Beirat fordert "Doppelspitze" beim THW Kiel
Kiel - Die ungeklärte Handball-Manipulationsaffäre um den THW Kiel hat nach Informationen der Kieler Nachrichten interne Folgen: Der achtköpfige Beirat des deutschen Rekordmeisters hat die fünf Gesellschafter unter Druck gesetzt. Mehr noch: Sollten die Forderungen nicht umgesetzt werden, droht das Gremium geschlossen mit einem Rücktritt.
Gerhard Müller | kn | 03.04.2009
17:04 Uhr
lDen Beiratsmitgliedern geht es nicht um Konsequenzen für Geschäftsführer Uwe Schwenker, gegen den die Kieler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Im Gegenteil, der Beirat hofft nach wie vor, dass sich die Vorwürfe als haltlos herausstellen und der 50-Jährige in naher Zukunft wieder seiner Aufgabe als Manager gerecht werden kann.
Stattdessen erwartet der Beirat, dass die Ergebnisse einer Sitzung, zu der die Gesellschafter nicht eingeladen waren, umgesetzt werden. Konkrete Kritik bezieht sich auf die Informationspolitik des Kontrollgremiums in den vergangenen Wochen, die der Beirat für ungenügend hält. Außerdem werden die Gesellschafter wegen des Verdachts von „Unregelmäßigkeiten in der Buchführung“ der THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co.KG aufgefordert, neue Strukturen zu schaffen. Dem Vernehmen nach soll Uwe Schwenker ein kaufmännischer Leiter zur Seite gestellt werden. Dessen Aufgabe sollte sein, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Denn darüber sind die Beiratsmitglieder sich ebenfalls einig: Der Imageschaden für den Champions-League-Gewinner von 2007 ist schon jetzt gravierend.
Georg Wegner, Sprecher der Gesellschafter bestätigte am Freitagabend die Aktivitäten des Beirats, ohne auf die Inhalte eingehen zu wollen: „Die möglichen Strukturänderungen betreffen sämtliche Gremien. Man kann über alles sprechen und wird über alles sprechen müssen.“
Zudem kündigte Wegner an, dass die Anwälte des THW bis Sonntag ein Ergebnis der Prüfung der rund 1000 Seiten umfassenden Akten der Kieler Staatsanwaltschaft vorlegen werden.