Beiträge von orange

    Du verdrehst da aber ein bisschen etwas glaube ich!

    Es stimmt, wir erhöhen die Zahl der Pässe. Und mit dem kreativen Auslegen der 3-Sekunden-Regel hab ich mir wohl ein Riesengrab geschaufelt^^.

    Aber es wird doch nicht der Zeitdruck erhöht. Du vergisst, dass die Spieler auch schnell passen können, wenn sie nicht tippen. Kein Tippverbot heißt ja nicht Tipppflicht!

    Ein Tippverbot erhöht den Druck auf den Angriffsspieler. Er muss sich in kürzerer Zeit für etwas entscheiden. Dabei kommen leichter herausfangbare Pässe raus. Vielleicht weil der Angreifer nicht gut steht oder seine Mitspieler sich nicht gut bewegen. Das kommt dann natürlich drauf an.

    Ich vertrete bei der Abwehr eigentlich grundsätzlich den Ansatz, den Angriff unter maximalen Druck zu setzen. Am besten also direkt bei der Ballannahme stören/bekämpfen. Denn so bleibt auch einem Ausnahmespieler nur wenig Zeit zur Entscheidung (wenn richtig verteidigt wird) und er wird zu Fehlern gezwungen. Wobei unter Fehlern hier nicht unbedingt technische Fehler verstanden werden müssen.

    Und bei Tippverbot steht ein Angreifer eh schon unter erhöhtem Zeitdruck. Wenn die Abwehr jetzt noch richtig agiert (und das ist ja unser Ziel, das trainieren wir), dann wird der Druck nochmal weiter erhöht und es treten erhöht diese Fehler auf.

    Und nur nebenbei: 3 Sekunden sollten mehr als genug sein um Gegner und Ball wahrzunehmen ;) Da kann man ja sogar den Kopf hin und her drehen. (Ja ich weiß, dass er nicht 3 Sekunden warten muss, aber Troya meinte ja ihm durch Tippen noch mehr Zeit zu geben => mehr als 3 Sekunden)

    mfg

    Hm, ich denk immer noch über "diese" Sache nach. Und ich muss dir zustimmen, dass ein Aufheben, bzw. Weglassen des Tippverbots die Möglichkeiten der Angreifer erweitern. Ist ja auch logisch, sie haben mehr Zeit/Raum um sich zu orientieren, Lücken und Mitspieler zu finden oder selbst aufs Tor zu gehen.

    Grundsätzlich sind aber oben genannte Dinge v.a. Erleichterungen für den Angriff. Und im Umkehrschluss eine Erschwerung für die Abwehr. Wenn ich aber das Herausfangen des Balles trainieren will, dann fange ich doch nach "methodischer Reihe" lieber leicht an und gebe der Abwehr mehr Chancen.

    Das geht sicher auch durch andere Mittel, aber gerade Tippverbot setzt einen Angreifer doch mehr unter Druck und zwingt ihn, falls die Abwehr aktiv agiert, zu Fehlern, was zum Erobern/Herausfangen des Balles führen kann.

    Das dadurch kein Lerneffekt erzielt wird, weil der Angriff überhaupt nichts auf die Reihe kriegt (nur hohe, weite oder schlechte Pässe), kann natürlich sein. Das hängt aber von der Mannschaft ab, wenn wir ehrlich sind!

    Später kann man dann immernoch das Tippverbot aufheben und die Abwehr so vor größere Aufgaben stellen. Das schließt sich ja nicht aus.

    Umgekehrt sehe ich das ganze aber genau wie du, wenn es um die Schulung des Angriffsverhaltens geht, denn dann ist es eine Erleichterung für den Angreifer, wenn kein Tippverbot herrscht.

    mfg :)

    Deine Coaching-Einstellung geht irgendwie voll gegen meine Art Handball zu trainieren.

    Ich will jetzt mal nicht sagen, dass das eine oder andere richtig/falsch ist, denn auch bei dir sind Dinge dabei, die ich für richtig halte.

    Aber die Diskussion weiterzuführen bringt wohl eher wenig. Ich kann dich nicht überzeugen und du mich nicht...! Ich würde aber gern mal ein Training von dir in Live erleben ;) . Klingt interessant.

    Hab den Text in der Grundstimmung geschrieben und es erst später fest gestellt :) Dann hatte ich aber auch keine Lust dazu ihn nochmal zu ändern.

    Übrigens war es doch editiert ^^. Ich glaube ca. 5 Minuten später.

    Tatsache ist, dass du in deinem neuen Beitrag nichts neues erzählst. Ich verstehe nicht, warum du alles auf einmal schulen willst. Teil die Problematik doch und mache es den Kindern so einfacher.

    Mal genau zu deinem Text:

    "In der Manndeckung gibt es zwei Spielsituation: 1gg1 mit Ball (der Abwehrspieler verteidigt gegen den Ballbesitzer) und 1gg1 ohne Ball (der Abwehrspieler verteidigt gegen einen Angreifer ohne Ball).
    In beiden Situationen soll der Abwehrspieler den Ball und den Gegner beobachten. Im 1ggmB ist dies einfach - beide Objekte sind am gleichen Ort. Im 1gg1oB kann dies sehr schwierig sein, da Ball und Gegner weit von einander entfernt sein können. Wahrnehmungstechnisch ist deshalb die 1gg1oB-Situation für den Abwehrspieler viel anspruchsvoller als 1gg1mB."

    Sehe ich genauso!

    "Dies ist auch der Grund, warum viele Kinder in der E- und der D-Jugend noch nicht Helfen können, wenn in ihrer Nachbarschaft ein Angreifer mit Ball durchbricht: Sie sind schlicht auf ihren Gegner fixiert."

    Nein, das kann höchstens ein Bestandteil des Grundes sein, warum Kinder das nicht können. Übrigens kenne ich D-Jugendliche, die das sehr wohl können. Man muss es ihnen einfach beibringen und zwar von klein auf. Und zu sagen: "Kinder können das nicht" ist einfach ein sich aus der Verantwortung stehlen. Fakt ist: Man kann das schulen!

    "Diese Problematik wird ganz besonders deutlich beim Parteiball - ein Spiel, bei dem es keine räumliche Orientierung gibt (in Sinne von Zielen/Toren). Das bedeutet, dass die Angreifer sich überall hin freilaufen können, was es wiederum für die Abwehrspieler noch schwieriger macht, den Angreifer und den Ball zu beobachten.
    Parteiball wird häufig ohne Tippen gespielt. Der Ballbesitzer wird dadurch gezwungen, innerhalb von drei Schritten und drei Sekunden den Ball los zu werden. Daraus resultieren vielfach hohe, weite Pässe, die zwar für die Abwehr leicht abzufangen sind - aber wollen wir das wirklich so?"

    Wir spielen das immer ohne Tippen. Allerdings nehmen wir dann eher die 3 Sekunden nicht so genau. Schauen wir uns doch mal an, was wir damit fördern:
    > Spielverständnis > Übersicht > Bewegung ohne Ball > Verteidigung gegen den Pass, nicht gegen den Spieler > Antizipation > Koordination > usw.

    Natürlich treten zu Beginn, wenn man es noch nie so gespielt hat hohe und weite Pässe auf. Aber eben nicht wenn man es zum 10ten mal spielt. Und soll die Koordination im Raum von selbst kommen? Können deine B-Jugend-Spieler dann immer noch kein Parteiball ohne Tippen?

    " Also: Kleine Spiele mit Dribbling spielen lassen, weil dadurch
    - Angreifer Raum und Zeit gewinnen können und bessere Pässe gespielt werden können und
    - Abwehrspieler in die 1gg1mB-Situation kommen, in der sie besser den Ball erobern können. "

    zu -1: Joa, oder der beste schnappt sich den Ball und läuft durch. Wobei wir auch den Punkt "bei Tippverbot spielen nicht alle mit" abgehakt hätten. Denn das Tritt hier eher auf. Die Aussage an sich stimmt aber
    zu -2: Ja, aber das kann ich auch anders schulen.

    Du sprichst was völlig anderes an...

    Wie bringst du denn deinen Spielern den Haken bei? Machste einmal vor und dann können die das?
    Ich würd sagen du übst erstmal die Einzelprobleme. D.h. Bewegungsabläufe, Schrittfolgen. Dann kommt ein Gegner dazu und so weiter.

    Man übertrage das genannte Beispiel auf unser Problem: Ballgewinne erzeugen.

    Geht auf 3 Arten:

    > Ball rausfangen (das übe ich)

    > Ball rausspielen (das probierst anscheinend du zu üben...)

    > Tor kriegen (nicht so gut)

    Um den Spieler nicht von Anfang an zu überfordern, übe ich eins nach dem anderen. Also erstmal Bälle rausfangen. Und wann kann man keine Bälle rausfangen? Exakt! Wenn keine Pässe gespielt werden... Also zwing ich meine Spieler dazu viel zu passen.

    Den Ball rausspielen wird dann in einer anderen Übung trainiert. Und später wird beides zusammengeführt.

    Außerdem:

    Zitat

    Tippverbot ist eine Regelung, die den individuellen Handlungsspielraum aller Spieler einschränkt! Ich halte es für ein Ammenmärchen, dass bei Tippverbot alle mitspielen.

    Denk bitte mal drüber nach, was durch ein Tippverbot gefördert wird... Die Aussage, dass es den individuellen Handlungsspielraum einschränkt stimmt zwar, aber der Rest ist ziemlicher Käse.

    lg

    //sry, wenns n bissl aggressiv rüberkommt. Ist ned so gemeint

    Möglich ist das schon. Die Senioren können das nicht, weil viele in der Jugend nicht drauf trainiert wurden.

    Das Ganze kannst du doch perfekt in Aufwärm-/Zwischenspielen trainieren. Spiel Kastenball mit Manndeckung und Tippverbot...

    Sobald du Manndeckung + Tippverbot reinbringst fangen die Spieler an zu überlegen. Wo passe ich hin, wie laufe ich, wie komme ich zum Ball. Und schon hast du deinen Lernerfolgt.

    lG

    Wenn du flach springst und klein bleibst -> Wurf nach oben

    Wenn du hoch springst und groß wirst -> Wurf nach unten

    Nie frontal auf den Torwart zuspringen, da er sich so nich bewegen muss und evtl. durch raustreten sehr viel Raum wegnimmt.

    Bester Wurf: Hoch springen, groß werden und den Ball von oben nach unten an der Hüfte vorbei.

    Mir ist da auch noch eine Übung eingefallen:

    Man spielt Basketball normal auf 2 Körbe. 2 weitere Teams spielen Fußball. Die Felder überschneiden sich aber. D.h. man spielt Fußball quer über das Basketballfeld.

    Man kann direkt was ins Aufwärmen einbauen:

    > Stangenbahn mit tiefen, waagerechten Stangen. Erst kann man sie ganz normale Koordinationsübungen durchmachen lassen, später stellt sich ein Trainer links, der andere rechts neben die Bahn und auf Kommando muss der Spieler zum Trainer passen. (Farben, gerade/ungerade Zahl, Klatschen oder Schnipsen,etc.)

    > Spieler stehen auf Passdistanz (vllt 3-5 Meter) und Passen sich die Bälle zu. Normaler Pass: vor dem Körper klatschen
    Bodenpass : hinter dem Körper klatschen
    Heber: im Sitzen fangen

    oder halt später:

    > Ein Abwehrspieler, kann auch der Trainer machen. Doppelpass mit Angreifer und je nachdem wo der AS seine Hände hat wird ein Hüftwurf oder Schlagwurf durchgeführt. Hände unten könnte Vorbeispringen sein.

    > 2 Spieler in der Abwehr (MR und HR), 1 Spieler auf RL: Doppelpass mit der Abwehr und Wurf gegen den Block. Bei Tor: sofort schnelle Mitte und 2 gegen 1 gegen den früheren Werfer. Ohne Tor: direkter Gegenstoß gegen den früheren Werfen. Es wird also das Umschalten und die Wahrnehmung geschult (Tor nicht Tor, wo ist mein neuer Gegner, wo ist mein Mitspieler)

    Stimmt, aber schon der erste Eindruck zählt.

    Wer in Straßenschuhen und Jeanshosen im ersten Training erscheint und kein Training vorbereitet hat, wird sich deutlich schwerer tun, als jemand der vorbereitet ist und Trainingszeug an hat.

    Übrigens sind meine Spielerinnen älter als ich... Aber es klappt

    Wobei du gesagt hast, dass du die zweite U15 Mannschaft trainierst. Ich denke in diesem Alter ist es weniger wichtig, dass du deine Kompetenz per Trainerschein nachweist (obwohl Trainerschein sau gut ist und hilft!), sondern dass du sie durch dein Auftreten zeigst. Sei gut vorbereitet. Korrigiere, helfe, fordere !

    Und so etwas wie telefonieren im Training zerstört sämtliche Autorität. Die Kinder müssen spüren, dass du wirklich 1 1/2 Stunden für sie da bist und nicht mit dem Kopf woanders hängst.


    "1) Wenn man die Halle betritt, sind alle privaten Probleme außen vor
    2) Was in der Halle passiert hat außerhalb keine Bedeutung"

    Die Interpretation überlasse ich euch :)

    Hey, ich bin auch relativ jung. Es kommt extrem auf deinen Auftritt an.

    1) Du bist der Trainer
    2) Du bist kompetent und weißt das
    3) Wenn du etwas sagst, dann stehst du dazu und weißt das es stimmt

    Also trete entschlossen auf und zeige wo du hin willst. Geb der Mannschaft zu Beginn des Training klare Ziele für das Training vor. Ich offenbare oft schon grob meinen Trainingsplan um auf das Spiel am Ende zu verweisen. Mit dem Anhang: "Wenn das davor gut läuft"

    Ich kann gut verstehen, dass du nicht immer über Strafaufgaben gehen willst, aber das ist fast der letzte Weg, wenn du deine Mannschaft nicht auf ein gemeinsames Ziel einschwören kannst. Und das ist ohne Leistungshandball nicht so leicht (also Ziele finden).

    Das kann ganz einfach gehen: Du lässt sie eine Übung oder ein Spiel machen und siehst, dass es nicht gut läuft. Du gibst eine klare Grenze an und sagst, dass du dir das noch 5 Minuten anschaust. Wenn nicht innerhalb der 5 Minuten eine deutliche Änderung in der Konzentration und Ausführung stattfindet, dann gibt es eine ebenfalls vorher angekündigte Strafe (z.B. eine Laufstaffel)

    Wenn das ganze während einer Kraft-/Ausdauer-/Koordinationsübung passiert, kann man folgendes machen. Ich gebe davor direkt die Zeit an, die wir für die Übungen brauchen. Wenn sie nicht ordentlich mitziehen, dauert es eben länger und das geht zu Kosten des Spiels am Ende des Trainings.

    Aufpassen muss man bei dem Ganzen nur, damit man nicht Unkonzentriertheit mit Müdigkeit verwechselt. Wenn du die schon ne Stunde mit Sprints rumgescheucht hast, dann können sie sich nicht mehr genauso konzentrieren, wie ohne diese Sprints.

    lG Flo

    Stark unter Druck setzen. Gute Abwehrspieler dagegen stellen. Ihr keine Zeit zum Nachdenken geben, sondern immer drauf.

    --> Die Abwehr agiert, die Angreifer reagieren.

    1:5 kann man den HM zum Helfen schicken und der ausgespielte Abwehrspieler übernimmt dann den Kreis.