Mehr geredet wurde dagegen wenig später in der Kieler Kanzlei von Georg Wegner. Der Anwalt, Sprecher der fünf THW-Gesellschafter, empfing um 13.30 Uhr Frank Bohmann. Falls der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL) einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung angeblich vom THW Kiel beeinflusster Champions-League-Spiele erhofft hatte, ist er jedoch enttäuscht worden. Das Ergebnis des rund einstündigen Gesprächs fasste Georg Wegner wie folgt zusammen: „Es wurden Missverständnisse ausgeräumt. So ging Herr Bohmann davon aus, dass Uwe Schwenker seine Unschuld beweisen müsse. Im Strafrecht ist es jedoch genau umgekehrt, da muss eine Schuld nachgewiesen werden. Wir sind in gutem Einvernehmen auseinander gegangen und werden bei Bedarf telefonieren.
Auch Bohmann erkannte, dass der THW unter der Verweigerungshaltung von Schwenker und Serdarusic leide: „Ich kann die Position des Vereins nachvollziehen, obwohl mir sehr viel daran liegt, die Sache schnellstens aufzuklären. Aber ich habe nicht viel Hoffnung, dass die Herren Schwenker und Serdarusic das Verfahren beschleunigen werden.“
Gleichwohl habe er die Ansicht der HBL verdeutlicht, der THW hätte früher reagieren müssen, beispielsweise nach dem Gespräch Ende Juli 2008, in dem Mirjana Serdarusic, die Trainer-Gattin, Georg Wegner von Manipulationen berichtet hatte. Bohmann: „Ich will mich jetzt nicht zum Oberlehrer aufspielen, aber mit dem Kenntnisstand von heute (!) hätte der THW damals anders damit umgehen müssen.“ (Gewagte These! Mutig! - Karl)
THW-Gesellschafter Willi Holdorf beurteilt das keineswegs so (was erdreistet der Bohmann sich? - Karl]: „Mirjana Serdarusic hat in jenem Gespräch Hass-Tiraden abgegeben, die in der Behauptung gipfelten, Uwe Schwenker habe mehr als eine Million Euro aus dem Vereinsvermögen ins Ausland geschafft. Das konnte niemand ernst nehmen.“