Und Ober-Eschbach hat eine Litauerin!
Ober-Eschbach . Sie stammt aus Litauen, misst 185 Zentimeter, ist 19 Jahre jung und Rückraumspielerin. Lina Abramauskaite kommt vom HC Salve, einem Spitzenclub der litauischen 1. Handball-Liga. Sie hat 20 Mal das Trikot der Juniorenauswahl ihres Landes getragen und stand auf dem Sprung in den A-Kader. Der aus der 250 000 Einwohner zählenden Industriestadt Siauliai stammenden Lina eilt der Ruf einer wurfstarken Torjägerin voraus, die mit durchschnittlich acht bis zehn Treffern pro Spiel zur erfolgreichsten Scorerin des Salve-Teams avancierte.
Bereits beim einwöchigen Probetraining hatte Lina Abramauskaite in Ober-Eschbach einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Das wäre eine absolute Verstärkung für unsere Erste Mannschaft“, geriet auch TSG-Manager Norbert Blöser förmlich ins Schwärmen.
Für ihn war nach dem langfristigen Ausfall von Steffi Haitsch (Kreuzband-Operation Anfang Juli) Handlungsbedarf angesagt. Er hatte dann den europäischen „Markt“ beobachtet, nachdem es im süd- bzw. mittelhessischen Raum immer schwieriger geworden sei, geeignete und natürlich auch wechselwillige Führungsspielerinnen ausfindig zu machen. Dabei kam den Ober-Eschbachern zweifelsohne zugute, dass sie in der vergangenen Saison in der Zweiten Liga lange Zeit fleißig an der Tabellenspitze mitgemischt und somit ihr Image doch gehörig aufpoliert haben.
Mit der Verpflichtung von Lina Abramauskaite glückte nun offenbar ein Volltreffer. Inzwischen liegt deren Aufenthaltsgenehmigung vor und die Abwicklung der Formalitäten beim Europäischen Handballverband stehen vor dem Abschluss. Die Strippenzieher Blöser und Vereinsintimus Günter Wehrheim wurden dabei in Sachen „Finanzierung“ nicht alleine gelassen: „Ein Dankeschön an dieser Stelle in Richtung der Sponsoren, die uns diesen Transfer überhaupt ermöglicht haben.“ Alleine für die Ablöse der Litauerin waren nämlich rund 5000 Euro zu berappen. Diese gingen zum Großteil als Ausbildungsentschädigung an den Litauischen Handball-Verband. Aber auch Europäischer Verband und Deutscher Handballbund hielten die Hand auf.
Sei’s drum, mit Lina Abramauskaite gelang den Ober-Eschbachern ein Coup, der bei den Vereinsanhängern gewiss die Vorfreude auf die Zweitliga-Saison 2006/07 schüren wird. Und in dieser wollen Blöser, Wehrheim & Co. weiterhin dafür sorgen, dass es sich „lohnt“, TSG-Fan zu sein. Die Wehrheim’sche Vision: „Man muss einfach das Gefühl haben, dass man etwas versäumt, wenn man nicht zu unseren Spielen in die Halle kommt!“ (cb)