Athletischer Nachholbedarf bei der Thüringen-Auswahl
Handball-Nachwuchs beim Länderpokal in Schwerin sieglos
Die Landesauswahl Thüringens des männlichen Handball-Nachwuchses des Jahrgangs 1989 kehrte vom Länderpokal in Schwerin ausschließlich mit Niederlagen im Gepäck zurück.
Die vom Eisenacher Edmund Nositschka betreuten Talente des Freistaates kamen nur schwer in Tritt. In der Auftaktbegegnung gegen die Auswahl Mecklenburg-Vorpommerns lagen die Thüringer, ein Großteil vom ThSV Eisenach, bereits 4:12 im Rückstand. Zu Halbzeit führten die Gastgeber 17:12, unmittelbar nach Wiederanpfiff gar 20:12. Erst jetzt erwachte die Thüringen-Auswahl, warf Willensbereitschaft und Kampfkraft in die Wagschale, starte eine furiose Aufholjagd. Zu spät! Mecklenburg-Vorpommern siegte letztendlich, wenn auch hauchdünn, mit 27:26. Lars Lumpe vom ThSV Eisenach war mit 11 Treffern erfolgreichster Werfer seines Teams. Mark-Philipp Tube warf 4 Tore.
In der Begegnung gegen Niedersachsen lieferten die Thüringer zwei grundverschiedene Halbzeiten. Vor dem Seitenwechsel war Abwehrarbeit bester Güte angesagt. Die Defensive einschließlich Torhüter Benjamin Reißky (ThSV) stand kompakt. Die favorisierten Niedersachsen führten zur Pause nur mit 9:7. Von allen guten Geistern verlassen zeigten sich die Thüringer nach der Halbzeitpause. „Ein Rückfall in schlechteste Zeiten“, schimpfte Edmund Nositschka. „Da lief überhaupt nichts mehr“. Allein 10 Technik- und Regelfehler luden den Kontrahenten zum Kontern ein. Die zweite Hälfte ging mit 12:3 (!!) an Niedersachsen. Endstand 21:10 für Niedersachsen. Erneut war der Eisenacher Lars Lumpe mit 4 Treffern bester Werfer seines Teams.
Gegen die stärkste Mannschaft des Turniers, die Auswahl des Badischen Handballverbandes, überzeugte die Auswahl des THV in der ersten Halbzeit vor allem mit Willen und Kampfbereitschaft, führte gar 8:6. Beim Gang in die Kabinen hatten die Talente aus Baden bereits mit 15:11 die Nase vorn .Athletische Unterschiede waren offensichtlich, das Leistungsgefälle in den Reihen der Thüringer erheblich. Mit Beginn der zweiten Spielhälfte zog Baden auf 24:16 davon. Die Entscheidung. Beim Abpfiff leuchtete eine 21.29 Niederlage für Thüringen an der Anzeigetafel auf. Lars Lumpe hatte sechs Bälle versenkt, Felix Abad und Marc-Philipp Tube je 4.
Trotz der drei Niederlagen bescheinigte Edmund Nositschka seinen Schützlingen einen guten Willen und Einsatzbereitschaft. Offensichtlich: Athletische Probleme bei den meisten seiner Akteure. Von einer geschlossenen Einheit konnte nicht gesprochen werden, waren die Qualitätsschwankungen innerhalb des Mannschaftsgefüges doch zu groß. Positiv hob Edmund Nositschka Lars Lumpe, Benjamin Reißky und Marc-Philipp Tube (alle ThSV Eisenach) hervor. Licht und Schatten wechselten bei Christian Müller (Nordhausen), Dany Wiesner (Gera) sowie Dan Schellbach, Felix Abad, Philipp Grebhan (alle Eisenach). Besonders im athletischen Bereich „hinkten“ Bert Hartfiel (Eisenach) und David Heinig (Gera). Kaum zum Einsatz kamen Eric Müller und Florian Rechelt (beide Eisenach) sowie Tobias Busch (Mühlhausen).