Champions League: Sonntag Endspiel um den Gruppensieg in Kolding
Dänisches Fernsehen überträgt live
Sonntag gilt es für den THW Kiel. In der Champions League kämpfen die Zebras nach dem bereits feststehenden Achtelfinaleinzug ab 16.15 Uhr um den Gruppensieg in der Gruppe E. Gegner ist der ebenfalls bereits für die nächste Runde qualifizierte dänische Meister und Gruppenzweite Kolding IF. Der auch in Schleswig-Holstein über Kabel zu empfangene Sender DR 1 überträgt das Spiel live aus der ausverkauften Kolding Halle.
Zu einer Zitterpartie für die Kieler soll "Unternehmen Gruppensieg" in Dänemark nicht avancieren. Bereits Samstag Mittag setzt sich der Zebra-Tross deshalb in Bewegung, um mit dem Mannschaftsbus in das nur 170 Kilometer entfernte Kolding zu reisen. Am Sonnabend-Nachmittag hat THW-Trainer Noka Serdarusic sogleich eine Trainingseinheit in der Kolding-Halle angesetzt.
Letztere wird am Sonntag mit 2800 Zuschauern restlos ausverkauft sein. "Wir wissen, wie wichtig die Unterstützung durch unsere Fans in solch einem Match sein kann", freut sich KIF-Coach Ulf Sivertsson auf die voll besetzten Ränge. Aber auch der THW Kiel wird sich nicht allein auf seine spielerische Stärke verlassen müssen: Über 300 schwarz-weiße Schlachtenbummler begleiten den THW ins nahe gelegene Kolding
Er erwarte ein hartes Match, ließ Sivertsson unter der Woche wissen. "Wir werden wie immer auf Sieg spielen", so Sievertsson gegenüber der Presse, "schließlich ist der Druck nach dem perfekten Achtelfinal-Einzug wesentlich geringer geworden." Das Selbstbewusstsein des dänischen Meisters ist nach dem entscheidenden und brilliant heraus gespielten 25:19 (12:10) - Erfolg bei Wislaw Plock vom vergangenen Sonntag mächtig angewachsen. Zu spüren bekam dies am Mittwoch auch Bjerringbro- Silkeborg beim 32:25-Auswärtssieg KIFs, der nach zuletzt zwei Niederlagen in der dänischen Liga die Koldinger Brust noch breiter werden ließ. Das bisherige Abschneiden Koldings in der Gruppe E der Champions League dürfte den Spielern von Sivertsson auch Ansporn genug sein, nach nur einer Niederlage in fünf Spielen nun auch den Gruppensieg holen zu wollen. Einzig dem THW Kiel war es im bisherigen Gruppenverlauf gelungen, die Dänen zu besiegen. 37:34 (20:20) hieß es Mitte Oktober in der Kieler Ostseehalle aus Sicht der Gastgeber, die in einem hochklassigen Handball-Spiel erst in der Schlussphase die Weichen auf Sieg stellen konnten.
Der mit zwölf Treffern überragende Koldinger Torschütze aus dem Hinspiel, Anders Oechsler, wird unterdessen am Sonntag nach einem Handbruch nicht auflaufen können. Er reiht sich in die mit promineten Namen gespickte Verletztenliste KIFs ein: Neben Oechsler fallen auch Mittelmann Sebastian Seifert und Linksaußen Boris Schnuchel für längere Zeit aus. Dennoch ist Koldings Kader, den wir im Vorbericht zum Hinspiel bereits ausführlich vorstellten, mit vielen erfahrenen dänischen und schwedischen Auswahlspielern sowie mit hoffnungsvollen einheimischen Junioren-Nationalspielern gespickt. Auf der Mittelposition etabliert sich Bo Spellerberg nicht nur als erstklassiger Anspieler, sondern auch als erfolgreicher Torschütze. Gegen Plock trug er sich fünf Mal in die Torschützenliste ein. In Torlaune präsentiert sich momentan auch der dänische Halbrechte Simon Kristiansen.
Auf Seite des THW Kiel sind alle Akteure, die am Mittwoch beim kräfteschonenden 32:27 - Erfolg gegen den TuS N-Lübbecke auf dem Spielberichtsbogen standen, an Bord. Verzichten muss Serdarusic weiterhin auf den frisch operierten Christian Zeitz. Dessen Fehlen falle nicht wirklich ins Gewicht, ist sich KIFs-Coach Sivertsson sicher. "Kim Andersson, immerhin schwedischer Nationalspieler, ist durchaus in der Lage, Zeitz' Position auszufüllen", so Sivertsson, "falls nicht, hat der THW genügend hochgradige Spieler, um die Lücke zu stopfen."
Für den Gruppensieg benötigen die Zebras noch mindestens einen Punkt. Schiedsrichter der Begegnung am Samstag sind Gilles Bord und Olivier Buy aus Frankreich. Offizieller EHF-Beobachter ist der Schwede Björn Ericsson.
(Christian Robohm)