Flensburg spielt jetzt am Tivoli
Flensburg - Fynn Holpert durchzuckte an seinem ersten Arbeitstag bei der SG Flensburg am 16. Juli ein Blitzgedanke. Der Geschäftsführer des Bundesligisten, der vom TBV Lemgo an die Förde gekommen war, dachte an ein großes Spiel seines Ex-Klubs auf Schalke.
Statt ín der Campushalle spielt Flensburg gegen den VfL in Kopenhagen
Und da war die Idee geboren. Nach einem Gespräch mit Teammanager Anders Dahl-Nielsen stand der Plan fest: Als erste Bundesliga-Mannschaft wird die SG Flensburg außerhalb Deutschlands ein Heimspiel austragen.
Und das steigt am 3. Februar 2008 gegen den VfL Gummersbach in der Kopenhagener Bröndby-Halle. 6500 Zuschauer fasst die Arena, in der das deutsche Nationalteam 1978 Weltmeister wurde.
Holpert ist von dieser Idee ganz begeistert. Gegenüber Sport1.de erklärte der Geschäftsführer: "Wir müssen ohne Grenzen denken. Das ist ja gigantisch. Und so sind wir auf Dänemark gekommen. Die Ausrichtung der SG Flensburg muss stärker skandinavisch sein. Wir brauchen auch die dänische Wirtschaftskraft, um jetzt wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir sind ein Aushängeschild und ein Top-Produkt."
Termin aus der Not geboren
Der Termin war aber auch aus der Not geboren. Denn die heimische Campushalle ist im Februar nach der EM wegen einer Messe für den Handball gesperrt. So wollten Holpert und Dahl-Nielsen erst in das Kopenhagener Fußballstadion Idraetsparken. Doch die Arena wird zu der Zeit umgebaut.
Holpert: "Wir hätten dort zwischen 20.000 und 25.000 Zuschauer gehabt." So wich man aber in die Bröndby-Halle aus.
Es stellen sich jetzt mehrere Fragen:
Aber was sagen die Fans?
Die seien ebenfalls ganz begeistert, den fast 300 Kilometer weiten Weg nach Kopenhagen anzutreten. "Wir haben in den letzten Tagen mit den Fanklub-Vertretern gesprochen, und die waren von der Idee begeistert", so Holpert.
Was sagt die HBL?
Auch die Liga habe dem Plan bereits grünes Licht gegeben. Holpert: "Ich habe es zwar noch nicht schriftlich. Aber ich habe mit dem Justitiar und mit Geschäftsführer Frank Bohmann gesprochen und die sind ebenfalls ganz begeistert. Die Durchführungsbestimmungen widersprechen einer solchen Aktion nicht."
Wie wirkt sich das finanziell aus?
Erst sei das eine Investition. Aber, wenn das angenommen wird, rechnet Holpert mit einem Gewinn. "Wir werden die dänischen Firmen damit locken können."
Bleibt es ein einmaliges Experiment?
"In der kommenden Saison ja", sagt Holpert. Doch für die nächsten Jahre werden ähnliche Aktionen geplant. "Wir können so auch den dänischen Handball noch mehr promoten. Wir machen es wie die US-Basketballliga NBA. Wir sind die NBA des Handballs - und nicht Spanien."
Sollen auch andere Klubs das nachmachen?
Holpert hofff das. Es würden die Vereine sein, die in einer Grenzlage sind. Der SG-Geschäftsführer: "Wir rufen alle auf, die das im Grenzbereich machen können."
Wolfgang Kleine
Quelle: Sport1.de