Stralsund (OSTSEE-ZEITUNG/30.05.2005) Gestern verkündete er beim Bundesligisten HSG Wetzlar seinen Abschied, ab Donnerstag nimmt er seine neue Aufgabe in Angriff: Holger Schneider wird neuer Trainer des Stralsunder HV. Der 41-Jährige erhält beim Handball-Zweitligisten einen Zwei-Jahres-Vertrag. „Das Ziel muss sein, Stralsund kurzfristig in die erste Liga zu führen und dort zu halten“, erklärte Schneider, der sich auf die Aufgabe am Sund freut. „Ich weiß, dass die Rahmenbedingungen stimmen, dass Stralsund eine ambitionierte Mannschaft und ein erstklassiges, begeisterungsfähiges Publikum hat“, gerät der gebürtige Güstrower ins Schwärmen. Neben Schneider waren beim SHV noch drei weitere Trainer-Kandidaten im Rennen, „aber Holger war unser Wunschkandidat“, erklärte Manager Thomas Haack.
Holger Schneider kehrt nach einem „sehr interessanten, turbulenten, harten und lehrreichem Jahr“ in Wetzlar nach M-V zurück. Der bis 2006 datierte Vertrag mit den Hessen wurde in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Das Verhältnis zwischen dem Coach und Manager Rainer Dotzauer war zuletzt arg gestört. „Die Chemie hat einfach nicht gestimmt“, bestätigte der frühere Weltklasse-Linksaußen, dem eine Reihe weiterer Angebote vorlagen. Unter anderem war Schneider als griechischer Nationaltrainer im Gespräch. Nun zieht es den Ehemann von Kerstin und Papa von Tochter Lena-Marie (5) in die alte Heimat statt an den Bosporus. „Für unsere Familie ist das eine ideale Konstellation. Wir freuen uns, dass wir wieder zurückkommen“, sagt der Schweriner.
Heute heißt es Sachen packen, morgen reisen, ehe der zweimalige Olympia-Teilnehmer am Donnerstag dem SHV-Team vorgestellt wird. Mit Holger Schneider heuert ein international erfahrener Mann in der Hansestadt an. Der WM-Teilnehmer von 1990 bestritt 99 Länderspiele, gewann 1997 mit Flensburg den EHF-Pokal und feierte mit Empor Rostock zwei Pokalsiege (1988, 89). Als Trainer ist er bekannt dafür, dass er auf junge, einheimische Spieler setzt. In Wetzlar bestritten unter seiner Regie Mario Clößner und Andreas Lex ihre ersten Bundesliga-Spiele. In Stralsund wird er für die A- und B-Jugend mitverantwortlich zeichnen.
Schneider, der mehrere Spiele des Stralsunder HV auf Video gesehen hat, hätte die Sundstädter liebend gerne als Erstligisten übernommen. „Ich hatte bis zum letzten Tag gehofft und die Daumen gedrückt, dass sie den Sprung in die erste Liga schaffen“, bekennt Schneider, der in der kommenden Spielzeit einen neuen Anlauf starten will. Das Unternehmen Aufstieg läuft am 11. Juli an. Dann beginnt mit dem ersten Training die Saisonvorbereitung. STEFAN EHLERS
Stralsund will mit Schneider zurück in die erste Liga.