Christian Rose, der gegen Hamburg grippegeschwächt spielte und nach Abpfiff mit Infusionen behandelt werden mußte, soll in der Ostseehalle wieder auflaufen. "Rose beißt gewaltig auf die Zähne, ich ziehe meinen Hut vor seiner Einstellung", lobt Schwalb in der Frankfurter Rundschau. Auch mit dabei wird der Rechtsaußen Einar-Örn Jonsson sein. Der isländische Neuzugang mußte in Hamburg wegen einer Ellenbogenverletzung passen. Fehlen wird dagegen bei der SG Wallau der Jungnationalspieler Christian Zeitz. Er muß am Mittwoch mit seinem Heimatverein, der SG Kronau-Östringen, ein Heimspiel gegen den TV Gelnhausen bestreiten.
"Ich hätte mir das Spiel zwei oder drei Wochen früher gewünscht", sagt Martin Schwalb, der den THW im Aufwärtstrend sieht, gegenüber der Frankfurter Rundschau. Sein Erfolgsrezept für die Ostseehalle: "Eine aggressive Abwehr".
Obwohl die THW-Mannschaft durch die vergangenen Siege Optimismus getankt haben dürfte, sieht Trainer Noka Serdarusic die Situation seines Teams realistisch, denn die Personallage hat sich nicht verbessert. Stefan Lövgren wird zumindest gegen Wallau noch nicht wieder spielen können, er hat aber gestern (Montag) immerhin zum ersten Mal wieder leicht trainiert. Dazu fehlen Olsson und Lozano. Piotr Przybecki hat ein geschwollenes Knie, quält sich durch die Partien. Davor Dominikovic hat in Rumänien zwei Pferdeküsse erlitten, sein Einsatz ist fraglich - doch ohne den Kroaten hat der THW insbesondere in der Deckung ein großes Problem.
Bedauerlich ist für Serdarusic auch der Ausfall von Henning Fritz. Der momentan verletzte deutsche Nationaltorhüter wäre für den THW-Trainer gegen den starken Rückraum der Wallauer (Hens, Immel, Lavrov, Weber, Rose) "das Mittel" gewesen. In den bisherigen Begegnungen gegen die Hessen hatte Fritz immer eine starke Leistung gezeigt. "Ich hätte ihn sehr gut gebrauchen können", so Serdarusic.
Gegenüber den Kieler Nachrichten bekräftige THW-Trainer Serdarusic noch einmal, welche Probleme der THW bekomme, falls Davor Dominikovic wegen seiner Blutergüsse aus Champions League-Spiel in Bukarest verletzungsbedingt ausfalle: "Wenn Davor nicht spielen kann, sehe ich keine richtige Chance für uns".
Kieler Nachrichten-Interview mit Wallaus Trainer Martin Schwalb
Kieler Nachrichten:
Der THW hat diverse Personalprobleme, ihre Mannschaft hat 8:0 Punkte gemacht und zuletzt in Hamburg gewonnen. Sieht so aus, als hätten Sie alle Chancen, die Nordland-Tour mit einem zweiten Sieg abzurunden.
Martin Schwalb:
Langsam, langsam. In der Ostseehalle ist der THW immer Favorit, auch in der jetzigen Situation.
Aber in Kiel zu spielen, ist immer ein Erlebnis. Man hat ein besonderes Feeling. Das kann schnell nach hinten losgehen, aber wenn Du es schaffst, dieses Gefühl in Energie umzusetzen, kannst Du auch viel bewegen.
Kieler Nachrichten:
Gegen Flensburg zu Hause 23:36 verloren, in Lemgo ein 26:39 kassiert und gegen Nordhorn 25:28. Die SG war in ein kurzes, aber ganz tiefes Loch gefallen. Wie ließ sich das erklären?
Martin Schwalb:
Die Niederlagen gegen Flensburg und Lemgo waren völlig normal, wenn auch viel zu hoch. Richtig ärgerlich war das Spiel gegen Nordhorn. Eine Erklärung ist sicherlich, dass wir mit Rastner, Schmetz, Fuhrig, Meyer und Olalla fünf bewährte Kräfte verloren haben, die man nicht von heute auf morgen ersetzt. Aber wir haben zum Beispiel mit dem souveränen Sieg gegen Magdeburg bewiesen, dass wir was drauf haben. Und sieben Auswärtspunkte können sich bestimmt auch sehen lassen. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt und sich im Training richtig reingehängt.
Kieler Nachrichten:
Sie sind Tabellenfünfter. Ist das mit Blick auf das Führungsquartett schon das Optimale?
Martin Schwalb:
Das Potenzial von Lemgo, Flensburg, Magdeburg und Essen ist schon riesig. Wenn wir da noch dran schnuppern wollen, müssen wir vor allem Konstanz in unsere Leistungen bekommen. Aber wenn wir in Kiel gewinnen und anschließend auch TuSEM schlagen, können wir durchaus noch mal nach oben schauen.
Quelle > Kieler Nachrichten und THW Homepage !