Beiträge von gratfireball

    Zitat

    Original von Dany
    [...]Irgendwann kommt dann noch die Vorgegebene Zeit in der man den Angriff abgeschlossen haben muss :rolleyes:


    Wenn die Informationen auf unseren Lehrgängen richtig waren, dann wurde über die Begrenzung der Angriffsdauer wie im Basketball schon nachgedacht. Die Aussage unsereres Lehrgangsleiters war etwa so: "Wenn wir es nicht schaffen, die Angriffzeit deutlich zu reduzieren (ging um konsequentens anweden der Passiv-Regeln) wird es zu der Einführung einer Angriffszeitbegrenzung kommen."

    Ich will jetzt nicht auf diese Aussage festgenagelt werden, aber der Erfolg der Regeländerung ist doch für alle deutlich. Das hat auf uns SRs nicht gerade geringe Auswirklungen. So kann es sich ein SR heute nicht mehr erlauben nicht wirklich fit zu sein. Vor allem, wenn man mehrere Spiele hintereinander pfeift, merkt man am Ende des Tages (und vielleicht noch die nächsten Tage) was man gemacht hat ;)

    Zum Thema "Mitschreiben": Wenn mein Erinnerungsvermögen sich nicht arg täuscht, sollte ab dieser Saison in der Bundesliga das Mitschreiben für die SR wegfallen. Beim Betrachten der Videos aus dieser Saison sieht es aber nicht so aus. Problem ist sicherlich eine Regeländerung, da bis jetzt die SRs für das Ergebnis zuständig sind. Aber warum soll das bei der nächsten Regeländerung nicht geändert werden? Könnte ich mir gut vorstellen und würde uns sicherlich erheblich entlasten. Aber dann wird ein gut ausgebildeter und unparteiischer Zeitnehmer und Sekretär immer wichtiger und welcher Verein in den unteren Klassen will sich diese Mehrkosten aufhalsen?

    Naja... Mal sehen, was die Zeit so bringt.

    Frank

    Zitat

    Original von Dany
    gratfireball
    aber nur wenn er gespielt wird. Und das ist erst der Fall wenn der Spieler es gezielt macht also den Ball unter Kontrolle hatte. Wenn er alledings den Ball nur von seine Hand dazwischen hält ist es Abwurf.


    Dazu einfach in die Frage schauen :)

    Zitat

    Original von michaelb
    [...]Bevor er den Ball fassen kann, spielt ein Spieler von Grün von der Seite den Ball mit der Hand zum Torhüter Grün zurück, der den Ball aufnimmt.[...]


    Die Situation ist eindeutig, oder? ;) Ein absichtliches Lenken des Balls in Richtung des eigenen Torhüters ist immer mit Freiwurf gegen die verteidigende Mannschaft zu bestrafen (wenn nicht der Kreis betreten wurde). Der Fall von dem du sprichst entspricht einem Block, der laut Situationsbeschreibung aber nicht gegeben ist. Im Falle eines Blockes tritt dann folgende Regel in Kraft:

    Zitat

    Regel 6:6
    Berührt ein Spieler der abwehrenden Mannschaft bei einem Abwehrversuch den Ball, der dann vom Torwart gehalten wird oder im Torraum liegen bleibt, geht das Spiel mit Abwurf weiter (6:4-5).


    Da es aber um ein spielen des Balls zum Torhüter ging, kann diese Regel hier keine Anwendung finden, sondern Regel 6:7 (siehe vorherigen Post) muss angewendet werden.

    So far,
    Frank

    Zitat

    Regel 6:7
    Wenn der Ball in den eigenen Torraum gespielt wird ist wie folgt zu entscheiden:
    a) Tor, wenn der Ball in das Tor gelangt;
    b) Freiwurf, wenn der Ball im Torraum liegen bleibt oder wenn der Torwart den Ball berührt und dieser nicht in das Tor gelangt (13:1a-b);
    c) Einwurf, wenn der Ball die Torauslinie überquert (11:1);
    d) Weiterspielen, wenn der Ball den Torraum durchquert und ins Spielfeld zurückgelangt, ohne dass ihn der Torwart berührt.

    Demzufolge kann nur ein Freiwurf gegeben werden. Auf 7m kann nur entschieden werden, wenn der Abwehrspieler den Kreis betritt.

    So far,
    Frank

    Zitat

    Original von Handball-SR
    [...]dass ein "wegreissen" auch progressiv bestraft werden kann, nämlich auf jeden fall dann, wenn dadurch eine verletzung des gegenspielers in kauf genommen wurde.[...]

    Dann geht es aber nicht mehr um geben kann, sondern dann ist nur noch die Frage: Progression oder Disqualifikation. Wenn eine Verletzung in Kauf genommen wird, dann ist ganz klar nach 16.6b in Verbindung Regel 8:5 wegen Gesundheitsgefährdung zu disqualifizieren. Da gibt es nix mehr mit vielleicht Progression.

    Frank

    Zitat

    Original von Lasse
    Jetzt wuerde ich da gerne nochmal nachhaken: Wie saehe denn der Fall aus, wenn der TW hochspringt (zum Ball) und der Angreifer (Blick nach hinten, zum Ball) laeuft in den TW hinein, erwischt ihn mit der Schulter knapp unter der Huefte, dadurch macht der TW einen ordentlichen Salto. Ist eigentlich auch klar gesundheitsgefaehrdent, oder?[...]

    Dabei handelt es sich klar um ein Stürmerfoul, die mit einer Gesundheitsgefährdung einhergeht (zumindest so lange der Torhüter normal hochspringt um den Ball zu fangen und nicht um den Gegenspieler umzureißen oder Beine voran oder Ähnliches). Also Stürmerfoul plus Disqualifikation gegen den Angreifer.

    So far,
    Frank

    @ Dany

    Zunächst habe ich mit meinem Spannemann Blickkontakt gehabt. Disqualifikation war danach klar. Also gab es die Rote Karte. Als der Torhüter nach einer Begründung fragte, sagte ich ihm wegen Beleidigung. Dann kam der Einwand, dass ich aber nicht gemeint war... Ich habe die Beleidigung nicht auf mich bezogen. Wäre auch blöd so etwas zu machen, wenn man sich nicht richtig sicher ist. Hoffe, das reicht als Erklärung.

    Wenn ich als Zeitnehmer eingesetzt werde, dann beobachte ich eh die Bänke. In aller Regel habe ich dann schon gemerkt, wenn ein Trainer die grüne Karte übergeben will und habe dann entweder die Pfeife in der Hand oder unter Umständen auch schon im Mund. Wenn ich dann die Karte erhalte, kann ich sofort unterbrechen, falls ich nicht mehr unterbrechen darf, kann ich dem Trainer gleich sagen, dass er die Karte wieder mitnehmen kann. Ich erwarte von den Trainern schon, dass sie mir die Karte in die Hand geben, aber bin auch nicht so, wenn sie diese deutlich vor mir auf den Tisch legen.

    So far,
    Frank

    Zitat

    Original von Lasse
    Ich weiss jetzt ehrlich gesagt, nicht so ganz genau, was du damit sagen willst. Sollte man als SR einem Spieler, der seinen Mitspielert beleidigt, keine rote Karte geben?
    Wohl gemerkt: Eine Beleidigung, die man auch als eine solche auffassen muss. Ich rede nicht von den ueblichen Spruechen, die sich Maenner so an den Kopf werfen und es gar niccht wirklich so meinen.

    Ja! Ich kann mich an eine Situation der letzten Saison erinnern, die mir den Unmut der ganzen Heimmannschaft und natürlich den Unmut des größen Publikumsanteils gebracht hat. Zuerst musste ich einen klaren 7m für den Gast geben und progressiv bestrafen, da leider mein Spannemann in diesem Moment geistig abwesend war ;) Anschließend schrie der Torhüter der Heimmannschaft (vor allem so laut, dass es in der ganzen Halle zu hören war) irgend eine Beleidigung (weiß leider den Wortlaut nicht mehr, kann ihn aber wahrscheinlich raussuchen, wenn es wichtig werden sollte). Da wir beiden SRs unmittelbar in der Nähe standen (ich musste meinen Spannemann ja die Situation erklären mit dem Siebenmeterpfiff ;)) war diese Aussage von uns auf keinen Fall zu überhören. Folge: Rote Karte für den Torhüter und eine riesige Aufregung auf Seiten der Heimmannschaft( "Aber das hat er ja nicht zu dir gesagt, sondern zu seinem Mitspieler!" und Ähnliches). Tja, auf meine Aussage, dass es egal ist, wer beleidigt wird, ging es nocht toller her... Folge war mindestens noch eine Zeitstrafe für den Torhüter, kann auch sein, dass der MV noch eine Strafe bekommen hat, aber das weiß ich nicht mehr mit Sicherheit. Auf jeden Fall hat mich die Mannschaft ins Herz geschlossen ;) Naja... Auf jeden Fall haben im Protokoll die Situation dargelegt und geschrieben, dass er einen Mitspieler beleidigt hat. So etwas gehört nicht in die Hallen. Und das hat nix mit Männergehabe zu tun. Frauen können genau so zicken und im Jugendbereich habe ich auch mindestens schon einmal eine Rote Karte gegeben. Gerade da hat es sicherlich auch noch einen bildenden Nebeneffekt.

    So, sorry für den langen Post, aber vielleicht hat die Geschichte ja jemanden interessiert ;) Wenn nicht, dann habt ihr es jetzt geschafft... Ich bin fertig. *g*

    So far,
    Frank

    Moin,

    will ich mich mal mit ein paar Regeln an der Diskussion beteidigen ;)

    Zum Reißen einen Regelbezug:

    Zitat

    Regel 8:2
    Es ist nicht erlaubt:
    a) dem Gegenspieler den Ball aus den Händen zu ent reißen oder ihn herauszuschlagen;
    [...]

    Zur Bestrafung folgender Regelbezug:

    Zitat

    Regel 8:2
    Verstöße entsprechend Regel 8:2 können im Kampf um den Ball vorkommen; Vergehen, bei denen sich die Aktion überwiegend oder ausschließlich gegen den Gegenspieler und nicht gegen den Ball richtet , sind progressiv zu bestrafen.[...]

    Man kann also schon für eine Situation in der es um Reißen des Balls geht Freiwurf geben und auch progressiv bestrafen. Einen Regelbezug hätten dir die Schiedsrichter also zeigen können ;) Bei einer solchen Situation, wie du sie geschildert hast, hätte ich allerdings auch weiterspielen lassen.

    So far,
    Frank

    EDIT: Ups... Haben wir doch beide fast den gleichen Text verfasst ;) Zumindest mit gleichem Inhalt. Naja... Lieber zweimal als keinmal!

    Grundsätzlich nein... Die Regel spricht nur von Time-Out bei sichtlicher Spielverzögerung, wie Spieler- oder Werferwechsel. Unterstellst du dem Werfer, dass er das Spiel verzögert, weil seine Mannschaft in Unterzahl steht, dann kannst du die Zeit anhalten.

    Aber es besteht kein Grund in jedem Fall die Zeit anzuhalten.

    MfG Frank

    Im Jugendbereich stimmt das so fast. Da im Jugendbereich nur während Time-Out oder bei eigenem Ballbesitz gewechselt werden darf, darf der Torhüter ohne Time-Out nicht wechseln. Im Erwachsenenbereich ist diese Regelung jedoch nicht gegeben. So darf der Torhüter natürlich wechseln, wenn der Werfer noch nicht steht.

    Zitat

    Original von TLpz
    [...]
    Ich stell mir schon vor, wie jfherden zu Beginn des Spiels erstmal alle SPieler beider Mannschaften nach 16.6 d disqualifiziert, weil ja schon die bloße Anwesenheit der Spieler auf dem Spielfeld irgendwann einmal gesundheitsgefährdend werden kann :nein:

    Muss aberr 16.6 b sein, weil 16.6 d Disqualifikationen aufgrund von Tätlichkeiten von Spielern außerhalb der Spielzeit umfasst.

    Frank

    Zitat

    Original von jfherden
    [...]Mal ganz ehrlich: Reden wir hier davon, dass der Ball gespielt wird?[...]

    Nein, aber der Ball soll gespielt werden. Also ist es ein ballbezogenes Foul. Damit ist die Voraussetzung für die Regel 8:3 auf keinen Fall gegeben:

    Zitat

    Regel 8:3
    Regelwidrigkeiten gegen 8:2 können im Kampf um den Ball vorkommen; Vergehen, bei denen sich die Aktion überwiegend oder gar ausschließlich gegen den Gegenspieler statt gegen den Ball richtet, sind progressiv zu bestrafen.

    Wenn jetzt schon geschrieben wird, dass er versucht den Ball zu spielen, dann sollte das auch in der Aktion erkennbar sein. Da es aber für progressive Bestrafungen notwendig ist, dass sich die Aktion "überwiegend oder gar ausschließlich gegen den Gegenspieler" richtet, sollte erkennbar sein, dass dort nicht einfach mal nach 8:3 bestraft werden kann. Tja... Was wäre noch möglich:

    Zitat

    Regel 8:5
    Ein Spieler, der den Gegenspieler gesundheitsgefährdend angreift, ist zu disqualifizieren (16:6b)[..]

    Vielleicht kann man den Spieler also disqualifizieren? Kann man, wenn er den Gegenspieler wirklich durch ein Foul in seiner Gesundheit gefährdet. Aber auch nur dann! Dafür ist aber nicht die blose Anwesenheit des Gegenspielers notwendig, sondern der Abwehrspieler muss sich auch entsprechendes zu Schulden kommen lassen. Ich kann mir nur vorstellen, dass der entsprechende SR den Kommentar zur Regel 8:5 falsch verstanden hat.

    Zitat

    Kommentar zur Regel 8:5:
    Auch kleine Vergehen mit geringem Körperkontakt können sehr gefährlich sein und möglicherweise zu schweren Verletzungen führen, falls die Regelwidrigkeit in dem Moment erfolgt, in dem sich der Spieler im Sprung in der Luft befindet und schutz- und ahnungslos ist. Die Gefährdung des Spielers und nicht der scheinbar unbedeutende Körperkontakt ist maßgebend für die Beurteilung, ob es in dieser Situation angemessen ist, eine Disqualifikation auszusprechen.

    Aber auch hier geht es um die Beurteilung einer stattgefundenen Berührung und nicht ein vielleicht oder hätte oder könnte. Und laut der Beschreibung der Situation geht ja ganz deutlich hervor, dass der Abwehrspieler den Gegenspieler nicht berührt hat. So lange es zu keiner Berühung kommt, brauchen wir uns in diesem Fall auch nicht mit Regel 8:3 oder 8:5 auseinander zu setzen (zumindest nicht in dieser Situation).

    Lange Rede kurzer Sinn. Ich bin weiterhin der Meinung, dass wir SRs nicht entscheiden können, was wann wie vielleicht zu einer Gefährundung führen könnte. Und ich habe mein Regelwerk noch einmal gewälzt und keine entsprechende Regel gefunden, die besagt, dass eine eventuelle Gefährdung zu bestrafen ist. Sollte eine Gefährdung bestehen, dann ist alles anders, aber der Situation und auch der Begründung für die Hinausstellung entnehme ich keine Gefährdung des Angreifers sondern allenfalls eine mögliche Gefährdung, für welche wir aber keine Regelrechtfertigung haben, einen Spieler hinauszustellen oder gar schlimmer zu bestrafen.

    So far,
    Frank
    PS: 'tschuldigung für den langen Post, aber wer hier angekommen ist, der hat es geschafft. ;)

    mhh... Also, kann mir mal bitte jemand erzählen, wo im Regelwerk steht, dass der Versuch den Ball zu spielen zu bestrafen ist? Überspitzt formuliert: Müssen alle nicht-ballführenden Spieler steif stehen bleiben auf ihrer aktuellen Position? Weil jede Bewegung könnte ja in einer Aktion enden die gesundheitsgefährdend ist. Darf sich der Torhüter noch bewegen? Und darf er den Ball abwehren? Denn schließlich könnte der vom Torhüter abprallende Ball eine Gefährdung darstellen. In unseren Schulungen hat auch niemand gesagt, dass wir das jetzt bestrafen sollen? Warum auch, wenn sich der Spieler nix zu schulden kommen lassen hat?

    So far,
    Frank

    Zitat

    Regel 14:8
    Bei der Ausführung eines 7-m-Wurfs müssen sich die Spieler der gegnerischen Mannschaft außerhalb der Freiwurflinie befinden und mindestens 3 m von der 7-m-Linie entfernt sein, bis der Ball die Hand des Werfers verlassen hat. Ansonsten ist der 7-m-Wurf zu wiederholen, wenn der Ball nicht in das Tor gelangt; eine persönliche Bestrafung erfolgt jedoch nicht.

    So... also bei einem 7m-Wurf darf es durch Abstandsverkürzung zu keiner persönlichen Strafe komme, weder gegen den Torhüter (Überschreitung Torwartgrenzlinie) noch den Abwehrspielern (nicheinhalten des 3m Abstandes zur 7m-Linie (nicht zum Spieler!). Im Zweifel wird der Strafwurf so lange wiederholt, wie die Abstandsvergehen auftreten und der Ball nicht in das Tor gelangt.
    Die Möglichkeit zur persönlichen Bestrafung gibt es jedoch, wenn man Erläuterung 5 betrachtet:

    Zitat

    Erläuterung 5:2
    a) Stören eines Gegners oder Mitspielers durch Worte oder Gesten in provozierender Weise (z.B. Anschreien eines Spielers bei der Ausführung eines 7-m-Wurfs)

    Wenn der ausführende Spieler also durch solche Gesten oder Worte gestört werden, dann kann eine persönliche Strafe ausgesprochen werden. Andernfalls begeht der Schiedsrichter eine Regelwidrigkeit! Und liefert damit einen Einspruchsgrund!

    So far,
    Frank