So das berichtet die HAZ heute. Sehr interessant ist der letzte Paragraph, finde ich!
"Traum von der Bundesliga platzt
Korb für die Arena: Handballer der HSG bleiben in Nordhorn.
Hannover. Das zähe Pokerspiel ist beendet: Handball-Bundesligist HSG Nordhorn wird in der kommenden Saison nicht in der Preussag Arena auf Torejagd gehen. „Da wir 60 neue Sponsoren gewinnen konnten, bleiben wir in Nordhorn“, sagte HSG-Manager Bernd Rigterink am Donnerstag. Damit ist die Preussag Arena weiterhin auf der Suche nach einem „Hometeam“ für ihre 10 500 Zuschauer fassende Spielstätte.
Insgesamt 500 000 Euro bringen die neuen Geldgeber der HSG in den 2,5 Millionen Euro umfassenden Etat ein. Rund 150 lokale und überregionale Sponsoren tragen jetzt den Spielbetrieb des Bundesligafünften. „Vor allem unser Beiratsmitglied Hans Harms-Ensink war sehr erfolgreich bei der Suche nach neuen Geldgebern“, sagte der 51-jährige Rigterink, der sicher ist, dass es bei der Lizenzvergabe für die kommende Spielzeit trotz einer Liquiditätslücke von 150 000 Euro im laufenden Etat keine Probleme geben wird. Auch ein Trikotsponsor sei in Aussicht.
Nachdem im vergangenen Jahr der damalige Ministerpräsident Sigmar Gabriel mit einer Rettungsaktion in letzter Minute vier neue Großsponsoren gewonnen hatte, zog in diesen Tagen sein Nachfolger Christian Wulff nach. „Er hat zahlreiche Gespräche zum Erhalt des Standortes Nordhorn geführt“, bestätigte Wulffs Sprecher Volker Benke, ohne ins Detail gehen zu wollen. So hatte sich bereits in den vergangenen Tagen der Umschwung angekündigt. „Die Region hat für die HSG und Erstliga-Handball in Nordhorn gekämpft und gewonnen“, sagte Rigterink.
Als Verlierer dieses Kampfes darf sich dagegen Arena-Geschäftsführer Rafael Voigt fühlen. Er war nachmittags telefonisch vom HSG-Manager über das Scheitern der Bemühungen informiert worden, die HSG nach Hannover zu locken. „Das ist ärgerlich, aber es geht weiter“, meinte Voigt. Die Tatsache, dass ihm der Manager bei den ersten Gesprächen gesagt hatte, in Nordhorn gehe es finanziell auf keinen Fall weiter, er nun aber eine Lösung präsentierte, macht Voigt aber etwas stutzig. „Wenn sich herausstellt, dass wir nur als Druckmittel benutzt worden sind, wäre das kein feiner Zug gewesen“, erklärte er.
Da Voigt weiter davon ausgeht, dass die Arena im Herbst einen Ligasport präsentieren wird, deutet nun vieles auf eine Neuaufnahme der Verhandlungen mit dem Eishockeyklub Hannover Scorpions hin. Zwar beeilte sich Voigt zu versichern, dass die Arena sich „nicht zwangsläufig gleich wieder auf die Scorpions stürzen wird“. Aber bereits in der Vorwoche traf sich der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Schultze mit Scorpions-Chef Jochen Haselbacher und Landtagspräsident Jürgen Gansäuer zu einem informellen Gespräch. Die Tatsache, dass sich Haselbacher und Sportdirektor Olle Öst bei jeder Gelegenheit nach dem Stand der Verhandlungen zwischen der Arena und der HSG erkundigten, verdeutlicht zudem das Interesse des Klubs.
Und auch Rigterink will sich die Tür in Hannover anscheinend noch offen halten. „Mit der Entscheidung pro Nordhorn will ich nicht ausschließen, dass wir in der kommenden Saison einige Spiele in Hannover austragen werden“, sagte er. Das sieht Voigt offenbar anders: „Das Thema Nordhorn ist jetzt erst einmal durch.“"