Zitat
Original von Lord Vader
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Und was sollte man pfeifen wenn der Abwehrspieler nur den noch in der Wurfhand befindlichen Ball abblockt und der Werfer eine Zerrrung bekommt. Ausschluss ???
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Wenn wir das ganze ins lächerliche ziehen wollen, dann können wir es auch gleich lassen.
Die Sportlichkeit beim Handball sieht einen Schutz der Gesundheit vor dem spielerischen Erfolg. Das bedeutet in der konkreten Situation folgendes:
Wenn der Abwehrspieler sieht, dass der Angreifer zum Hüftwurf ansetzen will, und sich dann absichtlich in die Wurfbahn des Balles begibt, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Möglichkeit: Der Abwehrspieler begibt sich in eine korrekte Abwehrposition, bevor der Ball die Hand des Angreifers verlässt, und wird getroffen (übrigens in den "Weichteilen" (Zitat Andre) und nicht im Bauch, wie es später dann in der Diskussion heißt). Die Entscheidung muss Stürmerfoul lauten mit Bestrafung des Angreifers.
2. Möglichkeit: Der Abwehrspieler bewegt sich noch in die Wurfbahn des Balles, nachdem der Ball die Hand des Angreifers verlassen hat. Entscheidung: evtl. Time-Out wegen Verletzung, aber Freiwurf für die angreifende Mannschaft (Ballbesitz vor dem Time-Out bei den Angreifern) und keine Bestrafung. Fazit: selbst Schuld!
Wenn der Abwehrspieler jedoch nicht mitbekommt, dass der Angreifer zum Hüftwurf ansetzt oder ansetzen will (bspw. ist die Sicht durch andere Spieler verdeckt), und sich dann in die Wurfbahn des Balles bewegt (in der Erwartung eines normalen Sprungwurfes), ist hier der Angreifer zu bestrafen (Stürmerfoul und Strafe). Denn wenn der Abwehrspieler nicht mitbekommen kann, dass ein Hüftwurf folgt, dann nimmt er billigend in Kauf, dass ein Spieler getroffen und evtl. verletzt wird. Das hat nichts mit Verweichlichung des Sports Handball zu tun (nach dem Motto: Nur die Harten kommen in den Garten), sondern mit dem Schutz der Gesundheit.
Der Hüftwurf ist ziemlich verletzungsgefährdend, wenn die Abwehrspieler sich nicht darauf einstellen können, daher ist eine solche Situation auch im Zweifelsfalle hart zu bestrafen.
Sollte der Abwehrspieler nicht zum Angreifer schauen, könnte dort aber erkennen, dass ein Hüftwurf folgt, ist er wiederum selbst Schuld.
Also ist ein Angreifer dann zu bestrafen, wenn die Angriffsposition derart unübersichtlich ist, dass die Abwehrspieler die Absicht, einen Hüftwurf zu werfen, nicht mitbekommen können (bspw. 3-Mann-Mauer spielt heranlaufenden Angreifer an, löst sich erst im letzten Moment auf, nachdem der Wurf bereits ausgeführt ist => extrem verletzungsgefährdend! => Strafe)
Noch zu Nudelfighters Anmerkung mit dem Torwart: Torhüter haben (zu ihrer eigenen Sicherheit) einen Tiefschutz, der sie vor solchen Würfen sicher schützt. Aber auch hier gilt, sollte der Torwart getroffen werden, obwohl sich dieser nicht bewegt, ist auf Stürmerfoul zu entscheiden und evtl. der Angreifer zu bestrafen. Bei einem Kopftreffer sieht die Regel beispielsweise eine Disqualifikation (Rote Karte) vor.
Zur Bewegung des Torwarts ist noch zu sagen, dass der Zeitpunkt der Wurfausführung entscheidend ist.
So kann es auch sein, dass der Torwart sich bei der Wurfausführung nicht bewegt, danach aber in die Wurfbahn des Balles bewegt. In diesem Fall ist sicherlich nicht auf Stürmerfoul zu entscheiden, der Torhüter hat den Ball "nur" gehalten, aber eine Strafe kann es dafür nicht geben.
Kann sich der Torhüter gerade noch vor einem möglichen Treffer in Sicherheit bringen, so ist die Absicht des Angreifers, den Torhüter zu treffen zu bestrafen (sicher nicht mit einer Roten Karte, aber dennoch mit einer Hinausstellung).