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Countdown läuft: Stralsunder HV lockt das Abenteuer Bundesliga
Das Abenteuer Bundesliga lockt: Handball-Zweitligist Stralsunder HV ist nur noch sieben Spiele vom Aufstieg entfernt. Drei Punkte liegt der Tabellenführer aus Vorpommern vor Verfolger Post Schwerin, der am 29. März noch in Stralsund antreten muss. «Wenn man solche Dynamik in die Sache gebracht hat, warum sollen wir die Chance nicht wahrnehmen und nutzen», antwortet Kapitän Stefan Strauch allen Zweiflern, die einen Aufstieg für ein zu großes Abenteuer halten.
dpa (18.03.2003)
Trainer Norbert Henke hat vor dem nächsten Gegner besonders großen Respekt. Am Freitag müssen die Stralsunder bei den Reinickendorfer Füchsen antreten. «Die haben in Spenge und Dessau gewonnen. Das haben wir nicht geschafft», warnte der Coach vor überzogener Euphorie. Die Vorbereitung auf diese Partie müssen Henkes Schützlinge ohne ihn machen. Der 46-Jährige sitzt in der Sportschule Kaiserau auf der Schulbank und paukt für die A-Lizenz, um auch in der Bundesliga seinen Trainerjob machen zu dürfen.
«Zuhause darf man auf keinen Fall patzen und auswärts müssen wir mitnehmen, was zu kriegen ist», forderte Strauch für die Wochen der Entscheidung. Der Kapitän hatte als Erster seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag um zwei Jahre verlängert und damit ein Signal gesetzt. Dabei lag dem 28-Jährigen auch ein lukratives Angebot seines Heimatclubs HC Empor Rostock vor. «Ich bin ein Rostocker Jung. Aber die sportliche Zukunft liegt zur Zeit hier in Stralsund und nicht in Rostock», stellte er klar.
Ein wenig zweifelt Strauch allerdings an der Stralsunder Bundesligatauglichkeit: «Es wird sehr schwer, hier in Stralsund Erstligahandball zu etablieren.» Bei einem Aufstieg könne die Mannschaft nicht mit einem höheren Etat rechnen. «Verstärkungen wird es dann nur wenige geben», bestätigte Henke. Er sieht als Handicap vor allem die nur 1.050 Zuschauer fassende Heimhalle im Hansedom an. «Da gibt es keinen einzigen Stehplatz, und die Bedingungen für eine Fernsehübertragung sind auch nicht gut. Aber gerade das wäre ja wichtig für die Sponsoren», meinte er.
Trotz alledem fiebern Kapitän und Mannschaft, Trainer und Sponsoren, vor allem aber die Fans dem Abenteuer Bundesliga entgegen. «Auch Hamburg und andere haben mal klein angefangen. Schwerin und Hildesheim haben es versucht und sind gescheitert. Das muss man sich hart erarbeiten», weiß der Stralsunder Kapitän.