Beiträge von Arcosh

    Die MT Melsungen bislang mit souveränen Siegen und dem Big point in Kiel. Ihre Vorteile sind die fehlende internationale Belastung und obendrauf ein angenehmer Bundesliga-Spielplan, der in der Hinrunde die direkten Gegner recht gleichmäßig über die Monate verteilt - Berlin und die Rhein-Neckar Löwen im Oktober und dann Flensburg und Magdeburg im Dezember. Ein echtes Finale (sei es um die Meisterschaft oder einen CL-Platz) am 34. Spieltag zwischen Melsungen und Kiel wäre wohl der Traum eines jeden halbwegs neutralen Handballzuschauers.

    Die Füchse Berlin auch noch ohne Verlustpunkt und mit einem Big point gegen Magdeburg, allerdings einige Spiele mit knappem Ausgang. Daher sehe ich sie trotz des guten Saisonstarts am Ende nicht unter den Top 3.

    Die Topfavoriten THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt und SC Magdeburg haben sich nach gerade einmal sechs bis sieben Spielen schon erstaunlich viele Fehltritte geleistet. Beim THW Kiel waren es zwar "nur" Niederlagen gegen direkte Konkurrenten, aber wenn man in allen direkten Duellen unterliegt, dann sind sie zum aktuellen Zeitpunkt kein Meisterschaftsfavorit. Die SG Flensburg-Handewitt zwar in eigener Halle mit reiner Weste, aber bereits mit zwei verschenkten "Pflichtpunkten" und selbst bei eigener Führung konnten sie ihre Spiele meist nicht in die eigene Hand nehmen und den Gegner dominieren. Da hatte ich mir vor der Saison mehr von dem Kader versprochen. Ähnlich ist die Situation beim SC Magdeburg, aber ihre Spielweise scheint mir am vielversprechendsten zu sein.

    Mein aktueller Meister- bzw. Tabellentipp:

    1. SC Magdeburg

    2. MT Melsungen

    3. THW Kiel

    4. SG Flensburg-Handewitt

    5. Füchse Berlin

    Dem schließe ich mich an. Überraschungspotential sehe ich höchstens in Balingen und Lemgo.

    Dany:

    Grundsätzlich ist die Mannschaft im Ballbesitz, die gerade den Ball unter Kontrolle hat oder einen im Spiel befindlichen Ball zuletzt unter Kontrolle hatte. Ein Ball ist dann unter Kontrolle, wenn er von einem Spieler unter Kontrolle gehalten wird oder von einem Spieler kontrolliert geprellt wird.

    Durch die Parade des Torwartes erlangt dessen Mannschaft noch keine Kontrolle über den Ball. Die einzige Ausnahme stellt der im Torraum auf dem Boden rollende Ball dar, denn dieser bleibt im Spiel und ist im Ballbesitz der Mannschaft des Torwarts. (vergleiche Regel 6:5). Da im Ausgangspost beschrieben wird, dass der Ball im Torraum springt, ist zum Zeitpunkt der Unterbrechung weiter die angreifende Mannschaft Rot in Ballbesitz.

    Doch, wurde sie! Es ging mit Freiwurf weiter.

    Auch das ist nicht nur ein Verstoß gegen die Videobeweis-Richtlinien, sondern ein Regelverstoß. Der Abwurf war ausgeführt; dann kann man den nicht mehr in Freiwurf ändern. Genau wie man keine Strafe mehr für etwas aussprechen darf, was vorher war.

    Sorry, aber gegen mehr Regeln kann man in meinen Augen nicht in einer Situation verstoßen.

    Die Spielfortsetzung mit Freiwurf war mir tatsächlich nicht bewusst aufgefallen. Insofern hast Du Recht.

    Wenn man sich die Szene in Ruhe anschaut, dann wird hier die angewendete Vorteilsregel 13:2 zum Bumerang für die Schiedsrichter. Der Torschiedsrichter zeigt zunächst per Handzeichen einen Freiwurf für Leipzig an und nimmt die Pfeife in den Mund (vermutlich weil er ein Offensivfoul gesehen hat). Aber noch bevor der Pfiff erfolgt (zumindest kann ich keinen Pfiff hören) erkennt der Schiedsrichter, dass der Wurf am Tor vorbeigeht und ändert sein Handzeichen auf Abwurf - wahrscheinlich um gemäß Regel 13:2 Kontinuität im Spiel zuzulassen. Das wird ihm dann bzgl. des Videobeweises und der Spielfortsetzung zum Verhängnis.

    Wobei die spitzfindige Frage bliebe: Treffen Schiedsrichter eine Entscheidung (im Sinne der zitierten Regularien) erst durch einen Pfiff oder bereits durch Zeigen eines IHF-Handzeichens?

    @Rheiner:

    Zitat

    Eine bereits vor dem Videobeweis getroffene Entscheidung der Schiedsrichter kann nach dessen Einsatz nur dann korrigiert werden,

    wenn das Spiel zuvor noch nicht fortgesetzt wurde.

    Wie bereits im Spielthread geschrieben, halte ich die Formulierung in den Regularien für (vorsichtig ausgedrückt) unglücklich. Allerdings seh ich in diesem konkreten Fall keinen Regelverstoß. Die getroffene Entscheidung der Schiedsrichter war "Abwurf", wie der Torschiedsrichter per Handzeichen signalisiert hat. Diese getroffene Entscheidung wurde im Rahmen des Videobeweises nicht korrigiert. Als Folge des Videobeweises wurde eine zusätzliche Entscheidung für eine persönliche Bestrafung eines Spielers getroffen.

    [...] Abgesehen davon ist auch die rote Karte für mich nur in Teilen nachvollziehbar. Der Spieler wirft. Ja, danach landet seine Hand im Gesicht des Abwehrspielers, der auch stark blutet, aber es handelt sich im einen normalen Wurfversuch. [...]

    Regel 8:5 unterscheidet nicht zwischen Spielern der angreifenden oder abwehrenden Mannschaft. So nah am Gegenspieler darf man einfach nicht derart den Arm durchziehen. Angreifer sind für ihre Armbewegungen genauso verantwortlich wie Abwehrspieler - auch wenn das in der Praxis meiner Erfahrung nach viel zu selten geahndet wird.

    So wie ich die Regularien lese, nicht.

    „Eine bereits vor dem Videobeweis getroffene Entscheidung der Schiedsrichter kann nach dessen Einsatz nur dann korrigiert werden, wenn das Spiel zuvor noch nicht fortgesetzt wurde.“

    https://www.liquimoly-hbl.de/?proxy=redakti…Videobeweis.pdf


    Willst Du jetzt eine Diskussion darüber führen, ob eine "Nicht-Entscheidung" eine Entscheidung ist?

    Zunächst einmal kann doch hoffentlich kein Zweifel bestehen, dass eine Disqualifikation für diese Aktion gegen den Kopf des Gegenspielers regelkonform ist, oder? Der von Dir zitierte Auszug aus den Regularien ist auf jeden Fall unglücklich formuliert.

    Hab's mir noch mal angeguckt: Ich hör da lautstarke Pfiffe.

    Die Zuschauer sehen's halt nicht. Sie wissen nur, dass jetzt Rot geprüft wird. Und dann gibt's 2 Minuten.

    Woraus leitest Du für Dich persönlich ab, dass es bei dem Videobeweis um eine mögliche Disqualifikation gegangen sein könnte? Woher nimmst Du die Gewissheit, dass der Zuschauer in der Halle so denken würde?

    Es gibt schlicht keine Gestiken oder ähnliches, aus denen sich schlussfolgern lässt, dass hier eine Disqualifikation im Raum stand. Naheliegender erscheint mir persönlich, dass die beiden Schiedsrichter den Kontakt nicht oder nicht eindeutig wahrgenommen hatten, da es abseits des Ballgeschehens passiert ist. Ähnlich wie wahrscheinlich der Großteil des Hallenpublikums haben sie nur die Reaktion des getroffenen Spielers wahrgenommen und dann zurecht den Videobeweis zurate gezogen.

    Sind die Linien auch zu sehen, wenn der Bildschirm ausfällt?

    Bei der Variante in München ist der Boden quasi ein großer LED-Bildschirm mit Glas darüber und auf diesem Bildschirm werden die Linien u.ä. dargestellt. Ist der Bildschirm aus, dann sind auch die Linien weg. Beim TV Großwallstadt hingegen befinden sich unter dem Glasboden nur dort LEDs wo später Linien dargestellt werden sollen. Dadurch lassen sich keine so aufwändigen, graphischen Effekte darstellen.

    Ein verdienter Heimsieg für den VfL Gummersbach. In der ersten Halbzeit haben sich die Oberberger mit schlechten Torabschlüssen aus oft freien Wurfpositionen selbst in Bedrängnis gebracht. Die Abwehr stand zwar gut gegen den HC Erlangen, aber da die Abpraller immer wieder bei den Franken landeten kamen sie zu vielen einfachen Toren und daher war der Halbzeitrückstand folgerichtig. In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel hat der VfL dann den Gästen den Zahn gezogen und 20 Tore im zweiten Durchgang sind ein deutliches Zeichen. Giorgi Tskhovrebadze erinnert mich mit seiner Athletik, Sprungkraft und dem hohen und langen Stand in der Luft zunehmend an Daniel Narcisse im VfL-Trikot.

    Mit jetzt 7:7-Punkten sieht die Tabelle für die Gummersbacher wieder freundlich aus - auch wenn die Leistungen gegen die Sorgenkinder aus Göppingen und dem Bergischen Land so nicht hätten sein müssen. Jetzt gilt es mit möglichst überschaubarem Aufwand das Pokalspiel über die Bühne zu bringen, um sich dann auf die Spiele gegen die beiden Aufsteiger zu fokussieren.

    Gegen den TVB Stuttgart haben Daniel Rebmann und Giorgi Tskhovrebadze sehr gut gespielt und Julian Köster hat die Mannschaft fast fehlerfrei geführt. Das müsste schon wieder alles so zusammenpassen, damit auch gegen Erlangen ein Erfolg gelingen kann, aber die Energieleistung von Montag mit kaum Wechselmöglichkeiten im Rückraum liegt gerade erst drei Tage zurück. Einem ausgeruhten, vollbesetzten VfL-Kader hätte ich zuhause den Sieg zugetraut, aber in der aktuellen Situation halte ich den HC Erlangen für favorisiert.

    Gudjon Valur Sigurdssons Aussage entnehme ich, dass es Dominik Mappes selbst betrifft und nicht sein näheres Umfeld. Insofern wünsche ich ihm alles Gute, eine hoffentlich vollständige Genesung und finde es gut, dass der VfL Gummersbach ihm die Zeit gibt, die er benötigt.

    Zitat

    [...] Auch Dominik Mappes werde irgendwann zurückkehren, ist sich der VfL-Coach sicher: „Aber oberste Priorität ist, dass er wieder gesund wird und das benötigt Zeit.“ (...)

    Quelle: Oberberg-aktuell.de

    Hä , was möchtest du mir damit sagen?

    Du hattest von "grob unsportlichem" Verhalten seitens Domenico Ebner geschrieben und in den Handballregeln (Regel 8:9) ist der Begriff "grob unsportlich" mit einer Disqualifikation verbunden. Im Unterschied zum "unsportlichen" Verhalten, dass eine Zeitstrafe nach sich zieht. Wenn man über regeltechnische Fragen diskutiert, dann ist die Semantik wichtig.


    Generell finde ich es wichtig, dass das "Einfordern von Bestrafungen" in der Liga einheitlich gehandhabt wird. Ich weiß nicht ob oder welche Vorgabe es zu Saisonbeginn an die DHB-Schiedsrichter gegeben hat. Christian O'Sullivan hatte auch gestenreich den Videobeweis eingefordert. Hätte er dann für 2x2 Minuten vom Feld geschickt werden sollen?

    Das ist sehr nett vom Sportfreund Ebner. Die Grenze zwischen "deutlich anzuzeigen" und "Strafe fordern" müssten wir dann allerdings noch mal diskutieren.

    "Strafe fordern" wäre das hochalten zweier Finger entsprechend des Handzeichens für eine Zeitstrafe oder wenn er verbal eine Sanktion eingefordert hätte. Das Anzeigen des Kopftreffers ist hingegen meiner Meinung nach nicht verwerflich, da er damit weiterhin den Schiedsrichtern die Bewertung der Situation überlässt.

    SG Flensburg-Handewitt - Bergischer HC

    Rhein-Neckar Löwen - HBW Balingen-Weilstetten

    VfL Gummersbach - HC Erlangen

    Handball Sport Verein Hamburg - TBV Lemgo Lippe

    MT Melsungen - TSV Hannover-Burgdorf

    SC Magdeburg - THW Kiel

    SC DHfK Leipzig - Frisch Auf! Göppingen

    Füchse Berlin - ThSV Eisenach

    HSG Wetzlar - TVB 1898 Stuttgart

    Der siebte Spieltag verspricht interessant zu werden. Magdeburg gegen Kiel ist das Duell der besten Mannschaften der vergangenen beiden Jahre. Der SCM konnte zuletzt nicht überzeugen, aber in eigener Halle ist die Atmosphäre für zwei bis drei Tore gut und damit sehe ich beide Mannschaften wieder gleichauf. Melsungen wird es nicht einfach haben gegen Hannover die weiße Weste zu bewahren, ist aber vor den eigenen Fans favorisiert.

    Schade, dass das "Kellerduell" zwischen Wetzlar und Stuttgart auf Ende Oktober verlegt wurde. Im Moment wäre sehr viel Brisanz in diesem Aufeinandertreffen.

    Von beiden Angriffsreihen war das gestern Abend über weite Teile des Spiels recht magere Kost. Dennoch hat der VfL Gummersbach am Ende verdient gewonnen und sich selbst in der Tabelle in eine etwas ruhigere Position gebracht. Die Rückkehr von Lukas Blohme war sehr wichtig für das schnelle Umschaltspiel des VfL Gummersbach und die daraus resultierenden Gegenstoßtore.

    Der TVB Stuttgart hat das Spiel Ende der ersten Halbzeit mit reihenweise technischen Fehlern aus der Hand gegeben und ist dann nur noch dem Rückstand hinterhergelaufen. Silvio Heinevetters Fehlverhalten auf dem Feld wurde endlich sanktioniert, wobei ich eine Disqualifikation für angemessener gehalten hätte. Negativ aufgefallen ist mir leider auch Jan Forstbauer, der in der letzten Minute als das Spiel bereits entschieden war Ole Pregler noch zweimal mit beiden Armen in den Rücken gestoßen hat. Das hatte etwas von Frustfouls, die die Gesundheit des Gegenspielers gefährden.

    Für den VfL Gummersbach steht am Donnerstag bereits das nächste wichtige Spiel (Heimspiel gegen Erlangen) auf dem Programm und aufgrund der aktuell fehlenden Wechselmöglichkeiten im Rückraum dürfte in den nächsten beiden Tagen das Training auf Regeneration und taktische Vorbereitung ausgerichtet sein.