Quelle: http://www.Oberberg-Aktuell.de
Kommentar: Gut fürs Portemonnaie, kritisch fürs Image
(pl/30.6.2008-12:35) Von Peter Lenz
Gummersbach – Die ohnehin arg gebeutelten Gummersbacher Fans verlieren mit Alfred Gislason die vierte Identifikationsfigur binnen zwei Jahren.
Angeblich 750.000 € sollen sich die Kieler den Spaß kosten lassen, Gislason aus seinem bis 2010 dauernden Vertrag in Gummersbach zu kaufen. Geld, das die Oberberger natürlich gut gebrauchen können. Aber der VfL verliert mit dem 48-jährigen Isländer einen absoluten Handball-Fachmann und Vollblut-Trainer, der vor allem auch für Nachwuchsspieler und Talente immer ein offenes Ohr und großartiges Gespür hatte. Kein Wunder, dass man besonders seitens der Handball-Akademie um Axel Renner den Abgang bedauert.
Unabhängig von den sportlichen Qualitäten Gislasons: Nach Kyung-Shin Yoon, Daniel Narcisse und Gudjon Valur Sigurdsson geht für die Gummersbacher also schon die vierte Galionsfigur binnen zwei Jahren beim Traditionsklub von Bord. Für den eher konservativen Oberberger keine leicht verdauliche Kost. Zumal man sich nach dem Komplettumzug nach Köln ohnehin schwer tut mit einer entsprechenden blau-weißen Identifikation.
Auf der anderen Seite bekommt die neu zusammen gewürfelte Gummersbacher Mannschaft mit Sead Hasanefendic einen Übungsleiter der alten Schule mit viel Erfahrung, der aber durchaus die Tugenden eines modernen Handballs verkörpert. Bleibt zu hoffen, dass der 59-jährige Kroate nun auch den von Gislason eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgen wird.
Denn was die Gummersbacher jetzt überhaupt nicht gebrauchen können: schon wieder einen kompletten Neuanfang. Schließlich will man im zweiten Jahr in der Domstadt endlich richtig Fuß fassen. Und das geht nur mit dem nötigen sportlichen Erfolg. Ansonsten nützt dem VfL auch eine noch so große Finanzspritze herzlich wenig.