Beiträge von heindaddel

    Und jetzt noch ein Sachverhalt, der mich doch weiterhin nachdenklich stimmt: der Etat für die nächste Saison ist doch jetzt wohl gedeckt und beträgt rund 4,2 Mio. ...


    Genau da habe ich meine Fragezeichen. Ist dieser Etat tatsächlich gedeckt? Im letzten GJ, für das ein Jahresabschluss veröffentlicht ist (08/09), betrug der Etat 4,5 Mio., es endete mit einem Defizit von 1,332 Mio. Wenn die Aufwendungen etwa wie geplant ausfielen, lagen die Erträge bei ca. 3,168 Mio. Sind die Erträge inzwischen um mehr als eine Mio. bzw. 33 % gestiegen?

    Der VfL hat sicher weniger als ein Fünftel der Zuschauereinnahmen des THW, aber trotzdem einen fast halb so hohen Etat. Andere Vereine in der gleichen Etat-Region haben deutlich mehr Zuschauer. Passt für mich nicht.

    Die anspruchsvolle Notoperation am Patienten mit dem schweren Herzinfarkt scheint gelungen. Er kann die Intensivstation vermutlich Anfang nächster Woche verlassen. Entscheidend für sein Überleben wird aber sein, dass er sich nun einer Kur unterzieht, das Rauchen aufgibt, kräftig abspeckt, strenge Diät hält und überhaupt seinen Lebenswandel ändert. Der nächste Herzinfarkt wird vermutlich der letzte sein ...

    Alles richtig.

    Ich verstehe allerdings nicht, warum es jetzt plötzlich unbedingt "schuldenfrei" sein muss. Wenn sich die Gläubiger jetzt mit einer Teilrückzahlung zufrieden geben und den Rest stunden/umschulden, gibt es doch das akute Liquiditätsproblem nicht mehr. Jedenfalls nicht aus den "Altlasten". Und die Gläubiger müssen sich auch nicht den "Schwarzen Peter" zuschieben lassen.

    Vielmehr wundert mich, wieso es nun kein Problem mehr darstellen soll, einen laufenden Etat von 4,2 Mio. zu finanzieren. Mein Verdacht ist, dass die "Altschulden", mit denen man bislang auch gut leben konnte, nur vorgeschoben werden, um den nicht gedeckten aktuellen Etat zu kaschieren.

    Aber gut, wir werden sehen. Vielleicht kommt ja noch ein "weißer Ritter" daher, der den großen Retter mimt und in Gummersbach ein ganz großes Ding aufziehen will ... :nein:


    Zitat

    Ich will damit sagen, wenn die Emotionen Überhand nehmen und der Blick für die Realität verloren geht, sind der Phantasie auch gestandener Geschäftsleute keine Grenzen gesetzt. Es ist mitunter sehr erschreckend.


    So ist es, leider.

    Nun denn, es ist angerichtet.

    Die Bude wird voll, die Schiedsrichter stehen auch schon fest, und Dushebajew hat schon mal ein bißchen gestänkert.

    Freuen wir uns auf ein tolles Wochenende!


    ... und bei Penny ist spanische Woche unter dem Motto "Viva Espana! Olé!"

    Dann kann ja nix mehr schiefgehen ... ;)

    Aber, ich glaube mittlerweile fest an die Lizenzerteilung. Warum? Ganz grob fehlen dem VfL ja 2 Millionen für die Saison, die sie ja an die Gläubiger auszahlen müssen, um -wie gewünscht - schuldenfrei dazu stehen.Würde man die Gläubiger nicht bedienen, wäre es wohl kein Problem die Saison mit 4,2 Mio. E darzustellen (allein das ist schon recht verwunderlich). Also wird am ende des Tages nur eine Million reinkommen, oder 1,2 oder was auch immer und das würden die Gläubiger eben anstelle der 2 Millionenj annehemn. d.h. 2 Millionen kann ich zusammenkratzen durch frisches Geld oder durch Verbindlichkeitenabbau durch Gläubigerverzicht.
    Alles wird gut!


    Du meinst, wenn die Gläubiger sich mit der Hälfte ihrer Ansprüche abspeisen lassen, dann sind sie auch mit einem Drittel oder Viertel zufrieden? Und gucken dann zu, wie der Schuldner weiter "in Saus und Braus" lebt?

    Also ich würde als Gläubiger nicht so ohne weiteres auf meine Forderungen verzichten. Eher würde ich jetzt nehmen, was ich kriegen kann, den Rest stunden und in Raten, die wehtun, aber nicht umbringen, abstottern lassen. Aber die Schulden weitgehend erlassen, um dann zuzusehen, wie der Schuldner weiter "einen auf dicke Hose macht"? Nö.

    Die Verantwortlichen der Gläubiger haben ja nun in erster Linie die Interessen ihrer Unternehmen zu wahren. So leichtfertig werden die kein Geschäftsvermögen herschenken. Immerhin sind da auch schnell mal Untreuetatbestände erfüllt.

    Ich glaube auch, dass es weitergeht mit dem VfL in der HBL, auch wenn die Summe nicht zusammen kommt. Aber dann eben nicht entschuldet, sondern umgeschuldet/gestundet.

    Was mir an der ganzen Geschichte aufstößt, ist das Geschwätz von den "Altlasten". Das klingt so, als wären dies irgendwelche Betonringe, die dem Verein aus grauer Vorzeit anhängen und die es ihm unmöglich machten, heute vernünftig zu wirtschaften.

    Tatsache ist, dass diese "Altlasten" aus dem unseriösen Geschäftsgebahren der letzten Jahre herrühren. Für jedermann/-frau nachlesbar ergibt sich aus den veröffentlichten Bilanzen, dass der Nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag am 30.06.09 (aktuellere Zahlen sind leider noch nicht veröffentlicht) von 4,438 Mio. im wesentlichen durch die laufenden Defizite seit dem 01.07.05 entstanden sind: Die Jahresergebnisse in diesen 4 Jahren summieren sich auf ein Defizit von 2,703 Mio., also waren in diesem Zeitraum die Aufwendungen im Jahresdurchschnitt zu 676.000 nicht durch Erträge gedeckt. Das entspricht den Personalkosten von 1-2 sehr guten Spielern, die der VfL gehalten hat, obwohl er sich diese nicht leisten konnte.

    Diese Zahlen sind dabei noch geschönt durch die Erlöse aus dem Verkauf von Tafelsilber, sprich: die erzielten Ablösesummen. Wenn man diese für den Zeitraum 2005-2009 auf 1,5 Mio. schätzt und mal herausrechnet, ergibt sich für diese 4 Jahre ein durchschnittliches jährliches betriebliches Defizit von über 1 Mio.

    Selbst wenn die schnelle Entschuldung jetzt durch einen gewaltigen Kraftakt gelingen sollte, ist mir ist nicht klar, wie sich an der grundsätzlichen Problematik, dass die laufenden Einnahmen deutlich geringer sind als die laufenden Ausgaben (und genau das ist die Ursache der "Altlasten"), etwas ändern soll, wenn der Gürtel nicht enger geschnallt wird und weiter mit Etats von 4,2 Mio. geplant wird. Hier anzusetzen, ist aus meiner Sicht die viel größere Baustelle.

    Um nicht missverstanden zu werden: mir ist der VfL sympathisch. Er war für mich lange Zeit in meinem Handballerleben DAS Synonym für erfolgreichen Handball und ich erinnere mich gerne zurück an so manchen Festtag in der Ostseehalle, wenn Gummersbach in den Achzigern zu Gast war. Ich würde es sehr schade finden, wenn dieser große Name von der Karte der Handball-Bundesliga verschwindet.

    Aber ich muss auch sagen, dass mir diese ewige Hängepartie und diese ständigen leeren Versprechungen zum Hals raushängen. Ich glaube nicht daran, dass eine plötzliche Entschuldung irgendetwas verbessert, solange man nicht akzeptiert, dass das Zuschauer- und Sponsoreninteresse im GM eben nur für kleine Brötchen reicht.

    Ist ein "Ende mit Schrecken", verbunden mit einem echten Neuaufbau, nicht vielleicht doch die bessere Lösung?


    Hätte nix dagegen, wenn das nun endgültig die "Wahrheit" sein sollte. Aber ich glaube da erst daran, wenn Lijewski im Trikot der Löwen beim ersten Pflichtspiel der Saison auf der Platte steht.


    Wenn ich böse wäre, käme mir jetzt der Gedanke, Lijewski hätte den Medizin-Check in Kopenhagen nicht bestanden ...

    Da ich aber ein netter Kerl bin, freue ich mich über die Großzügigkeit des freundlichen dänischen Herrn mit den großen Spendierhosen und dem noch größeren Löwenherz. :P

    Ich stelle eine provokante Frage ins Forum.
    Wollte die HBL dem VfL (wie auch dem TVG) mit der Veöffentlichung am Donnerstag, einen Tag vor dem entscheidenden Rückspiel, noch einen Nackenschlag verpassen?
    Dieser Eindruck kann nicht so einfach weggewischt werden und bedarf der Diskussion.


    Also ich finde diese Unterstellung reichlich unverschämt. Schon mal daran gedacht, dass eine solche Entscheidung nicht nur den VfL betrifft, sondern dies auch Auswirkungen auf andere Vereine hat, die Planungssicherheit brauchen, in welcher Liga sie denn in der nächsten Saison spielen? Dann sollte doch wohl klar sein, dass die Zeit drängt, zumal ja auch noch Einspruchsfristen einkalkuliert werden müssen.

    Ich frage mich vielmehr, wie unglaublich dummdreist man sein kann, Unterlagen einzureichen, aus denen eine Liquiditätslücke von 2,2 Mio. hervorspringt ...

    Ich habe auch nur mal hinterfragt, warum der THW an einem Turnier in Doha teilnimmt, bei dem es für den Sieger 400000 Euro gibt und dadurch vielleicht die Meisterschaft verspielte? Warum muss der THW dahin? Vor allem, wenn, davon gehe ich jetzt aus, solange es keine Gegenteilige Aussage der Verantwortlichen gibt, die Mannschaft und der Trainer geschlossen dagegen war.


    Die Meisterschaft hat der THW sicher nicht durch die Teilnahme in Doha verspielt. Der THW steht jetzt 7 Punkte schlechter da als am Ende der letzten Saison. Die Ausweichtermine der "verschobenen" und verlorenen Spiele lagen im ganz normalen (Sa/So)-(Di/Mi)-Rhythmus in einer Phase, als der THW erstmals in dieser Saison volle Kapelle hatte und gut drauf schien (zuvor gabs beeindruckende Siege in GP und gegen FL). Doha darf da keine Ausrede sein und die starke Leistung der Gegner in diesen Spielen darf man auch gerne mal anerkennen.

    Die Kritik an der Teilnahme an diesem Turnier teile ich nicht, mal abgesehen vom bescheidenen Zeitpunkt der Veranstaltung. Es ist ein offizielles Turnier der IHF und der THW ist als CL-Sieger in der (zumindest moralischen) Pflicht, als Vertreter Europas daran teilzunehmen. Eine Absage kann da leicht als Affront gegen die Handballwelt aufgefasst werden. Dass die Teilnahme mit einem relativ leicht verdienten Geldregen in der Wüste einhergeht, ist für einen Verein ohne das Füllhorn eines Mäzens natürlich auch nicht zu verachten.

    Im Übrigen würd mich mal interessieren, woher du zu wissen meinst, dass Mannschaft und Trainer geschlossen gegen dieTeilnahme waren.

    Verstehe ich es richtig? Der Artikel gibt lediglich die "Lesart einiger Kritiker" und "Mutmaßungen, getarnt als Wahrheiten" von "Teilen des Kieler Anhangs" wieder?

    Nun, dass Derad es Teilen des Anhangs mit Nichts recht machen kann, schon allein, weil er nicht Uwe heißt, ist nichts Neues.

    Wurde denn z.B. Ahlm mal zu den Behauptungen befragt, wurden Derad/der THW zu den Vorwürfen um Stellungnahme gebeten oder die Geschäftsstellenmitarbeiter mal durchgezählt? Wie sehen Aufsichtsrat oder Wirtschaftsbeirat, also diejenigen, die Einblick und etwas zu sagen haben, die Arbeit von Derad? Fragen über Fragen, schade, dass sie offenbar nicht gestellt wurden ...

    ... oder sollte es einfach nur ein Stimmungsbild sein, was da an den Biertischen der O2 so gelallt wurde?

    Offenbar steh ich mit meiner Meinung nicht allein da:


    Zitat


    Kiel. Titel und Pokale wurden beim THW Kiel in der Vergangenheit schon ausschweifender gefeiert. Nach dem Triumph vom Sonntag in Hamburg beim Cupfinale gegen Flensburg blieb es in der Landeshauptstadt ruhig. Keine Fans in den Wirtshäusern, auch sonst herrschte tiefe Nachtruhe. Nur Spieler, Trainer und Betreuer des Rekordmeisters hatten sich nach dem 30:24-Sieg in kleiner Runde mit rund 100 Freunden, Angehörigen und Sponsoren bei ihrem Lieblings-Italiener in der Kieler Innenstadt verabredet. Es sei eine sehr schöne und harmonische Runde gewesen. Man habe gegessen und hinterher getanzt.
    "DHB-Pokalsiege wurden noch nie in großem Rahmen gefeiert", erklärte Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust. "Als einen besonders schönen Tag" will Geschäftsführer-Kollege Uli Derad den Sonntag im Gedächtnis behalten. "Nicht der Sieg allein, vielmehr die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist, vor allem mit der großartigen Unterstützung der zahlreichen Fans", das habe ihm imponiert, betonte Derad, "das erzeugte Gänsehautgefühl."

    Um zwei Uhr nachts löste sich die Party auf, als Titel-Belohnung verordnete Trainer Alfred Gislason seinem Team eine dreitägige Handballpause.

    ...

    Doch selbst, wenn nach dem DHB- auch der Weltpokal die Reise nach Kiel antreten sollte, wird es keinen Empfang auf dem Rathausplatz geben. "Der Balkon ist für Meisterfeiern reserviert", sagt Sabine Holdorf-Schust. Eine Saison-Abschlussparty mit Mannschaft und Fans sei nach dem abschließenden Saisonspiel am 4. Juni gegen TuS N-Lübbecke dennoch geplant. Und zwar vor den Toren der Sparkassen-Arena auf dem Europaplatz. "Nähere Details", so Frau Holdorf-Schust, "werden wir in Kürze bekannt geben."

    (von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 10.05.2011)

    "Unangemessen und peinlich" wäre es, den Titel nicht mit den Fans zu feiern. Und wegen des "popeligen C-Titel" würden alle anderen Vereine liebend gerne ein Fass aufmachen und den Rathausbalkon ihrer Heimatstadt besetzen. Aber einige Kunden des THW Kiel scheinen so verwöhnt zu sein, dass sie nur Meisterschaften und / oder Champions-League-Titel feiern wollen, wohingegen so ein "C-Titel" noch nicht mal eine eigene Ehrung wert ist, sondern als "popelig" bezeichnet wird.
    Und da wundern sich tatsächlich Leute, wenn es heißt, die Fans des THW wären arrogant? Ja, ich weiß, das sind nur Ausnahmen. Nur prägen sich diese Ausnahmen eben ein. Tut mir leid, dafür habe ich keinerlei Verständnis. :nein:


    Oha. Da habe ich mich aber in die Nesseln gesetzt, ich pöser arroganter Kunde. Naja, das Nesselblatt ist ja auch Teil des Kieler Wappens ...

    Allerdings habe ich nicht geschrieben, gegen eine Feier mit den Fans zu sein, sondern dass ich FÜR eine Feier mit den Fans bin, aber eben nicht auf dem Rathausplatz/-balkon, sondern "nur" auf dem Europaplatz vor der Halle (auf dem übrigens auch die ersten neuzeitlichen Meisterschaften ganz wunderbar gefeiert wurden).

    In meiner persönlichen Titel-Werteskala steht der DHB-Pokal mit deutlichem Abstand auf Platz 3 (deshalb "C"), das "popelig" zur Verstärkung hätte ich besser weg lassen sollen und nehme ich zurück. Obwohl ich mich sehr freue
    über den Pokalsieg (insbesondere, weil dies jetzt für die Mannschaft sehr wichtig war - "der THW ist wieder da"), finde ich nicht, dass er genauso gefeiert werden sollte wie Meisterschaft oder CL-Sieg. Das entwertet meiner Meinung nach die anderen Titel. Große Titel, großer Bahnhof und kleine Titel, kleiner Bahnhof.

    Aber das ist eben eine Geschmacksfrage. Ich mag beispielsweise auch nicht, wenn es nach mäßiger Leistung standing ovations gibt, nur weil es heutzutage dazugehört und der Hallensprecher dazu auffordert. Das entwertet eine große Geste und macht sie beliebig, finde ich. Die Mannschaft habe ich deswegen ja nicht weniger lieb.

    Wenn ich deshalb in deinen Augen ein satter, verwöhnter, arroganter Kunde bin, dann ist das eben so.

    P.S.: Übrigens, von den 6 Rathauspartys seit 2005 war die 2005 meiner Meinung nach die deutlich beste, vermutlich, weil die "Satten" nach 3 Jahren Abstinenz wieder richtig Hunger hatten ... auch deshalb bin ich dafür, es in diesem Jahr etwas moderater angehen zu lassen ...

    Was Feier der Fans angeht bin ich gespannt, ob der Pokalsieg dem THW und der Stadt Kiel für ne Party aufm Rathausplatz reicht, ich hoffe es sehr, und die Mannschaft hätte es verdient.

    Och, bitte nicht! Wir haben nun 6 Jahre hintereinander Meister-, Double- und Triplepartys gehabt, ich finde, da tut ne Pause mal ganz gut. Eine nette Saisonabschlussparty am letzten Spieltag vor der Halle gerne, aber nach der Gurkensaison wegen des popeligen C-Titels eine große Sause auf dem Rathausplatz, finde ich unangemessen und peinlich.

    ...wobei das Vermögen der Sparkassen aber nicht von den Kommunen zur Verfügung gestellt, sondern den Kunden über Jahrzehnte aus der Tasche gezogen wurde ... und die haben ja nun selber schuld ... ;)

    @ Lord: Stellt sich natürlich die Frage, was Werbemaßnahmen überhaupt bringen. Das sehe ich als "Finanzheini" auch kritischer als die "Marketingfuzzis" ... ;)

    Warum sollte eine Sparkasse nicht das gleiche Recht haben, ihr Geschäft über Werbung zu fördern, so wie ihre private Konkurenz? Irgendwas scheinen sich die Unternehmen, die Namensrechte an Arenen erwerben, doch wohl davon zu versprechen. Oder wollen O2 oder Allianz nur Geld verbrennen? Und wenns in Kiel nicht die Sparkasse geworden wäre, wäre eben die Volksbank, Ikea oder vielleicht die Color Line (würde ja gut zu Kiel passen) oder sonstwer geworden. Da hätte sich schon jemand gefunden.

    Und zur Hallenbeteiligung der Provinzial: Es ist das elementare Geschäft einer Versicherung, das über Versicherungsbeiträge eingesammelte Kapital (breit gestreut) anzulegen. Dazu gehört Immobilienbesitz. Die Investition in die OH ist sicherlich kein Renditerenner, aber verglichen mit dem, was der Finanzsektor in den letzten Jahren versenkt hat, eine grundsolide Anlage. Zudem hat eine Investition im Herzen der Landeshauptstadt natürlich auch einen Werbeeffekt für einen Regionalversicherer. Im Übrigen: Der Anteil der Provinzial an der OH macht nicht mal 1 Promille an den Kapitalanlagen der Provinzial aus. Da schlägt gar nichts durch auf die Anteilseigner der Sparkassen.

    Ich bleibe dabei: Das Engagement der Provinzial/der Sparkassen ist aus meiner Sicht überhaupt nicht zu vergleichen mit direkten Bauzuschüssen der öffentlichen Hand. Ich hätte kein Problem damit, wenn die Halle in Gummesbach von der zuständigen Sparkasse (Köln?) und der grünen Provinzial finanziert würde. Aber dazu scheinen sie ja offenbar ohne erhebliche öffentliche Zuschüsse nicht bereit zu sein.

    P.S.: Glückwunsch noch zu der abgezockten Leistung Deiner Gelbhemden.

    Ich habe nur drauf hingewiesen, dass auch diese Arena nutznießer von Fördermitteln war!

    Soso. Einen Nachweis dafür hast Du aber nach wie vor nicht erbracht. Wann hat die Arena nach der Privatisierung von wem und in welcher Höhe Fördermittel bekommen?

    Zu dem Rest: Ich kann ja verstehen, dass die VfL-Fans gerne eine moderne Halle hingestellt bekommen möchten, die es erlaubt, einigermaßen wettbewerbsfähig in der Bundesliga mitzuschwimmen. Aber dann soll man das - finde ich - auch so benennen und die Subvention einfordern, um ein "Aushängeschild der Region" zu erhalten und sich den ganzen "Quark" von wegen wichtig für Schul-und Breitensport einfach schenken. Wenn es wirklich um den Schul- und Breitensport ginge, könnte man die Zuschüsse für die Arena besser zur Finanzierung von 2 Schulsporthallen verwenden, die dann zu 100% dem Breitensport zur Verfügung stünden. Oder brauchen Turnhallen heutzutage riesige Zuschauerränge, VIP-Logen und Cateringbereiche (die im Übrigen bei Nutzung einer Arena für Schulsport auch mitbeheizt und mitbeleuchtet werden müssen)?

    Aber mach Dir keine Sorgen, das Ding wird eh durchgewunken. Politiker geben ja gerne fremdes Geld aus, um sich nachher medienwirksam im Glanz von Prestigeprojekten zu sonnen. Und wenn das Ding erstmal steht, gibts anschließend die öffentlichen Überlebenshilfen für den VfL, weil man ja schließlich ein Team braucht, das die teure Halle auslastet ... :P

    @Lord: Das sehe ich etwas anders. Sparkasse oder Provinzial (oder meinetwegen früher VW) sind zwar im Besitz der öffentlichen Hand, aber doch gewerbliche Unternehmen, die in Konkurrenz zu anderen Anbietern stehen (z.B. der 08/15 Bank ;) ). Deren Werbe-, Sponsoring- oder Investitionsaktivitäten würde ich nicht gleichsetzen mit der Zuschussvergabe von Gebietskörperschaften. Ein Bewerber um die Namensrechte der Ostseehalle war übrigens auch die Volksbank, es hätte auch ein anderer Geldgeber werden können.

    Ich behaupte übrigens überhaupt nicht, dass die Ostseehalle schwarze Zahlen schreibt. Ich wundere mich nur über den Brustton der Überzeugung, mit der hier rote Zahlen unterstellt werden. Deshalb mein Bohren nach Belegen. Ohne die genaue Investitionssumme, die Finanzierungsstruktur, die Höhe der Hallenmiete und der Namensrechte, die genauen Auslastungszahlen usw. zu kennen, traue ich mir jedenfalls keine Ferndiagnose der Ertragssituation einer Halle zu. Und wie gesagt: ist auch gar nicht mein Bier, solange Verluste von privaten Investoren getragen werden.

    Ulf: Mir ging es hier nur darum, die von snuffmaster aufgestellte These, die Ostseehalle sei ein Fördermittelgrab (und Kieler hätten sich somit kein Urteil über die Gummersbacher Baupläne zu erlauben), kritisch zu hinterfragen. In den Foren-Diskussionen zur Hallen-Umbenennung finde ich nur Spekulationen/Mutmaßungen, die Umbenennung sei sicherlich eine Folge von roten Zahlen. Aber keine konkreten Hinweise, wie hoch denn die Defizite sind oder wieviel nun durch die Namensrechte eingenommen werden und ob das reicht, um eine schwarze Null zu schreiben. Letztendlich geht uns das aber auch gar nichts an, weil die "neue Ostseehalle" eben privat finanziert wurde und etwaige Verluste eben nicht von der Allgemeinheit, sondern von den Besitzern der Halle getragen werden müssen.

    Wenn die Halle in Gummersbach aber nur entsteht, wenn die Hälfte der Kosten von der öffentlichen Hand aufgebracht wird, weil es sich sonst eben nicht rechnet, geht es die Allgemeinheit sehr wohl etwas an.

    Die Verbindlichkeiten der Betreibergesellschaft der Sparkassen-Arena Kiel beliefen sich im Jahre 2010 auf ca. 1.987.000 Euro
    https://www.ebundesanzeiger.de/ebanzwww/wexss…HistoryId=72365


    :lol:

    Mit Verlaub, aber was soll uns diese Auskunft sagen?

    Was sagt uns die absolute Höhe der Verbindlichkeiten eines Unternehmens? Nichts! Den Verbindlichkeiten stehen in diesem Fall Vermögenswerte in Höhe von 2,66 Mio. Euro gegenüber, also alles in Butter, soweit man aus diesen Angaben Schlüsse ziehen möchte.

    Im Übrigen sprach ich nicht von der BETREIBERgesellschaft, sondern von der BESITZgesellschaft der Ostseehalle, was ja offenkundig nicht dasselbe ist. Oder glaubst Du, die Ostseehalle wäre in den 90.533,50 Euro Sachanlagevermögen enthalten?


    Das die Ostseehalle rote Zahlen schreibt ist doch nun nichts Neues.

    ...

    Ich denke auch, dass sich die Gesellschafter der Ostseehalle Kiel Betriebsgesellschaft mbH (wenn ich mich recht erinnere sind das auch nicht KN, CITTI und Provinzial sondern eben Privatpersonen, die aus dem Umfeld kommen) schon noch einige Zuschüsse bekommen haben, die Verhandlungen um Kauf und Erweiterung waren ja auch ziemlich langwierig. Selbst wenn das über den Kaufpreis letzten endes gelaufen sein sollte, ohne das, würde der THW wohl auch immer noch in der kleineren Halle spielen.


    Aha. Na, wenn das Allgemeingut ist, kannst Du doch mal eine Quelle benennen, oder? Wie hoch waren denn die Defizite vor und nach der Namensänderung? Mal Butter bei die Fische ...

    Vielleicht kannst Du bei der Gelegenheit auch mal den Namen der BESITZgesellschaft benennen, in der die Ostseehalle bilanziert ist. Das würde das Spekulieren um angebliche Zuschüsse erleichtern bzw. erschweren ...

    Snuffmaster: Danke für das Benennen des Zuschussanteils. Das Land NRW und die anderen Zuschussgeber würden also durch den Neubau über die durch die Zuschüsse geminderte Hallenmiete zu großen Sponsoren des VfL Gummersbach. Und ja, ich weiß, dass das anderswo auch so läuft, gefallen muss es mir trotzdem nicht.

    Auch in die Ostseehalle fließen/flossen Fördergelder vor allem beim Bau. Die neue Halle in Gummersbach wird im übrigen - so ein Zufall - auch von einer privaten Gesellschaft getragen. Dafür gibt es ja die GmbH. Für den Bau Fördergelder abzugreifen ist legitim und macht JEDER Verein, der an der Halle rumarbeitet. Auch für Reperaturen bzw. Umbaumaßnahmen gibt es Fördergelder. Daher verstehe ich deine Aussage vllt nicht unbedingt. Geht in Gummersbach die Betreibergesellschaft pleite: Ja es haftet am Ende wohl dann die Allgemeinheit. Geht in Kiel die Betreibergesellschaft pleite, wer haftet da am Ende? Die KN? Die Citti? Die Sparkasse? Am Ende dann doch irgendwo wieder die Allgemeinheit. So ist es nun mal. 2007 musste der Name vermarktet werden, um die roten Zahlen in Kiel doch ein bisschen in Grenzen zu halten.


    Die altehrwürdige Ostseehalle war in den ersten 47 Jahren städtisch und die Investitionen wurden von der Stadt getragen, klar. Die Halle war in dieser Zeit sehr erfolgreich, es war schließlich bis zur Eröffnung der Hamburger Turnhalle am Volksparkstadion die größte Veranstaltungshalle Norddeutschlands. Etwa 22 Mio. Besucher bis 1998 dürften dafür gesorgt haben, dass sich die Halle in der "städtischen Zeit" selbst getragen hat. Jahrzehntelang hatte man den Eindruck, der THW wäre mit seiner Hallenmiete der größte Sponsor der Stadt.

    Die "neue Ostseehalle" ist aber rein privat finanziert. Die alte Substanz wurde gekauft und die Investoren haben den Umbau finanziert. Sie tragen das betriebswirtschaftliche Risiko. Ich finde das gut so. Warum sollte die Allgemeinheit die Infrastruktur für kommerzielle Veranstaltungen (wie Konzerte, Messen oder Profisport) finanzieren?

    Im Gegensatz dazu ist der Gummersbacher Bau offenbar maßgeblich von öffentlichen Zuschüssen abhängig. Ohne Zuschüsse kein Neubau - richtig? (Wie groß ist der Anteil der Zuschüsse an den geplanten Kosten?) Insofern ist es eben doch ein anderes Finanzierungsmodell als in Kiel, Hamburg oder Mannheim.

    Ich finde, die öffentliche Hand hat wichtigere Aufgaben, als Profisport zu subventionieren! Die Einnahmen privatisieren, aber die Kosten sozialisieren, halte ich nicht mehr für zeitgemäß.

    P.S.: Achso, nenn doch mal die Quelle für die angeblichen roten Zahlen der Ostseehalle.

    Aus Kiel können ja nur dämliche Worte kommen ;)

    Und Kieler sollten mal ganz ruhig sein, was Verluste und Fördergelder für die Ostseehalle bzw. Sparkassenarena betrifft!
    Sind für die Ostseehalle nicht auch Fördergelder geflossen? War es nicht 2007 als neue Eigentümer die Verluste der Kieler Ostseehalle übernehmen mussten? Hieß sie nicht ab dem Zeitpunkt Sparkassenarena?

    Die alte EHH läuft wirtschaftlicher als die Sparkassenarena in Kiel :P

    Lustig, nur weil "ein Kieler" die VfL-Verlautbarung kritisch hinterfragt, wird wild um sich geschlagen gegen alles aus Kiel.

    Abgesehen davon, dass es hier nicht um den THW geht (der im Gegensatz zum VfL gesunde Finanzstrukturen aufweist), und auch nicht um die Ostseehalle, behauptest Du ziemlichen Unsinn: Die sanierungsbedürftige Ostseehalle wurde 1998 von der Stadt an eine Investorengruppe (KN, Citti, Provinzial) verkauft für 12 Mio. DM, die dann 40 Mio. Euro in den Umbau/die Erweiterung steckten. Etwaige Gewinne/Verluste gehen zugunsten/zulasten dieser Investorengruppe, nicht der Allgemeinheit. 2007 wurde nicht die Halle, sondern die Namensgebung verkauft. Da Du ja vorgibst, nähere Informationen über die wirtschaftliche Situation der Ostseehalle zu haben, immer her damit, bitte.

    @ shooter99:

    Mach Dir mal keine Sorgen um die sportliche Situation des VfL. Jetzt, wo Euer Peter Zwegat das Ruder übernommen hat, der innerhalb weniger Wochen 4 Mio. bei den Gläubigern und Sponsoren zusammenkratzt nur für die Altlastsanierung, sollte es doch ein Leichtes sein, in Kürze einen CL-tauglichen Etat auf die Beine zu stellen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Spieler à la Karabatic für die Gummersbacher auflaufen ...

    Übrigens, ich mag den VfL und wünsche ihm alles Gute, aber ich kann Dummgeschwätz nicht leiden. Und hohle Phrasen und großspurige Ankündigungen haben wir aus Gummersbach nun schon reichlich gehört, aber erfolgreiche Taten? Insofern bin ich sehr skeptisch bezüglich solcher Wunderheiler-Versprechen.