guten Innenblock zu bilden. Das ist ein wichtiger Hinweis für die Rückrunde und das erhöht natürlich die Variabilität in der Defensive. Dort sind wir jetzt breiter aufgestellt.
Speziell zur Festigung des Innenblocks war Damjan Blecic nachverpflichtet worden. Wie sind Sie mit ihm zufrieden?
PFÄNDER: Zu Beginn hat er die notwendige Aggressivität ins Training gebracht. Auch im Spiel hat er diese Aggressivität teilweise gezeigt. Das war ein wichtiger Faktor in den Begegnungen, wo Greiner und Szymanski nicht zusammen gespielt haben. Gegen Düsseldorf war er gut, danach hat er an diese Leistungen nicht mehr anknüpfen können. Bei ihm ist das Leistungsvermögen vorhanden, doch es fehlt die Konstanz. Das ist mir insgesamt ein bisschen zu wenig, da muss er noch hart an sich arbeiten.
Wie fällt Ihre Beurteilung der anderen Nachverpflichtung Henning Wiechers aus?
PFÄNDER: Er steht in der Rückrunde auf Abruf bereit. Sollten sich Probleme ergeben, wird er zurückkehren. Er wird jetzt nicht mehr am Training teilnehmen.
Wie wollen Sie den Spagat zwischen Abstiegskampf und der Planung der kommenden Saison hinbekommen?
PFÄNDER: Das ist sicherlich ein Probleme, das vornehmlich die Mannschaften haben,die in der unteren Tabellenhälfte rangieren. Wir werden versuchen, relativ schnell eine Grundstruktur hinzubekommen. Das heißt, wir wollen versuchen, Spieler zu verlängern oder zu verpflichten, die unabhängig von der Liga sind. Aber ich bin ein optimistischer Mensch und gehe davon aus, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden.
Gibt es denn schon konkrete Vorstellungen für die Zusammenstellung des zukünftigen Kaders?
PFÄNDER:Natürlich gibt es Grundvorstellungen, doch darüber kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen. Natürlich wissen wir, wie das Grundgerüst aussehen soll und wer geholt und wer gehalten werden soll.
Sind die von Ihrem Vorgänger Siegfried Roch unterbreiteten Angebote an die aktuellen Spieler so übernommen worden?
PFÄNDER: Wir haben alles neu sortiert. Es ist nichts so geblieben, wie vorher der Stand der Verhandlungen war. Alles ist noch einmal neu bearbeitet worden.
Gibt es da schon konkrete Ergebnisse?
PFÄNDER: Nein, doch wir werden diese Gespräche im Januar forcieren. Ein ganz wichtiger Faktor wird die Weltmeisterschaft sein, denn dort werden wir natürlich Spieler beobachten, die sich für uns anbieten. Bei der WM werden Zlatko Feric und ich des öfteren unterwegs sein. Aber es gibt ja auch über sportdigital.tv eine neue Möglichkeit. Für uns als Bundesligaverein ist es ganz klar eine Arbeitserleichterung. Man muss nicht überall vor Ort sein, um geschilderte Eindrücke über Spieler zu überprüfen. Dies gilt für die WM und natürlich auch für die Bundesliga, wo nahezu jedes Spiel live produziert und auch im digitalen Fernsehen übertragen werden soll. Es bleibt beim DSF-Spiel der Woche. Außerdem haben ARD/ZDF Zugriff auf die beiden Topspiele, was vorrangig auf die dritten Programme der ARD zutrifft. Diese können dann sagen, dass sie auf die Anwurfzeit 15 Uhr bestehen. Sie müssen sich dies innerhalb von sechs Wochen aussuchen, so dass der Spielplan eigentlich immer nur über sechs Wochen rechtlich verbindlich ist. Wir haben natürlich schon die Planung für die gesamte Saison gemacht, jedoch immer unter dem Kann-Vermerk.
Stichwort Weltmeisterschaft. Erwarten Sie von der WM irgendwelche neuen Impulse für die Sportart Handball?
PFÄNDER: Ich kann mir nicht vorstellen, dass alles ausgereift ist. Zurzeit befinden sich die Nationalmannschaften auf einem sehr hohen Athletik-Niveau, dort konnten noch keine neuen Akzente gesetzt werden. Ich glaube, dass es sowohl in der Abwehr als auch im Angriff noch Potenzial nach oben gibt. Es ist in den vergangenen Jahren relativ schnell nach vorne gegangen, das muss sich erst einmal konsolidieren. Die schnelle Mitte gibt es doch erst seit drei, vier Jahren, das muss sich auch erst einmal einpendeln. Nach der ersten Saison, in der der TBV Lemgo mit der schnellen Mitte so durchlaufen konnte, musste sich etwas ändern. Es hat eine Reaktion der Abwehr gegeben, und in dieser Phase sind wir zurzeit. Bei den Nationalmannschaften wird ohnehin großer Wert auf die Abwehrarbeit gelegt, weil diese Teams nicht so lange zusammen sind wie Vereinsmannschaften. Das predigt seit Jahren Bundestrainer Heiner Brand. Und er wird mit Sicherheit versuchen, über eine kompakte Defensivarbeit gut abzuschneiden bei der WM im eigenen Land.
Werden Sie sich viele Spiele der Weltmeisterschaft ansehen?
PFÄNDER: Ich muss natürlich auf den Trainingsplan beim TuS N-Lübbecke schauen, denn vor uns liegen im Januar 28 Trainingseinheiten. Das wird zwar eng, doch an den Wochenenden kann ich viele Spiele sehen, da wir meistens am Samstagmorgen die letzte Trainingseinheit haben. Aber auch unter der Woche werden sich in Halle, Dortmund oder Bremen Gelegenheiten ergeben, das eine oder andere Spiel zu sehen. Natürlich werde ich am Schluss der WM auch in Köln sein, weil dort auch das Trainer-Symposium stattfindet. Alleine während dieses Symposiums werde ich zehn Spiele sehen können.
Zurück zum TuS N-Lübbecke. Sie haben eben gesagt,sie sind sich sicher, den Klassenerhalt zu schaffen. Wie soll dieses Unterfangen gelingen?
PFÄNDER: Zunächst einmal werden wir versuchen, eine sehr gute Vorbereitung hinzulegen. Das heißt, dass wir körperlich die gegen Nordhorn und Lemgo fehlenden Prozentpunkte noch herausholen wollen.Und dann wollen wir in den Heimspielen gegen Großwallstadt, Kronau und Göppingen ein paar Bonuspunkte holen. Das sind letztlich die Punkte,die darüber entscheiden, wer ganz unten steht und wer nicht. Das ist ein Ziel neben den sechs Partien gegen die direkten Konkurrenten, wovon drei daheim und drei auswärts ausgetragen werden.
Wie viele Punkte benötigt man Ihrer Meinung nach, um den Klassenerhalt sicher zu schaffen?
PFÄNDER: Mit 20 Punkten müsste man auf der sicheren Seite sein, da bin ich mir relativ sicher. Unser Ziel kann nur sein, mindestens 15. zu werden.
Interview mit ....
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Zitat
Original von Karl
Bibo schreibt:Nuja, RR hat ja reichhaltigste Erfahrungen als herausragender Spieler, allerdings in nur 2 Vereinen (Bergkamen und Düsseldorf) - das Haifischbecken Gummersbach war dann natürlich vom Umfeld her schon ein Schritt (auch wenn der VFL damals nur ein selbsternannter Spitzenverein war). Außerdem hatte er, wenn ich mich recht erinnere, keinen entscheidenden Einfluß auf die Kaderzusammenstellung nehmen können.
Klajic kann natürlich auch längerfristig arbeiten (siehe in Essen und Wallau/Massenheim); unsinnig ist es auch, Ratka generell die Fähigkeit abzusprechen, eine Spitzenmannschaft trainieren zu können (es ist ja z.B. nicht so, daß er ibei GWD nur mit absoluten 'Nonames' arbeitet, sondern auch z.B. mit dem Mittelmann des isländischen Nationalmannschaft). In Minden sind natürlich die Umstände schon günstiger (das gilt aber für wohl fast jeden Trainer), in Ratkas Fall allein schon wegen des Verhältnisses zu Hotti Bredemeier (der Ratka ja schon fast 10 Jahre in Düsseldorf trainierte).
Edit:
Mythbuster: mit der Charakterisierung 'Kampf eintrichtern' (sinngemäß) wirst Du Ratkas Arbeit mit der Dankerser Mannschaft der letzten beiden Saisons nicht gerecht.Um es meinerseits zum Abschluss zu bringen:
Aus VfL-Sicht bekommt man das ja anders mit, weil Minden gegen den VfL in den letzten Jahren in einer fast aussichtslosen Position war und es nur über den Kampf laufen konnte.
Wobei der direkte Vergleich ganz interessant ist (welche Aussagekraft auch immer man dem beimessen will):
Alle Ergebnisse aus GWD-Sicht:04/05: 29:30 und 30:30 (Kljaic GWD und Ratka VfL)
05/06: 22:29 und 17:30 (Kljaic VfL und Ratka GWD)
06/07: 24:32 (Ratka GWD und Gislason VfL)Mittlerweile in der Saison 06/07 kann Ratka allerdings auch anders arbeiten und mehr am Spielerischen feilen nachdem die schlimmsten Verletzungen überwunden sind, was sich ja auch in der letzendlich deutlich aufsteigenden Fieberkurve zeigt. Wenn ich das so richtig interpretiere.
Letztes Wort zu Kljaic:
Karl hatte ihn ja auch gelobt. Beim VfL jedenfalls hat er nie behauptet kein Legionär zu sein, sondern immer gesagt, er macht nur Veträge über ein Jahr (mit Begründungen in seiner berühmt bildreichen Sprache). Das war sehr ehrlich und offen, und so hatte auch glaube ich niemand ein Problem damit. Wie es früher war habe ich nicht mitbekommen. Vielleicht war es auch eine Entwicklung "im Alter" dass er sich keine langfristigen Aufgaben mehr vorgenommen hat. -
velko ist kein Söldner, sondern einer der sich nicht verbiegen lässt. Entweder geht es nach seinem Schädel, oder er haut ab und dann ohne langes Vertragsgeschisse. Wenn ein Verein nach seiner Pfeife tanzt, bleibt der 15 Jahre.
Man kann nicht einfach die Spielergebnisse zwischen Vf und GWD so vergleichen und an der Trainingsarbeit von Ratka festmachen. Die Mannschaften haben sich personell und (vor allem Gummersbach) charakterlich verändert.
Richard mag ja als Mensch ganz in ordnung sein, aber beim VfL hat das einfach nicht funktioniert. Du kannst alle fragen, die ihre Nase ein bisschen tiefer in diesem Verein haben: der hat sich hier auf die faule Haut gelegt und hat gedacht, dass geht einfach so. Vielleicht hat er ja gelernt. -
In der Online-Ausgabe der Hamburger Morgenpost (18.01.2007)
ist ein Interview mit Bertrand und Guillaume Gille:ZitatAlles anzeigenDOPPEL-INTERVIEW GUILLAUME UND BERTRAND GILLE (HSV HANDBALL)
»Die Deutschen sind brandgefährlich«
NILS WEBERSie sind Urgesteine der HSV-Handballer und Säulen des französischen Nationalteams,
das als einer der Topfavoriten in der WM-Vorrunde auf Island, Ukraine und Australien trifft.
Im großen MOPO-Interview sprechen Guillaume (30) und Bertrand Gille (28)
über Titelträume, Bruderrache und Vaterfreuden.MOPO: Hat euch das WM-Fieber schon gepackt?
Bertrand: Ehrlich gesagt noch nicht, denn die Vorbereitung war sehr hart.
Am Wochenende hatten wir zwei Tage frei und waren bei unseren Familien.
Das Härteste an einer WM ist, dass man so lange von Frau und Kindern getrennt ist.MOPO: Frankreich ist als Europameister automatisch Top-Favorit.
Wie groß ist der Erwartungsdruck in eurer Heimat?Guillaume: Natürlich sind die Erwartungen hoch, aber die haben wir ja auch an uns selbst.
Der Favoritenstempel bedeutet nicht viel.
Die Spitze ist so eng, man braucht zwei Minuten, um alle Medaillenkandidaten aufzuzählen.MOPO: Was bedeutet es euch, in eurer sportlichen Heimat eine WM zu spielen?
Bertrand: Es ist eine Ehre, ein Teil dieser WM zu sein.
Deutschland ist das Handball-Land schlechthin.
Wir haben es selbst erlebt in Frankreich bei der WM 2001, als wir den Titel geholt haben.
Wenn ich an die Atmosphäre denke, kriege ich noch heute Gänsehaut.
Ich wünsche den deutschen Spielern, dass sie ein genauso geiles Gefühl haben wie wir damals.Guillaume: Die Bedingungen für uns sind perfekt.
Wir kennen die Hallen, das Essen, das Klima, sprechen die Sprache ...MOPO: Fast wie zu Hause. Setzt ihr gar auf einen Heimvorteil?
Guillaume: Das zu behaupten wäre arrogant! Und pikant. (lacht)
Man bedenke die historischen Vorgänge zwischen Deutschland und Frankreich ...MOPO: Nach WM-Gold im eigenen Land habt ihr jetzt die Chance,
in eurer zweiten Heimat Gold zu holen.Bertrand: Das ist eine riesige Motivation für uns.
In Deutschland Weltmeister zu werden - das wäre traumhaft.MOPO: Was traut ihr dem deutschen Team mit den HSV-Kollegen Toto Jansen, Pascal Hens und Stefan Schröder zu?
Guillaume: Deutschland wird schwer zu schlagen sein.
Die haben die Fans im Rücken.Bertrand: Die können Weltmeister werden.
Die Deutschen sind brandgefährlich, Verletztensorgen hin oder her.
Wer auch immer auf dem Feld steht, wird 200 Prozent geben.MOPO: Hand aufs Herz: Würde es euch freuen, wenn eure HSV-Kollegen Weltmeister werden?
Bertrand: Wenn wir es nicht schaffen sollten, drücken wir ihnen die Daumen, klar.
Sie dürfen es aber nicht gegen uns werden, sorry, so stark ist der Teamgeist beim HSV nun auch wieder nicht.
Wir haben übrigens einen internen HSV-Wettbewerb, wer bei der WM am weitesten kommt.MOPO: Eine stärkere Bindung zwischen Spielern als bei Brüdern kann man sich kaum vorstellen.
Wie ist es, mit anzusehen, wenn der Bruder gefoult wird?Guillaume: Das ist schwer zu ertragen.
Man will sich sofort für seinen Bruder revanchieren.
Mit Worten oder mit dem Körper. Es muss aber im Rahmen der Regeln bleiben.Bertrand: Die Emotionen kochen drei Mal höher, als wenn ein Mitspieler gefoult wird.
Ich bin dann wütend und zeige das. Diese Aggressivität hilft sogar.
Aber wenn du zu emotional reagierst, verlierst du den Kopf.MOPO: Die Franzosen spielen unheimlich hart, was nicht gerade beliebt ist.
Ärgert es euch, wenn es heißt, Frankreich zerstört nur und spielt kaum?Guillaume: Ach was. Die Abwehr ist unsere beste Waffe.
Wir spielen hart, aggressiv. Man kann es meinetwegen brutal nennen.
Wir sind ja keine Kinder.Bertrand: (grinst) Wir haben ein paar richtige Ochsen im Team!
Guillaume: Es ist ja nicht so, dass die Gegner mit Samthandschuhen spielen.
Wir kriegen auch auf die Fresse.MOPO: Beim HSV sprecht ihr auf dem Feld manchmal Französisch miteinander.
Redet ihr im Kreise der französischen Equipe auch mal Deutsch?Bertrand: Nur wenn wir wollen, dass uns die anderen nicht verstehen.
Guillaume: Meistens bei Späßen ...
MOPO: Viel Spaß scheint euch auch die Nachwuchsarbeit zu machen.
Ihr werdet im Frühjahr jeweils zum dritten Mal Vater.
Plant etwa jeder von euch eine Handballmannschaft?Bertrand: (lacht) Oh, damit wären unsere Frauen sicher nicht einverstanden!
Also für mich und meine Frau Raphaelle ist nach dem dritten Kind Schluss.MOPO: Was ist schöner: Weltmeister werden oder Vater werden?
Guillaume: Kein Titel kann dir geben, was du an Liebe von deinen Kindern bekommst.
Sie sind ein Teil von dir selbst, dein eigenes Blut.Bertrand: Beides ist unheimlich emotional.
Aber Papa zu werden, ist noch viel schöner.
Weltmeister kannst du werden, wenn du zwei Wochen lang dein Bestes gibst.
Wenn du ein guter Vater sein willst, musst du jeden Tag dein Bestes geben, ein Leben lang.Quelle:
Mopo -
Zitat
Guillaume: Es ist ja nicht so, dass die Gegner mit Samthandschuhen spielen. Wir kriegen auch auf die Fresse.
Das ist mal ne klare Aussage. -
Mir sind die beiden sehr symphatisch. Ich hatte sie auch schon mal in einer NDR-Talkrunde gesehen, ich hatte sie vorher völlig fehleingeschätzt. Sprechen beide perfektes deutsch. Wenn ich da an manch anderen Sportler denke, der sogar einen deutschen Pass hat...
Sie sind zwar manchmal ziemliche Fieslinge auf der Platte, aber davon haben wir auch den Einen oder Anderen.
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ehrlich, geradeheraus, sympathisch... so wie man die beiden halt kennt. Und ihre Art Handball zu spielen finde ich auch geil! Sie teilen aus, können aber auch einstecken!
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"Im WM-Vorfeld wird alles schlecht geredet"
18.01.2007 - - GWD-Trainer Richard Ratka spricht über die am Freitag beginnenden Titelkämpfe / "Tippe auf Deutschland als Weltmeister"
Minden (much). Die Handball-Weltmeisterschaft im eigenen Land beginnt am Freitag mit der Partie Deutschland gegen Brasilien. Auch Richard Ratka, Trainer des heimischen Bundesligisten GWD Minden, fiebert dem Ereignis entgegen.
Von Michael Lorenz und Jürgen Knicker
Der 43-jährige Linkshänder bestritt zu seiner aktiven Zeit bei der damaligen TuRU Düsseldorf 71 Länderspiele im Dress des DHB. Im Gespräch mit MT-Mitarbeiter Michael Lorenz und -Redakteur Jürgen Knicker schilderte er seine Erfahrungen und Erwartungen im Hinblick auf die Titelkämpfe.
Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Welche eigenen WM-Erfahrungen hast du?
Wenig, da zu meiner Zeit das Team der Bundesrepublik nur zweitklassig war. Ich kann mich an legendäre Sachen mit Hotti Bredemeier als Trainer erinnern, zum Beispiel an eine C-WM in Finnland. Bei den Olympischen Spielen in Barcelona war ich dabei. Ein tolles Erlebnis, aber nicht gerade von Erfolg gekrönt.
Welche Erinnerungen hast du an die letzte WM in Deutschland von 1982?
Die Szene, als die Schweizer kurz vor Schluss unerlaubt einen zusätzlichen Spieler aufs Feld brachten, der Erhard Wunderlich am Wurf hinderte. Danach ging es bergab mit dem westdeutschen Handball.
Die Fußball-WM im eigenen Land war gigantisch. Ist das positiv für die Handball-WM oder eine Belastung?
Gute Frage, die man wohl erst im Nachhinein beantworten kann. Negativ ist sicherlich die extrem hohe Erwartungshaltung. Es sind bereits mehr als 300 000 Karten verkauft worden, die Sache wird gut laufen. Es gibt zwar auch Public Viewing, aber man muss bedenken, dass wir Winter und nicht Sommer haben, schon daher wird das nicht so angenommen. Man kann die Handball-WM mit der Fußball-WM nicht vergleichen, eher mit der Reit-WM, die letztes Jahr in Aachen statt fand. Ich bin mir sicher, dass beim Handball wesentlich mehr los sein wird. Viel hängt vom Abschneiden der deutschen Mannschaft ab. Es könnte schon sein, dass ab dem Viertel- oder Halbfinale eine gewisse Euphorie aufkommt. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, warum hierzulande im Vorfeld der WM alles schlecht geredet wird, dass angeblich kaum jemand weiß, dass sie stattfindet. Hier wissen alle davon, und in meiner Heimat, Großraum Dortmund, auch.
Ein solches Ereignis lebt auch von Idolen. Wer könnte diese Rolle im Team von Bundestrainer Heiner Brand übernehmen?
Die meisten bekannten Spieler sind nicht mehr dabei. Florian Kehrmann ist das zuzutrauen, wenn er nach seiner Verletzung wieder richtig in Tritt kommt. Markus Baur wird eine Rolle spielen, auch Torhüter Henning Fritz. Vielleicht ein Youngster wie Lars Kaufmann.
Welche Stärken, welche Schwächen siehst du beim deutschen Team?
Die Stärken liegen eindeutig in der mannschaftlichen Geschlossenheit und im Heimvorteil. Dazu sind deutsche Mannschaften traditionell sehr deckungsstark. Negativ sind auf jeden Fall die vielen Verletzungen in jüngster Zeit und die dadurch fehlende Kontinuität. Die Fragen werden sein, wie das Team das verkraftet hat und wie schnell es sich zusammenfindet. Das Grundkonzept ist gut, und die Qualität ist vorhanden.
Wer wird Weltmeister?
Ich tippe auf Deutschland. Ich denke, das die Mannschaft das Halbfinale erreicht. Und von da an kann jede Mannschaft Weltmeister werden. Da picke ich mir halt Deutschland heraus. Ich bin zu sehr Patriot, als dass ich dann auf Kroatien oder so tippen würde. Man wird sehen, wie schwer der Heimvorteil wiegt.
Wer wird der WM-Star?
Schwer zu sagen. Die Kroaten Mirza Dziomba und Ivano Balic sind sicherlich Kandidaten, Frankreich Nikola Karabatic und der Tunesier Wissem Hmam zählen ebenfalls dazu.
Welche Rolle werden die GWD-Isländer Snorri Gudjonsson und Einar Örn Jonsson spielen?
Snorri wird im Angriff wahrscheinlich viel Einsatzzeit haben. Bei Einar muss man sehen, er ist ja als Rechtsaußen für den Halbrechten Einar Holmgeirsson nachnominiert. Aber da Großwallstadts Alexander Petterson und Einar Halgrimsson eigentlich gelernte Halbrechte sind und Wilhelmshavens Gylfi Gylfason nicht dabei ist, hat er möglicherweise die Chance zu spielen.
Wirst du Weltmeisterschafts-Spiele live vor Ort sehen?
Ja. Jeder Bundesligatrainer ist akkreditiert. Bei den Vorrundenspielen wird es nicht klappen. Aber in Dortmund werde ich dabei sein. In Lemgo sehe ich mir den Presidents-Cup an, da sind Teams bei, die nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen.
Um nach Spielern für GWD zu suchen?
Vielleicht ist ja ein junger Spieler für uns dabei. Wir schauen nicht nach bestimmten Positionen, wir haben ja eine gute Mannschaft, die sich sehr gut entwickelt hat. Wir sehen uns aber auch in der zweiten Liga nach jungen Leuten und Talenten um, die sich dort bewährt haben und vor dem nächsten Entwicklungsschritt stehen. Die Top-Leute der großen Nationen sind für einen Klub wie GWD Minden nicht erreichbar. Die sind an andere vergeben. Wir müssen mit den Leuten vorlieb nehmen, die für uns finanzierbar sind.
Wird die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland neue Trends bringen und wenn ja welche?
Die meisten Dinge dürften bekannt sein. Da erwarte ich kaum etwas Neues. Wir werden natürlich genau hinsehen. Herauspicken können wir uns jedoch nur Neuentwicklungen, die für eine Mannschaft wie die unsrige passend und umsetzbar sind.
Falls die deutsche Mannschaft die Erwartungen nicht erfüllt dürfte eine neue Diskussion um die Ausländerbeschränkung beginnen.
Möglich. Aber auch das wird kein Allheitmittel sind. Heiner Brand ist mit diesem Thema ja bei den Klubs eher auf taube Ohren gestoßen. Ich denke, es sollte viel mehr Aufmerksamkeit der Nachwuchsförderung geschenkt werden.
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Original von block-o
Mir sind die beiden sehr symphatisch. Ich hatte sie auch schon mal in einer NDR-Talkrunde gesehen, ich hatte sie vorher völlig fehleingeschätzt. Sprechen beide perfektes deutsch. Wenn ich da an manch anderen Sportler denke, der sogar einen deutschen Pass hat...Sie sind zwar manchmal ziemliche Fieslinge auf der Platte, aber davon haben wir auch den Einen oder Anderen.
Ganz meine Meinung. Es ist bei den meisten Spielern so, dass sie privat und im Spiel zwei Unterschiedliche Erscheinungen sind.
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sport1.de :
"Die Lauerstellung ist gar nicht so verkehrt"
Berlin - Die Handball-Welt blickt nach Berlin. Am Freitag (ab 17 Uhr LIVE) eröffnen Deutschland und Brasilien in der seit Wochen ausverkauften Max-Schmeling-Halle die XX. Weltmeisterschaft.Es soll das größte Handball-Fest aller Zeiten werden. Damit das gelingt, muss die deutsche Mannschaft auch ihren Teil dazu beitragen.
Viel wird dabei von Henning Fritz abhängen. Deutschlands Nummer eins war im Klub nur dritter Keeper. Im Vorfeld wurde über seine Form spekuliert.
Sport1.de sprach mit dem Welthandballer von 2004 über die Vorbereitung, die deutschen Tugenden und das Ziel WM-Titel.Sport1: Herr Fritz, zwei Wochen lang hat Heiner Brand mit der Mannschaft noch trainieren können. Woran wurde gearbeitet?
Henning Fritz: Die Torhüter haben viel individuell mit Andreas Thiel gearbeitet. Die Feldspieler haben im taktischen Bereich trainiert, die Abwehr einstudiert. Es gibt andere Nationen, die viel über ihre Physis machen, die körperlich sehr stark sind. Unser Spiel ist es aber eher, mit schnellen Spielzügen die gegnerische Abwehr in Bewegung zu bekommen. Wir haben die Abläufe so einstudiert, dass sie bis ins kleinste Detail klappen.Sport1: Reichte die Zeit aus?
Fritz: Das wird man sehen. Viel hängt nun davon ab, wie wir uns als Mannschaft präsentieren. Dass wir die Euphorie, die beim Publikum da sein wird, annehmen und in die Spiele mitnehmen. Und dass die Verletzten fit sind.Sport1: Über Sie wurde in den vergangenen Wochen viel geschrieben. Haben Sie das wahrgenommen oder versucht, es auszublenden?
Fritz: Es hat mich ja selbst betroffen. Deswegen war es unerheblich, ob es in den Medien stand, ich musste mich selbst damit beschäftigen.Sport1: Wie sehen Sie Ihre Situation beim THW?
Fritz: Dazu möchte ich mich nicht äußern.Sport1: Sie konzentrieren sich also ganz auf die Nationalmannschaft. Gibt Ihnen das Team Kraft?
Fritz: Ja, natürlich. Der Bundestrainer hat mir das Vertrauen geschenkt, egal, wie die Situation beim THW war. Das gibt einem Selbstvertrauen, aber auch das Training mit Andreas Thiel war sehr wichtig. Es gibt Selbstvertrauen, wenn man merkt, dass es von Tag zu Tag besser wird.Sport1: Torwart-Trainer Thiel sagte Sport1.de, er sei überrascht gewesen, in welch guter Verfassung Sie sich befunden haben. Bestätigt Sie das?
Fritz: Natürlich. Denn dass die Situation nicht einfach war, ist klar. Das Vertrauen des Trainers zu haben und das Torwart-Training genießen zu können, ist sehr schön. Ich bin froh, jetzt bei der Nationalmannschaft zu sein.Sport1: Wie ist Ihr Verhältnis zu den beiden anderen Keepern Carsten Lichtlein und Johannes Bitter?
Fritz: Eine Konkurrenzsituation muss es geben. Wir wollen uns schließlich verbessern. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Es ist nicht so, dass wir uns gegenseitig die Augen ausstechen. Wir arbeiten kollegial, denn wir wissen auch, dass wir uns gegenseitig brauchen. Keiner wird das Turnier alleine durchspielen. Jeder muss da sein, wenn er auf dem Feld steht, und der Mannschaft helfen.Sport1: Zum WM-Start warten mit Brasilien und Argentinien zwei Gegner, über die man nicht viel weiß. Undankbare Aufgaben?
Fritz: Wenn man davon redet, dass man nur verlieren kann gegen diese beiden, dann kann das zum Problem werden. Wir wollen aber nicht so rangehen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal ob mit einem oder mit zehn Toren. Wichtig ist für uns, dass wir in das Turnier gut reinkommen und das nötige Selbstvertrauen haben. Dafür sind wir selbst verantwortlich. Wir müssen die Spiele aber auch erst einmal gewinnen, nur das zählt.Sport1: Welche Rolle wird das Publikum bei der WM spielen?
Fritz: Eine große. Die Situation darf uns nicht hemmen, sondern muss uns beflügeln. So, wie ich die Mannschaft einschätze, gibt es aber keinen, den es hemmt. Gerade gegen die Spitzenmannschaften könnte das das eine Tor ausmachen, das zum Sieg reicht.Sport1: In welcher Rolle sehen Sie die deutsche Mannschaft?
Fritz: Schwer zu sagen, denn wir haben in vielen Freundschaftsspielen zuletzt sehr schwankende Leistungen gezeigt. Wir gehen nicht als Favorit in das Turnier, das wäre übertrieben. Aber als Gastgeber sind wir in einer Situation, die nicht so schlecht ist. Wir sind in einer Lauerstellung. Das ist gar nicht so verkehrt.Sport1: Hoffen Sie darauf, mit Erfolgen zum Turnierbeginn auf eine Euphoriewelle aufzuspringen?
Fritz: Natürlich. Dafür sind wir auch selbst verantwortlich. Ich glaube nicht, dass es die Masse interessiert, gegen wen wir gewinnen. Wichtig wird sein, dass wir erfolgreich spielen und mit Leidenschaft in die Spiele gehen. Wenn wir dann das Publikum auf unsere Seite ziehen können, hoffen wir, dass eine Euphorie entsteht.Sport1: Was werden die deutschen Stärken sein?
Fritz: Absolute Leidenschaft. Auch und gerade, wenn wir in Rückstand geraten. Und der Teamgeist. Nur darüber können wir erfolgreich sein, denn individuell können wir mit einigen Mannschaften nicht mithalten. Als Team jedoch schon.Sport1: Nach dem Vorbild der deutschen Fußball-Nationalmannschaft?
Fritz: Ja, Teamgeist ist immer mitentscheidend. Beim Fußball hatten die Brasilianer wohl die beste Mannschaft, als Mannschaft haben sie sich jedoch nicht präsentiert. Als Einheit kann man einige Schwächen kaschieren.Sport1: Reicht das zum WM-Titel?
Fritz: Es ist unser Ziel, am Ende ganz oben zu stehen. Ob es reicht? Dann müsste ich Hellseher sein. Aber wir wollen jedes Spiel gewinnen, keine Frage.
Das Gespräch führte Michael Schwartz -
Steinar Ege im Interview: "Die WM wird ein Riesen-Handballfest"
Neun Jahre spielte Norwegens Nationaltorhüter Steinar Ege in Deutschland für den VfL Gummersbach (1997-1999 und 2003-2006) und den THW Kiel(1999-2003) . Nach einem Abstecher beim spanischen Club Garalda hütet der sympathische Skandinavier seit dieser Saison das Tor des dänischen Spitzenclubs FC Kopenhagen. Kurz vor dem WM-Start in Deutschland nahm sich Ege viel Zeit für ein Interview mit handball-world.com, sprach über seinen neuen Club und die Unterschiede im dänischen Handball, sowie über die WM in Deutschland.
Hallo Steinar , wie geht es Ihnen in Kopenhagen, haben Sie sich mit Ihrer Familie eingelebt?
Steinar Ege:
Ja, wir finden Kopenhagen sehr schön und haben uns gut eingelebt. Unsere Tochter Lotte ist jetzt sieben und hat an der Schule angefangen, am 15. Dezember letzten Jahres wurde zudem unser Sohn Jonas geboren. Das Leben könnte nicht besser ein.Wie läuft es sportlich in Dänemark?
Steinar Ege:
Es läuft gut, wir spielen weniger als in Deutschland und das tut dem Körper natürlich gut. So habe ich jetzt auch mehr Zeit für meine Familie.Sind sie zufrieden mit der bisherigen Saison des FCK?
Steinar Ege:
Sehr sogar, wir stehen an der Tabellenspitze und spielen noch im EHF Pokal. Leider treffen wir dort auf den SC Magdeburg, eine sehr schwere Aufgabe.Was ist diese Saison noch möglich mit dem FC Kopenhagen?
Steinar Ege:
Wenn wir unter die besten vier Mannschaften der Liga kommen spielen wir am Ende um den Titel. Im EHF Pokal ist Magdeburg natürlich der große Favorit, nicht nur gegen uns, sondern auch auf den Gesamtsieg. Aber in zwei Spielen kann im Europapokal immer viel passieren.Sie haben lange in der Bundesliga gespielt, nun in Dänemark. Was sind die größten Unterschiede, Dänemark gilt vor allem für den Frauenhandball als das Land Nr. 1.
Steinar Ege:
Handball bekommt in Dänemark allgemein eine große Beachtung. Durch das Fernsehen stehen die Frauen natürlich viel mehr im Blickpunkt als in Deutschland. Was die Männer angeht, wir spielen nur ein Spiel in der Woche und die Busreisen sind viel kürzer als in Deutschland. Den größten Unterschied gibt es natürlich bei den Zuschauern, wir spielen durchschnittlich vor 800 Zuschauern zu Hause in Kopenhagen, in der Köln-Arena hatte Gummersbach schon 18.000 Zuschauer. Die Stimmung von den Fans ist in Deutschland so natürlich auch viel besser als in Dänemark, genau wie das Niveau der Liga, obwohl die dänische Liga hier in den letzten Jahren eine gute Entwicklung genommen hat, viele Spieler, die früher in Deutschland gespielt haben, spielen nun in Dänemark. Das tut der Liga gut.Verfolgen Sie noch die Bundesliga?
Steinar Ege:
Oh ja, ich hänge noch am Handball in Deutschland. Ich hab diese Saison zwar noch kein Spiel live gesehen, aber ich erkundige mich natürlich nach den Resultaten. Ich habe noch viele Freunde in Deutschland, das macht es einfach sich zu informieren.Am Freitag startet die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland, freuen Sie sich zurückzukommen?
Steinar Ege:
Ich freue mich sehr wieder in Kiel zu spielen (Vorrundenspielort von Norwegen, d. Red). Was die WM angeht freue ich mich auf die Beste Weltmeisterschaft alle Zeiten, sowohl was die Zuschauer wie auch die Organisation angeht. Unsere Mannschaft werden viele Norweger in Kiel unterstützen, die WM wird ein riesen Handballfest.Was ist für Norwegen bei der WM möglich?
Steinar Ege:
Unser Ziel ist die Hauptrunde. Unsere Vorrundengruppe ist sehr ausgeglichen, ich glaube hier entscheiden am Ende Kleinigkeiten wer gewinnt und am Ende weiterkommt. Wir sind aber gut genug, auch wenn die letzten Vorbereitungsspiele nicht so positiv verlaufen sind, uns für die Hauptrunde zu qualifizieren.Wenn Sie ihre Nationalmannschaft beschreiben müssten, was ist typisch für Norwegens Kader, wo sind Ihre Stärken?
Steinar Ege:
Die Stimmung und Moral in unserer Mannschaft ist unheimlich gut. Auf dem Feld sehe ich unsere Abwehr als unsere Stärke, zudem spielen wir immer mit vollem körperlichen Einsatz.Verraten Sie uns eine Schwäche von Norwegen?
Steinar Ege:
Nein, das tue ich nicht (lacht). Aber vor der WM hatten wir mit vielen Verletzten zu kämpfen, waren selten komplett und konnten uns nicht einspielen. Aber wir reisen ja immer mit Physiotherapeuten und unserem Arzt, die haben wirklich viel zu tun bei so alten Männern wie mir (lacht).In der Vorrunde trifft Norwegen in Kiel auf Dänemark, ein besonderes Spiel um die Vormacht im skandinavischen Handball, oder ein Spiel wie jedes andere auch?
Steinar Ege:
Nein, das ist ein ganz normales Spiel. Wichtig ist für uns am Ende die Hauptrunde zu erreichen.Wer ist für Steinar Ege der WM Favorit?
Steinar Ege:
Frankreich ist für mich der klare Favorit. Sie kommen als Europameister und haben die beste Mannschaft.Was trauen Sie Deutschland bei der WM zu?
Steinar Ege:
Das ist schwer zu sagen. Bei der Fußball WM hat man Deutschland auch nichts zugetraut, am Ende hat sich die Mannschaft in einem Rausch bis ins Halbfinale gespielt. Die DHB Auswahl wird eine wahnsinnige Unterstützung der Fans erfahren, das kann beflügeln.Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der WM.
Quelle: handball-world.com
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Quelle: spiegel.de
Flensburg-Handewitt:
Ein deutscher Spitzenclub ohne deutsche NationalspielerMan stelle sich vor, Werder Bremen würde keinen Spieler für die Fußball-Nationalmannschaft abstellen. Undenkbar. Beim Handball ist dieses Szenario Realität. Spitzenclub SG Flensburg-Handewitt ist nicht im WM-Kader vertreten. Warum, erklärt Manager Storm im Interview mit
SPIEGEL ONLINE: Thorsten Storm, wieso sind Sie in Mannheim und nicht in Halle oder Dortmund bei der deutschen Mannschaft?
Thorsten Storm: Unabhängig von meinem Patriotismus bedeutet das Turnier für mich Arbeit. In Mannheim spielen mit Spanien, Kroatien, Ungarn, Tschechien, Dänemark und Russland einige Mannschaften, bei denen es interessante Spieler für die Bundesliga gibt.
SPIEGEL ONLINE: Also setzt die SG Flensburg-Handewitt weiterhin auf Ausländer? Als deutscher Vizemeister stellen sie nicht einen einzigen Nationalspieler der DHB-Auswahl.
Storm: Das ist ja nichts Neues, sondern schon seit Jahren so. Von einigen Ausnahmen abgesehen. Dafür stellt die SG das Gerüst der dänischen Nationalmannschaft.
SPIEGEL ONLINE: Was die Sache nicht besser macht.
Storm: Ganz so krass ist es ja nun auch nicht. Hätte Frank von Behren sich keinen Kreuzbandriss zugezogen, hätte Flensburg immerhin den Abwehrchef der Nationalmannschaft bei der WM gestellt. Ich hätte ihn gern spielen sehen, er hätte dem Team und besonders Oliver Roggisch im Mittelblock sicherlich helfen können. Mit Torge Johannsen und Jan Holpert hatten wir zwei Spieler im erweiterten Kader. Ich hätte Jan als erfahrenen Torwart zu dem Turnier mitgenommen.
SPIEGEL ONLINE: Zumal die Torleute Henning Fritz und Johannes Bitter in der Vorrunde nur mäßige Leistungen gezeigt haben.
Storm: Bis zum Slowenien-Spiel haben beide Torhüter nicht überzeugt. Sie müssen sich noch steigern, wenn etwas Großes passieren soll. Das lag aber auch daran, dass weder Fritz noch Bitter in ihrem Verein Stammspieler sind. Zudem geht so etwas nur im Zusammenspiel mit der Abwehr. Die Torhüter sind für mich im modernen Handball zur Zeit die wichtigsten Erfolgsgaranten. Hast du den überragenden Torhüter bei gleichstarken Mannschaften, gewinnst du das Spiel.
SPIEGEL ONLINE: Trotzdem ist die SG offenbar nicht in der Lage, deutsche Nationalspieler an sich zu binden.
Storm: Das hat mehrere Ursachen. Viele Skandinavier - gerade die Dänen - kommen gerne nach Flensburg, weil wir ein attraktiver Verein in Grenznähe sind und viele Fans aus dem skandinavischen Raum haben. Wenn ein skandinavischer Auswahlspieler die Wahl zwischen Gummersbach oder Lemgo - die zentral in Deutschland liegen - und Flensburg hat, kommt er eher zu uns. Bei deutschen Auswahlspielern verhält es sich genau andersrum.
SPIEGEL ONLINE: Aber sie verfolgen trotzdem die Spiele der Deutschen?
Storm: Natürlich. Und es freut mich besonders, dass sich das Team von Spiel zu Spiel gesteigert hat. Zumal Heiner Brand mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte.
SPIEGEL ONLINE: Was auch an der hohen Belastung im Ligawettbewerb und europäischen Pokalbetrieb liegt.
Storm: Heiner kritisiert zurecht, dass die Belastung - gerade für Nationalspieler - immens hoch ist. Der Terminplan ist einfach zu eng, der Bogen ist langsam überspannt. Von daher kann man vor der Leistung, die Heiner und sein Stab bei der WM abliefern, nur den Hut ziehen.
SPIEGEL ONLINE: Wie weit wird es die DHB-Auswahl denn bei dem Turnier schaffen?
Storm: Wir sind nicht Favorit, unser Team hat keine herausragenden Individualisten. Das ist aber auch ein Vorteil. Wenn die Mannschaft erstmal richtig eingespielt ist, traue ich ihr alles zu. Wichtig ist, dass wir Werbung für den Handball machen und neue Kundenkreise erschließen.
SPIEGEL ONLINE: Sie werden ab der kommenden Saison die Fäden im Hintergrund der SG Kronau/Östringen ziehen. Das Team stellt bislang die Pechvögel der WM.
Storm: Dass Andrej Klimovets sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat, tut mir sehr leid. Er hätte dem Team sicher weiterhelfen können. Bei Oleg Velyky war ich von Anfang an skeptisch, ob er nach seiner Fußverletzung an der WM überhaupt teilnehmen kann. Ich denke, er wird in der Hauptrunde nicht mehr zum Einsatz kommen. Das ist ein herber Verlust, schließlich ist Oleg neben dem Kroaten Ivano Balic der wohl beste Rückraumspieler der Welt.
SPIEGEL ONLINE: Werden Sie als Manager der Kronauer verstärkt versuchen, deutsche Nationalspieler hervorzubringen?
Storm: Das ist Zukunftsmusik. Bis zum 30. Juni stehe ich bei Flensburg unter Vertrag und werde alles dafür geben, dass wir unsere hohen nationalen und internationalen Ziele erfüllen. Aber es ist natürlich immer ein Prädikat für gute Arbeit, wenn man möglichst viele Nationalspieler in seinen Reihen hat.
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INTERVIEW
Vieles ist möglich
HEINER BRAND
Über Stimmung und Chancen seiner Mannschaft bei der Handball-Weltmeisterschaft sprach Bundestrainer Heiner Brand mit Andreas Arnold
Frage: Ist Deutschland nach den Spielen gegen Frankreich und Island im Handball-Fieber?
Brand: Die Begeisterung ist einfach riesig. Obwohl man Handball nicht mit Fußball vergleichen kann, haben wir bei unseren Spielen in Halle und Dortmund eine unvergleichliche Atmosphäre in den Hallen gehabt. Das war etwas ganz Besonderes.
Frage: Warum haben Sie für die Spiele in der Kölnarena in Wiehl Quartier bezogen?
Brand: Während des Karnevals ist in den Kölner Stadthotels einfach zu viel los. Ich habe daher ein Hotel an der A4 Richtung Olpe gesucht, um das Risiko eines Staus so gering wie möglich zu halten. Die Wiehler Post ist für uns ideal, weil wir hier die nötige Ruhe für unsere Vorbereitung haben. Zudem haben meine Spieler nicht das Verlangen nach einem Grand-Hotel.
Frage: Was steht vor dem Anpfiff auf dem Programm?
Brand: Ausschlafen, spätes Frühstück, Behandlungen, ein Spaziergang und nach dem Mittagessen noch ein wenig Ruhe, ehe wir mit dem Mannschaftsbus nach Köln fahren.
Frage: Und wie sehen Sie Ihre Titelchancen?
Brand: Vieles ist möglich.
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«Ich brauche Zuckerbrot und Peitsche»
Christian Zeitz wirke immer so unbeteiligt, heißt es oft. Weil sein Gesichtsausdruck immer gleich sei. Stimmt aber gar nicht. Als der Kieler beim Interview mit Netzeitung.de das Diktiergerät des Reportes sieht, sagt er lachend: «Ganz schön altes Modell, was?» Cooler Typ, dieser Zeitz. Und sehr sympathisch.
Der in Heidelberg geborene Linkshänder ging einst schludrig mit seinem Talent um. Deswegen war für ihn der Sprung von der A-Jugend in die 1. Mannschaft des Zweitligisten TSV Östringen einst nicht ganz einfach. Bei einer Körpergröße von 1,85 Meter brachte er sage und schreibe 107 Kilogramm auf die Waage. Aber Zeitz begriff, dass sich etwas ändern muss, wollte er im Handball zu den Besten gehören und sein Name nicht nur für einen strammen Wurf stehen. 2001 trimmte er sich in drei Monaten auf 86 Kilogramm, und Bundestrainer Heiner Brand belohnte den Spieler «mit Perspektive» (Brand) mit einem ersten Länderspieleinsatz.Bei Brand ist der 26 Jahre alte Zeitz mittlerweile gesetzt. Obwohl er weiterhin unorthodox spielt und unberechenbar ist in seinen Leistungen. Aber «weil Heiner Brand damit klar kommt, bin ich dabei», sagt Zeitz lapidar, der gegen Tunesien mit sieben Toren seine beste Turnierleistung bot
Beim THW Kiel, wo er seit 2003 spielt, saß Zeitz zuletzt oftmals auf der Bank. Bei der Weltmeisterschaft in Deutschland ist er aber die Nummer eins auf der halbrechten Position. Der Nordhorner Holger Glandorf ergänzt ihn dort.
Zeitz ist ein Computer- und Internetfreak. Für sein Hobby bleibt bei der WM zwar wenig Zeit, aber wie allen Bundesbürgern ist auch ihm das neueste Video mit Paris Hilton nicht entgangen.
Netzeitung.de: Mit Spanien wartet heute ein sehr schwerer Gegner. Hätte einfacher kommen können, oder?
Zeitz: Ja, ich persönlich spiele gegen andere Mannschaften lieber. Russland wäre mir entgegengekommen. Gegen die Russen habe ich immer - oder fast immer - gut gespielt. Auf der anderen Seite haben die Spanier schon bei Olympia 2004 in Athen gesehen, dass man mit uns immer rechnen muss.
Netzeitung.de: Nun fällt ausgerechnet Spielmacher Markus Baur aus. Lässt sich ein solcher Ausfall verkraften?
Zeitz: Markus Baur ist nur schwer zu kompensieren. Er ist der Kopf der Mannschaft. Aber wir haben ja gesehen, wie Michael Kraus bereits gegen Frankreich voll in die Bresche gesprungen ist und das Kommando übernommen hat. Das hat er sehr gut gemacht. Wenn ich Bundestrainer wäre, würde ich auch mich auf die Mitte stellen.
Netzeitung.de: Tatsächlich?
Zeitz: (lacht) Nein. Für mich wäre es nur eine große Sache, weil ich mehr Bälle kriegen würde.
Netzeitung.de: Sicher ist eigentlich nur, dass Henning Fritz nicht Mitte spielen wird.
Zeitz: Solange wir nicht Fußball spielen, kommt Henning nicht in Frage, richtig.
Netzeitung.de: Fritz und Fußball?
Zeitz: Henning Fritz wird bei uns auch Franz Beckenbauer genannt. Weil er gerne Franz Beckenbauer sein möchte, glaube ich. Wenn wir Fußball spielen und er schießt ein Tor, was selten vorkommt, jubelt er und sagt immer: Franz Beckenbauer.
Netzeitung.de: Nach einem eher schwachen Turnierbeginn haben Sie sich gesteigert. Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Leistung?
Zeitz: Im ersten Spiel gegen Brasilien habe ich drei, vier Würfe verworfen. Markus Baur hat mich dann ein bisschen geschnitten, das ist jetzt keine negative Kritik, aber ich habe das schon gemerkt. Ich denke, das hat sich jetzt gebessert, er weiß damit zu leben, wenn ich mal drei, vier verwerfe. Mal sehen, wie’s weitergeht. Ich hoffe, dass wir gegen Spanien gewinnen.
Netzeitung.de: Rechtsaußen Florian Kehrmann zog sich im Spiel gegen Island eine Knieprellung zu und drohte auszufallen. Nun kann er doch spielen. Glück gehabt, oder?
Zeitz: Florian wird sich das Spiel gegen Spanien nicht nehmen lassen. Aber wenn er sich schwer verletzt hätte, wäre ich natürlich auf Rechtsaußen gegangen. Ich kann die Position spielen, ich habe ja da einst angefangen und auch in der Juniorenauswahl Außen gespielt.
Netzeitung.de: Ihr Stil ist manchmal recht unorthodox. Das gefällt nicht jedem.
Zeitz: Jeder hat seine Art zu spielen. So zu spielen ist eben meine. Heiner Brand kommt damit klar, deswegen bin ich dabei.
Netzeitung.de: Bei der Weltmeisterschaft in Tunesien 2005 sahen Sie sich starker Kritik ausgesetzt. Besonders Erhard Wunderlich, mit Heiner Brand 1978 Weltmeister, attackierte sie. Haben Sie sich mit ihm jemals ausgesprochen?
Zeitz: Ich hatte mit ihm vorher noch nie ein Wort gewechselt, und ich habe mich auch nicht mit ihm ausgesprochen. Für mich ist das Thema gegessen. Er wird weiter seine Sprüche machen. Ich kann damit leben. Irgendwann sieht man sich nochmal im Leben.
Netzeitung.de: Wenn Sie Trainer wären, wie würden Sie mit Christian Zeitz umgehen?
Zeitz: Mit Zuckerbrot und Peitsche.
Netzeitung.de: Pflegen Sie Rituale vor einem Spiel?
Zeitz: In der Kabine nicht, nein. Aber ich dusche vorher im Hotel, um schon ein bisschen warm zu werden. Sonst habe ich keine Rituale.
Netzeitung.de: Ihr Gesichtsausdruck, zumindest auf dem Feld, ist eigentlich immer der gleiche. Muss der Frust nie raus?
Zeitz: Ich zeige es nur nicht. Äußerlich wirke ich cool, innerlich ist es wie ein Vulkan.
Netzeitung.de: Wutausbrüche haben Sie also schon?
Zeitz: Innerlich ja. Äußerlich auch, aber nicht beim Handball. Oder nur selten. Bei der Aktion von Polens Trainer Bogdan Wenta war ich allerdings kurz davor einen Wutausbruch zu haben. Als der versucht hat, den Ball abzufangen - ich glaube, es war in der 58. Minute - da hätte ich ihm am liebsten eine reingehauen, aber das habe ich mir dann doch verkniffen. Es hätte sich nicht gelohnt.
Netzeitung.de: Was lässt Sie privat ausrasten?
Zeitz: Wenn es mit meinem Computer nicht so klappt, wie ich es haben möchte.
Netzeitung.de: Das geht uns allen so.
Zeitz: (lacht) Ja.
Netzeitung.de: Was machen Sie während der WM in der wenigen Freizeit?
Zeitz: Ich habe angefangen zu Pokern, aber ich war nicht so erfolgreich und hab’s dann gelassen.
Netzeitung.de: Ging’s um Geld?
Zeitz: Um Geld, ja. Deswegen bin ausgestiegen. Das Portemonaie ist nicht leer, aber es ist auf jeden Fall eine Lücke entstanden.
Netzeitung.de: Sie sind ein Computerfreak.
Zeitz: Ja, nach dem Pokern habe ich mich wieder auf meinen neuen Apple konzentriert. Ich habe mir dazu auch ein Buch gekauft und finde mich gerade rein.
Netzeitung.de: Auch ein Internet-Fan?
Zeitz: Ja.
Netzeitung.de: Das Nackedei-Video mit Paris Hilton schon gesehen?
Zeitz: Habe ich mir angeguckt, ja.
Netzeitung.de: Ist ja nicht so dolle.
Zeitz: Nee, ist nichts Besonderes. Live wär’s besser.
Netzeitung.de: Aber Paris ist schon Ihr Geschmack?
Zeitz: Die kommt ein bisschen dumm rüber, aber optisch ist sie anziehend.
Netzeitung.de: An Klatsch interessiert?
Zeitz: Paris Hilton googeln tue ich nicht. Ab und an gucke ich mir die Bilder in der Gala an. Da kommt man ja schon fast nicht mehr drum herum.
Netzeitung.de: Holger Glandorf und Lars Kaufmann sind Fans von Doppelzimmern. Eine Nacht haben die beiden sogar in einem Doppelbett geschlafen, ehe es ihnen doch zu eng wurde. Sie haben ein Einzelzimmer. Warum?
Zeitz: Ich brauche meine Ruhe.
Netzeitung.de: Apropos Glandorf. Sie sollen sich mit ihm auf der halbrechten Position ergänzen, was bisher ja auch gut klappt. Wie gehen Sie mit dem Konkurrenten um?
Zeitz: Wir sind keine Konkurrenten, wir sind Mitspieler und versuchen für unser Team das Beste zu geben. Ob er zehn Tore macht oder ich spielt keine Rolle. Wir wollen gemeinsam gewinnen.
Netzeitung.de: Sie haben bei Ihren Mannschaftskameraden eine Sonderstellung. Sie dürfen mehr riskieren als andere, weshalb Sie an manchen Tagen acht von neun Würfen im Tor unterbringen, an anderen Tagen nur zwei von sieben. Wie erklären Sie sich Ihren Ausnahmestatus?
Zeitz: Vielleicht wissen meine Mitspieler, was sie an mir haben. Aber einen Freibrief habe ich nun auch nicht, weil ich ja bei einem schlechten Spiel von der Presse zerrissen werde. Ich würde lieber von der Mannschaft einen blöden Spruch abbekommen als von der Presse. Die Presse hat vom Handball weniger Ahnung als die eigenen Mitspieler.
Netzeitung.de: Auffällig ist, dass Sie sich nach einem Spiel nie in der Pressezone blicken lassen. Nur an spielfreien Tagen gibt es die Chance, mit Ihnen zu sprechen.
Zeitz: Das stimmt, ich spreche nicht nach dem Spiel. Ich finde das blöd, direkt vom Hallenboden zu kommen und dann direkt zur Presse zu gehen. Ich sage dann vielleicht Sachen, die mir danach Leid tun, die nicht so gemeint waren. Deswegen bin ich der Meinung, dass man erst eine Nacht drüber schlafen sollte. Dann kann man immer noch über alles reden.
Netzeitung.de: Was sind die Vorzüge des deutschen Teams im Vergleich zur spanischen Auswahl?
Zeitz: Die Unberechenbarkeit. Und wir spielen im eigenen Land vor 19.000 Zuschauern in Köln. Und wir haben jetzt wieder einen Torhüter, der bärenstark hält. Henning Fritz wird ihnen alles weg halten.
Netzeitung.de: Hätten Sie lieber in Hamburg gespielt?
Zeitz: In Köln sind die Zuschauerränge viel zu weit weg. Ab dem zweiten oder dritten Rang erkennst du als Zuschauer keinen Menschen mehr. Im Hamburg sind sie näher dran am Spielfeld. Ist auch einfach die schönere Halle dort, finde ich.
Netzeitung.de: Wie lange benötigen Sie, um «runterzukommen», wie es immer so schön heißt. Geschieht das schon am Abend bald nach dem Spiel oder erst am nächsten Tag, nach dem Aufwachen?
Zeitz: Bei einem Sieg ist es einfacher runterzukommen als bei einer Niederlage. Einen Sieg hake ich eher ab und gehe an die nächste Sache ran. Aber bei einer Niederlage überlege ich schon, was die Mannschaft, was ich besser machen kann.
Netzeitung.de: Es heißt, dass Sie bei Bundesligist Kronau-Östringen wieder auf dem Wunschzettel stehen.
Zeitz: Ich glaube, ich bin da noch nie vom Wunschzettel gestrichen worden, aber bis jetzt gab’s noch keine Gespräche. Mal abwarten, wie die WM verläuft. Ich habe ja gesagt, als ich von Kronau-Östringen weggegangen bin, dass ich irgendwann wieder für diesen Verein spielen möchte. Aber ob später in der Altherren-Mannschaft oder in der ersten Mannschaft, das weiß ich noch nicht.
Netzeitung.de: Wie geht das Spiel heute aus?
Zeitz: 25:25. In der Verlängerung hält Fritz zwei Bälle und wir gewinnen.
Das Interview mit Christian Zeitz führte Markus Wanderl
Quelle: http://www.netzeitung.de/sport/handballwm2007/514629.html
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Handball HSV-Boss Rudolph:
"Wir brauchen ein starkes Nationalteam"Wie der HSV vom WM-Titel profitiert - und wann der Klub Meister wird.
ABENDBLATT: Herr Rudolph, spürt der HSV bereits die Auswirkungen des Titelgewinns der Nationalmannschaft?
ANDREAS RUDOLPH (51), Präsident der HSV-Handballer: Es gibt verstärkt Anfragen von Firmen nach Autogrammstunden und nach Möglichkeiten künftiger Zusammenarbeit. Sponsoren und Gönner haben sich gemeldet, die ihr Engagement intensivieren möchten, wie Unternehmen, die neu beim HSV einsteigen wollen.
ABENDBLATT: Ist der deutsche Handball strukturell überhaupt in der Lage, dem gestiegenen Interesse gerecht zu werden?
RUDOLPH: Ob der Deutsche Handball-Bund dazu in der Lage ist, weiß ich nicht. Der HSV jedenfalls ist gerüstet. Unsere Geschäftsstelle mit Piet Krebs an der Spitze ist hervorragend besetzt. Und weit vor der WM haben wir mit dem Hamburger Sportbund schon ein Schulprojekt angestoßen, das wir inzwischen mit Leben füllen.
ABENDBLATT: Trainer und Hallenzeiten sind kein Problem?
RUDOLPH: Mit unserem Cheftrainer Martin Schwalb, seinem Assistenten Michael Bollhöfer, unserem Sportchef Christian Fitzek und in der nächsten Saison unserem Torhüter Goran Stojanovic haben wir hochqualifizierte Leute, die diese Aufgaben begleiten können. Spätestens wenn im Herbst 2008 die neue Trainingshalle neben der Color-Line-Arena steht, sollten auch die Raumprobleme gelöst sein. Dort wollen wir unser neues Juniorenteam installieren.
ABENDBLATT: Die Bundesligaklubs hatten sich vor der WM gegen die Forderung des Bundestrainers gestellt, dass bei jedem Spiel vier Deutsche im Kader stehen müssten. Welche Position bezieht der HSV?
RUDOLPH: Wir unterstützen Heiner Brand nicht nur, weil wir seit Jahren auf deutsche Nationalspieler setzen und mit dieser Regel kein Problem hätten. Welche Sogwirkung Erfolge der Nationalmannschaft haben, zeigt sich doch gerade. Wir alle brauchen ein starkes Nationalteam - 2009 wie 2019. Die Investitionen in deutsche Spieler werden sich für alle Vereine auszahlen.
ABENDBLATT: Beim Investieren scheint der HSV dank Ihnen ganz weit vorn zu liegen.
RUDOLPH: Ich kenne diese Stimmen aus der Liga, die behaupten, dass wir mit Geld um uns schmeißen. Richtig ist, dass in Hamburg kein Mittelmaß akzeptiert wird. Deshalb müssen wir uns so schnell wie möglich in der Spitze festsetzen, damit das Projekt HSV mittelfristig überlebt. Das ist im Interesse der gesamten Bundesliga, die ja in die großen Städte will, um für Premium-Sponsoren und das Fernsehen attraktiver zu werden. Falsch ist, dass wir jeden Spieler bekommen, den wir haben wollen. Der Norweger Lund zum Beispiel ist vor dieser Saison nach Nordhorn gewechselt.
ABENDBLATT: Der HSV ist vor dem Neustart der Bundesliga bei Meister THW Kiel Dritter. Geht noch was nach oben?
RUDOLPH: Wir müssen in dieser Saison nicht Meister werden, wollen aber die anderen Klubs den Titel nicht, sagen wir nicht Nein. Unsere Ziele bleiben ein Champions-League-Platz (Rang 1-3, die Red.), die Teilnahme an der Pokalendrunde und der Gewinn des Europapokals.
ABENDBLATT: Und wann wird der HSV Meister?
RUDOLPH: Sport ist nicht kalkulierbar. Wenn alles klappt, sind in der nächsten Saison zehn Spieler beim HSV unter Vertrag, die bei der WM 2007 mit ihren Mannschaften im Halbfinale standen. Dieses Team sollte um den Titel spielen können.
ABENDBLATT: Welche Personalien sind offen?
RUDOLPH: Wir verhandeln noch mit einem Polen (Michal Jurecki, die Red.) und mit der SG Kronau/Östringen über die vorzeitige Freigabe Oleg Velykys - zum 1. Juli. Dann wären wir für 2007/2008 komplett.
rgerschienen am 7. Februar 2007
Quelle: Hamburger Abendblatt
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Wetzlars Neuzugang Milan Vucicevic im Gespräch
Mit seinen 28 Jahren ist der serbische Neuzugang der HSG Wetzlar schon viel herum gekommen. Als Handballer verdiente Milan Vucicevic sein Geld schon in der slowenischen, spanischen und portugiesischen Liga, ehe der torgefährliche Linkshänder zu Saisonbeginn vier Monate beim VfL Gummersbach aushalf. Nachdem dort der Russe Dennis Zacharow nach einem Kreuzbandriss wieder in das Training zurückgekehrt ist, ergab sich für das HSG-Management kurzfristig die Gelegenheit, den wurfgewaltigen 2,02-Meter-Mann ablösefrei bis zum Saisonende zu verpflichten.
Milan, kannst Du kurz einen Überblick über Deine bisherige Karriere geben?
Milan Vucucevic:
Das Handballspielen habe ich im jugoslawischen Traditionsklub Metaloplastica Sabac erlernt. Dort begann auch mit 18 Jahren meine Karriere als Profi. Es folgten der montenegrinische Klub Cetinje Lovcen und Prule Ljubljana in Slowenien. Danach zwei Jahre in Spanien bei BM Altea. Zuletzt habe ich in Portugal gespielt. Zu Saisonbeginn gab es dann kurzfristig die Möglichkeit, zum VfL Gummersbach zu wechseln. Jetzt freue ich mich auf meine neue Aufgabe hier in Wetzlar. Ich möchte meine Chance nutzen und dem Verein helfen, den Klassenerhalt zu schaffen!Wie siehst Du Deine Zeit beim VfL Gummersbach?
Milan Vucucevic:
Der VfL ist ein professionell geführter Verein mit einem sehr guten Trainer. Ich hatte in einigen Spielen längere Einsatzzeiten. Mein bestes Spiel habe ich wohl in der Championsleague gegen Celje gemacht. Natürlich hätte ich gern öfter gezeigt, was ich kann, doch das war nun einmal die Entscheidung des Trainers. Hier in Wetzlar hoffe ich auf mehr Einsatzzeit!Zu Saisonbeginn warst Du schon mit Gummersbach in der Rittal-Arena zu Gast. Welche Erinnerung hast Du an dieses Spiel?
Milan Vucucevic:
Die Halle war gut gefüllt, sehr stimmungsgeladen und das Publikum hatte großen Sachverstand gezeigt. Da zu diesem Zeitpunkt erst wenige Spiele absolviert waren, konnte der VfL das Spiel recht gut kontrollieren. Zum Ende der Rückrunde war bei fast allen Spielern aufgrund der vielen Begegnungen der Kräfteverschleiß sehr spürbar. Wir konnten nur mit viel Mühe die wichtigen Spiele für uns entscheiden.Wie glaubst Du, der Mannschaft der HSG helfen zu können?
Milan Vucucevic:
Ich habe bei meinen früheren Klubs einige internationale Erfahrungen sammeln können. Mit BM Altea stand ich beispielsweise im Finale des EHF-Cups gegen Kiel. Bis auf bei meiner letzten Station in Gummersbach hatte ich in Angriff und Abwehr zumeist große Spielanteile. Ich hoffe, dass ich die Zuschauer hier in Wetzlar auch in der Abwehr positiv überraschen kann. Im Angriff hoffe ich darauf viele wichtige Tore werfen zu können.Wo liegt der Unterschied der Bundesliga beispielsweise zur slowenischen oder spanischen Liga?
Milan Vucucevic:
Hier ist kein Spiel von vorn herein entschieden. In Spanien gibt es viel weniger Zuschauer und nur etwa fünf bis sechs gute Mannschaften. Hier muss an jedem Spieltag um die Punkte gekämpft werden – und damit werden wir am Sonntag gegen Großwallstadt anfangen. Das wird ein hartes Spiel, aber wir haben durchaus gute Chancen zu gewinnen. Unsere Mannschaft hat Potential und Teamgeist. Das habe ich daran gemerkt, wie schnell ich hier integriert wurde.Dein Vertrag läuft vorerst nur bis zum Saisonende. Kannst Du Dir vorstellen, länger zu bleiben?
Milan Vucucevic:
Durchaus. Ich werde die Zeit nutzen, um auf mich aufmerksam zu machen und in dieser attraktiven Liga zu bleiben. Warum nicht auch in Wetzlar?Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück für das Debüt im Wetzlarer Trikot.
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Interview wieder rausgenommen. Warum könnte das Probleme geben?
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24.000€ netto für Michael Kraus. Dan soll er mal schön in Göppingen bleiben. Da fragt sich dann der Heiner Brand, warum nur Ausländer in der Liga spielen. Weil Deutsche nicht zu bezahlen sind.
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Zitat
Original von Loran
24.000€ netto für Michael Kraus. Dan soll er mal schön in Göppingen bleiben. Da fragt sich dann der Heiner Brand, warum nur Ausländer in der Liga spielen. Weil Deutsche nicht zu bezahlen sind.Genau, das wird beim VfL der Grund sein!!

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Dann kann die HSG Düsseldoof ja raus 24.000€ netto bezahlen. Das kriegt bei Euch Affen doch die ganze Mannschaft.
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