Um es mal ganz sachlich darzustellen hier ein Artikel aus der Westdeutschen Zeitung:
05.02.2010
Wird aus Beyeröhde bald Bayeröhde?
Gibt es - gemäß einer Pressemeldung - zukünftig eine enge Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Rekordmeister Bayer Leverkusen und dem Zweitliga-Schlusslicht TV Beyeröhde ? Was auf den ersten Blick an die einstigen (Kon)fusionsverhandlungen zwischen dem damaligen HC Wuppertal und dem VfL Gummersbach erinnert, könnte durchaus Hand und Fuß haben. Nachdem den Leverkusener "Elfen", wie die Bayer-Handballerinnen sich nennen, der Etat um etwa 350.000 Euro gekürzt werden soll, bangt der Rekordmeister um seine Existenz, und Trainerin und Managerin Renate Wolf (52) hat sich Ende Januar mit Beyeröhdes Teammanagerin Steffi Osenberg bei einem gemeinsamen Essen - beide spielten übrigens Ende der 80er Jahre in Leverkusen zusammen in einer Mannschaft - darüber ausgetauscht, wie man die Kräfte zukünftig bündeln könnte. Der Plan von Bayer Leverkusen sieht vor, mittels einer verstärkten Sponsoren-Suche, der Gründung eines Fördervereins und zahlreicher Aktionen mit Unterstützung von Stars wie Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius zumindest so viele Mittel zusammen zu bekommen, dass dem Club zum einen die Lizenz erteilt wird, und zum anderen die Mannschaft am traditionsreichen Standort Leverkusen so stark bleibt, dass man im oberen Drittel der Bundesliga mitspielen könne. Der Unterbau, sprich 2. Mannschaft und vor allem die beim TV Beyeröhde seit Jahrzehnten vorbildliche Jugendarbeit sollte dann unter Wuppertaler Federführung betrieben werden. Die Lizenz für die kommende Saison muss bis zum 31. März beantragt werden. Sollte Bayer Leverkusen sie nicht bekommen, so will der zwölfmalige deutsche Meister und achtmalige DHB-Pokalsieger in der Regionalliga West, wo jetzt die 2. Mannschaft spielt, einen Neuanfang wagen. "Dass ein Verein wie Bayer Leverkusen sich bezüglich einer Kooperation an uns und nicht an einen der bergischen Nachbarclubs wendet, betrachten wir schon als Anerkennung für unsere Arbeit", stellt Steffi Osenberg ungeachtet der möglichen Ergebnisse mit Befriedigung fest.
Friedemann Bräuer (Westdeutsche Zeitung)