Vor der kurzen Länderspielpause trifft der HBW Balingen-Weilstetten am Samstagabend in der TÜ-Arena auf das Top-Team des SC Magdeburg. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr.
Die Partie gegen die Gladiators aus Magdeburg ist für den Liganeuling aus dem Schwäbischen sicher eines der leichtesten der Saison. Selbst wenn HBW-Trainer Dr. Rolf Brack sämtliche Spieler an Bord hätte, würde die Partie immer noch nicht zu jenen zählen, die die Eyachstädter gewinnen sollten, um das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen. Angesichts der seit Wochen anhaltenden Verletzungsseuche, anders kann man den Ausfall von sage und schreibe sieben Feldspielern wohl nicht bezeichnen, wird es wohl niemanden geben, der auch nur einen einzigen Pfifferling auf einen HBW-Erfolg verwetten würde. Insofern können Mannschaftskapitän Wolfgang Strobel und Co. völlig befreit aufspielen und der Druck lastet eindeutig bei den Gästen aus Magdeburg.
Nur zwei Spiele hat der SCM in der laufenden Saison bisher verloren. Am dritten Spieltag zogen Kretschmar und Co. beim VfL Gummersbach mit 31:26 den Kürzeren und am siebten Spieltag stolperten die Gladiators mit 29:24 etwas überraschend bei der HSG Nordhorn. Ansonsten gab es ausnahmslos überzeugende Erfolge für die von Ex-Nationalspieler Bogdan Wenta neu formierte Mannschaft. Besonders erwähnenswert der 33:20-Kantersieg gegen die mit vielen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartete SG Kronau/Östringen und am letzten Spieltag der 31:20-Heimerfolg über den HSV Hamburg. Das alles aber wird von einem Erfolg noch in den Schatten gestellt. Am fünften Spieltag waren die Gladiators beim TBV Lemgo zu Gast und erteilten dem ehemaligen Deutschen Meister vor eigenem Publikum mit 39:27 eine Lehrstunde, die sich gewaschen hatte. Spätestens nach diesem Triumph war auch der letzte Skeptiker davon überzeugt, dass der SCM-2006 bei der Vergabe der ganz vorderen Plätze ein Wörtchen mitreden wird.
Nach dem Magdeburg in den letzten vier Jahren keinen Titel mehr gewonnen hat und in der vergangenen Saison mit Platz vier sogar die Champions League verpasste, soll die Saison 2006/2007 wieder erfolgreicher verlaufen. Dafür steht Trainer Bogdan Wenta, der neben dem SC Magdeburg noch die polnische Nationalmannschaft betreut, ein Ensemble von hochkarätigen Spielern zur Verfügung. Mit Ausnahme von Nachwuchsspieler Andreas Rojewski, der zum Saisonbeginn auch auf der Wunschliste des HBW stand, und drei weiteren Akteuren aus dem erweiterten Kader, kann jeder einzelne SCM-Spieler zigfache internationale Einsätze für sein jeweiliges Heimatland vorweisen.
Wer SC Magdeburg sagt, meint gleichzeitig Stefan Kretschmar. Der Paradiesvogel des Handballs war insgesamt 218-mal für die deutsche Nationalmannschaft am Ball und hat auf seine Art großen Anteil daran, dass Handball in Deutschland ein Erfolgsprodukt wurde. Aber auch die anderen SCM-Spieler verkörpern absolute Weltklasse. Namen wie Joel Abati, Oleg Kuleschow, Carol Bileki, Johannes Bitter, um nur einige zu nennen, lassen das Herz des Handballkenners höher schlagen. Der SCM setzt aber nicht nur auf fertige, hochkarätige Stars, sondern hat mit Torhüter Silvio Heinvetter, Yves Grafenhorst, Andreas Rojewski oder Christoph Theuerkauf auch einige hochtalentierte Nachwuchsspieler in seinen Reihen, die sich ihren Platz in der Mannschaft des SCM gesichert haben.