Schweres Auswärtsspiel in Nordhorn
Nur 4 Tage nach dem Heimspiel gegen Göppingen hat der TV Grosswallstadt am kommenden Samstag die Möglichkeit sich den verlorenen Punkt wiederzuholen. Allerdings steht die Mannschaft dabei vor einer hohen Hürde, denn sie tritt beim aktuellen Tabellen-Dritten der Bundesliga, der HSG Nordhorn an. Anwurf im Nordhorner Euregium wird um 19:30 Uhr sein.
Dritter gegen Neunter
Direkt nach dem Dienstag-Spiel gegen Göppingen hat TVG-Trainer Michael Roth in der Pressekonferenz die Marschroute für die anstehende Partie festgelegt. Der Punkt soll zurückgeholt werden. Und man kann sich sicher sein, dass seine Mannschaft alles versuchen wird, um diese Vorgabe umzusetzen. Dass dies alles andere als leicht wird, verdeutlicht ein Blick auf die Tabelle. Grosswallstadt rangiert momentan mit 10:6 Punkten auf Platz 9, während sich die HSG Nordhorn mit 14:4 Zählern überraschend auf Rang 3 festgesetzt hat.
Unerwarteter Höhenflug der HSG
Viele Experten hatten der HSG nach den Abgängen der Leistungsträger Ljubomir Vranjes, Robert Arrhenius, Iwan Ursic und Frank Schumann eine schwere Saison prophezeit. Mit Vranjes, der nach Flensburg wechselte, ging der Ideengeber, mit den anderen drei genannten Akteuren die Hauptachse des Abwehrbollwerks. Umso überraschender kommt der derzeitige Höhenflug in der Grafschaft Bentheim. Trainer Ola Lindgren, der als Spieler selbst Abwehrstratege war und auch als Coach großes Augenmerk auf die Defensive legt, hat es scheinbar wieder geschafft adäquaten Ersatz zu besorgen.
Nachfolger von Vranjes auf der Mittelposition ist der norwegische Nationalspieler Börge Lund (Aalborg BK). Für die Position am Kreis und damit als Ersatz für Arrhenius und Ursic wurden der Serbe Rastko Stojkovic vom VfL Pfullingen und mit Bjarte Myrhol vom ungarischen Spitzenklub Veszprem ein weiterer Norweger verpflichtet. Dazu kam aus Nettelstedt der tschechische Abwehrspezialist Daniel Kubes. Die richtige Mischung scheint gefunden, denn sonst wäre ein derartiger Saisonauftakt nicht möglich gewesen.
Überraschungserfolg gegen Magdeburg
Die Saison begann für das Team von Ola Lindgren zwar mit einer knappen Heimniederlage gegen den HSV Hamburg, im Anschluss gelangen jedoch fünf Siege in Folge, allesamt gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte. Darunter waren auch zwei knappe Erfolge mit nur einem Tor Unterschied zuhause gegen Aufsteiger Hildesheim und in Wilhelmshaven, so dass bis zu diesem Zeitpunkt das wahre Leistungsvermögen der HSG noch nicht richtig eingeschätzt werden konnte. Doch dann folgte mit dem überraschend deutlichen 29:24 in heimischer Halle gegen den SC Magdeburg ein wahrer Paukenschlag. Und auch die zwischenzeitliche Niederlage in Flensburg haben die Grafschafter gut weggesteckt, denn am vergangenen Mittwoch gelang ein toller Auswärtserfolg in Mannheim gegen die SG Kronau/Östringen (25:22).
Torhüter-Duo Gentzel und Larsson
Auch wenn einige Stützen vor der Saison weggebrochen sind, verfügt die HSG weiterhin über einen starken und ausgeglichenen Kader. Angefangen im Tor mit dem schwedischen Weltklasse-Duo Peter Gentzel und Jesper Larsson. Dazu kommen im Feld die tschechische "Tormaschine" Jan Filip auf Rechtsaußen, Nationalspieler Holger Glandorf auf Halbrechts und der polnische Shooter Piotr Przybecki auf Halblinks. Von den Neuen haben sich bisher vor allem der kampfstarke Kreisläufer Myrhol und Abwehrstratege Kubes in den Vordergrund gespielt.
Das Verletzungspech hat auch vor Nordhorn nicht Halt gemacht, denn neben den Langzeitverletzten Mathias Franzén (Bandscheibe) und Maik Machulla (Knie) haben sich beim Auswärtsspiel in Mannheim auch Börge Lund und Piotr Przybecki Blessuren zugezogen, die ihren Einsatz am Samstag fraglich erscheinen lassen.
Bester Torschütze der laufenden Saison ist Linkshänder Holger Glandorf mit 58/8 Treffern, gefolgt von Jan Filip (53/11), Piotr Przybecki (47) und Bjarte Myrhol (28).
Mannschaftsfoto und weitere Informationen zum Nordhorner Kader finden Sie hier.
Nur ein TVG-Sieg im Euregium
Die Bundesliga-Bilanz des TVG in Nordhorn stimmt nicht gerade optimistisch, denn in sieben Anläufen konnte nur ein einziger Sieg errungen werden. In der Saison 2003/04 gelang ein damals sehr überraschender Auswärtserfolg im Euregium. Auch die Gesamtbilanz von Heim- und Auswärtsspielen spricht für Nordhorn. Bei insgesamt 14 Aufeinandertreffen gab es 8 Siege der HSG, bei 4 TVG-Erfolgen und 2 Remis. Auch in der letzten Saison konnte sich Nordhorn in beiden Spielen durchsetzen, auch beim Gastspiel in Aschaffenburg. Die Mannschaft um Kapitän Uli Wolf wird alles daran setzen diese Bilanz ein wenig freundlicher zu gestalten.
Trainer Michael Roth wird auch am Samstag weiterhin auf Nationalspieler Jens Tiedtke verzichten müssen, dessen Fehlen sich in den letzten Spielen sehr deutlich bemerkbar gemacht hat. Der Einsatz von Slava Lochman ist weiterhin fraglich.
Durch seine 5 Tore im Spiel gegen Göppingen konnte Andreas Kunz seine Führung in der internen Torschützenliste behaupten. Er hat in der laufenden Saison bereits 44 Treffer erzielt. Es folgen Einar Holmgeirsson mit 32 und Anders Oechsler mit 29 Toren.
Der TVG-Liveticker wird wie gewohnt ab ca. 19:00 Uhr aus Nordhorn berichten.