erschienen am 05.04.2007 im Flensburger Tageblatt
SG hofft auf Freispruch für Ljubomir Vranjes
Flensburg/ jw - Die Europäische Handball-Föderation (EHF) hat die SG Flensburg-Handewitt zu einer Stellungnahme im Fall Ljubomir Vranjes aufgefordert. Offenbar sind die Regeln nicht so eindeutig auf die Aktion des Spielmachers in Valladolid anwendbar wie zunächst angenommen. Vranjes hatte am Sonntag in der letzten Minute des Halbfinales die Rote Karte erhalten, weil er den spanischen Torhüter Sierra daran gehindert hatte, einen Pass zu spielen. Zunächst hieß es, der Schwede sei damit automatisch für die erste Finalpartie am 22. April gegen den THW Kiel gesperrt. Nun gibt es Hoffnung, dass Vranjes vielleicht doch spielen kann.
Am Rande der Final-Auslosung in Wien empfing SG-Manager Thorsten Storm am Dienstag Signale, dass die EHF die Angelegenheit eingehend prüfen werde. Ein endgültiger Spruch sei in den nächsten Tag zu erwarten. „Ich hoffe sehr, dass die EHF Gerechtigkeit walten lassen wird. Ljubo hat kein hartes Foul begangen und keine direkte Torchance verhindert. Valladolid hatte genug Zeit, um noch zu einem Siebenmeter zu kommen. Rot war hier nicht angemessen“, sagte Storm. Daher sei die Sache nicht mit dem Vorfall von vor zwei Jahren in der Ostseehalle zu vergleichen, der zur Einführung der Bestimmung geführt hatte, dass eine Rote Karte für ein spielentscheidendes Foul eine Sperre nach sich zieht. Damals hatte der Kieler Stefan Lövgren durch ein Foul an Johnny Jensen in den letzten Sekunden einen Flensburger Konter verhindert.
Im Wien erfuhr Storm auch, dass EHF-Generalsekretär Michael Wiederer über die Leistung der Schiedsricher Krstic/Ljubic sehr verärgert war. Künftige Ansetzungen für dieses Gespann würden nun sehr genau überprüft. Die SG hat in einer internen Analyse 23 Fehlentscheidungen der Slowenen gegen Flensburg dokumentiert.