Beiträge von Fridulin

    ich: Wenn die Grundlagen nicht besser werden sondern stabil sind, warum ein zu großes Risiko eingehen? Für die Liga ist es sicherlich besser wenn ein Zweitliga Meister auch aufsteigt aber mir ist es eindeutig lieber wir haben wirtschaftlich stabile Vereine für 1. und 2.Bundesliga als eine (finanziell) ungesunde Struktur. Wenn die Liga einen Punktabzug bei Nichtaufstieg in ihrer Satzung vorsieht muss dieser auch verhängt werden. Mir sind Aussagen bekannt, dass die SG geplant hatte das Risiko einzugehen und nun doch bedenken hat. Allerdings dürften sie mit diesen Bedenken nicht alleine sein und ändert die Situation für alle. Es muss nun wieder ein Spielbetrieb geplant werden und wie am Ende die beiden Ligen aussehen werden?

    Toll, dass hier wieder Beiträge mit erklärten Positionen zu lesen sind und das zu einer inhaltlichen Diskussionen führt. Leider können wir hier nur Standpunkte austauschen ;) Die Option "Saison einfrieren" wäre in der Tat auch ein interessanter Ansatz gewesen. Das ganz große Problem ist die komplette Unklarheit wann es weiter gehen kann und die ist weiterhin ungeklärt.

    Talinger89: Für den Verein wäre es vorallem die erste deutsche Meisterschaft gewesen. Vollkommen verständliche Position, wenn die Grundthese "Meister=1.Tabellenplatz bei Abbruch" annimmt. Das ist aber weder so geregelt noch wirklich durchgängig der Fall. Prominentes Beispiel ist der FC Liverpool, der vielleicht vollkommen überlegen nicht Meister wird weil die Grundlage dieser Meisterschaft- die Liga, nicht regulär beendet wurde und unvollständig ist. Sportlich soll nur jemand Meister werden, wenn er sich im kompletten Wettbewerb durchsetzt. Man könnte jetzt anderen Verbänden/Liga vorwerfen, dass sie nur zu Marketing Zwecken mit einem Meister rumhausieren und damit unsportlich sind ;) Das würde vermutlich in die Grundsatzdiskussion der Frage enden, ob Vereinstrukturen / Wettbewerbe überhaupt nach sportlichen (welchen?) Ansprüchen organisiert sind. Im Tennis gibt es die Weltrangliste und die Profis planen mit bestimmten Tunieren. Es ist also normal, dass nicht jeder alle Tuniere spielt. Jetzt gibt es Spieler, die echt Problem haben aber es ist dort normaler auch mal Ungerechtigkeiten zu erleben.

    Ronaldo: Guter und wichtiger Beitrag! Die (Selbst)darstellen ist bei der Vielzahl an Problemen noch am kalkulierbarsten und gerade damit tut sich DHB / HBL / Vereine gerade keinen Gefallen. Bisherige Defizite werden in Krisen bekanntlich meist noch offensichtlicher.

    Maestro: Ich bin Handball Fan und gucke Spiele und bin kein Entscheider - Wie viele der Anderen hier auch Ämter in Verband/Verein haben ist mir auch meist nicht bekannt. Gibt es den Informationen wie die Entscheidung gelaufen ist? Öffentlich erklärt hat bisher nur der BvB, dass sie nicht einverstanden sind. Das kann eine Einzelmeinung eines Überstimmten sein oder zeigen, dass es Gruppenbildung/Strukturprobleme gibt und die Entscheidungsfindung eine echten Herausforderung ist. Das Herr Rauball sich medial bei Mehrheitsentscheidungen (und damit eben nicht Einstimmigkeit!) öffentlich Erklärt dürfte, dank Bild & co, jedem bekannt sein. Oft sind seine Positionen dabei nicht Hamonie fördernd ;) Wäre nicht gut für die durchaus positivere Entwicklung der Liga. Ist jetzt ja nicht so, dass vor Corona alles in Butter war und wir nur wieder ins Paradis zurück müssen und alle sind wieder glücklich.

    Karl: Was willst du eigentlich bezwecken? Du beschwerst dich über (mögliche) Unterstellungen und machst dann selbst welche? Natürlich werden in allen Bereichen - egal ob Deutschland oder Ungarn Subventionen eingesetz, die zum Teil oder vollständig durch EU Gelder finanziert werden. Da ist eher die Regel als die Ausnahme. In diesem System ist Ungarn eines von aktuell 8 Geldnehmern bei 19 Geldgebern. Damit ist gemeint, dass sie mehr Erhalten als Zahlen. Sie bezahlen wie alle Staaten ihren Anteil.

    Bilanz EU Zahlungen 2014-2020 --> Redirect

    Das ändert halt einfach nichts daran, dass der Sport im Interesse der Öffentlichkeit und Politik steht und es einfacher ist so beliebt zu werden. Da hat der Damenhandball Ungarn einen Vorteil und viele andere Sportarten auch Nachteile. Der Fußball ist ganz anders als in anderen Ländern nicht auf Europäischen Top Niveau und lässt damit anderen Sportarten die Möglichkeit diese Funktion zu übernehmen. Alles in Ordnung solange kein Missbrauch passiert und da lässt die Vergangenheit einfach eine Portion Zweifel aufkommen.

    @BIKW168: Ich denke die Aussage, dass der dritte EL Platz dem Pokalsieger zu steht bezieht sich auf die "normale" Regelung. So war es zu mindest in der Vergangenheit. Der THC war Pokalsieger 2018/19 und daher folgerichtig auch 2019/20 für den EHF Pokal qualifiziert. 2019/2020 gibt es weder einen Sieger noch eine Quotenregel für den Pokal also fällt der Platz an die Liga. Wenn in der Vergangenheit der Pokalsieger in der CL gespielt hat wurde der Platz auch über die Liga vergeben - Es ist also keine Ausnahme sondern das Anwenden der bestehenden Regelung auf einen neuen Fall. Wenn der THC jetzt tatsächlich ohne Europacup darsteht, ist es leider der sportlichen Leistung dieser Saison zu verdanken und sicherlich nicht der HBF/DHB vorzuwerfen.

    Wenn man einen Skandal sehen will bietet Corona sicherlich viele Möglichkeiten sich diesen zu suchen und vielleicht sogar zu finden. Bringt uns das aber weiter? Am Ende muss eine für die Mehrheit tragbare Entscheidung gefunden werden und das ist oft nicht möglich ohne einige zu benachteiligen. Aus deinen Worten hier lese ich eine sehr egoistische Sicht mit dem Ziel irgendwie eine Europacup Teilnahme für den THC zu rechtfertigen aber die gibt es maximal über die Liga aber da hat die HSG einfach 2 Punkte mehr aufm Konto (Wenn auch mit einem Spiel weniger und der schlechteren Tordifferenz).

    Ich denke es ist zwar für Dortmund etwas blöd aber der Titel war nicht so klar und hing sicherlich entscheident an dem Bietigheim Duell. Keine Regelung hätte hier alle Glücklich gemacht aber ich bevorzuge diese Lösung eher.

    Ob Rosengarten aufsteigen will?

    Ich denke die EHF wird noch ordentlich rotieren wenn klar ist welche Vereine überhaupt CL/EL spielen wollen und können. Es hängt vieles an den nationalen Spielbetrieb und der muss erstmal wieder laufen bevor sich Teams für internationale Wettbewerbe aufstellen können.

    Ich sehe den THC in einer vergleichbaren Situation wie beim HCL zu seinen besten Zeit. Erfolgreichster Verein eines Bundeslandes ohne 1/2.Bundesliga Fußball aber mit vielen anderen Sportarten auf Bundeseben. Es wird interessant sein zu sehen wie es sich entwickelt wenn sie nicht mehr der Klassenprimus sind. Eine solche Ausnahmestellung bringt immer Sponsoren, die sich natürlich gerne bei den erfolgreichsten Vereinen präsentieren. Insgesamt ist das Projekt THC mit Herbert Müller eine wirklich erfolgreiche Sache bisher und nun wird sich zeigen ob diese Langfristig ist. Durch die ganze Corona Geschichte ist der (Frauen) Handball insgesamt unberechenbar - Keiner kann doch derzeit wirklich seriös planen.. dass sind alles nur Planspiele mit der Hoffnung in der Lage zu sein Wettbewerbsfähig zu sein wenn es los geht. Aktuell ist es eher ein Vorteil keine fixen Personalkosten zu haben und die Aussicht in einigen Europäischen Ländern sind deutlich düsterer als bei uns. "Netter59" hat einen durchaus berechtigten Punkt angesprochen - vielleicht wechseln noch einige Spielerin weil sie bei ihrem aktuellen Verein kein Spielbetrieb haben und andere Wettbewerbe wieder spielen. Die Skandianischen Länder sind aktuell nicht so stark betroffen und könnten eher beginnen als z.B. Frankreich, Italien, Spanien oder auch die Türkei.

    Mannheim66: Es wird sich genauso die Frage stellen wie in jeder der Ligen - Gibt es einen guten Zeitpunkt und die Möglichkeit die Spiele in einer sinnvollen Art und Weise zu Ende zu bringen. Bei den Profisportlern könnte man dies vielleicht in Tunierform und ohne Zuschauer austragen. Fußballvereine verdienen am meisten durch Fernsehgeld. Ob sich das die Handball Bundesliga auch leisten könnte sei mal dahin gestellt. Vielleicht spielt man die Top8 an 2-3 Wochenenden aus? Eine Art kurze Play-Offs oder Plazierungsspiele. 2 x 4er Gruppen mit anschließenden Halbfinalespielen. Dass wären dann 3 Gruppenspiele + Plazierung / Finale vielleicht 4 oder 5 Spiele für alle Mannschaften und durchaus auch noch im Rahmen finde ich. Wenn die Spielerin vorher 2 Wochen in ein Trainingslager gehen könnten wäre das Risiko für die Spielerin nicht mehr so hoch sich anzustecken. Ist nur eine der vielen Möglichkeiten aber am unwahrscheinlichten ist, dass die Saison einfach mit 4-5 Wochen verzöger weiter geht.

    Ich kann jeden Kommentar von BvB Seite verstehen, wenn die Saison nicht gewertet wird und sich dieser auf den Titel bezieht. Sie sind Tabellenführer und selbstverständlich ist es für den Verein/das Projekt BvB Handball wichtig möglichst schnell Erfolge zu haben. Das sie sich dabei von den Konkurrenten unterscheiden ist doch logisch und auch ok. Wenn es aber um die Finanzen geht sollte der BvB etwas mehr Demut zeigen und sich die Situation der anderen Vereine angucken. Sie haben mit dem Verein BvB einen sehr finanzstarken Partner im Hintergrund und selbst in Leverkusen wird es schon anders aussehen. Der Saisonabbruch ermöglicht hoffentlich allen irgendwie die Situation zu überstehen aber sie muss dies in Solidarität tun und sich abstimmen. Die Lizenzbedingungen werden dieses Mal wohl einige Vereine ungeplant und ohne eigenes Fehlverhalten treffen.

    Können Arbeitsverträge nicht vor Antritt gekündigt werden? In der aktuellen Situation kann sicherlich mit "höherer Gewalt" argumentiert werde und die Bedrohung der wirtschaftliche Existens einiger Betriebsgesellschaften wird sicherlich auch vorliegen. Da wird wohl eine Nachverhandlung eher normal als die Ausnahme sein.

    Gerade weil keiner weiß wie es abläuft ist der Schritt die Saison zu beenden so wichtig. Der Handball wird wie viele andere Betroffene eine wirklich große Aufgabe vor sich haben aber damit sind sie nicht alleine in Europa und der Welt. Spekulationen bringen da auch wenig - jeder ist nun am besten beraten wenn er alles tut, was in seiner Macht steht und wir alle bedacht bleiben.

    Karl: Die Handballvereine werden damit nicht alleine sein - will gar nicht wissen wieviele Personen, Organisationen und Unternehmen aktuell vollkommen vor dem Nichts stehen. Es wird eine große Aufgabe für den Sport, Veranstaltungs- und Gastro/Hotelerieunternehmen sein diese Zeit zu überstehen. Bin selbst von heute auf morgen als IT-Admin in einer Gastrounternehmen (~400M Umsatz Europaweit mit 65 Standorten) davon betroffen und muss mir plötzlich Gedanken zur Arbeitsplatzsicherheit machen. Restaurants und Hotels haben Umsatzeinbrüche von 60-80% und das ist selbst für ein solches Unternehmen eine erste Situation... Dann ist mir leider der Handball weniger wichtig und hoffe einfach wir schaffen das :)

    @Schweizer_1956: Ich muss sagen, dass mir eine solche Lösung irgendwie gefällt. Die Frage ist wie man dann mit dem Europacup umgehen will. Es wird sich nun zeigen ob die Verein ihre Budget sicher haben, da wohl einige Unternehmen nun Probleme bekommen könnten und Sponsoring ist bekanntlich einer der ersten Kosten, die reduziert/gestrichen werden können.

    Löwenherz: Ich will den Betrag und die Bilanz gar nicht schön reden aber so sehen viele der Bundesligisten aus. Die wenigsten sind nicht so hoch verschuldet aber es gibt einen weiteren wichtigen Hinweis im Text:

    Zitat

    Sicherheiten wurden dahin gehend gestellt, dass Bürgschaften i.H.v. 330.000,00 EUR vorliegen.

    siebenberger: bundesanzeiger.de und dann die "THC Sport" suche. Hier werden alle Bilanzen, die veröffentlichungspflichtig sind veröffentlicht.