Norwegen müht sich harm- und lustlos gegen die Dominikanische Republik die ersten 20 Minuten, nach denen es 8:8 stand und die Dominikanerinnen gar nicht recht wußten, wie ihnen geschieht. 10 Minuten später wußten wieder nicht wie ihnen geschieht, als diese mit 10:1 an Norwegen gingen und alles in die erwarteten Bahnen lief. Norwegen präsentierte sich bisher mit einer unerwartet löchrigen Abwehr und sehr vielen einfachen Fehlern. Auch wenn Marit Breivik das vehement bestreitet und auf entsprechende Reporterfragen recht aggressiv reagierte (habe ich vorher noch nie erlebt) scheint Norwegen Motivationsprobleme zu haben oder zu glauben, daß sie das Halbfinale sowieso erreichen. Nichtsdestotrotz sollten sie souverän als Gruppensieger in die Zwischenrunde einziehen. Gegen die dort wartenden Gegner (RUS, CRO, FRA) sollte ihnen aber mehr einfallen. Ansonsten wird das nichts mit dem Halbfinale.
Im anderen Spiel spielte Angola Katz und Maus mit den vollkommen überforderten Österreicherinnen. Angola war konzentriert und physisch wie technisch überlegen. Außerdem mit einer B-Torhüterin (A-Torhüterin verletzt), die die Österreicherinnen regelrecht entnervte. Daß Angola auf einem guten Weg ist, haben sie bereits bei der letzten WM gezeigt (30 Tore gegen NOR bzw. HUN), so daß der angolanische Sieg sicher nicht so sensationell ist, wie er zunächst scheint. Wie sie die Österreicherinnen teilweise vorgeführt haben, war allerdings so nicht unbedingt zu erwarten.
Damit dürfte die Gruppe enstschieden sein. Österreich müßte hoch (>11 Tore) gegen Norwegen gewinnen, wenn nicht Angola entgegen allen Erwartungen gegen die Dominikanische Republik verliert. Dann reichte schon ein einfacher Sieg. Diese Szenarien wirken aber angesichts des bisher gezeigten sehr unwahrscheinlich.