Ein wenig über die Hintergründe hier: [URL=http://www.manager-magazin.de/unternehmen/ar…,582286,00.html]Wieterlesen[/URL]
Ich hatte die letzten Wochen das Vergnügen, den rasanten Verfall der Finanzmärkte aus Australien zu verfolgen. Down Under wird sie nicht weniger peinlich für die vermeintlichen Marktteilnehmer. Dort ist übrigens noch keine Großbank ins Schlingern geraten - bis jetzt zumindest
.
Konkret wurde bei der Tochter der HRE - der Depfa - wohl die goldene Bilanzregel - finanziere langfristige Ausleihungen Deinerseitzs durch langfristige Kredite - massiv verletzt. Solange die Banken sich untereinander noch Geld liehen, ging das noch, aber nun haben die Banken einfach Angst, ihr Geld nicht mehr zurückzubekommen, weil niemand mehr weiß, wie sicher der andere noch aufgestellt ist. Das ist wie ein Kartenhaus oder ein Dominospiel. Ganz ehrlich müssen sich solche "Manager" einfach mal hinterfragen, welche Ausbildung sie genossen haben und wie groß die Giergrenze sein mußte, die dort gelernten Prinzipien und bankbetriebswirtschaftlichen Grundsätze zu vergessen.
Symptomatisch war seinerzeit schon die Aussage des Mitarbeiters der französischen BNP (war die es), nachdem er und einige andere 4,6 Milliarden € verzockt hatten. "Es waren für uns irgendwann nur noch Nummern und es war eine große Party", hieß es da sinngemäß.
Die Tatsache, daß die Banken sich untereinander nun wieder sehr vorsichtig verhalten, spiegelt übrigens - Ironie der ganzen Geschichte - die Rückkehr zu bankbetriebswirtschaftlichen Prinzipien wieder. Ich denke leider, wir sind noch lange nicht am Ende der Abwärtsspirale und der staatliche Eingriff gestern bei der HRE ist wohl das geringere Übel, obwohl ich mit Sicherheit auch kein Freund von Steuergeldern zur Rettung von Managementfehlern bin.
Der Kapitalismus hat eine schwere Rechtfertigungskrise und hier nur von ein paar fehlgeleiteten Bankmanagern zu reden, macht die Sache ja nicht besser. Das ist die Stunde von Lafontaine und Co.