Das kann auch ganz einfach an der Erwartungshaltung liegen. Vor zwei Jahren konnte man unbekümmert und ohne Druck aufspielen, da niemand einen Titel erwartet hat. Heute ist das anders. Die Mannschaft ist Titelverteidiger und es wird von vielen das HF erwartet. Der Druck ist dadurch auf jeden Spieler enorm groß. Und zwar von allen Seiten, also Medien, Fans, DHB und auch aus dem privaten Umfeld. Da will niemand Fehler machen, dann wird halt nicht mehr soviel riskiert, nicht mehr in die Tiefe gegangen, nicht mehr so oft selbst abgeschlossen, lieber auf den Nebenmann weitergegeben. Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Nur, vor einem Jahr war das bereits der gleiche holperige Murks wie jetzt.
Man hatte jetzt ein ganzes Jahr samt Personalwechsel auf der Trainerseite Zeit um genau dieses Defizite abzustellen.
Und was hat sich zum Positiven verbessert? Nix!
Die Mannschaft tritt erstmals seit Jahrzehnten mit absolut vollster Kapelle an, mit überwiegend Einzelspielern die in ihren Vereinen eine bärenstarke Saison spielen, aber in diesem Turnier vollkommen neben sich stehen.
Selbst ein Mr. Zuverlässig wie Gensheimer zeigte bislang nur internationale Klasse und nicht wie gewöhnlich Weltklasse bzw. absolute Weltklasse.
Warum sind beispielsweise die Franzosen mental so stark?
Scheinbar kann man das von Deutschland einfach nicht erwarten, dass sie mal von A bis (zumindest) X einen wirklich starken Handball spielen.