Beiträge von nozdormu

    Interessant wie wenig Ahnung manche Menschen von der Professionalität des beach Handballs haben. Der DHB betreibt seit Jahren die Professionalisierung vorran und erntet auch seit Jahren die Erfolge. Eine "Kirmesveranstaltung" oder andere Ausdrucke wie hier ein User schreibt sind lächerlich und fernab der Realität.

    Kretschmar ist nicht die einzige aus der Bundesliga, die Brachhandball spielt.

    DHB und Professionalisierung? ;(

    Die Wahrheit ist, dass sie zwar von Olympia träumen, aber die Übertragungen der Deutschen Meisterschaften Cuxhaven auf youtube in der Spitze ca. 500 Live-Zuschauer hatten.
    Ich halte den DHB für nicht in der Lage, sein Produkt angemessen weiter zu entwickeln, die Veranstaltung tritt seit Jahren auf der Stelle. Treiber des Beachhandballs sind im wesentlichen die Vereine und nicht der DHB.

    Zur deutschen Beach-Jugendmeisterschaft in Hannover hat der DHB drei Offizielle geschickt und zwei davon waren Praktikanten...


    "Brachhandball" passt allerdings ganz gut, finde ich.

    Ich glaube nicht, dass dies für Beachhandball gilt. Siehe § 75 DHB-SpO.

    Das ist nach meiner Auffassung genau der Paragraph, der dafür spricht. Dadurch wird Beachhandball einfach "einverleibt" und somit braucht man keinen Unterschied zwischen Halle und Beach beim Kaderstatus. - Die SpO in der Neufassung geht darauf auch nicht näher ein, was einen DHB-Kaderspieler ausmacht.

    Wenn Du NK1-Status im Beach hast, dann bist Du DHB-Kaderspieler.

    Eine noch nicht weiter thematisierte Neuerung der überarbeiteten SpO ist übrigens auch noch, dass das Erwachsenenspielrecht für Kaderspieler eingeschränkt wurde. Bisher war das allgemein auf Kaderspieler bezogen, jetzt wurde es auf DHB-Kaderspieler begrenzt. Da damit alle Verbandskaderspieler rausfallen, ist das eine deutliche Einengung. Für talentierte Spieler, die es nach dem Landeskader nicht in die Nati geschafft haben, fällt damit eine wichtige Fördermöglichkeit weg, die im Einzelfall Türen öffnen kann. Wie schon öfter angemerkt, sollten diesen Spielern Möglichkeiten geboten werden, sich weiterzuentwickeln. Das hier geht genau in die andere Richtung, statt sie zu fördern, werden sie noch mehr ausgebremst und im schlimmsten Fall demotiviert. Schade.

    Interessanterweise sind die Spieler der Jugend-Beachnationalmannschaften im Sinne der SpO DHB-Kaderspieler, obwohl es eine andere Sportart ist...

    Folgender Fall:

    Spieler (noch nicht 18 Jahre alt) hat Spielrecht 1 bei A-Jugend Verein 1
    Spielrecht 2 ist bei Verein 2, 3. Liga (Spieler hat schon bei Testspiel für Verein 2 teilgenommen)
    Spieler kann dann laut Auskunft vom DHB nicht bei Testspielen in Verein 1, 2. Liga teilnehmen
    Spieler könnte aber bei Pflichtspielen in Verein 1, 2. Liga/DHB-Pokal unter Anwendung des Spielrecht 3 teilnehmen

    Ist das in der SpO so festgelegt, oder ein Software-Problem beim Verband, bei dem man nichts machen kann?

    Dazu fallen mir auch x Stories ein, vermutlich gibt es da Überschneidungen zu deinen Fällen. Es ist mitunter so offensichtlich, dass es mich wundert, dass sich die Entscheider nicht schämen. Ne, führt zu nichts, das lassen wir jetzt lieber.

    Beim Beach-Handball auf DHB-Ebene ist es auch ganz schlimm mit den Seilschafften, da wird das Ganze IMHO auf die Spitze getrieben. Aber ja, lassen wir das, es ist, wie es ist...

    Danke. Du hast den Kern getroffen.

    Wobei hier die Landesverbände gefordert sind, diejenigen, die es nicht mit 16 in das DHB-Team schaffen, adäquat weiterzuförfern. Und das ganze Problem beginnt ja schon nach der Sichtung auf Landesebene. Auch da gibt es dann keinen Blick mehr nach recht und links, sondern nur noch Scheuklappen. Es wurde bislang schlicht ignoriert, dass sich viele Kinder sowohl geistig und körperlich erst 1-2 Jahre später entwickeln.

    Wobei ich anerkennen muss, dass der DHB gerade beim aktuellen U17 Jahrgang breiter zu Lehrgängen, auch regional, eingeladen hat. Aber aus einem Kreis an Spielerinnen rekrutiert, bei denen das Kind schon in den Brunnen gefallen war, sprichwörtlich.

    Ich habe tatsächlich mehrere Landesverbände im süddeutschen Raum kennengelernt. Der Hang zu ausgeprägten Seilschafften war überall spürbar, die waren immer nur an neuen Lieblingen interessiert, die vom letzten Jahrgang waren Geschichte...

    Man könnte es ja auf Corona schieben. Jahrgang 2008 hat, was das angeht sehr stark gelitten. Die Wahrheit ist aber wohl eher, dass es vorher auch nicht anders war. Frauenhandball ist schon immer sehr speziell gewesen, was Förderungskriterien angeht.

    Hier wird gemeckert, dass einige Frauen fallen gelassen werden etc , jetzt wurden in diesem Sommer alle ! Damen berücksichtigt und es ist auch wieder nicht richtig 😄

    Die Ergebnisse bei solchen Turnieren sind Bananenegal, es geht um die individuelle Entwicklung!

    Die, die jetzt dabei sind, sind gar nicht gemeint. Es geht um die ca. 200 Spielerinnen jedes Jahrgangs, die nach der Sichtung "fallen gelassen" werden, weil sie eben nicht zu den Auserwählten gehören. Von den "Aufhörerinnen" nach dem Deutschland-Cup ganz zu schweigen. Da tauchen Spielerinnen auf, von denen hörst Du später nie wieder was....


    Die Ergebnisse sind nicht bananenegal, man spielt Europameisterschaften um zu gewinnen. Der Anspruch muss einfach da sein. sonst könnte man es ja auch direkt bleiben lassen und Geld sparen.

    Individuelle Entwicklung ist doch oftmals nur ein Trendbegriff,, hinter dem nicht immer eine konsequente Umsetzung steckt.


    Was Gino Smits sagt, überzeugt mich in keiner Weise. Die Belastung bzw. Erholung im Nachgang zu den internationalen Meisterschaften kann man steuern, indem eine Trainings- bzw. Spielpause verordnet wird. Manche Vereine machen das von sich aus und lassen Auswahlspielerinnen erst später ins Training einsteigen. Und ist es nicht absurd, mit der offensichtlich schwächeren Mannschaft das höherwertige Turnier zu spielen?

    Das frage ich mich jetzt auch! Wem ist mit der getroffenen Verfahrensweise geholfen? Den Spielerinnen bestimmt nicht. Die einen sind sauer, weil sie als die leistungsstärkere Mannschaft nicht für die EM nominiert wurden (erst recht, nachdem jetzt die Ergebnisse vorliegen) und die anderen sind enttäuscht, weil sie es bei der EM nicht gepackt haben. Und für den deutschen Frauenhandball hat es auch nix gebracht. So darf es nicht weitergehen.

    Mich überzeugt das auch überhaupt nicht und besonders glaubhaft klingt es auch nicht.

    Es gibt ein Video-Interview mit Gino Smits (ich meine vom Deutschland-Cup Jahrgang 2007), bei dem er sinngemäß sagt, dass Training 50 Wochen im Jahr ist und man im Sommer zwei Wochen Pause machen kann. - Das hat er mindestens noch einmal bei der DhB-Sichtung (Jahrgang 2008) vor versammelter Runde wiederholt, das ist ihm also nicht einfach so eingefallen.

    Man muss bereit sein die Extrameile zu gehen, wenn man nach oben kommen will, keine Frage... aber diese Ansichten, die da kundgetan wurden, sprechen nicht dafür, dass ihm das Thema Belastungssteuerung jemals wichtig war, würde mich wundern, wenn es jetzt anders ist.

    Spielintelligenz = körperlicher und spielerischer Widerstand?

    Dann ist mir schon klar, wo das Problem bei der Sichtung liegt. :nein:

    Ich habe Spielintelligenz bislang mit Auge, Überblick, Handlungsgeschwindigkeit, Technik in Verbindung gebracht...

    Ja, da weiß man, woran man ist. Zupacken ist anscheinend wichtiger als Ausspielen. Hat man ja bei der EM gesehen, die Abwehr steht. - Wenn man öfters mal die Stützpunkttrainings von Gino Smits verfolgt hat, dann verwundern diese Aussagen nicht wirklich.

    Ich halte die "Sichtung" an sich für das Problem. Das ist für mich das formale Eingeständnis, dass man nicht bereit ist, sich weiter kontinuierlich mit der Entwicklung junger Menschen zu beschäftigen, die man länger begleitet hat. Gerade bei den Mädchen gibt es viele, die nach der Sichtung die Lust an ihrem Sport komplett verlieren und aufhören, weil sie fallen gelassen werden wie eine heiße Kartoffel. Nachbetreuung findet nicht statt, man beschäftigt sich nur noch mit den "Auserwählten", die zweite Reihe fällt runter...

    Sportrechtsexperten sehen bei dieser oft gelebten Praxis der Sportverbände einen Verstoß gegen die olympische Charta, manche sprechen sogar von Diskriminierung.

    Nachhaltiger Aufbau geht sicherlich besser.

    Alles in allem: En mittelmäßiger Jahrgang. Bleibt zu hoffen, das aus den Jüngeren noch etwas leistungsmäßig heranwächst (einige Namen hatte ich schon genannt), sonst wird das im nächsten Jahr bei der WM kaum besser werden.

    Vielleicht sollte man da, ähnlich wie bei der U19, nochmal in sich gehen und schauen, wer wirklich die besten Spielerinnen in den relevanten Ligen (wA, 3./2./1.) sind und auch mal aussortieren. Bei diese EM waren Spielerinnen dabei, die Stand heute, von den jüngeren Jahrgängen schon eingeholt bzw. überholt wurden.

    Im Frauenhandball bis hin zur A-Nationalmannschafft wird mir viel zu viel mit einem mal anhand obskurer Kriterien festgelegtem Kader gearbeitet. (Warum sind z.B. so viele Bensheimer im Team? Man könnte meinen, dort wäre der Nabel der Jugendausbildung in Deutschland. - Wie viele Titel haben die bisher gewonnen?)

    Richtige Konkurrenz von außen findet gefühlt überhaupt nicht statt, dazu ein Jugend-Bundestrainer, der sein Premiumprodukt nicht ernst nimmt bzw. sogar schlecht redet.

    Ich wollte mich zu diesem Thema eigentlich zurückhalten, aber nach den im Vorfeld getätigten Aussagen

    "Wir haben in der vorletzten Trainingseinheit gegeneinander gespielt und die EYOF-Mannschaft hat meine Mannschaft mit vier oder fünf Toren geschlagen. Das zeigt schon, dass wir versucht haben, das Ganze vom individuellen Niveau ausgeglichen zu gestalten",

    siehe hier: Nach EYOF-Gold: Warum der DHB nicht mit der gleichen Mannschaft zur U17-EM fährt

    und

    ""Eigentlich ist es für mich als Bundestrainer ein Nachteil. Aber wenn ich der Einzige bin, der das so sieht, ist das kein Problem. Dann bin ich auch der Einzige, der Lösungen finden muss... Mit der B- und A-Jugend-Bundesliga bleiben mehr Mädels im Jugendbereich. Der körperliche und der spielerische Widerstand, also die Spielintelligenz, sind in der Jugend natürlich geringer als in der dritten Liga im Seniorenbereich. Da muss ich gucken, wie ich das löse.... Grundsätzlich finde ich die beiden Ligen positiv für den Jugendhandball. Ich hoffe, dass das dem Frauenhandball einen positiven Impuls geben wird."


    siehe hier: Warum U17-Bundestrainer Smits in der Einführung der Jugendbundesligen einen Nachteil sieht

    frage ich mich ernsthaft, ob Gino Smits überhaupt der richtige für den Job ist.


    Die internationale Frauenhandballszene ist halt nur was für für absolute 'Experten' in Deutschland, dort eine führende Rolle einzunehmen ist zudem zunehmend 'einfach'. Das die internationale Frauenhandballszene nicht gerade floriert, ist ungünstig für Dortmund - auch das zunehmende Fehlen von Stars in der internationalen Szene (auch wenn die in Deutschland natürlich nahezu unbekannt sind).

    Habe mich letztens öfters mal mit einer jungen dänischen Spielerin von Ikast im Auslandsjahr ausgetauscht. Die ist total schockiert, wie wenig öffentliches Interesse am Frauenhandball in Deutschland da ist. In Dänemark ist das wohl anders...

    Göppingen ist so bekannt wegen dem Männerhandball, nicht wegen den Frauen.

    Die Frauen dort profitieren immens von den Herren und der Handballleidenschaft im dortigen Raum.

    Genau mein Punkt. Fußball hat ja schon länger die Vorteile etablierter Marken erkannt. - FAG Frauen wäre schlecht beraten, wenn sie die Bekanntheit des Vereins nicht nutzen würden.