Mit den größten Hohn bei der Geschichte finde ich, dass ein Sponsor die Revisiion bezahlt. Und das, während andere Vereine händeringend Sponsoren suchen, um überhaupt die Saison überstehen ziu können. Aber scheinbar zählt wirklich nur noch die Medienpräsenz und die ist den Metzingern ja gegeben!
Beiträge von Hawkwind
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Trotz Meistertitel keine heile Welt bei den Club-Frauen
Weiter Kampf ums Überleben
NÜRNBERG - Verärgerte Spielerinnen, ein Trainer als Zweckoptimist und Verantwortliche, die verzweifelt versuchen, den Etat auf Normalmaß aufzustocken: Beim 1. FCN Handball geht der Kampf ums Geld auch nach dem Meistertitel weiter. Für eine Bundesligasaison sind die personellen und finanziellen Resourcen bereits knapp, erst recht für die Champions League.
«Für einen leistungsstarken Kader brauchen wir weitere Unterstützung», sagt der Vereinsvorsitzende Hans-Georg Woertge. Er teilt sich nun mit Thieß Helmke die Geschäftsführung, Ex-Manager Kurt Mäder steht beratend zur Verfügung. Rund 150 000 Euro würden noch gebraucht», so Woertge. Wie der FCN so in der Champions League spielen will, bleibt fraglich. Eine Absage würde wiederum eine Geldstrafe und eine Sperre nach sich ziehen. «Die Spiele werden auf Eurosport übertragen. Das macht uns für Sponsoren interessant, die sich europaweit präsentieren wollen», hofft Trainer Herbert Müller auf Werbewirksamkeit.
Geldgeber sind weiter dringend nötig, da derzeit nicht einmal Kreisläuferin Kathrin Blacha ein Vertrag angeboten werden kann. «Wir haben uns mit dem Lizensierungsverfahren verpflichtet, Verträge nur in dem Volumen abzuschließen, wie es durch Sponsorenzusagen abgesichert ist», erklärt Woertge. Müller will auf die 36-Jährige aber nicht verzichten: «Sie ist nicht ersetzbar, ohne sie geht es definitiv nicht.»
Blacha selbst ist angesichts der Hängepartie unschlüssig, ob sie weiter beim Club spielen will. «Es ärgert mich, dass es so aussieht, als würde ich Unsummen verlangen. Dabei hätte ich 45 Prozent Einbußen zur Vorsaison akzeptiert», sagte sie der NZ. Vielleicht wird sich die Sport- und Gymnastiklehrerin nun mehr um ihre Zusatzqualifikation als Sport-PR-Referentin kümmern. Die Tür zum FCN sei aber «noch nicht zu».
Absage für Torhüterin Harlander
Nicht mehr zum Team gehört Torfrau Sylvia Harlander (33). «Wir können uns keine drei Torhüterinnen leisten», sagt Vereins-Boss Woertge. Trainer Müller spricht von einer «rein wirtschaftlichen Entscheidung, da Marianna Gubova als Erzieherin arbeitet und uns daher kaum etwas kostet. Harly hat mit uns viele Notsituationen durchgestanden, hat eine hundertprozentige Einstellung. Es tut mir selber sehr leid.»
Mit nur zehn Spielerinnen würde der 1. FCN nach jetzigem Stand in die Saison gehen, die am 1. September beim FHC Frankfurt/Oder beginnt. Als da wären im Rückraum Ania Rösler, Miriam Simakova, Kerstin Wohlbold sowie Petra Popluharova und Alexandra Kubasta (beide aus der 2. Mannschaft), auf Linksaußen Sara Walzik und Franziska Beck, auf Rechtsaußen Simone Luber (2. Mannschaft) und im Tor Jana Krause und Gubova. Um Serpil Iskenderoglu zu halten, sei man mit türkischen Unternehmen im Gespräch.
«Wir haben einen sehr sehr dünnen Kader, und er hat an Qualität verloren», gibt Müller zu, um zugleich zu betonen, dass « uns so etwas noch nie an der Arbeit gehindert hat». Das Wichtigste sei im Moment, Autos und Wohnungen für die Mannschaft zu sichern. «Wir brauchen die Hilfe von Politik und Firmen», sagte Müller. Die Spielerinnen stehen zum Teil ohne Wohnungen da, weil die erhoffte Unterstützung der wbg Nürnberg nicht kam.
«Die Situation geht an die Substanz. Ich bin nicht bereit, hier weiterzumachen, wenn sich nichts ändert», betonte Ania Rösler. Bis zum Trainingsauftakt am 10. Juli muss alles geklärt sein. Sonst könnte der Kader noch kleiner sein, als er im Moment ohnehin schon ist.
Melanie Bachhuber
Quelle: Nürnberger Zeitung vom 21.06.07 (http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=660523&kat=32)
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Pressemitteilung 1. FC Nürnberg Handball 111-06/07
1. FC Nürnberg braucht weitere Unterstützung
Auf einer Pressekonferenz hat der Deutsche Meister 1. FC Nürnberg über den Stand der Vorbereitungen auf die neue Saison informiert. Vorsitzender Hans-Georg Woertge analysierte klar und deutlich die Situation und präsentierte mit Thieß Helmke einen neuen Geschäftsführer. "Er und ich werden nun die Geschicke in die Hand nehmen und uns von mehreren Leuten aus dem Verein unterstützen lassen", sagte Woertge. "Aus finanziellen Gründen müssen wir auf ehrenamtliche Kräfte zurück greifen und werden auch nicht die Ausgliederung in eine externe Betriebsgesellschaft vollziehen."
Da nach Auflagen der Handball-Bundesliga-Vereinigung der Frauen nur Verträge im durch Sponsoren abgesicherten Finanzrahmen abgeschlossen werden dürfen, fehlen noch Gelder, um beispielsweise Kreisläuferin Kathrin Blacha zu bezahlen. "Ihr konnten wir noch kein Angebot machen. Daher und auch in Hinblick auf die Champions League, für die wir gemeldet haben, ist es notwendig, weitere Hilfe aus der Region und von der Stadt Nürnberg, die uns bislang schon maßgeblich bei der Sponsorensuche half, zu bekommen."
Trainer Herbert Müller erinnerte daran, "dass nichts so schnell verwelkt wie sportliche Lorbeeren". Das Wichtigste sei im Moment, Autos und Wohnungen für die Mannschaft zu sichern. "Das Beispiel Blacha zeigt, wie groß die Not ist. Sportlich ist sie nicht ersetzbar. Ohne sie ist Handball in Nürnberg einfach nicht vorstellbar", so der Coach. Der forderte, dass die Ex-Nationalspielerin nicht nur als Aktive, sondern auch in der Organisation eine leitende Position übernehmen sollte. "Kathrin muss in Management und Marketing hinein wachsen. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Sie ist die Identifikationsfigur. Politik und Wirtschaft sind weiter gefordert. Sie sind ausschlaggebend für unser Überleben."Nationalspielerin Ania Rösler schilderte die aktuelle Lage aus Sicht der Spielerinnen und sparte dabei nicht mit Kritik. "Wenn sich hier nichts ändert, gehe ich. Die Mietverträge laufen aus oder sind es schon, die Mädels haben keine Wohnungen, sind, krass formuliert, obdachlos. Das sind Zustände, die ich nicht ertragen kann und nicht ertragen werde. Nach dem Meistertitel war ich hoffnungsvoll, nun bin ich maßlos enttäuscht. Wir brauchen keine Lippenbekenntnisse oder Leute, die uns die Hände schütteln. Die können uns gestohlen bleiben. Wir brauchen Geldkoffer und Fachleute, die uns helfen. Am besten eine Marketingfirma." In Anbetracht der schwierigen Lage "ist meine Kraft am Ende. Das kratzt an der Substanz."
Dass sein Kader nun offensichtlich an Qualität verloren hat, sei schade, aber auch reizvoll. "Das hat uns noch nie an der Arbeit gehindert. Wir werden uns wehren, kratzen und beißen wie immer." Was die Champions League betrifft, hofft er, dass der TV-Vertrag der Königsklasse mit Eurosport für Gelgeber interessant ist, um sich europaweit zu präsentieren. "Wir sind Deutscher Meister und haben was zu bieten", warb er um die Gunst der Firmen.
Quelle: http://www.1-fcn-handball.de/presse.html
Scheinbar ist die finanzielle Situation doch noch viel brisanter, als man befürchten musste!
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Ich sage immer: wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
Zwei Beiträge zuvor steht:
Weltmeister Deutschland wird bei der am Freitag stattfindenden Auslosung für die EM-Endrunde nur im zweiten Lostopf sein. Grund dafür ist der fünfte Platz, den die DHB-Auswahl bei der letzten EM in der Schweiz belegte. Im ersten Lostopf befinden sich die vier Halbfinalisten der letzten kontinentalen Titelkämpfe.
Upps: dieKleine war schneller als ich! Nun ja, man wird alt...
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Original von Charlotte
Wie sieht es aus mit einem Saisonplan 07/08?
Gibt es schon einen?Schon lange! Schaust Du bei http://www.sis-handball.de/ unter Spielpläne (links). Da findest Du auch schon die Saison 2007/2008.
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Original von Tinchen
Ich bin auch aus bayern...um genau zu sein herzogenaurach wenn ihr das kennt ..:)Aber klar doch! Wer kennt das nicht?
Zum Beitrag von Robert M.
Frauen:
BuLi: 1.FCN und natürlich auch der Aufsteiger HSG Sulzbach/LeidersbachMan vergisst oft, dass die auch aus Bayern kommen!
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Dann gibt es noch Geheimtipps wie Pfefferspray oder rote Thaicurry-Paste aus dem Asia-Laden. Oder auch Anti-Marder-Spray, über dessen Wirkung die Meinungen allerdings geteilt sind.
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1. FC Nürnberg für die 1. Gruppenphase der Champions League gesetzt
Im Vergleich zum Vorjahr wartet die neue Saison der EHF Champions League mit vielen Veränderungen auf. Ebenso wie bei den Männern wird es auch bei den Frauen zwei Gruppenphasen geben. Die zweite Gruppenphase wird anstelle eines Viertelfinales ausgespielt. Der 1. FC Nürnberg, der trotz seiner finanziellen Probleme in dieser Spielzeit für die Champions League melden will, ist dabei als Deutscher Meister für die 1. Gruppenphase gesetzt und muss nicht an den vorgeschalteten Qualifikationsturnieren teilnehmen.
Vor dem Start in die reguläre Champions League Saison wird es anstelle zweier KO-Phasen zwei Runden mit Qualifikationsturnieren geben. An den beiden Turnieren in der ersten Runde nehmen acht Mannschaften teil.
Die jeweils beiden besten Mannschaften in diesen Turnieren qualifizieren sich für die weiteren Qualifikationsturniere. In vier weiteren Turnieren mit je vier Mannschaften qualifizieren sich die Turniersieger für die Gruppenphase der Champions League.
Der deutsche Vertreter, der 1. FC Nürnberg, ist anders als in den Vorjahren bereits fest für die erste Gruppenphase qualifiziert. Die Fränkinnen profitieren allerdings davon, dass es im Gegensatz zum Vorjahr zwölf und nicht nur acht fest qualifizierte Mannschaften gibt.
:: CL-Setzliste 07/08
Qualifiziert für die erste Gruppenphase
DEN/TV Slagelse DT
DEN Viborg HK
SLO Krim Ljubljana
AUT Hypo Niederösterreich
HUN FTC Budapest
RUS Zvezda Zvenigorod
MKD Kometal Skopje
ESP Cementos Ribarroja
NOR Larvik HK
MNE Buducnost Podgorica
CRO Podravka Koprivnica
GER 1. FC NürnbergQualifiziert für die zweite Runde der Qualifikationsturniere
ROM Oltchim Valcea
RUS Lada Togliatti
DEN Aalborg DH
SLO Olimpija Ljubljana
HUN Györi ETO KC
ESP CBM Sagunto
NOR Byasen Trondheim
UKR HC Motor Zaporozhye
FRA HB Metz
POL SPR Lublin
SVK Iuventa Michalovce
GRE ASE Ormi PatrasTeilnehmer an der ersten Runde der Qualifikationsturniere
POR Madeira Andebol SAD
ITA Sassari CD Candelieri
SUI LC Brühl
NED van der Voort/Quintus
BLR BNTU Minsk
TUR Milli Piyango SK
SRB RK Knjaz Milos
ISL Stjarnan GardabaerQuelle: http://www.hbvf.de
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ZeeBee, wir können es kaum erwarten!!!

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Dann hätten wir noch 2 Österreicherinnen im Angebot: beim 1. FC Nürnberg Barbara Strass und beim TuS Weibern (2. Liga Süd) ihre Schwester Sylvia Strass. Gilt allerdings in Zukunft nicht mehr, da Babsi ihre Karriere beendet hat.

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Original von Troya
meinst du mit der jüngeren, nicht so guten linkshänderin bei nürnberg 2 die 21-jährige, die bis zu einer verletzung auf platz 2 in der regionalliga-torschützenliste stand und im jahr vorher ins allstar-team der regionalliga gewählt wurde?
wenn das bei dir "nicht so gut" ist, wo fängt denn dann gut an?Nein, die meine ich natürlich nicht, vor allem, weil sie RR spielt! Die jüngere RA, die ich meine, ist auch 'schon' 28 Jahre alt und spielt auf dieser Position.
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Wenn Du das in finanzieller Hinsicht meinst: ja, das Geld ist knapp, es werden sicher keine 'Stars' kommen. Aber aus Sicht der Mannschaft ist sind ein paar Neuzugänge (und wenn sie aus der Zweiten kommen) schon notwendig. Schließlich wird die Saison lang, man hat ein paar Abgänge zu beklagen und mit Verletzungen muss man immer rechnen.
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Zur Halle: alle bisherigen EHF-Spiele (Challenge-Cup, CW-Cup und Quali zur Champions-League) fanden am Berliner Platz statt. Ich denke, dass die Abmessungen und die Ausstattung den EHF-Richtlinien entsprechen. Und notfalls gibt es in Nürnberg noch die Arena, dort passen maximal 8000 Zuschauer rein. Hier spielte man schon mal gegen Lada Togliatti im CW-Cup der Saison 2005/2006.
Und die Besetzung sehe ich auch ein wenig kritisch, vor allem auf der Rechtsaußen-Position. Hier sind mit Engel und Tobiasz beide bisherigen Spiellerinnen nicht mehr dabei und die einzig verbliebene Linkshänderin ist Christina Rohde auf RR. Sie ist aber wegen ihres Achillessehnenabrisses noch bis mindestens Oktober auf Eis. In der zweiten Mannschaft spielen zwei Linkshänderinen, eine 36-jährige vierfache Mutter, die immer noch verdammt schnell ist und eine jüngere, nicht so starke Spielerin. Und ob sich die 36-jährige Mutter nochmal den Stress der Bundesliga antun will, glaube ich nicht. Also besteht hier meiner Meinung nach absoluter Handlungsbedarf.
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Laut 'Nürnberger Sonntagsblitz' sind die Verhandlungen mit Kathrin Blacha fast abgeschlossen. Sie scheint zu bleiben. Problematisch schaut es mit Sylvia Harlander und Serpil Iskenderoglu aus. Verstärkungen bzw. Ersatz sind wohl nur aus der zweiten Mannschaft vorgesehen, u.a. die 18-jährige slowakische Nationalspielerin Patra Popluharova.
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Original von talboy
Der DHB ist doch immer für eine Überaschung gut .
Erstens ist es die HBVF, die diese Entscheidung getroffen hat. Und zweitens: wo liegt die Überraschung? Alles andere wäre überraschend gewesen und hätte für Kopschütteln gesorgt!
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Original von Muravej
im nächsten jahr wird der deutsche vertreter in der champions league, wer auch immer das dann sein wird (falls überhaupt einer startet) in der 2. quali-runde rausfallen...Der 1. FC Nürnberg hat sich in einem Fernsehinterview ganz klar dazu geäußert, die Champions League spielen zu wollen (Trainer Herbert Müller). Natürlich muss vorher noch das Thema Lizenz geklärt werden. Aber nachdem der 'Teppichhändler' Michael A. Roth gestern in einer anderen Fernsehsendung von einer Unterstützung für die Damen seitens der Fußballabteilung sowie des Hauptvereins sprach, sollten sie wohl die Lizenz erhalten.
Und warum ein Ausscheiden in der 2. Quali-Runde? Auch da gibt es noch sehr leichte Gegner, siehe HC Leipzig in der letzten Runde.
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Original von Jens M.
Und wir Deutschen können stolz sein gegen den Gewinner (Leverkusen) und Finalisten (Frankfurt) ausgeschieden zu sein.In der Aufstellung fehlt noch der 1. FC Nürnberg, der gegen den Sieger des Cupwinners-Cup Oltchim Valchea ausgeschieden ist.
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Original von Dickmann
Steht auch im Sat 1 Text.Die Bayer AG will sich aus der Sportförderung (außer Fußball) zurückziehen. Die Teams sollen sich selbst überlassen werden.
Ich glaub dann sieht es richtig düster aus sowohl bei den Handball-Damen als auch bei den Baskteballherren.
Das wäre für die Handball-Bundesliga nach den vielen Abgängen gen Dänemark und Österreich ein weiterer Tiefschlag. Da wünsche ich jetzt aber wirklich den Bayer-Mädels von ganzem Herzen den Titel in der nächsten Saison. Ab 2008/2009 kann dann der HC Leipzig eigentlich den Meisterpokal fest bei sich abstellen. Irgendwie eine traurige Situation!
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Original von Jens M.
Nun darf sich Trier also jemand anderes suchen.Im Prinzip schon, aber eine Entscheidung steht noch aus, bevor das eine Tatsache ist: die Lizenzerteilung für den 1. FC Nürnberg!
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Aus der Nürnberger Zeitung (http://www.nz-online.de

Um 20.29 Uhr tobte die Halle am Berliner Platz in grenzenlosem Jubel
Club-Frauen triumphierten in der Nervenschlacht
NÜRNBERG - Samstag, 20.29 Uhr, Euphorie pur am Berliner Platz: «Deutscher Meister ist nur der FCN», skandierten 2200 euphorische Handball-Fans in der ausverkauften Halle. Das heißt, abzüglich der mitgereisten Leverkusener Anhänger, die reichlich bedröppelt dreinschauten. Während die begeisterten Nürnberger Zuschauer auf den Rängen standen, purzelten auf dem Feld die Spielerinnen des 1. FCN übereinander, kreischten um die Wette und kippten eine Sektflasche nach der anderen vorzugsweise über Trainer Herbert Müller aus.Zum WM-Hit der Männer «Wenn nicht jetzt, wann dann?» tanzten die Club-Frauen übers Parkett und wussten gar nicht wohin mit ihrem Glück: Mit unbändigem Willen, Kampf und einer tollen Teamleistung hatten sie den Fünf-Tore-Rückstand gegen Bayer Leverkusen mehr als wettgemacht und sich mit dem verdienten 38:31 (21:16) nach 2005 (damals gegen Trier) erneut den Titel geholt.
«Das ist ein Wunder», jubelte Rückraumspielerin Stephanie Ofenböck. «das war sensationell!» «Unglaublich, was diese Mannschaft geleistet hat», meinte die strahlende Torfrau Sylvia Harlander kopfschüttelnd, bevor sie vom nächsten Gratulanten in Beschlag genommen wurde. Trainer Müller, dessen Meister-T-Shirt von diversen Alkoholika nur so triefte, schwankte zwischen Euphorie und Rührung und verdrückte ein paar Tränen. «Wenn es jemand verdient hat, Meister zu werden, dann sind wir es», sagte er mit heiserer Stimme. «Wir haben Leverkusen an die Wand gespielt. Mit dem Ergebnis waren sie noch gut bedient. Und wenn eine Mannschaft dieses 25:30 vom Hinspiel noch drehen konnte, dann wir.»
Von Beginn an merkte man den Club-Frauen an, wie sehr sie diesen Titel wollten. Unter den Augen von Bundestrainer Armin Emrich legten die Müller-Schützlinge sofort los, mussten sich aber auf eine knochenharte Abwehr der Gäste einstellen. Dennoch, nach 23 Minuten war durch einen Wurf von Miriam Simakova der Fünf-Tore-Rückstand beim 16:11 aufgeholt. Und das bei einem geschenkten Tor für Leverkusen, denn das Schiedsrichterpaar aus Steuden und Landsberg ließ einige Minuten zuvor einen Treffer von Heike Ahlgrimm gelten, als die der Club-Torhüterin Marianna Gubova ins Gesicht geschossen hatte und die Begegnung deshalb hätte unterbrochen werden müssen.
Was Gubova nicht daran hinderte, über die gesamte Zeit ihres Einsatzes eine Glanzleistung nach der anderen zu zeigen. Nicht umsonst gestand Leverkusens Trainerin Renate Wolf, dass letzten Endes auch die bessere Torhüterleistung entscheidend war. Als der Club nach 49 Minuten durch einen Treffer von Franziska Beck mit neun Toren (32:23) in Führung lag, schien er die Meisterschaft in der Tasche zu haben. «Ich glaube nicht, dass sie nachlässig werden», schätzte Christina Rohde, die wegen ihres Achillessehnenrisses zum Zuschauen verdammt war, ihre Kameradinnen ein. Trotzdem musste Nürnberg noch bis in die letzte Minute zittern.
Beim 30:35 (57.) war der Vorsprung aufgebraucht. Da Bayer nur mit fünf Toren zurücklag, aber jetzt schon öfter getroffen hatte als der FCN im Hinspiel, mussten die Club-Frauen sechs Treffer mehr schaffen. Es stand spitz auf knopf, die Halle tobte. Erst traf die starke Simakova zum 37:31, dann hielt Sylvia Harlander den Siebenmeter von Nationalspielerin Nadine Krause. Spielzeit 59 Minuten und 12 Sekunden: Serpil Iskenderoglu verwandelte ihren Siebenmeter zum 38:31, Gubova parierte einen Bayer-Ball. 59 Minuten und 37 Sekunden: Trainer Herbert Müller nahm seine berüchtigte Auszeit kurz vor Schluss. Und 23 Sekunden später die Erlösung.
Wie schmunzelte Barbara Strass hinterher bei ihrer Frage: «War’s denn spannend?» Ja, das war es. Bundestrainer Armin Emrich befand das ebenso: «Diese Topmannschaften hätten beide die Meisterschaft verdient, es war eine Klassepartie, in der in den letzten zehn Minuten wieder alles offen war, doch beim 1. FC Nürnberg hat man das Aufbäumen und den unbedingten Siegeswillen feststellen können.»
Den hatte Bayer-Trainerin Renate Wolf bei ihren Spielerinnen vermisst. «Ich hatte alle Hände voll zu tun, die Mannschaft in der Kabine zu trösten», gestand sie enttäuscht. Das war auch Ex-FCN-Spielerin Diane Roelofsen: «Wir haben uns selbst geschlagen, Nürnberg war einen Tick besser.»
Und dieses Glück ließ Agnieszka Tobiasz nach ihrem letzten Club-Spiel die Sprache stocken: «Da spielt du 25 Jahre lang Handball und dann. . .», fing sie an. «Dann», sagte Torfrau Marianna Gubova, «muss du eben gut halten, wenn die deutscher Meister werden willst. Wir haben in den letzten zehn Minuten alle zusammengestanden. Jetzt hoffe ich, wenn da bei uns Deutscher Meister steht, dass noch einige Sponsoren kommen.»
Nürnberg: Harlander (1.–9.), Gubova (9.–60.), Krause (bei drei Siebenmetern/32., 49., 50.) – Walzik, Ofenböck (3), Beck (4), Blacha (6), Wohlbold (1), Simakova (7), Rösler (3), Strass, Engel (5), Iskenderoglu (9/7) / Leverkusen: Englert, Woltering – Roelofsen, Fillgert, Müller (2), Loerper (4/3), Seiffert (2), Glankovicova (5), Krause (7/3), Bohrmann (1), Neukamp (4), Ahlgrimm (6), Byl / SR: Geipel/Helbig (Steuden/Landsberg) / Zuschauer: 2200 (ausverkauft) / Siebenmeter: Nürnberg 8/7 (Iskenderoglu übers Tor/32.) Leverkusen 9/6 (Harlander hält gegen Krause/37. und 59., Gubova hält gegen Loerper/55.) / Strafminuten: Nürnberg 4 (Rösler), Leverkusen 6.
Spielverlauf: 1:0, 2:1, 4:2, 5:3, 6:4, 7:5, 8:6, 9:7, 10:8, 12:9, 16:11 (22.), 19:12, 21:14, 21:16 – 21:17, 24:28, 26:19, 29:20 (44.), 30:21, 31:22, 32:23, 33:25, 35:27, 35:30 (57.), 36:31, 37:31.
Melanie Bachhuber und Hartmut Hegner
_________________________________________________________Vieles spricht dafür, dass Müller bleibt
Konspirative Treffen
NÜRNBERG – Das wohl wichtigste Treffen fand am Samstagvormittag statt. Da unterbreitete FCN-Handball-Boss Hans-Georg Woertge Rückraumspielerin Miriam Simakova ein Angebot, das ihr die Entscheidung erleichterte. Die Entscheidung, beim Club zu bleiben statt zu Mann und Sohn in die Slowakei zurückzukehren. «Ja, ich bleibe», sagte sie der NZ bei der Meisterfeier im Café Dampfnudelbäck. «Jetzt habe ich die Medaille, wo soll ich hin?», sagte die 30-jährige Blonde, die zuvor wie befreit aufgespielt hatte, und lächelte verschmitzt.Ihre Zusage dürfte das deutlichste Indiz dafür sein, dass auch Trainer Herbert Müller (44) dem Club die Treue hält. Simakova meinte jedenfalls vielsagend: «Ich hänge an ihm und er an mir.» Kurz nach dem Meisterstück hatte Müller die Fragen der Medienvertreter so beantwortet: «Ich hatte vor dem Spiel einen fixen Plan. Den muss ich jetzt, leider Gottes oder Gott sei Dank, über den Haufen werfen.»
Offenbar hatte er sich entschieden, dem FCN den Rücken zu kehren – sei es Richtung Trier, sei es Richtung Ausland. Dann aber muss dem Coach die Leistung seines Teams derart nahe gegangen sein, dass er ins Zweifeln geriet. «Kann man diese Mannschaft verlassen?», fragte er gerührt.
Gestern Abend wollte Müller Woertge seine Entscheidung mitteilen und beim Abendessen auch mit der Mannschaft Zukunftspläne besprechen. Vielleicht gibt es dazu heute schon Neues. Am Mittwoch wird dann der Verband bekanntgeben, ob er dem FCN die Lizenz doch noch erteilt. «Es spricht jetzt wirklich nichts mehr dagegen», ist Woertge optimistisch.
Ob Serpil Iskenderoglu in Nürnberg bleibt, hängt davon ab, wieviel die Sponsoren nun nach der Meisterschaft noch bereit sind zuzuschießen. Die 24-jährige Türkin flog gestern in ihre Heimat. Ihre beste Freundin Katrin Engel (23) geht zurück zu ihrem Heimatverein Hypo Niederösterreich nach Wien: «Ich habe hier viel Positives erlebt und Freunde fürs Leben gefunden. Nach diesem Titel ist es umso schwieriger zu gehen.»
Still und leise haben zwei ihre Karriere beendet, die – beide nicht viel größer als 1,60 Meter – zu den großen Club-Spielerinnen zählen: Barbara Strass (32) und Agnieszka Tobiasz (34). Der Abschied der beiden Außenspielerinnen ging im Trubel fast unter. «Das war ganz nach meinem Geschmack, ich brauche keinen Prinzessinnenabschied», sagte Strass. Die österreichische Rekordnationalspielerin feierte zum Schluss beim Club den 17. Titel ihrer Karriere, in der sie mit Hypo dreimal die Champions League gewann sowie EM- und WM-Bronze holte. Strass will mit ihrem Freund einen Bauernhof weiter zum Wohnhaus ausbauen und eine Familie gründen. Agniezska Tobiasz, ebenfalls WM-Bronzemedaillengewinnerin, holte ihren insgesamt fünften Meistertitel, den zweiten mit dem FCN. «Ich freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt», sagte «Maua», die in Fürth als Physiotherapeutin arbeiten wird.
Eine Handballpause ganz anderer Art hat sich Stephanie Ofenböck verordnet: Die 26-jährige Österreicherin ist schwanger und wird im Herbst Mama. «Die kritische Zeit ist vorbei, jetzt bin ich froh, dass alles überstanden ist», sagte sie strahlend und erklärte, sie werde in Nürnberg bleiben. «Ich genieße das jetzt und lasse alles auf mich zukommen.» So sehr sich die Teamkolleginnen mitfreuen (Ofenböck: «Sie haben gesagt, das ist auch unser Kind»), so sehr wird Ofenböcks Klasse der Mannschaft fehlen.
Ebenfalls noch für Monate außer Gefecht ist Christina Rohde (Achillessehnenriss). «Ich kann nicht so hopsen», jammerte die 25-Jährige. Vom Feiern ließ sie sich aber auch durch ihre Krücken nicht abhalten: «Das ist alles einfach der Wahnsinn.»
Melanie Bachhuber
_________________________________________________________Kommentar: Handball-Meistermacher Herbert Müller
Emotionaler Erfolgsgarant
Dieser Mann ist ein Phänomen. Nicht nur, weil er eigentlich gar kein Mann ist. «Ich bin eine halbe Frau», sagt Herbert Müller dann und wann, wenn wieder mal seine Gefühle mit ihm durchgehen. Der 44-jährige Handballtrainer, der den 1. FC Nürnberg jetzt zum zweiten Mal nach 2005 zum Meister gemacht hat, liebt und lebt die extremen Emotionen. Und die sind beim Club garantiert.Schlimme Verletzungen und starke Comebacks, Insolvenzen und Last- Minute-Rettungsaktionen, Tränen und Triumphe – dazwischen gibt es bei den Club-Frauen nichts. Manchmal scheint es, als bräuchten sie diese Achterbahn der Gefühle, um die wichtigen Siege zu feiern.
Die vergangenen Monate voller Zukunftssorgen hätte Herbert Müller sich und seinen Handballerinnen aber gerne erspart. An ein normales Training war kaum zu denken. Herbert Müller sprach stattdessen von «Gruppentherapie», in der er seine verunsicherten Spielerinnen beruhigen musste – und doch selbst fast keine Kraft mehr hatte, Zuversicht zu verbreiten.
Verzweifelt appellierte Müller an Politiker und Geldgeber, zu helfen. Dann fanden sich doch noch Sponsoren, und ein Fünkchen Hoffnung reichte für die Club-Frauen aus, um wie Phönix aus der Asche zu steigen und den Fünf-Tore-Rückstand gegen Leverkusen so grandios zu drehen.
Klar, dass Erfolgsgarant Herbert Müller hochbezahlte Angebote aus dem In- und Ausland hat. Aber obwohl der ehrgeizige Coach mangels finanzieller Mittel in Nürnberg sportlich erstmal kleinere Brötchen backen muss, wird er es wohl nicht übers Herz bringen, den Club zu verlassen. «Werde ich jemals eine rationale Entscheidung treffen?», fragt Müller sich selbst händeringend. Vermutlich nicht, aber genau das ist ja sein Geheimnis. MELANIE BACHHUBER