"Hotti": 24 Punkte sollten es schon sein
GWD Mindens Manager Bredemeier erhofft sich Imagesteigerung durch neue Stars und attraktiverem Handball
Minden (mt)
Handball-Bundesligist GWD Minden peilt in der Saison 2008/2009 ein Punkteziel von mindestens 24 Zählern an. Das erklärte GWD-Manager Horst Bredemeier in einem Vorgespräch mit dieser Zeitung. Mit attraktivem Tempohandball, neuen Leistungsträgern und einer begleitenden Imagekampagne will der Traditionsklub die Attraktivität des Produktes Bundesliga-Handball weiter steigern. Von Jürgen Knicker Die ersten Früchte sind bereits kurz vor dem ersten Punktspiel am morgigen Mittwoch in Nordhorn (Anwurf 20.15 Uhr) zu sehen. Der Zuschauer-Schnitt stieg im Vorjahr auf eine neue Rekordhöhe (2900), der Dauerkarten-Verkauf ebenfalls (1400). Hier in Kurzform die Fixpunkte, die GWD-Vorsitzender und Manager Horst Bredemeier festlegt.
Rückblick auf letzte Serie: Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Hauptgrund: Die Mannschaft war in der Hinrunde nicht stark genug. Mit den Investitionen in der Rückrunde wurde der Klassenerhalt als Minimalziel erreicht.
Wirtschaftlicher Bereich: Hier orientierte sich GWD nach vorn. Mit über 2900 Zuschauern (Schnitt) pro Heimspiel wurde eine neue Bestmarke aufgestellt. Im Sponsoring gab es Mehreinnahmen von 370 000 Euro, resultierend aus dem Engagement der Firma Harting, des Pools und höherer Zuflüsse durch die bisherigen Sponsoren. Damit betrugen die Saison-Einnahmen aus dem Sportsponsoring-Bereich (inclusive des Pool-Bereichs) rund 1,9 Millionen Euro. Dennoch gab es zum Serienabschluss durch die Neuverpflichtungen am 30. Juni 2008 eine geringe Etat-Unterdeckung. Diese wurde von Sponsoren und Gesellschaften abgedeckt.
Planung 2008/2009: Der Abgang des Kapitäns Arne Niemeyer wird bei GWD als herber Einschnitt aber auch als Chance, einen anders gearteten Handball zu bieten, gesehen. Während in den letzten Jahren das Gesamtkonzept speziell auf Niemeyer ausgerichtet war, sollen künftig neue Führungsqualitäten zum Tragen kommen (Hegemann, Haaß). Die Verpflichtungen von Svenn-Erik Medhus, Michael Haaß, Michael Hegemann, Gylfi Gylfason und Ingimundur Ingimundarson werden als gute personalpolitische Entscheidungen gesehen. Erstmals seit Jahren musste GWD in den Fällen von Medhus und Haaß allerdings Ablösesummen zahlen.
Erwartungen an Team und Trainer: Bredemeier erwartet einen ganz anderen Handball als in der abgelaufenen Saison. "In der Deckung müssen wir offensiver und aggressiver, insgesamt sicherer agieren. Und aus dieser Abwehr möchte ich ein excellentes Tempospiel sehen", so Bredemeier. Das Angriffsspiel soll über mehrere Stationen laufen, bis der freie Mann gefunden ist. Eine größere Breite der gefährlichen Schützen und damit eine größere Geschlossenheit soll gefunden werden. Insgesamt soll der GWD-Handball attraktiver werden. Zielsetzung: GWD will im neuen Spieljahr deutlich mehr als 18 Pluspunkte wie zuletzt holen. Bredemeier: "24 Zähler sollten es schon sein".
Kader:Die aktuelle Stammsieben soll aus dem Nachwuchsbereich verstärkten Druck erhalten. Spieler wie Jugend-Europameister Nils Dresrüsse sowie die Junioren-EM-Vizemeister Auerswald und Helmdach sollen den etablierten Stars Feuer machen. Perspektivisch sieht sich GWD durch sein prämiertes Nachwuchssystem bei der Versorgung mit Talenten gut aufgestellt.
Halle Dankersen: Mit einer aussichtsreichen Regionalliga-Mannschaft und zahlreichen Jugendteams, die seit Jahren um westdeutsche und deutsche Meisterschaften mitspielen, erhofft sich GWD Unterstützung bei der Stadt Minden in Bezug auf die Renovierung der Sporthalle Dankersen bis 2009. Bredemeier: "Zusammen mit den Schulen und den anderen benachbarten Vereinen wäre auch eine zweite Turnhalle bis 2011 wünschenswert".