Beiträge von jfherden

    Wie kommst du auf Passives Spiel?
    Weil der Spieler einrechnet, dass der SR den Anwurf zurückpfeift und dadurch Zeit verloren geht?
    Ich würde eher auf Unsportlichkeit entscheiden analog zum "wiederholten Betreten des eigenen Torraums durch einen Abwehrspieler" (Erläuterung 5i - Unsportliches Verhalten), aber dann logischerweise auch Progressionsreihe V22D.

    Jetzt muss trotzdem noch ein ABER kommen, denn hier spielt eine E-Jugend (auch wenn sie technisch auf dem Stand einer D-Jugend spielen sollten), und hier sollte man vorsichtig mit Strafen umgehen. Also hier öfters ermahnen und den Trainer ansprechen, der hat meistens einen größeren Einfluss auf seine Spieler als es Strafen haben können.

    Zitat

    Original von Friggi
    Ich frag mich sowieso, wo denn das Problem bei einer Roten Karte liegt. Viele Schiedsrichter haben teilweise recht grosse "Hemmungen" die karte zu zeigen, dabei ist man doch wenns wegen einem Foul war nur für das lfd. Spiel gesperrt.

    Das ist vollkommen richtig. Die Rote Karte beim Handball hat bei weitem nicht die Wichtigkeit wie beim Fußball. Deshalb hab ich auch selten die Hemmung Rot zu zeigen. Allerdings sehe ich das genauso, dass es zu selten gepfiffen wird.
    Bei Friggis erstem Beispiel ist die Situation natürlich ziemlich scheiße. Klar hätte es Ausschluss geben müssen. Doch der SR hat anders entschieden. Und wenn euer Torwart daher kommt und den SR eindeutig beleidigt, dann ist das dumm. Ich war nicht dabei, aber meine Erfahrung zeigt, dass solche Äußerungen so laut gemacht werden, dass es jeder in der Halle hören muss.
    Und in solchen Fällen ist es einfach nicht mehr möglich, dass der SR diese Äußerung überhört. Demnach muss es Rot wegen SR-Beleidigung geben, das zieht, wie Trapp es richtig gesagt hat, eine automatische Sperre nach sich.
    Also ist es in diesem Fall äußerst dumm gelaufen, aber von den Sperren her korrekt.

    Ob solche Spieler, die absichtlich gegen den Sportsgeist handeln, in irgendeiner Art und Weise nachträglich bestraft werden müssten, wird auch schon länger diskutiert. Nur wenn der SR in dem Fall nur Rot gibt, kann es keine automatische Sperre geben.

    Und wer Handball spielt, der sollte wissen, dass es kein Hallenjojo ist, auch wenn der geschilderte Fall sicher nicht vorhersehbar ist. Aber sonst weiß jeder, der Handball spielt, dass es auch etwas härter zur Sache gehen kann.
    Auch wenn die SR korrekt pfeifen sollten und auch vor eine Roten Karte nicht zurückschrecken sollten.

    Es macht ja auch Sinn, dass der MV mitbekommt, was nach dem Spiel in den Bericht eingetragen ist.
    Aber ich bin der Meinung, dass der MV von selbst zu mir als SR kommen sollte, um zu unterschreiben. Ich als SR werde ihm jedenfalls nicht hinterherlaufen und ihn um ein Autogramm bitten :D

    Die Trainer sind oft genug unverschämt, sind dauernd am Meckern und wissen dabei meistens nicht, dass sie den Spielern ein äußerst schlechtes Beispiel geben.
    Bei uns im Verein gab es mal einen Trainer, der Jugendmannschaften trainiert hat, unter anderem auch die Mannschaften, in denen seine Söhne mitgespielt haben.
    Dieser Trainer hat nicht selten Rot wegen Meckerei und davon oftmals wegen SR-Beleidigung gesehen (obwohl er selbst Schiedsrichter war). Einer seiner Söhne hat ihm etwas viel Übereifer abgeschaut und ist auch einer der ungekrönten Könige im Rote-Karten-kriegen (unter anderem auch wegen SR-Beleidigung). Der Apfel fällt da nicht weit vom Stamm.
    Aber mal abgesehen von den Trainern sind bei den Mini-Spielen oft die Eltern der Spieler dabei und rufen auch andauernd in das Spiel hinein: "Mach ihn doch fest", "Lass den doch nicht aufs Tor werfen" sind dabei noch die harmlosesten Äußerungen. Meist gehen diese Mitteilungen ins regelwidrige. Und das in dem Alter. Die machen doch ihre eigenen Kinder kaputt mit ihrem Übereifer.
    Ich denke mit dem Wort "Übereifer" lässt sich die größte Gefahr beschreiben, die bei den Minis auftreten kann. Übereifer von Trainern und Eltern.

    Wenn ich jemanden der sich im Sprung bzw. Flug befindet, attackiere und nicht gegen den Ball gehe (dann kann man meiner Meinung nach Rot geben), sondern bewusst den Mann wegstoße, dann ist das für mich vergleichbar mit (sogar noch schlimmer, weil im Flug einfach keine Körperkontrolle erfolgen kann und die Verletzungsgefahr immens ist) mit dem "schubsen" auf der Spielfläche, das ja ohne weitere Diskussionen als Tätlichkeit gewertet werden kann.
    Bei bewussten Attacken (und nicht bei missglückten Abwehraktionen) gegen den Mann im Sprung, bin ich der Meinung, kann man das Kreuz geben.

    Und warum steht dann (selbst auf den neuen) Bögen nicht: Unterschrift MV Heim-/Gastverein?

    Ich als SR mache mich doch lächerlich, wenn ich sage: "Nein du darfst nicht unterschreiben, schick mir deinen MV!"

    Moment, wir reden hier nicht von Attacken auf den Wurfarm, das ist sicherlich eine Rote Karte. Wir reden hier von bewussten Attacken auf den Gegner im Sprung, so dass der die Körperkontrolle verliert. Und diese Attacke ist für mich keine Disqualifikation mehr, sobald hier Absicht unterstellt werden kann.

    Gut, den gesundheitsgefährdenden Angriff lasse ich durchgehen, aber meistens steht hinter diesen Angriffen volle Absicht. Und bei solchen absichtlichen Angriffen sehe ich keine Chance mehr für eine Rote Karte, sondern eher den Ausschluss nach Regel 8:7.
    Eine Rote Karte wegen grober Unsportlichkeit würde ich auch ausschließen, da grob unsportliches Verhalten in der Erläuterung 6 definiert ist.

    Aber mal völlig unabhängig von der Bestrafung: Bei Aktionen auf Außen müssen wir SR mächtig aufpassen (DHB-Anweisungen an SR)

    Schreib mal an deinen Handball-Verband und schildere denen den Fall, vielleicht bekommst du ja für deine Schiene eine "Sondergenehmigung" oder ähnliches. Das kannst du dann den SR zeigen, die die Schienen nicht anerkennen wollen. Dann müssen sie das wohl oder übel anerkennen.

    Genau so sehe ich das auch.
    Es liegt in der Verantwortlichkeit des Vereins, wer unter dem Bericht unterschreibt, nicht in der der SR.

    Für die Aufgabe der SR ist es genügend, wenn ein Mitglied des jeweiligen Vereins den Bericht unterschreibt.

    Wobei hier wiederum die Regelgrundlage fehlt. Laut Regel 8:3 sind Aktionen, die sich überwiegend gegen den Gegner richten und nicht gegen den Ball mit der Progressionsreihe (V-2-2-D) zu bestrafen.

    Auch Verstöße, die klar gegen den Mann gehen, fallen hier unter die Progressionsreihe (also nicht D!)

    Demnach ist die Attacke in der Luft nicht mit direkter D zu bestrafen. Wenn eine klare Absicht dahintersteht, nur den Gegner zu attackieren, kann dies eher als Ausschluss (Tätlichkeit) bestraft werden.

    Auf dem Bericht steht nur: "Zur Kenntnisnahme [...] Heimverein [...] Gastverein"

    Also nimmt einer vom Bericht Kenntnis. Und dieser eine muss entsprechend die anderen in Kenntnis setzen. Ich sehe zwar ein dass es sinnvoll ist dass der MV unterschreibt, aber nicht unbedingt zwingend notwendig.
    Im Zweifelsfalle hat jemand davon Kenntnis genommen, nur innerhalb des Vereins nicht weitergegeben. Also ist der Sündenbock im Verein zu suchen. Wer unterschreibt und niemanden über wichtige Dinge aufklärt handelt dem Verein über grob fahrlässig und ist in meinen Augen schuld. Nur wie es schon gesagt wurde: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

    Zitat

    Original von handfussballer
    [...]
    Gegenspielers in der Luft, was nach den neuen Regeln progressiv zu bestrafen ist also rote Karte!!
    [...]

    Nur mal zur Klarstellung: Progressiv heißt nicht unbedingt Rot; die Progressionsreihe sieht wie folgt aus:
    V-2-2-R. Also Nacheinander bestrafen, und erst in der schlussendlichen Konsequenz Rot. Also im Endeffekt 3x2-Minuten.
    Wie das im Spiel umzusetzen ist, ist eine andere Frage. Man sollte auch hier unterscheiden, ob es Absicht war, bzw. ob der Angriff gegen den Ball oder gegen den Gegenspieler gerichtet war.

    Sicher, nur muss ich dann als Angreifer dafür Sorge tragen, dass ein Abwehrspieler, der den Ball nicht kommen sieht, auch nicht getroffen wird.
    Wenn ich das nicht sicherstellen kann, sollte ich den Wurf nicht ausführen oder muss damit rechnen, dass ich bestraft werde. Denn das Vorgehen ist grob fahrlässig.

    Wenn ein Blinder auf dich zukommt und du hältst ihm ein Messer hin, sagst du dann auch noch: Selber schuld, er ist mir ins Messer gelaufen?


    Zu der Sache vorhin mit dem Torwart: Sicher meinte ich die Tatsache bei einem 7-m. Aber genau die gleiche Sache ist, wenn ich beim Freiwurf einen Spieler treffe, der sich nicht bewegt. Wenn ich ihn am Kopf treffe ist das Rot. Muss mal die Regel dazu raussuchen.

    Zitat

    Original von Dany
    [...] oder von hinten (2min) [...]

    Genau richtig. Wie beim Fußball auch, sind Attacken von hinten sehr genau zu betrachten und im Zweifelsfalle auch hart zu bestrafen, denn der gegnerische Spieler sieht im Normalfall nicht, dass er angegriffen wird (er hat hinten keine Augen).
    Beispiel: Tempogegenstoß allein auf den Torwart hin. Von hinten wird der Angreifer attackiert, er kommt zu Fall. Konsequenz: 7-m, Rote Karte. Denn hier ist der Angriff von hinten ein gesundheitsgefährdender Angriff, denn durch einen solchen Angriff, mit dem der Angreifer nicht rechnet, kann eine Menge passieren.
    Übrigens ist der Angriff von der Seite in den überwiegenden Fällen als Angriff von hinten zu werten.

    Zurück zum genannten Beispiel: Wie Dany schon richtig gesagt hat, kann die Bestrafung bei einer Attacke von hinten nur eine Hinausstellung sein. Bei einer Attacke von vorn, muss der SR unterscheiden, ob der Angriff dem Ball galt (weiterspielen lassen) oder überwiegend dem Angreifer (Progressionsreihe V-2-2-D).

    Zitat

    Original von Lord Vader
    [...]
    Und was sollte man pfeifen wenn der Abwehrspieler nur den noch in der Wurfhand befindlichen Ball abblockt und der Werfer eine Zerrrung bekommt. Ausschluss ???
    [...]

    Wenn wir das ganze ins lächerliche ziehen wollen, dann können wir es auch gleich lassen.

    Die Sportlichkeit beim Handball sieht einen Schutz der Gesundheit vor dem spielerischen Erfolg. Das bedeutet in der konkreten Situation folgendes:

    Wenn der Abwehrspieler sieht, dass der Angreifer zum Hüftwurf ansetzen will, und sich dann absichtlich in die Wurfbahn des Balles begibt, gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Möglichkeit: Der Abwehrspieler begibt sich in eine korrekte Abwehrposition, bevor der Ball die Hand des Angreifers verlässt, und wird getroffen (übrigens in den "Weichteilen" (Zitat Andre) und nicht im Bauch, wie es später dann in der Diskussion heißt). Die Entscheidung muss Stürmerfoul lauten mit Bestrafung des Angreifers.
    2. Möglichkeit: Der Abwehrspieler bewegt sich noch in die Wurfbahn des Balles, nachdem der Ball die Hand des Angreifers verlassen hat. Entscheidung: evtl. Time-Out wegen Verletzung, aber Freiwurf für die angreifende Mannschaft (Ballbesitz vor dem Time-Out bei den Angreifern) und keine Bestrafung. Fazit: selbst Schuld!
    Wenn der Abwehrspieler jedoch nicht mitbekommt, dass der Angreifer zum Hüftwurf ansetzt oder ansetzen will (bspw. ist die Sicht durch andere Spieler verdeckt), und sich dann in die Wurfbahn des Balles bewegt (in der Erwartung eines normalen Sprungwurfes), ist hier der Angreifer zu bestrafen (Stürmerfoul und Strafe). Denn wenn der Abwehrspieler nicht mitbekommen kann, dass ein Hüftwurf folgt, dann nimmt er billigend in Kauf, dass ein Spieler getroffen und evtl. verletzt wird. Das hat nichts mit Verweichlichung des Sports Handball zu tun (nach dem Motto: Nur die Harten kommen in den Garten), sondern mit dem Schutz der Gesundheit.

    Der Hüftwurf ist ziemlich verletzungsgefährdend, wenn die Abwehrspieler sich nicht darauf einstellen können, daher ist eine solche Situation auch im Zweifelsfalle hart zu bestrafen.

    Sollte der Abwehrspieler nicht zum Angreifer schauen, könnte dort aber erkennen, dass ein Hüftwurf folgt, ist er wiederum selbst Schuld.
    Also ist ein Angreifer dann zu bestrafen, wenn die Angriffsposition derart unübersichtlich ist, dass die Abwehrspieler die Absicht, einen Hüftwurf zu werfen, nicht mitbekommen können (bspw. 3-Mann-Mauer spielt heranlaufenden Angreifer an, löst sich erst im letzten Moment auf, nachdem der Wurf bereits ausgeführt ist => extrem verletzungsgefährdend! => Strafe)

    Noch zu Nudelfighters Anmerkung mit dem Torwart: Torhüter haben (zu ihrer eigenen Sicherheit) einen Tiefschutz, der sie vor solchen Würfen sicher schützt. Aber auch hier gilt, sollte der Torwart getroffen werden, obwohl sich dieser nicht bewegt, ist auf Stürmerfoul zu entscheiden und evtl. der Angreifer zu bestrafen. Bei einem Kopftreffer sieht die Regel beispielsweise eine Disqualifikation (Rote Karte) vor.
    Zur Bewegung des Torwarts ist noch zu sagen, dass der Zeitpunkt der Wurfausführung entscheidend ist.

    So kann es auch sein, dass der Torwart sich bei der Wurfausführung nicht bewegt, danach aber in die Wurfbahn des Balles bewegt. In diesem Fall ist sicherlich nicht auf Stürmerfoul zu entscheiden, der Torhüter hat den Ball "nur" gehalten, aber eine Strafe kann es dafür nicht geben.
    Kann sich der Torhüter gerade noch vor einem möglichen Treffer in Sicherheit bringen, so ist die Absicht des Angreifers, den Torhüter zu treffen zu bestrafen (sicher nicht mit einer Roten Karte, aber dennoch mit einer Hinausstellung).

    Das stimmt wohl schon, nur was ist, wenn keiner den Abbruch "verschuldet" hat?

    Beispiel: Mannschaft X ist mit 5 Spielern aufgelaufen(die anderen sind verletzt oder haben keine Zeit), ist Tabellenerster; Mannschaft Y ist mit 12 Spielern aufgelaufen, ist Tabellenletzter.
    Im Laufe des Spiels, wir setzen voraus, dass es fair (aber hart) abläuft und niemand meckert, gibt es auf beiden Seiten drei Rote Karten (wegen 3x2 Minuten).
    Mannschaft X führt klar mit 5 Toren. Die Mannschaft spielt weiterhin mit 2 Spielern, davon 1 Torwart.
    Mannschaft X dagegen hat noch 9 Spieler zur Auswahl, kann also selbst nach Ablauf der Zeitstrafen auf eine volle Mannschaft mit 2 Auswechselspielern ergänzen.

    Ist in diesem Fall ein Abbruch durch Mannschaft X "verschuldet"? Hätten die Spieler im Spiel in den Zweikämpfen immer zurückziehen müssen, um keine 2-Minuten-Strafen kassieren zu müssen?
    Sicherlich ist dieses Beispiel sehr extrem, aber es ist möglich. Wer ist hier "schuld"? Wenn das Spiel ordnungsgemäß zu Ende gegangen wäre hätte sicher Mannschaft X gewonnen. Es kann höchstens ihre Schuld sein, dass sie hart (aber fair) in die Zweikämpfe gegangen ist und dass sie nicht mehr als 5 Spieler auftreiben konnte.

    Wie soll hier die Punkteverteilung stattfinden? Oder sollte das Spiel lieber wiederholt werden?