ISU: Blutdoping einzige mögliche Ursache
Hinter den Kulissen ging derweil die fieberhafte Suche nach einem Ausweg weiter, Pechsteins Anwalt eröffnete die nächste Runde: Simon Bergmann begründete bislang fehlende medizinische Nachweise seiner Mandantin über eine möglichen Erkrankung, die ihren extrem erhöhten Retikulozyten-Wert erklären könnte, mit unvollständigen Informationen durch den Weltverband ISU.
"In der Anklage, die wir durch die ISU am 5. März erhalten haben, stand Blutdoping als einzige mögliche Ursache für die erhöhten Retikulozyten-Werte, von einer möglichen Erkrankung war nicht die Rede. Wir haben erst etwa eine Woche vor dem Verhandlungstermin Ende Juni erfahren, dass diese Möglichkeit besteht", sagte Bergmann dem SID: "Wir mussten uns selbst erstmal orientieren und konnten deshalb bis kurz vor der Anhörung keine eigenen Untersuchungen in die Wege leiten. Wir sind alle keine Mediziner."
Selbst der neutrale Gutachter im ISU-Prozess, der Veterinärmediziner Professor Max Gassmann aus Zürich, den Pechstein stets zu ihrer Entlastung herangezogen hatte, spricht allerdings davon, dass die Berlinerin "ihre Möglichkeiten nicht nutzen wollte".