Die Historie des VfL Gummersbach ist reich an großen Erfolgen und tollen Spielen, aber ich beschränke mich mal auf das laufende Jahrtausend und die Spiele die ich aktiv verfolgt habe (und bei denen ich größtenteils live vor Ort war).
30.11.2001, Bundesliga: VfL Gummersbach - THW Kiel 25:29 (11:14)
Mit dem ersten Handballspiel in der Kölnarena stellte der VfL Gummersbach mit 18.500 Zuschauern nicht nur einen Weltrekord im Vereinshandball auf, sondern legte auch den Grundstein für eine neue Ära des Traditionsvereins. (Auch wenn das Spiel vom schweren Zusammenprall von THW-Rechtsaußen Johan Pettersson und VfL-Torwart Jan Stankiewicz überschattet wurde.)
29.05.2005, Bundesliga: TuSEM Essen - VfL Gummersbach 29:32
Das letzte Spiel von Lajos Mocsai als VfL-Trainer. Er war im März 2005 verpflichtet worden und verließ den Verein gut zwei Monate später unbesiegt mit 17:1-Punkten, der erreichten Qualifikation für den EHF-Pokal und der besten Bundesliga-Platzierung seit der Meisterschaft 1991.
24.09.2005 , Bundesliga: MT Melsungen - VfL Gummersbach 21:38 (10:19)
Gegen den Aufsteiger gelang dem VfL der höchste Bundesliga-Auswärtssieg in der langen Vereinshistorie und die Gummersbacher standen mit 10:0-Punkten an der Spitze der Bundesliga-Tabelle.
27.05.2006, Bundesliga: VfL Gummersbach - Flensburg-Handewitt 31:31(13:14)
Vor über 18.000 Zuschauern war es nicht nur ein spannendes Topsspiel im direkten Duell um die Vizemeisterschaft, sondern auch das letzte Heimspiel von Kyung-Shin Yoon im VfL-Trikot. Nach 10 Jahren und 2000 Toren im Trikot des VfL musste Nick leider den Verein verlassen.
21.02.2009, EHF-Pokal, Achtelfinale: SC Magdeburg - VfL Gummersbach 20:30 (8:10)
Das Lospech hatte die Wege des VfL und des SCM sich bereits im Achtelfinale kreuzen lassen und der 26:24-Heimsieg der Oberbergischen schien ein arg dünnes Polster fürs Rückspiel in Magdeburg zu sein. Die erste Halbzeit in der Bördelandhalle war ein echter Kampf um jedes Tor und die Emotionen gipfelten in Disqualifikationen für Vedran Zrnic und Silvio Heinevetter als sie sich an der Seitenlinie um den Ball stritten. Danach hat der VfL den SCM auswärts in Grund und Boden gespielt. In Erinnerung bleiben Sivio Heinevetters markige Worte nach dem Spiel. " Ich bin mega enttäuscht von unserer Mannschaft, da hat keiner Eier gezeigt".
09.05.2009, DHB-Pokal Final Four 2009, Halbfinale: HSV Hamburg - VfL Gummersbach 27:35 (17:13)
Erstmals beim Final Four in Hamburg und dann als Außenseiter mit einer überragenden zweiten Halbzeit direkt die "Gastgeber" rausgeworfen und das Pokalendspiel erreicht. Gleichzeitig wurde damit die Europapokalqualifikation erreicht, die den Fans weitere tolle Spiele und dem Verein einen weiteren europäischen Titel beschert hat.
23.05. & 01.06.2009, EHF Pokal Finale: RK Gorenje Velenje - VfL Gummersbach 28:29 & 22:26
Das Ende einer langen, titellosen Durststrecke. Die Spiele selber sind mir nicht besonders in Erinnerung geblieben, aber das ganze Erlebnis drumherum. Zunächst beim Hinspiel die Fahrt über Nacht mit dem Auto nach Slowenien und das tolle Erlebnis mit den dortigen Fans, die in der Woche zuvor erstmalig die slowenische Meisterschaft gewonnen hatten. Eine Woche später dann die Kür in der ausverkauften Kölnarena. Ein von der ganzen Mannschaft signiertes Stück der Siegerbande hängt noch heute in meinem Arbeitszimmer.
07.02.2010, DHB-Pokal, Viertelfinale: VfL Gummersbach - THW Kiel 35:28 (21:12)
Das vielleicht beste Handballspiel des VfL Gummersbach, dass die Eugen-Haas-Halle in diesem Jahrtausend gesehen hat. Goran Stojanovic hat das Tor vernagelt und die Mannschaft hat sich in einen Rausch gespielt. Mein persönlicher Platz 1 der besten Spiele des VfL Gummersbach die ich live miterlebt habe!
27.05.2010, Pokal der Pokalsieger, Finale: BM Granollers - VfL Gummersbach 37:33 (18:16)
Nach dem Neun-Tore-Sieg im Hinspiel stand der Titelgewinn des VfL Gummersbach quasi schon fest. Das Rückspiel war eine tolle Reise mit zunächst einigen Tagen im schönen Barcelona und abschließend dem Endspiel in Granollers. Erstmals konnte ich den Pokal selber in Händen halten und die Feier mit der Mannschaft in Granollers endete erst durch die Polizei. In der beschaulichen Altstadt waren die Anwohner wohl nicht erfreut über eine feierwütige Gruppierung an einem Donnerstagabend. Auf dem Rückflug am Freitag habe ich dann direkt noch einige Fans des FC Barcelona kennengelernt, die auf dem Weg zum ersten EHF Champions League Final4 in Köln waren und die wir dann an den folgenden Tagen in der Kölnarena wiedergetroffen haben.
26.05.2011, Pokal der Pokalsieger, Finale: VfL Gummersbach - Tremblay en France 26:26 (10:15)
Ein irres Spiel mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen Europapokalsieg des VfL Gummersbach. Das Hinspiel im Pariser Vorort hatte der VfL mit 28:30 gewonnen, doch die Vorzeichen standen nicht gut. Im Hinspiel hatte sich VfL-Kapitän Christoph Schindler in der letzten Spielminute verletzt und fiel für das Rückspiel aus. Einen Tag vor dem Spiel in der Kölnarena dann die Schocknachricht, dass der VfL Gummersbach keine Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison erhalten würde. Der VfL geriet früh in Rückstand, zur Halbzeit war der Vorsprung aus dem Hinspiel verspielt, es gab sogar vereinzelte Pfiffe aus dem Publikum und als es nach 45 Minuten 16:23 stand glaubte fast niemand mehr an den dritten Europapokalsieg in Folge. Bis heute denke ich, dass es Arnaud Bingos Fehverhalten zu verdanken ist, dass das Spiel doch noch kippte. Beim Tempogegenstoß von Drago Vukovic lief Arnaud Bingo ihm von hinten in die Beine und wurde zurecht disqualifiziert. Ein völlig unnötiges Foul, da er keine Chance hatte an den Ball zu kommen und seine Mannschaft noch recht souverän in Führung lag. Das Publikum wachte angesichts der rüden Attacke auf, die VfL-Mannschaft nutzte die Überzahl und das Momentum kippte. Plötzlich stand es 23:23 und bei der 25:24-Führung für den VfL war der Titel verteidigt.