Eine schwere Frage. Zunächst einmal müsste man klären, was es heißt, ein Spiel zu entscheiden.
Heißt es (wie eine Situation lautete), eine Mannschaft mit fehlenden 7m usw. zu benachteiligen, so dass diese die Motivation verliert?
Heißt es ein gleichwertiges Spiel mit einer oder zwei Fehlentscheidungen zum Kippen zu bringen? Ob nun am Spielende oder vorher.
Im Grunde genommen sind es die Spieler (bzw. deren Trainer die Anweisungen geben), die ein Spiel entscheiden. Die Spieler und Trainer reagieren auf SR-Entscheidungen (auch Fehlentscheidungen). Die Mannschaft, die besser darauf reagiert, hat dann die Nase vorn und gewinnt wahrscheinlich auch. Die Mannschaft, die nicht gut genug reagiert, verliert voraussichtlich.
Aber hat die (Fehl-)Entscheidung des SR jetzt das Spiel entschieden?
Dass ein SR ein Spiel entscheiden kann ist unbestritten. Aber nur bewusst. Denn dann benachteiligt er eine Mannschaft bewusst, die andere gewinnt dann.
Wenn er unbewusst Entscheidungen falsch trifft (teilweise im Ermessensspielraum, teilweise auch Fehlentscheidungen), dann meistens auf beiden Seiten. Somit sind beide Mannschaften gleich benachteiligt, haben also die gleichen Voraussetzungen. Wenn eine Mannschaft dann körperlich benachteiligt ist, dann hätte sie wohl auch bei "normalen" Spielvoraussetzungen Probleme, das Spiel zu gewinnen.
Zudem sind SR auch nur Menschen und lassen sich von Emotionen (insbesondere negativer Art) von Zuschauern oder Spielern/Offiziellen beeinflussen. Dann wird eine Entscheidung im Ermessensspielraum anders bewertet als unter neutralen Bedingungen. Soweit ist das noch keine Benachteiligung. Dazu kommt es erst, wenn die Spieler/Offizielle sich darüber aufregen und bspw. 2-Min bekommen. Dann sind sie aber wieder selbst schuld!